Wie stark unser Wohlergehen von einer gesunden Nahrungsverwertung abhängt, merken wir oft erst, wenn das „Reich der Mitte“ streikt und der Körper mit Verdauungsproblemen reagiert. Leichte und vorübergehende Beschwerden lassen sich zudem häufig schon gut mit natürlichen Mitteln positiv beeinflussen und regulieren. Schüßler-Salze können hier eine sanfte Unterstützung bieten.
Einführung in die Schüßler-Salze
Schüßler-Salze sind homöopathisch zubereitete Mineralsalze, die auf den Erkenntnissen des Arztes Wilhelm Heinrich Schüßler basieren. Er ging davon aus, dass viele Krankheiten auf einem Ungleichgewicht im Mineralstoffhaushalt der Körperzellen beruhen. Durch die Zufuhr der entsprechenden Mineralsalze in verdünnter Form sollen die Zellen wieder in die Lage versetzt werden, die benötigten Mineralstoffe besser aufzunehmen und zu verwerten.
Es gibt 12 Basissalze nach Schüßler, die jeweils unterschiedliche Funktionen im Körper unterstützen sollen. Jedes Salz hat dabei eine bestimmte Funktion und kann den Organismus auf seine Weise unterstützen. Die Anwendung der Schüßler-Salze versteht sich in ihrer Anwendung als Regulationstherapie, bestens geeignet zur Gesundheitspflege und Vorbeugung von Krankheiten, bzw. zur Begleitung oder Unterstützung einer ärztlichen Therapie, ganz im Sinne einer komplementärmedizinischen Anwendung.
Schüßler-Salze bei Verdauungsproblemen
Neben ungewohntem oder fremdem Essen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Stress, Medikamenten oder Infektionen können aber noch viele weitere Ursachen hinter Verdauungsproblemen wie Verstopfung oder Durchfall stecken. Daher bedürfen insbesondere starke, ungewohnte oder hartnäckige Beschwerden etc.
Die Schüßler-Salze Magen-Darm-Kur verhilft Ihrem Magen-Darm Trakt auf natürliche Weise zu einem gesunden Gleichgewicht.
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Natrium chloratum (Nr. 8)
Das Schüßler-Salz Nr. 8 Natrium chloratum (Natriumchlorid) soll nach der Lehre des Arztes Wilhelm Heinrich Schüßler den Flüssigkeits- und Wärmehaushalt regulieren. Die Schüßler-Lehre schreibt Natrium chloratum eine bedeutende Rolle in der Wasserregulation zu. Es wird beispielsweise bei Wasseransammlungen im Körper, trockener Haut und Schleimhaut sowie hohem Flüssigkeitsverlust empfohlen. Zudem soll es bei Allergie- und Arthrosebeschwerden helfen.
Vertreter der Schüßler-Lehre setzen Natrium chloratum ein, wenn der Körper Wasser einlagert (Ödeme) oder vermehrt Flüssigkeit verliert, beispielsweise durch tränende Augen, starkes Schwitzen oder Durchfall. Eine trockene Haut oder trockene Schleimhäute werden daher meist mit Natrium chloratum behandelt.
Symptome bei Mangel an Natrium chloratum:
- Fließschnupfen, Heuschnupfen, Nebenhöhlenprobleme
- Trockene Haut, Kopfschuppen, Insektenstiche, Brandverletzungen
- Flüssigkeitsverlust über Schweiß, tränende, aber auch trockene Augen
- Viel oder wenig Durst, Heißhunger auf salzige oder stark gewürzte Speisen
- Verstopfung oder Durchfall
- Sodbrennen
- Kälte- oder Luftzugempfindlichkeit, kalte Hände und Füße
- Bandscheiben-, Knorpelschäden, Geräusche in den Gelenken bei Bewegungen, allgemein rheumatische Beschwerden
- Blasen- oder Nierenentzündung
Anwendung von Natrium chloratum:
Natrium chloratum wird in Form von Tabletten zur innerlichen oder als Salbe zur äußerlichen Anwendung empfohlen. Innerlich kommt meistens die sechste Potenzierung als Natrium chloratum D6 zur Anwendung. Es wirkt nach der chinesischen Organuhr am besten, wenn die Tabletten morgens eingenommen werden.
Magnesium phosphoricum (Nr. 7)
Das Schüßler-Salz Nr. 7 Magnesium phosphoricum (Magnesiumphosphat) soll laut dem Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler Verkrampfungen der Muskulatur und damit verbundene Schmerzen lindern. Zudem soll es beruhigend auf die Nerven wirken und bei inneren Erregungen, Lampenfieber oder Prüfungsangst helfen. Es gilt als Betriebsstoff für die Muskeltätigkeit und Nervenfunktion. Es ist an vielen Prozessen beteiligt, die von den Muskeln gesteuert werden - beispielsweise die Tätigkeit des Magen-Darm-Traktes oder die Rhythmik des Herzens.
Symptome und Krankheiten bei Mangel an Magnesium phosphoricum:
Plötzlich auftretende oder krampfartige Schmerzen deuten laut Dr. Schüßler auf einen Mangel an Magnesium phosphoricum hin. Da dieses Salz in der Weiterleitung von Nervenimpulsen eine wichtige Rolle spielt, kann sich ein Mangel auf die Arm-, Bein- oder Kaumuskeln sowie Magen-Darm-, Herz- und Gefäßmuskeln auswirken.
