Moderne Migränebehandlung in der Schmerzklinik Prien

Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, unter dem nahezu jeder Mensch hin und wieder leidet. Über 50 Prozent der Bevölkerung suchen im Laufe ihres Lebens aufgrund von Kopfschmerzen ärztliche Hilfe. Es ist wichtig zu wissen, dass sich hinter nicht jeder Kopfschmerzattacke eine ernste Erkrankung verbirgt. Die Schmerzklinik Prien bietet mit moderner Diagnostik und einem erfahrenen neurologischen Team eine umfassende Behandlung von Migräne und anderen Kopfschmerzarten an.

Diagnostik und Therapieansätze

Die Klinik führt die Diagnostik und Akuttherapie aller Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems einschließlich neuromuskulärer Erkrankungen durch. Darunter fallen z. B. Anfallserkrankungen (Epilepsie), entzündliche Erkrankungen des Nervensystems (Meningitis durch Viren und Bakterien sowie Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose), Erkrankungen der peripheren Nerven (Polyneuropathien), Hirntumorerkrankungen (Chemotherapie bei malignen Geschwülsten), Muskelerkrankungen (wie Polymyositis und erbliche Formen) und degenerative Hirnerkrankungen. Die Diagnostik schlafmedizinischer neurologischer Erkrankungen (z. B. Narkolepsie) erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Schlaflabor der Medizinischen Klinik III.

Ein Arbeitsschwerpunkt der Klinik bilden Hirngefäßerkrankungen (z. B. Schlaganfall). Es wird eine moderne Schlaganfalleinheit mit derzeit 9 Überwachungsbetten betrieben. Dort kann eine medikamentöse Auflösung eines Gefäßverschlusses beim akuten Schlaganfall (Thrombolyse) innerhalb von 4,5 Stunden nach Beginn der Symptome durchgeführt werden. Die Neurologische Klinik am RoMed Klinikum Rosenheim ist seit 2003 Gründungsmitglied des Bayerischen Schlaganfallnetzwerkes TEMPiS.

Die Behandlung von Kopfschmerzen erfordert einen individuellen Behandlungsplan, der neben der spezifischen Erkrankung auch das Alter, Begleiterkrankungen, Lebensumstände, persönliche Erwartungen und eventuelle Gegenanzeigen des Patienten berücksichtigt.

Medikamentöse Therapie

In vielen Fällen können unkomplizierte Kopfschmerzen mit einfachen Schmerzmitteln wie Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen oder Paracetamol behandelt werden. Bei häufigen Kopfschmerzattacken kann eine medikamentöse Prophylaxe sinnvoll sein, um die Anzahl der Episoden zu reduzieren. Hierbei werden beispielsweise Betablocker, Antiepileptika oder Antidepressiva eingesetzt.

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Bei Migräne sind Triptane eine wirksame Option. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass ein zu häufiger Gebrauch von Schmerzmitteln und Triptanen zu Dauerkopfschmerzen führen kann. Ziel einer medikamentösen Vorbeugung ist es, die Häufigkeit der Migräneanfälle um mindestens 50 Prozent zu reduzieren. Mittel der ersten Wahl sind die Betablocker Metoprolol und Propranolol, der Kalziumkanalblocker Flunarizin sowie die Anti-Epileptika Topiramat und Valproinsäure. Diese Medikamente müssen täglich eingenommen werden. Wenn die Attacken entsprechend reduziert wurden und die Verträglichkeit gut ist, sollte die medikamentöse Behandlung wenigstens sechs Monate lang weiter durchgeführt werden.

Botulinumtoxin, ein natürlich vorkommendes Nervengift, wird in kleinsten Dosen in die Hals- oder Kopfmuskulatur gespritzt und hat sich bei vielen neurologischen Erkrankungen als hilfreich erwiesen. Das Prinzip der Botulinumtoxin-Therapie besteht darin, dass die krankhaft überaktiven Muskeln durch die Injektion von Botulinumtoxin gezielt ruhig gestellt werden. Das in kleinsten Mengen gespritzte Toxin verursacht eine Schwächung des betroffenen Muskels und macht ihn weniger ansprechbar für fehlgesteuerte Nervenimpulse. Die Dauer dieser Wirkung ist unterschiedlich, beträgt jedoch im Durchschnitt drei Monate. Die Behandlung wird dann in regelmäßigen Abständen wiederholt.

