Migräne: Eine Volkskrankheit im Fokus

Migräne ist eine weit verbreitete chronische Erkrankung, die das Leben vieler Menschen in Deutschland erheblich beeinträchtigt. Rund 18 Millionen Deutsche leiden unter Migräneanfällen, die den Alltag und die Lebensqualität stark beeinflussen können. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Migräne, von den Ursachen und Symptomen bis hin zu Behandlungsmöglichkeiten und den Auswirkungen auf die Lebensqualität.

Was ist Migräne?

Migräne ist mehr als nur ein starker Kopfschmerz. Es handelt sich um eine neurologische Erkrankung, die sich durch wiederkehrende, oft pulsierende Kopfschmerzen äußert, die von Begleitsymptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet sein können. Die Intensität und Dauer der Anfälle können variieren, aber sie sind oft so stark, dass sie die Betroffenen in ihrem Alltag stark einschränken.

Ursachen und Auslöser

Die genauen Ursachen der Migräne sind noch nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen Faktoren und Umweltfaktoren eine Rolle spielt. Es gibt eine Reihe von Auslösern, die einen Migräneanfall provozieren können, darunter:

  • Wetterumschwünge: Große Temperaturschwankungen und Wetterfühligkeit können bei manchen Menschen Kopfschmerzen auslösen. Der Körper reagiert auf diese Veränderungen, und bei wetterfühligen Menschen kann dies zu Beschwerden führen.
  • Stress: Sowohl akuter als auch chronischer Stress können Migräneanfälle auslösen.
  • Ernährung: Bestimmte Lebensmittel und Getränke, wie z.B. Alkohol, Käse, Schokolade und Zitrusfrüchte, können bei manchen Menschen Migräne auslösen.
  • Schlafmangel: Ein unregelmäßiger Schlafrhythmus oder Schlafmangel können ebenfalls Migräneanfälle begünstigen.
  • Hormonelle Veränderungen: Bei Frauen können hormonelle Veränderungen im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus, der Schwangerschaft oder den Wechseljahren Migräneanfälle auslösen.
  • Sinnesreize: Helles Licht, laute Geräusche oder starke Gerüche können bei manchen Menschen Migräne auslösen.

Symptome der Migräne

Die Symptome der Migräne können von Person zu Person variieren, aber typische Anzeichen sind:

  • Pulsierende Kopfschmerzen: Die Kopfschmerzen sind oft einseitig und pulsierend.
  • Übelkeit und Erbrechen: Viele Menschen mit Migräne leiden unter Übelkeit und Erbrechen.
  • Licht- und Geräuschempfindlichkeit: Während eines Migräneanfalls sind viele Menschen empfindlich gegenüber Licht und Geräuschen.
  • Sehstörungen: Einige Menschen erleben vor oder während eines Migräneanfalls Sehstörungen, wie z.B. Flimmern oder Blitze.
  • Weitere Symptome: Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Schwindel und Nackensteifigkeit können ebenfalls auftreten.

Diagnose

Die Diagnose der Migräne basiert in der Regel auf der Beschreibung der Symptome und der Krankengeschichte des Patienten. Ein Arzt kann auch eine körperliche Untersuchung und neurologische Tests durchführen, um andere Ursachen für die Kopfschmerzen auszuschließen. Ein Kopfschmerztagebuch, in dem die Häufigkeit, Intensität und Begleitsymptome der Kopfschmerzen dokumentiert werden, kann bei der Diagnose helfen.

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Behandlungsmöglichkeiten

Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für Migräne, die darauf abzielen, die Symptome zu lindern und die Häufigkeit der Anfälle zu reduzieren. Dazu gehören:

  • Akutbehandlung: Medikamente wie Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen, Paracetamol) und Triptane können helfen, die Symptome eines akuten Migräneanfalls zu lindern. Triptane wirken gefäßverengend und entzündungshemmend.
  • Prophylaktische Behandlung: Medikamente wie Betablocker, Antidepressiva und Antiepileptika können helfen, die Häufigkeit und Intensität der Migräneanfälle zu reduzieren.
  • Nicht-medikamentöse Behandlungen: Entspannungstechniken, wie z.B. progressive Muskelentspannung, autogenes Training und Yoga, können helfen, Stress abzubauen und Migräneanfälle vorzubeugen. Auch Akupunktur und Biofeedback können bei manchen Menschen wirksam sein.
  • Verhaltensänderungen: Ein regelmäßiger Schlafrhythmus, eine ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf bekannte Auslöser können helfen, Migräneanfälle zu vermeiden.

Migräne bei Kindern

Auch Kinder können von Migräne betroffen sein. Professor Hartmut Göbel, Chefarzt der Kieler Klinik, erklärt, dass die Häufigkeit von Migräne bei Jungen anfangs größer ist, die Mädchen aber schnell überholen und ab der Pubertät das Verhältnis Jungen zu Mädchen bei 1:3 liegt. Die Diagnose bei Kindern erfolgt ähnlich wie bei Erwachsenen, wobei die Mediziner eingehend mit dem Patienten sprechen, um mehr über die Ursachen der Kopfschmerzen zu erfahren.

Migräne und Behinderung

Die Auswirkungen der Migräne auf den Alltag und die Lebensqualität können so stark sein, dass sie zu einer Behinderung führen. In Deutschland kann bei starken Einschränkungen durch Migräne ein Grad der Behinderung (GdB) festgestellt werden. Ab einem GdB von 50 gilt man rechtlich als schwerbehindert. Ein GdB über zehn wird in der Regel nur dann erteilt, wenn die chronische Migräne mindestens mittlere Verläufe hat.

Leben mit Migräne

Migräne ist eine chronische Erkrankung, die das Leben der Betroffenen stark beeinflussen kann. Es ist wichtig, sich über die Erkrankung zu informieren, die eigenen Auslöser zu kennen und eine individuelle Behandlungsstrategie zu entwickeln. Der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen kann ebenfalls hilfreich sein.

Aktuelle Entwicklungen

In den letzten Jahren gab es Fortschritte in der Migräneforschung und -behandlung. Ein neuer Wirkstoff gibt verzweifelten Patienten Hoffnung. Es ist wichtig, sich über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten und sich von einem Arzt oder Spezialisten beraten zu lassen.

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