Risiken von Schrauben, Kiefer und Nerven bei Zahnimplantaten

Einleitung

Zahnimplantate sind in der modernen Zahnmedizin eine beliebte Lösung, um fehlende Zähne zu ersetzen und die Lebensqualität der Patienten deutlich zu verbessern. Sie gelten als das Zauberwort der modernen Zahnmedizin. Doch trotz der vielen Vorteile, die Implantate bieten, ist es wichtig, sich der potenziellen Risiken und Komplikationen bewusst zu sein. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Zahnimplantaten, insbesondere im Hinblick auf Risiken im Zusammenhang mit Schrauben, Kiefer und Nerven, und bietet einen umfassenden Überblick für Patienten und Interessierte.

Titanimplantate: Nicht immer die optimale Lösung

Titanimplantate sind seit Jahrzehnten der Goldstandard in der Implantologie. Das Metall Titan ist extrem stabil und biokompatibel, was bedeutet, dass es vom Körper gut vertragen wird und fest mit dem Knochen verwächst. Allerdings gibt es auch Nachteile, die dazu führen, dass Titanimplantate nicht immer die optimale Versorgung darstellen.

Probleme in der Einheilphase

Titanimplantate haben in der Regel eine relativ lange Einheilphase. Die Heilzeit nach einer Implantation kann mehrere Monate dauern, und es kann zu Entzündungen und Schmerzen kommen. Die Verbindung zwischen dem Metall und dem Zahnfleisch bleibt lange eine anfällige Stelle für Entzündungen und Unverträglichkeiten.

Metallallergie und Unverträglichkeiten

Obwohl Titan als biokompatibel gilt, können dennoch Metallallergien und Unverträglichkeiten auftreten. Besonders Menschen mit einer Metallallergie leiden oft am Zahnersatz aus Titan. Es gibt immer noch keine abschließende Klärung darüber, ob es eine Titanallergie gibt. Titanabriebpartikel können in die Blutbahn gelangen und lokale Gewebereaktionen hervorrufen.

Elektromagnetische Strahlung

Im Zeitalter von Mobilfunk, WLAN und Radar sind wir unweigerlich elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt. Titanimplantate und sonstige Metalle im Körper reagieren darauf wie kleine Antennen - mit Sender und Empfängerwirkung. Die Strahlung kann in der Mundhöhle durch das Titanimplantat unkontrolliert verstärkt werden, was zur Erwärmung des umliegenden Gewebes und zu Unverträglichkeiten im Bereich des Zahnfleischs führen kann. Rund um das Titanimplantat kann sich ein massives Störfeld entwickeln, was zu einer verstärkten Entzündungsneigung führen kann.

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Nebenwirkungen und Langzeitfolgen

Titanimplantate und Metalle im Mund können Spannungsfelder aufbauen, die das zentrale Nervensystem beeinträchtigen und spürbare Auswirkungen haben können. Häufig führen solche Belastungen über einen längeren Zeitraum zu Problemen wie Konzentrationsmangel und Gedächtnisverlust, Schlaflosigkeit oder unspezifischen Symptomen wie Stechen oder Druck in der Brust, unerklärlichem Herzrasen, Tinnitus oder sogar Hörverlust.

Keramikimplantate als Alternative

Als Alternative zu Titanimplantaten werden zunehmend metallfreie Zahnimplantate aus Keramik eingesetzt. Biokeramik weist eine hohe Biokompatibilität auf, wodurch Unverträglichkeiten vermieden werden.

Irrtümer rund um Zahnimplantate

Um Implantate ranken sich viele Mythen. Es ist wichtig, einige gängige Irrtümer aufzuklären, um eine realistische Erwartungshaltung zu schaffen.

Irrtum Nr. 1: Implantate halten ewig

Implantate können zwar keine Karies bekommen, aber der Knochen, der das Implantat hält, kann sich entzünden. Das Gewebe um das Implantat ist anfälliger für Entzündungen, da ein Implantat keine Abwehrmechanismen hat. Eine Entzündung um das Implantat wird Periimplantitis genannt und ist schwer zu stoppen. Wenn dies nicht gelingt, muss das Implantat entfernt werden.

Irrtum Nr. 2: Implantate sind die besseren Zähne

Es gibt nichts Besseres als die eigenen Zähne. Diese sind über den Zahnhalteapparat im Kiefer aufgehängt und ermöglichen ein feinfühliges Zerkleinern der Nahrung. Implantate hingegen sind starr mit dem Kieferknochen verankert und haben keinen Nerv, um heiß oder kalt zu spüren.

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Irrtum Nr. 3: Implantate sind gesund

Obwohl Implantate in der Regel aus Rein-Titan bestehen, bleibt es ein Fremdkörper. Titan gibt Moleküle an seine Umgebung ab, die Titanabriebpartikel.

Irrtum Nr. 4: Implantate kann jeder kriegen

Unbedingte Voraussetzung für ein Implantat ist ein ausreichendes Implantatbett, also genug Kieferknochen. Wenn zu wenig Knochen vorhanden ist, kann Knochen künstlich aufgebaut werden, was operativ aufwendig, langwierig und teuer ist.

Irrtum Nr. 5: Ich bin zu alt für Implantate

Das Alter spielt nur eine untergeordnete Rolle, viel wichtiger sind der allgemeine Gesundheitszustand und die Lebensführung.

Irrtum Nr. 6: Die Krankenkassen zahlen bei Implantatversorgungen nichts dazu

Die Krankenkasse beteiligt sich an den Kosten für den Zahnersatz (Krone), aber nicht an den Kosten für das Implantat (Körper + Aufbau).