Nicht-medikamentöse Verfahren

Nicht-medikamentöse Verfahren spielen eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Kopfschmerzen, da Patienten sich hier aktiv einbringen können. Im Vordergrund stehen Übungen zur Stressbewältigung und Entspannungstraining (Muskelentspannung nach Jacobson, autogenes Training). Ebenso nützlich ist regelmäßiges Ausdauertraining, wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren. Manchmal ist es auch sinnvoll, Ihre Lebensgewohnheiten umzustellen, zum Beispiel indem Sie Ihre Schlafdauer und die Schlafrhythmen anpassen. Wärme-Anwendungen, Massagen oder Dehnungsübungen zeigen insbesondere beim chronischen Spannungskopfschmerz positive Effekte.

Nachgewiesen erfolgreich sind hierbei kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze. Diese beinhalten neben dem Erlernen von Schmerz- sowie Stressbewältigungsstrategien unter anderem auch Entspannungsübungen (vor allem progressive Muskelrelaxation nach Jacobson) und Biofeedbackverfahren. Beim Biofeedback erhalten Sie über den Computerbildschirm Rückmeldung zu Ihren Körpersignalen (zum Beispiel Muskelanspannung oder Durchblutung der Schläfenarterie). Durch direkte multimediale optische und akustische Rückmeldung an den Patienten von Informationen über seine Muskelaktivität, Hautdurchblutung Pulsfrequenz, Atemfrequenz und Hauttemperatur sowie Hirnstromaktivität wird rasch eine Verbesserung der Fähigkeit sich zu entspannen und den eigenen Körper wahrzunehmen erreicht. Dies ist die Grundlage aktiv schmerzassoziierte Verspannungen und Körperwahrnehmungen positiv zu beeinflussen. Durch den technischen Zugang gelingt dies auch bei Patienten, die ansonsten Schwierigkeiten mit Entspannungsverfahren wie Autogenes Training haben.

Weitere Therapieansätze

Bei manchen sekundären Kopfschmerzsyndromen und einigen wenigen primären Kopfschmerzerkrankungen sowie Neuralgien ist eine Operation hilfreich, um die Kopfschmerzen zu beseitigen. Am häufigsten werden bislang Operationen bei der Trigeminusneuralgie (Gesichtsschmerz) durchgeführt. Dabei werden entweder die Nervenkerngebiete des schmerzauslösenden Trigeminusnervs im Gehirn zerstört oder - wenn als Schmerzauslöser ein drückendes Blutgefäß identifiziert worden ist - der Trigeminusnerv entlastet. Bei Cluster-Kopfschmerzen, die auf keine Therapie ansprechen, wurden jüngst erfolgreich Elektroden zur tiefen Hirnstimulation („Hirnschrittmacher“) eingesetzt. Bei der Kryoanalgesie werden Schmerzrezeptoren der Hautnerven durch Kälteeinfluss (Vereisung) blockiert. Durch die subkutanen Selbstapplikation von Immunglobulinen kann bei betroffenen Patienten eine deutliche Steigerung der Lebensqualität erreicht werden.

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Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit