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Folgende Anwendungsgebiete von Magnesium phosphoricum sind daher möglich:
- Schüßler-Salz Nr. 7 soll auch Einfluss auf das vegetative Nervensystem nehmen und wird deshalb bei folgenden Symptomen empfohlen.
- Nervosität
- Innere Unruhe
- Seelische Belastung durch Stress
- Schlafstörungen
- Häufiger Heißhunger auf Süßigkeiten
Anwendung von Magnesium phosphoricum:
Magnesium phosphoricum wird innerlich als Tabletten oder Globuli und äußerlich in Form von Salben oder Gelen angewendet. Die innerliche Einnahme von Schüßler-Salz Nr. 7 erfolgt in der Regel in der Potenz D6. Außerdem eignet sich Magnesium Phosphoricum D12 zur Selbstmedikation. Die Empfehlung für die Standarddosierung ist 3 x 1 Tablette täglich. Lutschen Sie die Tablette langsam. Wenn sich die Beschwerden bessern, können Sie die Dosierung reduzieren.
Bei akuten Schmerzen und Krämpfen empfehlen Heilpraktiker häufig die "Heiße 7“. Dafür werden von dem Schüßler-Salz Nr. 7 sieben bis zehn Tabletten in kurz aufgekochtem, heißem Wasser aufgelöst und nach dem Abkühlen schluckweise getrunken.
Weitere unterstützende Salze
- Natrium phosphoricum (Nr. 9): Dieses Salz ist das wertvollste Salz für die Nieren, weil es den Nierenstoffwechsel aktiviert und den Säure-Basen-Haushalt unterstützt.
- Natrium sulfuricum (Nr. 10): Es wird als Ausleitungsmittel auf biochemischer Ebene gehandelt und nimmt eine wertvolle Funktion bei der Entgiftung ein.
Schüßler-Salze bei Migräne
Migräne ist immer ein Behandlungsfall für den Mediziner. Es bietet sich allerdings an, die zuckenden, pulsierenden Kopfschmerzen, welche krampfartig auftreten, mit Nr. 19 oder auch Nr. 3 bei starkem Druckgefühl positiv zu unterstützen. Sollte die Migräne auch noch mit Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen einhergehen, wäre es ratsam, Nr. 4 oder Nr. 8 anzuwenden. Bei Sehstörungen bieten sich Nr. 7 Nr. 8 und Nr.11 in Kombination an. Eine andere, speziell für Migräne-Patientin geeignete Kombi, ist hingegen Salz Nr. 5, Nr.7, Nr.8. und Nr.11, wenn die Beschwerden hartnäckig sind.
- Magnesium phosphoricum (Nr. 7): Bei beginnender Migräne wird Nr. 7 meistens als "Heiße 7" eingenommen.
- Ferrum phosphoricum (Nr. 3): Bei Kopfschmerzen mit Druck oder pochenden Schmerzen sowie einem roten Kopf könnte Schüßler Salz Nr. 3 hilfreich sein.
Dosierung und Anwendung
Es gibt sehr unterschiedliche Dosierungsempfehlungen, die von akuten oder chronischen Beschwerden aber auch hinsichtlich von individuellen Erfahrungen der Therapeuten abweichend sein können. Sollten keine speziellen Dosierungsempfehlungen gegeben sein, gelten die Dosierungsangaben der Packungsbeilage.
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Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren nehmen Sie 1 bis 3 mal täglich je 1 Tablette ein. Sobald Besserung eintritt, können Sie die Häufigkeit der Einnahme reduzieren. Babys, Kleinkinder und Kinder bekommen die Hälfte, Kinder ab dem 6. Lebensjahr 2/3 der Erwachsenendosis.
Die Tabletten im Mund zergehen lassen oder portionsweise über den Tag verteilt in Wasser lösen und schlückchenweise einnehmen.
Wichtige Hinweise
- Achten Sie auf möglichst frisch zubereitete Mahlzeiten mit viel Gemüse und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Auch Bewegung ist wieder ein ganz wichtiger Aspekt für eine ausbalancierte Verdauung. Wir können schon sehr viel selber zu einer gesunden Verdauung im Gleichgewicht beitragen und damit Problemen vorbeugen.
- Wie immer gilt auch für die in diesem Ratgeber erwähnten Tipps, Arzneimittel und Präparate, dass sie nicht für Jeden und Jede gleichermaßen angezeigt und gut geeignet sind. Beachten Sie Grenzen der Selbstbehandlung und halten Sie besonders im Falle von bestehenden Grund- oder Vorerkrankungen, bei Einnahme von Medikamenten, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern oder Allergikern etc. vorab ärztliche Rücksprache. Auch eine Kombination mehrerer Präparate sollte immer nur nach ärztlicher Absprache erfolgen.
- Bei ernsten Erkrankungen wie Blasen- und Nierenentzündung werden die Schüßler-Salze nur zur Unterstützung, aber nicht zur alleinigen Behandlung empfohlen. Solche Erkrankungen erfordern in jedem Fall eine schulmedizinische Betreuung. Auch Wasseransammlungen im Körper, länger anhaltender Durchfall oder Verstopfung sollten unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden.
- Das Konzept der Schüßler-Salze und ihre spezifische Wirksamkeit sind in der Wissenschaft umstritten und durch Studien nicht eindeutig belegt. Schüssler Salze sind in jenem Fall eher eine Ergänzung zu einer therapeutischen Behandlung und kein Ersatz für den Besuch beim Arzt sowie dessen Therapieansatz.
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