Kopfschmerzen und Migräne sind weit verbreitet und können das tägliche Leben stark beeinträchtigen. Viele Betroffene suchen nach natürlichen Linderungsmöglichkeiten, und die Sauna ist eine Option, die oft in Betracht gezogen wird. Ob ein Saunabesuch bei Migräne hilfreich ist oder eher schadet, ist jedoch individuell verschieden und hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Die Schmerzklinik Kiel: Spezialisierte Therapie bei Kopfschmerzen
Die Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dipl. Psych. Hartmut Göbel bietet eine spezielle Therapie für Migräne mit und ohne Aura, Migräne-Komplikationen sowie andere Kopfschmerzarten wie chronische Spannungskopfschmerzen, medikamenteninduzierte Kopfschmerzen und Clusterkopfschmerz an. Auch Nervenschmerzen, Rückenschmerzen und andere chronische Schmerzerkrankungen werden behandelt.
Für eine stationäre Aufnahme sind folgende Schritte erforderlich:
- Der behandelnde Arzt stellt eine Verordnung für eine Krankenhausbehandlung aus.
- Der Arzt füllt die Aufnahme-Checkliste aus.
- Der Patient füllt einen Schmerzkalender und einen Schmerzfragebogen aus.
- Alle Unterlagen sowie Kopien relevanter Arztbriefe und Röntgenbilder werden an die Klinik gesendet.
Die Kostenübernahme ist je nach Krankenkasse unterschiedlich geregelt. Viele Kassen haben eine integrierte Versorgung mit dem Behandlungsnetzwerk der Klinik vertraglich vereinbart.
Wie wirkt die Sauna auf den Körper?
Ein Saunabesuch führt zu einer Reihe von physiologischen Reaktionen im Körper:
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- Erhöhte Körpertemperatur: Die hohen Temperaturen in der Sauna (80-100 °C in der finnischen Sauna) versetzen den Körper in einen Fieberzustand. Dies ist jedoch ein "positives Fieber", das die Abwehrkräfte aktiviert.
- Erweiterung der Blutgefäße: Die Wärme führt zur Erweiterung der Blutgefäße, was die Durchblutung fördert und die Sauerstoffversorgung des Körpers verbessert.
- Schwitzen: Durch das Schwitzen verliert der Körper Flüssigkeit und scheidet Stoffwechselprodukte aus.
- Entspannung der Muskeln: Die Wärme entspannt die Muskeln und kann Verspannungen lösen.
- Ankurbelung der Glückshormone: Die Hitze soll die Produktion von Endorphinen anregen, was die Stimmung positiv beeinflussen kann.
- Training des vegetativen Nervensystems: Der Wechsel zwischen Hitze und Kälte trainiert das vegetative Nervensystem, das unwillkürliche Körperfunktionen wie Herzschlag, Atmung und Blutdruck reguliert.
Sauna bei verschiedenen Kopfschmerzarten
Die Wirkung der Sauna auf Kopfschmerzen ist von der Art des Kopfschmerzes abhängig:
Spannungskopfschmerzen
Spannungskopfschmerzen sind die häufigste Form von Kopfschmerzen. Sie werden oft durch Muskelverspannungen im Nacken- und Schulterbereich ausgelöst. Die entspannende Wirkung der Sauna kann hier sehr hilfreich sein, da die Wärme die Muskeln lockert und Stress reduziert. Die verbesserte Durchblutung trägt ebenfalls zur Linderung bei.
Migräne
Bei Migräne ist die Reaktion auf die Sauna individueller. Einige Migränepatienten berichten von einer Linderung ihrer Beschwerden durch die entspannende Atmosphäre und die Stressreduktion in der Sauna. Andere hingegen erleben eine Verschlimmerung ihrer Migräneattacken.
Mögliche positive Effekte der Sauna bei Migräne:
- Stressabbau: Stress ist ein häufiger Auslöser von Migräneattacken. Die Entspannung in der Sauna kann den Stresspegel senken und so die Häufigkeit von Migräneattacken reduzieren.
- Bessere Durchblutung: Die verbesserte Durchblutung kann dazu beitragen, Verspannungen zu lösen und die Sauerstoffversorgung des Gehirns zu verbessern.
- Beeinflussung des vegetativen Nervensystems: Thermenanwendungen und Hydrotherapie können das vegetative Nervensystem positiv beeinflussen, indem sie den Parasympathikus aktivieren, der für Entspannung und Regeneration zuständig ist.