Die Therapieplanung zur Behandlung eines Hirntumors erfordert die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Neurochirurgen, Strahlentherapeuten, Radiologen, Neurologen und Onkologen. Die Therapie wird durch die Art und den Grad der Bösartigkeit bestimmt. Wie bei anderen Tumorerkrankungen auch, zeichnet es sich ab, dass sich die besten Resultate durch eine Kombination verschiedener Behandlungsverfahren erzielen lassen. Neben der kurativen Therapie, also der Absicht, den Patienten völlig und auf Dauer von seinem Tumor zu heilen, gibt es noch einen palliativen Therapieansatz. Ist demnach eine Heilung nach heutigen Kenntnissen nicht möglich, kann eine weniger radikale Behandlung dennoch sinnvoll sein. Sie beabsichtigt, dem Patienten die Erkrankung zu erleichtern und das rasche Fortschreiten der Erkrankung, soweit wie möglich, einzudämmen. Auch die palliative Therapie erfordert die Zusammenarbeit verschiedener ärztlicher Disziplinen. Maligne Gliome sind schnellwachsende Tumoren, die vom Hirngewebe selbst ausgehen. Auch wenn sie operativ soweit entfernt werden konnten, dass sie mit den üblichen Methoden nicht mehr darstellbar sind, muss ohne Nachbehandlung ein rasches Wiederauftreten befürchtet werden. Neben der Strahlentherapie konnte in großen Studien gezeigt werden, dass eine zusätzliche, dem Zustand des Patienten angepasste Chemotherapie die Behandlungsergebnisse verbessert. Durch sorgfältige und langfristige Überprüfung der Behandlungsergebnisse, Wirkungen und Nebenwirkungen nach wissenschaftlich international anerkannten Methoden soll die Behandlung auch weiterhin optimiert werden. Die Chemotherapie beginnt möglichst parallel zur Bestrahlung und wird zunächst für ein halbes Jahr mit regelmäßigen Nachuntersuchungen durchgeführt. Dann wird abhängig von der Nachuntersuchung das weitere Vorgehen festgelegt. Zytostatika sind zellwachstumshemmende Substanzen. Sie nutzen den Unterschied zwischen rasch wachsenden Tumorzellen und den nur langsam wachsenden, gesunden Körperzellen aus. Da sich Tumorzellen in ihrem Stoffwechsel nicht grundsätzlich von gesunden Zellen unterscheiden, können die für Tumorzellen giftigen Substanzen auch für die normalen Körperzellen schädlich sein. Da es noch keine Substanzen gibt, die ausschließlich Tumorzellen schädigen, muss man bei allen Zytostatika mit einer Verschlechterung des Blutbildes (d. h. einer Abnahme der Anzahl der Blutzellen) rechnen. Dies bedingt eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte und kann (selten) eine Blutungsneigung zur Folge haben. Haarausfall ist häufig, aber nicht zwangsläufig und kann sich stets zurückbilden. Viele der zytostatischen Substanzen reizen entweder direkt das Brechzentrum oder den Magen-Darmtrakt, so dass Übelkeit und evtl. Erbrechen an den Tagen der Anwendung der Substanzen auftreten können, aber durch die modernen Begleitmedikamente meist verhindert werden. An der Neurologischen Klinik des RoMed Klinikums Rosenheim werden im stationären Rahmen Chemotherapien zur Behandlung maligner Erkrankungen durchgeführt. Seit neuestem besteht für Mitglieder bestimmter Krankenkassen auch die Möglichkeit einer ambulanten Behandlung über eine Institutsermächtigung des Klinikums. Vor kurzem wurde ein so genanntes neuroonkologisches Konsil etabliert. Dort wird in einer regelmäßigen gemeinsamen Konferenz von Neurologen, Strahlentherapeuten, Neurochirurgen und Onkologen individuell für jeden Patienten mit einem Hirntumor eine Therapieplanung nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen vorgenommen. Diese stützt sich auf Operation, Bestrahlung und Chemotherapie einzeln oder in Kombination. Die mikrochirurgischen Operationstechniken, welche bei der Behandlung der komplexen Handverletzungen zur Anwendung kommen, werden auch in der Therapie von Verletzungen und chronischen Schädigungen des peripheren Nervensystems benötigt. In Zusammenarbeit mit der Klinik für Neurologie ergänzt die operative Behandlung von Nervenverletzungen und Folgezuständen nach Nervendurchtrennung an der oberen und unteren Extremität das Angebot des Bereiches Hand-, Replantations- und Mikrochirurgie der Abteilung für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie. Operationen des peripheren Nervensystems z. B. Nervennähte, Nervenrevisionen, Nervenbefreiungen ( Neurolysen ) inklusive der Operationen der peripheren Nervenkompressionsschäden ( sog. Karpaltunnelsyndrom u. ä.