Irrtum Nr. 7: Die Implantation ist ein Horror

Implantationen sind heutzutage bei guter Planung und bei einem erfahrenen Chirurgen zu über 95% erfolgreich.

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Irrtum Nr. 8: Keramikimplantate sind hip und das non-plus-ultra

Keramikimplantate scheinen gerade für sehr empfindliche Patienten eine gute Alternative zum Titanimplantat zu sein. Allerdings hat sich dieser Typ auf dem Markt noch nicht durchgesetzt. Die Erfahrungen mit Keramikimplantaten und klinische Studien sind noch zu gering, um sie uneingeschränkt für jeden Fall empfehlen zu können.

Irrtum Nr. 9: Kaputten Zahn raus, Implantat mit Krone rein an einem Tag, geht das?

Ganz mutige Zahnärzte machen das, alles an einem Tag. Der Regelfall ist das aber nicht.

Irrtum Nr. 10: Das Zahnimplantat lässt die Detektoren am Flughafen check-in piepen

Nein - das passiert zum Glück nicht!

Minischrauben in der Kieferorthopädie

Minischrauben, auch Mini-Pins oder Mini-Implantate genannt, sind kleine Verankerungselemente aus Titan, die temporär im Kieferknochen befestigt werden. Sie ermöglichen gezielte Bewegungen einzelner Zähne und bieten eine stabile Fixierung im Knochen.

Anwendung und Vorteile

Minischrauben werden in der Kieferorthopädie eingesetzt, um Zähne aufzurichten, Lücken zu öffnen oder zu schließen. Sie bieten eine absolut stabile Verankerung im Knochen und ermöglichen Zahnkorrekturen, die mit herkömmlichen Methoden nur schwer umsetzbar wären.

Einsetzen und Entfernen

Das Einsetzen der Minischrauben erfolgt minimal-invasiv unter lokaler Betäubung. Die Schrauben verbleiben für die Dauer der spezifischen Behandlungsphase im Kiefer und werden nach Abschluss der Behandlung wieder entfernt.

Risiken und Komplikationen

Die Behandlung mit Mini-Schrauben gilt als sehr sicher und komplikationsarm. Mögliche Risiken sind Lockerung der Schraube, Entzündungen oder Verletzung von Wurzeln oder Nerven.

Risiken und Komplikationen bei Zahnimplantaten

Trotz der hohen Erfolgsraten bei Zahnimplantationen gibt es bestimmte Risiken und Komplikationen, die auftreten können.

Verletzung von Nachbarstrukturen

Beim Setzen eines Implantats können anatomische Nachbarstrukturen wie Zähne, Zahnwurzeln, der Unterkiefernerv oder die Kieferhöhle verletzt werden.

Nachblutungen

Nach einer Implantation kann es zu Nachblutungen kommen, die versorgt werden müssen.

Störung der Implantat-Einheilung

Es kann zu Störungen bei der Implantat-Einheilung kommen, die unterschiedliche Maßnahmen erfordern.

Probleme mit der Verblendung

An der Verblendung von Implantaten, wenn Keramik oder Kunststoff absplittert, können Probleme auftreten.

Lockerung von Schrauben

Lockerungen der Schraube des Abutments, also des Teils, das im Implantat fixiert ist, können vorkommen.

Entzündungen (Periimplantitis)

Eine der häufigsten Komplikationen ist die Periimplantitis, eine Entzündung des Gewebes um das Implantat herum, die zum Knochenabbau führen kann.

Allergien und Unverträglichkeiten

Es gibt ein sehr geringes Risiko für Allergien und Unverträglichkeiten, etwa bei Titan-Implantaten.

Nervverletzungen

Eine der schwerwiegendsten Komplikationen ist die Verletzung des Unterkiefernervs, die zu Taubheitsgefühl im Kinn-Lippen-Bereich führen kann.

Implantatverlust

Implantate können verloren gehen, meist während der Einheilphase oder aufgrund von übermäßigen Belastungen.

Brüche

Implantatkörper, Suprakonstruktionen oder Schraubenelemente können brechen, was auf Fehlbelastungen zurückzuführen ist.

Zahnimplantate im Unterkiefer: Besondere Aspekte

Implantate im Unterkiefer unterscheiden sich in einigen Punkten vom Einsatz im Oberkiefer.

Vorteile des Unterkiefers

Der Unterkiefer weist in der Regel eine härtere, dichtere Knochenstruktur auf als der Oberkiefer, was eine schnelle Einheilung begünstigt.

Risiken im Unterkiefer

Im Unterkiefer verläuft der Unterkiefernerv, der bei der Implantation geschützt werden muss. Eine Verletzung kann zu Taubheitsgefühl oder Kribbeln führen.

Knochenabbau im Unterkiefer

Nach Zahnverlust schreitet der Knochenabbau im Unterkiefer besonders schnell voran.

All-on-4-Konzept

Das All-on-4-Konzept ermöglicht es, einen völlig zahnlosen Unterkiefer mit nur vier Implantaten und einer darauf fixierten Brücke zu versorgen.

Implantatgetragene Prothesen

Auch im zahnlosen Unterkiefer können Implantate genutzt werden, um einer herausnehmbaren Prothese deutlich mehr Halt und Komfort zu verleihen.

Vorbeugung und Behandlung von Komplikationen

Um Komplikationen bei Zahnimplantaten vorzubeugen, sind eine sorgfältige Planung, eine gute Mundhygiene und regelmäßige Kontrolluntersuchungen unerlässlich. Bei auftretenden Problemen ist eine frühzeitige Behandlung wichtig, um schwerwiegende Folgen zu vermeiden.

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