Mögliche negative Effekte der Sauna bei Migräne:
- Dehydratation: Das starke Schwitzen in der Sauna kann zu Dehydratation führen, die ein bekannter Trigger für Migräneattacken ist.
- Blutdruckschwankungen: Die Hitze kann zu Blutdruckschwankungen führen, die bei manchen Menschen Migräne auslösen können.
- Elektrolytmangel: Durch das Schwitzen können Elektrolyte verloren gehen, was ebenfalls Kopfschmerzen verursachen kann.
- Plötzliche Temperaturveränderungen: Die plötzliche Veränderung der Körpertemperatur beim Betreten oder Verlassen der Sauna kann bei einigen Menschen Migräne auslösen.
Was ist zu beachten, wenn man mit Migräne in die Sauna geht?
Wenn Sie unter Migräne leiden und die Sauna ausprobieren möchten, sollten Sie folgende Punkte beachten:
- Arzt konsultieren: Sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt, um mögliche Risiken auszuschließen.
- Ausreichend trinken: Trinken Sie vor, während und nach dem Saunabesuch ausreichend Wasser, um Dehydratation zu vermeiden.
- Nicht mit leerem Magen in die Sauna gehen: Achten Sie auf eine angemessene Nahrungsaufnahme, um einen niedrigen Blutzuckerspiegel zu vermeiden.
- Maßvoll saunieren: Beginnen Sie mit kurzen Saunagängen und steigern Sie die Dauer langsam.
- Auf den Körper hören: Verlassen Sie die Sauna sofort, wenn Sie sich unwohl fühlen.
- Abkühlung nicht vergessen: Kühlen Sie sich nach dem Saunagang gründlich ab, um den Kreislauf zu stabilisieren.
- Elektrolyte ausgleichen: Nach dem Saunabesuch können Sie Elektrolyte durch spezielle Getränke oder eine ausgewogene Ernährung wieder auffüllen.
Thermenanwendungen als Alternative oder Ergänzung
Thermenanwendungen bieten eine sanftere Alternative oder Ergänzung zur Sauna. Sie kombinieren Hydrotherapie, Massagen und Entspannungstechniken, um Muskelverspannungen zu lösen, die Durchblutung zu fördern und das vegetative Nervensystem zu regulieren. Studien haben gezeigt, dass regelmäßige Thermenanwendungen die Häufigkeit von Migräneattacken reduzieren und die Lebensqualität verbessern können.
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Hydrotherapie und ihre Wirkung
Hydrotherapie nutzt die Wirkung von Wasser in verschiedenen Formen (Bäder, Güsse, Wickel) und Temperaturen, um therapeutische Effekte zu erzielen. Wechselwarme Anwendungen, bei denen sich warme und kalte Reize abwechseln, trainieren das vegetative Nervensystem und fördern die Anpassungsfähigkeit des Körpers an Stress.
Bewegungstherapie im Wasser
Sanfte Bewegung im Wasser, wie Schwimmen oder Aqua-Fitness, verbessert die Durchblutung, baut Stress ab und fördert die Ausschüttung von Endorphinen. Gleichzeitig werden Muskeln gekräftigt und Fehlhaltungen korrigiert, was besonders bei spannungsbedingten Kopfschmerzen hilft.
Entspannungstechniken
Entspannungstechniken wie Progressive Muskelentspannung, Meditation oder Atemübungen können als fester Bestandteil eines ganzheitlichen Therapiekonzepts etabliert werden. Diese Techniken können in Kursen erlernt und dann täglich zu Hause praktiziert werden. Bereits 10 bis 15 Minuten tägliche Übung können einen merklichen Unterschied machen und die Wirkung der anderen Thermenanwendungen verstärken.
Die Bedeutung eines gesunden Lebensstils
Neben Sauna und Thermenanwendungen spielt ein gesunder Lebensstil eine entscheidende Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne:
- Regelmäßiger Schlaf: Achten Sie auf ausreichend und regelmäßigen Schlaf.
- Gesunde Ernährung: Essen Sie ausgewogen und vermeiden Sie Trigger-Nahrungsmittel.
- Stressmanagement: Finden Sie gesunde Wege, um Stress abzubauen, wie z.B. Sport, Yoga oder Meditation.
- Regelmäßige Bewegung: Bewegen Sie sich regelmäßig an der frischen Luft.
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