Weitere wichtige Aspekte

Logopädie

In der Logopädie werden Störungen der Sprache, des Sprechens, des Schluckens, des mimischen Ausdrucks sowie Stimmstörungen, die als Folge von akuten oder chronischen neurologischen Erkrankungen auftreten können, diagnostiziert und therapiert. Im Vordergrund der Behandlung steht zu Beginn eine fundierte Diagnostik. Am Anfang der Therapie werden meist adaptive Verfahren angewandt. Das heißt es erfolgt die richtige Kosteinstellung (z. B. passierte Kost), das Andicken von Flüssigkeiten, Einsatz von Trinkhilfen usw., um ein Verschlucken zu vermeiden. Sehr wichtig bei der Nahrungsaufnahme ist eine korrekte Haltung (Sitzen mit aufrechtem Oberkörper). Die Therapiemethoden bei der Behandlung von Schluckstörungen (Dysphagien) richten sich nach dem Allgemeinzustand von Patienten. Je nach Zustand und Fähigkeit zur Mitarbeit werden verschiedene Therapiekonzepte angewandt: z.B. funktionelle Schlucktherapie (restituierende Verfahren, d.h. neuromuskuläre Voraussetzungen für physiologisches Schlucken schaffen, oder kompensatorische Methoden, d.h. Schlucktechniken erlernen); Facio-Orale-Trakt-Therapie (FOTT); Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF) und andere. Aphasien (Sprachstörungen), Dysarthrien (Störungen der Sprechmotorik, häufig kombiniert mit Problemen der Stimmgebung und Atmung) stellen eine erhebliche Beeinträchtigung der Kommunikationsfähigkeit dar. Bei der Behandlung von Dysarthrien und Sprechapraxien werden Methoden zur Verbesserung der Verständlichkeit angewendet. Stimmstörungen werden unter Einbeziehung von Haltung, Tonus, Atmung, Phonation und Artikulation therapiert. Insbesondere nach akuten neurologischen Erkrankungen wie dem Schlaganfall sollte so früh wie möglich eine angepasste logopädische Therapie begonnen werden.

Physiotherapie

Durch die gezielte und unverzüglich angewendete Physiotherapie können Krankheitsverläufe entscheidend zum Positiven beeinflusst werden. Die Therapeuten arbeiten auf den Grundlagen verschiedenster neurophysiologischer Behandlungskonzepte. Ziel ist die Anbahnung und Stimulation verloren gegangener Bewegungsmuster, die Regulierung der Muskelspannung, die Verbesserung der Koordination und des Gleichgewichtes, die Schmerzreduzierung und die Verbesserung von Kraft und Ausdauer, um die Fähigkeiten zu erhalten die Aufgaben des täglichen Lebens zu bewältigen.

Ergotherapie

Durch die Ergotherapie in der Akutneurologie soll die fehlende Selbstständigkeit wieder erreicht und vorhandene Fähigkeiten erhalten werden. Unsere Ergotherapeuten haben auch die Zusatzausbildung für Bobath-Therapie. Die Frühmobilisation beginnt bereits auf der Stroke Unit. Wenn der Allgemeinzustand unserer Patienten stabil ist, kommt ADL (Activities of Daily Living - Alltagskompetenz Training) zum Einsatz. Wesentliche handmotorische Funktionen, wie Feinmotorik, Koordination werden innerhalb der Therapie angebahnt und trainiert.

Neurologische Ultraschalldiagnostik

Die neurologische Ultraschalldiagnostik arbeitet im Wesentlichen mit dem Dopplerprinzip. Es beruht auf der Reflexion von Ultraschallwellen an roten Blutkörperchen und macht damit den Blutfluss in den Arterien, die das Gehirn versorgen, sichtbar. Mit modernen Ultraschallgeräten lassen sich sowohl die Schlagadern außerhalb als auch innerhalb des Schädels direkt untersuchen. So lassen sich sowohl Gefäßverkalkungen durch Arteriosklerose als auch Gefäßeinengungen durch andere Ursachen sicher erkennen. Beim frischen Schlaganfall kann somit sofort erkannt werden, ob er durch eine Gefäßengstelle verursacht wurde. So kann frühzeitig eine gezielte Therapie eingeleitet werden. Da die Ultraschalluntersuchung völlig schmerzlos und ungefährlich ist, kann sie auch gut zu Kontrollen z. B. nach operativer Erweiterung einer Halsschlagader eingesetzt werden. Bei der Behandlung von arteriosklerotischen Einengungen der Halsschlagadern wird eng mit der Klinik für Allgemein-, Thorax- und Gefäßchirurgie unseres Hauses zusammengearbeitet.

