Schwere Akne in der Schwangerschaft und das Risiko von Meningitis: Ein umfassender Überblick

Während der Schwangerschaft durchläuft der Körper einer Frau zahlreiche Veränderungen, die sowohl das Wohlbefinden der Mutter als auch die Entwicklung des Kindes beeinflussen. Hormonelle Schwankungen können zu verschiedenen Beschwerden führen, darunter auch Hautprobleme wie schwere Akne. Gleichzeitig besteht während der Schwangerschaft und der Zeit kurz nach der Geburt ein gewisses Risiko für Infektionen, die potenziell schwerwiegende Folgen haben können. Dieser Artikel beleuchtet den Zusammenhang zwischen schwerer Akne in der Schwangerschaft und dem Risiko von Meningitis, unter Berücksichtigung verschiedener beeinflussender Faktoren und präventiver Maßnahmen.

Akne in der Schwangerschaft: Ursachen und Behandlung

Viele Schwangere erleben aufgrund hormoneller Veränderungen Hautveränderungen, einschließlich des Auftretens oder der Verschlimmerung von Akne. Insbesondere die erhöhte Produktion von Androgenen kann zu einer gesteigerten Talgproduktion führen, was die Poren verstopfen und Entzündungen verursachen kann.

Minocyclin bei Akne und seine Kontraindikation in der Schwangerschaft

Minocyclin ist ein Breitbandantibiotikum aus der Gruppe der Tetracycline, das zur Behandlung von Infektionen mit Minocyclin-empfindlichen Erregern eingesetzt wird. Es findet Anwendung bei Atemwegsinfektionen, Infektionen des HNO-Bereichs, Urogenitalinfektionen, gastrointestinalen Infektionen und Hauterkrankungen wie schwerer Akne vulgaris oder Rosazea. Minocyclin hemmt die bakterielle Proteinsynthese und wirkt vorwiegend bakteriostatisch.

Allerdings ist Minocyclin während der Schwangerschaft kontraindiziert, da es beim Feten Zahn- und Knochenschäden verursachen kann. Auch in der Stillzeit sollte es vermieden werden, da es in die Muttermilch übergeht und potenziell schädlich für das Kind sein kann.

Alternativen zu Minocyclin

Als Alternativen zu Minocyclin kommen Doxycyclin, Tetracyclin oder Makrolide in Frage.

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Meningitis: Eine ernste Gefahr während und nach der Schwangerschaft

Meningitis, auch Hirnhautentzündung genannt, ist eine Entzündung der Hirnhäute und/oder der Häute des Rückenmarks. Sie wird meist durch Viren, Bakterien oder seltener durch Pilze verursacht. Die Erreger gelangen über die Atemwege oder auf anderen Wegen in den Blutstrom und erreichen so die Hirnhäute, wo sie eine Entzündung auslösen können.

Ursachen und Übertragung

Die Erreger einer Meningitis werden leicht von Mensch zu Mensch übertragen, vor allem durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen, Küssen). Die ersten Beschwerden treten in der Regel nach drei bis vier Tagen (Inkubationszeit) auf, wobei die Betroffenen bereits bis zu sieben Tage vor Beginn der Krankheitszeichen ansteckend sind.

Risikogruppen

Menschen mit einem geschwächten Immunsystem haben ein erhöhtes Risiko für eine Hirnhautentzündung. Besonders anfällig sind aber auch Säuglinge, Kinder und Jugendliche, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist oder sie durch enge soziale Kontakte einem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind.

Symptome

Die ersten Anzeichen einer Meningitis ähneln oft denen einer Grippe: starke Kopfschmerzen, Fieber und Abgeschlagenheit. Zusätzlich kann es zu einem schmerzenden und steifen Nacken (Nackensteifigkeit) kommen, wobei dieses Symptom bei Säuglingen und Kleinkindern fehlen kann. Bei Kindern unter zwei Jahren können die Symptome sehr unspezifisch sein, wie z.B. schrilles Schreien, Wimmern, allgemeine Schwäche, Appetitlosigkeit, Berührungsempfindlichkeit und starke Schläfrigkeit.