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Elektroenzephalographie (EEG)

Schon im letzten Jahrhundert erkannte der Psychiater Hans Berger, dass das Gehirn elektrische Aktivität zeigt und dass man diese aufzeichnen kann. Er ist der Erfinder des EEG (= Elektro-Encephalo-Gramms). Die Aufzeichnung der Hirnströme erfolgt über Elektroden, die mit einem leitfähigen Gel an bestimmten Punkten der Kopfhaut angebracht werden. KrampfpotentialeDas sind typische EEG-Veränderungen bei Neigung zu epileptischen Anfällen. Hierin liegt die Hauptbedeutung der EEG-Diagnostik. Allerdings ist das EEG häufig zwischen den Krampfanfällen normal. Daher muss es ggf. mehrfach und unter Bedingungen, welche die Krampfbereitschaft erhöhen, wie z. B. HerdbefundeDas sind Veränderungen der Hirnstromwellen, die v. a. Im EEG-Labor der Neurologischen Klinik werden die EEG-Ableitungen für die Patienten der Neurologischen Klinik und der Kinderklinik des Klinikums durchgeführt.

Hirntumoren

Hirntumoren sind Geschwülste, die durch überschießendes Wachstum einer Zellart innerhalb des Gehirns entstehen. Die Symptome sind vielfältig und hängen von der betroffenen Hirnregion ab. Am häufigsten sind Kopfschmerzen, epileptische Anfälle und Wesensveränderungen. Zur Diagnose stehen bildgebende Verfahren (CT und MRT) im Vordergrund. Während man umgangssprachlich ganz allgemein von "Hirntumoren" spricht, unterscheidet der Arzt zwischen hirneigenen Tumoren und Metastasen. Metastasen sind Tochtergeschwülste von Tumoren, deren primärer Herd außerhalb des Gehirns entstanden ist. Unter dem Begriff hirneigener Tumor versteht man dagegen eine Geschwulst, die aus entarteten Zellen des Hirngewebes entsteht. Die unterschiedlichen Hirntumoren unterscheiden sich untereinander bezüglich verschiedener Merkmale. Auch die Prognose der Tumorerkrankungen des Gehirns ist sehr unterschiedlich. Die neuropathologische Begutachtung einer Probe des Tumorgewebes unter dem Mikroskop hat die wichtige Funktion, den Tumortyp zu bestimmen. Dadurch kann dann eine Aussage über den gut- bzw. bösartigen Charakter des Tumors gemacht werden. Die verbreitetste Hirntumoreinteilung wurde ursprünglich von der Weltgesundheitsorganisation (WHO-Klassifikation) vorgeschlagen. Am Anfang der Diagnostik steht immer die Anamnese und sowohl die allgemeine körperliche als auch die neurologische Untersuchung. Ferner kommt den bildgebenden Schnittbildverfahren (CT, MRT) eine herausragende Bedeutung zu. Neurologische UntersuchungElektroencephalogramm (EEG)Evozierte Potentiale (AEP, VEP, SEP)Computertomogramm (CT)Magnetresonanztomographie (MRT).

Chronische Schmerzen

Chronische Schmerzen gehören zu einem der häufigsten Krankheitsbilder in Deutschland. Die Therapie der chronischen Schmerzen gestaltet sich oft als schwierig und für die Betroffenen unbefriedigend. Akute Schmerzen haben eine wichtige Funktion im menschlichen Körper. Sie sind häufig ein wichtiges Warnsignal, dass eine akute Schädigung des Körpers droht oder bereits stattgefunden hat. Als Chronische Schmerzen bezeichnet man demgegenüber Schmerzen, die länger als sechs Monate andauern. Bei akuten Schmerzen ist die Ursache des Schmerzes oft bekannt, wie z.B. ein schmerzender Zahn oder ein gebrochenes Bein. Chronische Schmerzen haben demgegenüber häufig sehr vielschichtige Ursachen, oftmals verbunden mit körperlichen oder seelischen Schäden, die nicht “einfach so” wieder behoben werden können. Viele Schmerzpatienten erleben auch, dass trotz diverser medizinischer Untersuchungen überhaupt keine direkte “Ursache” für ihre Schmerzen gefunden wird, so dass eine Therapie schwierig (aber zum Glück nicht unmöglich) wird. Da es in diesem Fällen zumeist nicht gelingt, eine mögliche Ursache der Schmerzen komplett “zu beheben”, müssen andere Therapie­möglichkeiten angedacht werden. Neben den körperliche Einschränkungen durch die Schmerzen selbst, führt die Erkrankung an chronischen Schmerzen häufig zu weiteren unangenehmen Folgen für das Muskel- und Skelettsystem. Die Schonung führt jedoch innerhalb kurzer Zeit zu einem Abbau von Muskulatur und Kondition und somit zu einer verminderten Leistungsfähigkeit. Akute Schmerzen sind oft “sichtbar”, jeder kennt sie, jeder kann mitfühlen. Chronische Schmerzen sind demgegenüber häufig unsichtbar und das Ausmaß der Schmerzen ist für Gesunde oft nicht zu fassen. Dies kann leider dazu führen, dass Schmerzpatienten wiederholt auf Unverständnis stoßen. Darüber hinaus führen die chronischen Schmerzen bei vielen Betroffenen zu einem zunehmenden sozialen Rückzug mit Verlust der früher gerne ausgeübten Hobbies, zunehmender Verkleinerung des Freundeskreises und oft auch Problemen am Arbeitsplatz. Die andauernde Belastung durch die chronischen Schmerzen kann bei vielen Betroffenen im Verlauf der Erkrankung neben den körperlichen Einschränkungen auch zu Auswirkungen auf ihr seelisches Befinden führen. Dies kann zusammen mit Sorgen über eine mögliche weitere Verschlechterung der Schmerzen, den Veränderungen im sozialen Umfeld, Problemen wie Arbeitsplatzverlust usw. Da chronische Schmerzen wie oben beschrieben ein sehr komplexes Geschehen sind, muss die Schmerztherapie diesem gerecht werden. Eine den persönlichen Bedürfnissen der Schmerzpatienten angepasste Bewegungstherapie ist zumeist ein wichtiger Bestandteil der Schmerztherapie. Viele Schmerzpatienten erleben dabei neben der Krankengymnastik auch Verfahren wie z.B.

Medikamentöse Behandlung chronischer Schmerzen

In der Behandlung von akuten Schmerzen setzt man vorrangig Medikamente mit einer kurzen Wirkdauer und einem schnellen Wirkungseintritt ein, wie z.B. schnellwirksame Tabletten, Tropfen oder Injektionen. Bei der Therapie chronischer Schmerzen werden demgegenüber in der Basistherapie Medikamente mit langer Wirkdauer und möglichst gleichmäßiger Wirkstoffabgabe bevorzugt wie z.B. Retard-Tabletten oder Schmerzpflaster. Vorteile der langwirksamen Schmerzmittel sind u.a. ein möglichst gleichmäßiger Medikamentenspiegel im Körper, eine durchgehende Wirkung auch Spätnachts bzw. Frühmorgens und ein dadurch erstrebtes “Umerziehen” des Schmerzgedächtnisses. Diese Medikamente werden dann zumeist nach einem festen Zeitschema und nicht nur “nach Bedarf” eingenommen. Aus der Vielzahl der Schmerzmedikamente können hier nur einige beispielhaft dargestellt werden. Als Opioide bezeichnet man Medikamente, die auf die körpereigenen Opioidrezeptoren wirken. Diese Opioidrezeptoren befinden sich an wichtigen Schaltstellen im schmerzleitenden und schmerzwahrnehmenden System des Körpers. Die Entwicklung einer Opioid-Abhängigkeit ist bei chronischen Schmerzpatienten eher selten und kommt vorrangig bei Einnahme kurzwirksamer Präparate vor. Eine so genannte Toleranzentwicklung ist demgegenüber bei längerem Opioidgebrauch häufig, da der Körper sich an das Medikament “gewöhnt”. Dies kann als positiven Effekt zu einer Abnahme von Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit führen. Da chronische Schmerzen häufig durch schmerzhafte Muskelverspannungen ausgelöst oder aufrecht erhalten werden, kommen in der Schmerztherapie bei entsprechender Indikation auch so genannte Muskelrelaxanzien zum Einsatz. Dabei kann zwischen eher “zentral” wirksamen Medikamenten wie z.B. Tetrazepam und eher “peripher” wirksamen Medikamenten wie z.B. Tolperison unterschieden werden. Eine Besonderheit stellt z.B. der Wirkstoff Flupirtin dar, von dem auch ein hilfreicher Effekt auf die “Schmerz-Chronifizierung” angenommen wird. Bei chronischen Schmerzen kann - im Unterschied zur Behandlung von akuten Schmerzen - der begleitende oder alleinige Einsatz von Antidepressiva zur Schmerzdistanzierung und zur Verminderung des emotionalen Leidensdruck oft effektiver sein, als die alleinige Behandlung mit klassischen Analgetika (Schmerzmitteln). Dabei kommen Wirkstoffe wie z.B. Amitriptylin (z.B. Saroten®), Clomipramin (z.B. Anafranil®) oder Duloxetin (z.B. In der Behandlung wird dabei zumeist mit einer niedrigeren Dosierung als bei Depressionen begonnen, die dann im Verlauf langsam aufdosiert wird, z.B. Die schmerzdistanzierende Wirkung der Antidepressiva tritt erst nach ca. 10-14 Tagen ein. Antikonvulsiva wie z.B. Carbamezepin (z.B. Tegretal®), Gabapentin (z.B. Neurontin®) oder Pregabalin (z.B. Lyrica®) werden vorrangig in der Behandlung neuropathischer Schmerzen (“Nervenschmerzen”) eingesetzt. Capsaicin, der scharfe Inhaltsstoff der Pfefferschoten, ist z.B. in einigen “Wärmepflastern” oder “Schmerzsalben” enthalten. Er zeichnet sich durch eine zumeist gute Verträglichkeit aus.