Diagnostik

Eine bakterielle Meningitis lässt sich vom Laien nicht von einer viralen unterscheiden. Bei Verdacht auf Meningitis sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Dieser führt eine körperliche Untersuchung durch und erfragt den aktuellen Impfstatus, mögliche Kontakte zu Erkrankten und eine mögliche Immunschwäche. Mithilfe einer Blutabnahme können Entzündungswerte und (bei Bakterien) die Erregerart bestimmt werden. Entzündungszeichen und Erreger können auch mit einer Liquor-Probe aus dem Rückenmark (Lumbalpunktion) untersucht werden. Bei Bewusstseinsstörungen kommen zudem eine Computertomografie sowie eine Kernspintomografie infrage.

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Therapie

Da Hirnhautentzündungen durch unterschiedliche Erreger ausgelöst werden können, wird mit einer gezielten Therapie begonnen, sobald der Erreger bekannt ist. Liegt eine bakterielle Meningitis vor, ist dies ein absoluter Notfall, der eine sofortige Behandlung im Krankenhaus mit einer kombinierten Antibiotika-Therapie erfordert. Eine durch Viren verursachte Meningitis heilt normalerweise innerhalb von zwei Wochen von allein aus, wobei bei einigen Viren antivirale Medikamente sinnvoll sein können.

Prävention

Verschiedene Impfungen können Infektionen verhindern, die eine Meningitis auslösen können. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt, dass Babys innerhalb der ersten 14 Lebensmonate die Impfungen gegen Haemophilus influenzae sowie gegen Pneumokokken erhalten. Ab zwölf Monaten empfiehlt die Stiko eine Immunisierung gegen Meningokokken.

B-Streptokokken-Infektionen und Meningitis bei Neugeborenen

Bei etwa einem Drittel der Schwangeren finden sich im Genitalbereich Streptokokken der Serogruppe B. Normalerweise sind diese Bakterien harmlos, können aber während der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen werden und beim Neugeborenen schwere Infektionen wie Blutvergiftung (Sepsis), Lungenentzündung (Pneumonie) oder Hirnhautentzündung (Meningitis) auslösen.

Jede Schwangere zwischen der 35. und 36. Schwangerschaftswoche sollte auf Streptokokken der Serogruppe B untersucht werden. Diese Untersuchung erfolgt mittels Vaginalabstrich. Werden B-Streptokokken nachgewiesen, kann die Gefahr einer Infektion des Kindes durch die gezielte Gabe von Antibiotika unter der Geburt minimiert werden.

Der Zusammenhang zwischen Hautinfektionen und Meningitis

Es besteht eine Gefahr einer Meningitis bei Patienten mit Entzündungen auf der Gesichtshaut, in den Nasennebenhöhlen, mit Otitis media oder Mastoiditis. Dabei kann eine umschriebene oder generalisierte Meningitis entstehen, und es kann sich eine Thrombose bilden. Die frühzeitige Therapie mit Heparin sowie die Antibiose mit liquorgängigen Antibiotika wie Cephalosporinen ist von größter Bedeutung für die Prognose des Krankheitsverlaufes.

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Weitere Risikofaktoren für Meningitis

Neben Hautinfektionen und B-Streptokokken-Infektionen gibt es weitere Faktoren, die das Risiko einer Meningitis erhöhen können:

  • Schädel-Hirn-Traumata (SHT): Die Schwere von Gehirnverletzungen korreliert mit einer signifikant höheren ADHS-Symptomatik.
  • Kraniosynostose: Eine vorzeitige Verknöcherung von Schädelnähten. In einer Studie zeigte die Mehrheit der Kinder mit Kraniosynostose zugleich ADHS-Symptome.
  • Epilepsie: Eine Studie fand ein erhöhtes ADHS-Risiko bei Kindern mit Epilepsie.
  • Schlafbezogene Atmungsstörungen (SBAS): SBAS zeigt eine mittelstarke Korrelation mit ADHS-Symptomen.

ADHS und Infektionen

Eine höhere Infektionsbelastung kann einen kumulativen Zusammenhang mit psychiatrischen Störungen haben. Unter den untersuchten Bakterienarten (Streptokokken, Staphylokokken, Pseudomonas, Klebsiella, Hämophilus, Mykoplasmen, Tuberkulose, Meningokokken, Escherichia, Chlamydien und Scrub-Typhus) waren Streptokokken mit den meisten Störungsbildern verbunden.

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