Psychologische Aspekte der Schmerztherapie

Man weiß heute, dass psychische Faktoren einen großen Einfluss auf die Schmerzwahrnehmung haben können. Neben der körperlichen Reaktion auf einen Schmerzreiz können unter anderem frühere Schmerzerfahrungen, persönliche Belastungsfaktoren, seelische Vorerkrankungen oder auch die individuellen Bewältigungsstrategien einen großen Einfluss auf das Schmerzerleben haben. Die Psychotherapie versucht, den Betroffenen trotz (oder gerade wegen) ihrer Schmerzen den Lebensmut zurück zu geben und mögliche seelische Verstärker oder Auslöser der Schmerzerkrankung zu erarbeiten. Ziele der Behandlung sind u.a. Bausteine einer kognitiv-verhaltenstherapeutischen Schmerztherapie sind dabei neben der Informationsvermittlung unter anderem die Analyse und Veränderung von schmerzverstärkender Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen sowie die Vermittlung von Schmerzbewältigungsstrategien wie Entspannungs- und Atemtechniken oder Imaginationsübungen. Das Therapieziel der psychosomatischen Schmerztherapie ist dabei nicht primär das Erreichen einer völligen Schmerzfreiheit, sondern die Steigerung von Selbstwirksamkeit und Lebensqualität, das Erlernen einer “aktiven Schmerzkontrolle”, der Aufbau von mehr Lebensfreude und der Abbau von psychischen Beeinträchtigungen wie z.B. Depressionen und Ängsten. Die negativen psychischen und sozialen Folgen des Schmerzes sollen im Laufe der Therapie soweit möglich verringert und das Leben mit bzw. Entspannungsverfahren können eine wirksame Unterstützung in der Schmerztherapie sein. Ein weiteres Hilfsmittel in der Therapie kann das Führen eines Schmerztagebuches sein. Dies kann z.B. Ein Biofeedback-Training kann ein sehr wirkungsvolles Therapieelement in der Behandlung chronischer Schmerzen darstellen. Ziele des Biofeedback-Trainings sind u.a. die Sensibilisierung der Betroffenen für psychophysiologische Zusammenhänge, die Unterbrechung schmerzverstärkender physiologischer Prozesse wie z.B. von Muskelverspannungen oder einem erhöhten Anspannungsniveaus, die Verbesserung der Entspannungsfähigkeit und der Körperwahrnehmung sowie das Erlernen einer gezielten Beeinflussung körperlicher Vorgänge wie z.B. Andere Behandlungsverfahren, die im Rahmen einer multimodalen Schmerztherapie eingesetzt werden können, sind z.B. die Gestaltungstherapie oder die Sozialtherapie.

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