Schwermetallvergiftungen sind ein zunehmendes Problem in der modernen Gesellschaft. Während akute Vergiftungen selten sind, treten chronische Belastungen immer häufiger auf. Diese chronischen Belastungen können sich auf verschiedene Organsysteme auswirken, einschließlich des Nervensystems. In diesem Artikel werden wir den möglichen Zusammenhang zwischen Schwermetallvergiftungen, Epilepsie und Multipler Sklerose (MS) untersuchen.
Definition der Schwermetallvergiftung
Eine Vergiftung (Toxikose) tritt auf, wenn klinische Symptome nach der Aufnahme eines Giftes (Toxin) auftreten. Bei einer akuten Vergiftung sind die Toxine im Blut oder Urin nachweisbar. Bei einer chronischen Vergiftung ist dies nicht immer der Fall. Hier müssen die in Organen eingelagerten Stoffe erst gelöst werden, um sie dann nachzuweisen.
Häufigkeit von Schwermetallvergiftungen
Akute Schwermetallvergiftungen sind selten, chronische Vergiftungen jedoch immer häufiger. Früher waren Bleivergiftungen häufig, insbesondere durch Farben und Lacke. Seit etwa 25 Jahren gibt es kaum noch Menschen ohne Amalgambelastung, wobei der Großteil davon auf zahnärztliche Behandlungen zurückzuführen ist.
Vorkommen von Schwermetallen
Schwermetalle kommen in verschiedenen Quellen vor:
- Quecksilber (Hg): Amalgamfüllungen, Meeresfisch (Wal, Hai, Thunfisch), Impfstoffe mit Thiomersal, Desinfektionsmittel, Thermometer, Glühlampen, Farben, Leime, Holzschutzmittel, Kohleverbrennung, Chlorherstellung.
- Weitere Schwermetalle: Arsen (Pestizide, Teppiche), Blei (Benzin, Batterien, Wasserleitungen), Cadmium (Metallrohre, Getreide, Zigarettenrauch), Kupfer (Wasserleitungen, Geschirr), Nickel (Schmuck, Nahrungsmittel), Palladium (Goldfüllungen, Autoabgase), Silber (Süßwaren, Münzen, Besteck), Titan (Autoabgase, Implantate), Wismut (Magenmittel), Zink (Isolatoren, Geschirr), Zinn (Münzen, Spielzeug), Zirkonium (Zahnfüllmaterial, Kosmetika).
Pathogenetische Wirkung von Schwermetallen
Schwermetalle wirken über ihre Fähigkeit, als Ionen Verbindungen einzugehen. Einige sind essenziell (Eisen, Zink, Kupfer), andere potenziell toxisch. Sie können essentielle Spurenelemente aus ihren Proteinbindungen verdrängen und Enzyme blockieren.
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Quecksilber
Quecksilber ist ein hochgiftiges Element, das eine hohe Affinität zu Fetten hat und Schwefelbrücken in Proteinen spalten kann. Es hemmt Enzymsysteme, sensibilisiert Lymphozyten und blockiert Zellmembran-Transportkanäle. Quecksilber kann die Aufnahme weiterer Schwermetalle und Allergene fördern.
Silber
Silber schädigt das Bindegewebe und wirkt allergisierend.
Zinn
Zinn wird im Körper eingelagert, verbraucht Zink und greift das Immunsystem an.
Kupfer
Kupfer schädigt Leber und Nervensystem, verdrängt Zink und hemmt die Ausscheidung von Quecksilber und Zinn.
Andere Metalle
Aluminium lagert sich im Kieferknochen und Gehirn ab. Blei verursacht ähnliche Symptome wie Quecksilber. Chrom, Gold, Nickel und Palladium wirken allergisch und können Autoimmunerkrankungen auslösen.
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Schwermetallvergiftung und ihre Symptome
Die Symptome einer Schwermetallvergiftung sind vielfältig und unspezifisch. Sie hängen vom aufgenommenen Metall und dessen Konzentration im Körper ab. Mögliche Symptome sind:
- Infektanfälligkeit
- Autoimmunerkrankungen (rheumatische Erkrankungen, Multiple Sklerose)
- Allergien
- Chronische Entzündungen
- Anämie (Blutarmut)
- Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
- Erschöpfung und chronische Müdigkeit
- Schlafstörungen
- Kopf- und Gliederschmerzen, Schwindel
- Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
- Schädigung der Leber, Niere und Lunge
Schwermetallvergiftung und Epilepsie
Epileptische Anfälle treten in Deutschland bei etwa einem von 100 Menschen ohne erkennbaren Auslöser auf. Es gibt Hinweise darauf, dass Schwermetalle wie Blei und Quecksilber die neuronale Funktion beeinträchtigen und somit die Entstehung von Epilepsie begünstigen könnten. Studien deuten darauf hin, dass eine chronische Belastung mit Schwermetallen zu neurologischen Schäden führen kann, die das Risiko für epileptische Anfälle erhöhen.
CBD als Therapieoption bei Epilepsie
Medizinisches Cannabis, insbesondere das Cannabinoid Cannabidiol (CBD), zeigt vielversprechende Ergebnisse in der Behandlung von Epilepsie. CBD interagiert mit dem Endocannabinoid-System, das die neuronale Aktivität reguliert, und kann so Epilepsie-Anfälle dämpfen und die Anfallshäufigkeit reduzieren. Im Gegensatz dazu ist THC bei Epilepsie nicht als wirksam anerkannt.
Schwermetallvergiftung und Multiple Sklerose
Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Die Ursachen von MS sind noch nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass sowohl genetische als auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen. Einige Studien deuten darauf hin, dass Schwermetallbelastungen, insbesondere durch Quecksilber aus Amalgamfüllungen, möglicherweise mit dem Auftreten von MS in Verbindung stehen könnten.
Der Fall Weihrauch: Eine mögliche Therapieoption?
Es gibt Hinweise darauf, dass Weihrauch, insbesondere die darin enthaltenen Boswelliasäuren, entzündungshemmende Eigenschaften besitzt. Diese könnten möglicherweise bei der Behandlung von MS von Nutzen sein. Studien haben gezeigt, dass Weihrauch die Entwicklung von entzündlichen Zellen im Reagenzglas unterbinden und eine entzündliche Umgebung in eine milde gestimmte Situation umwandeln kann. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass weitere Forschung erforderlich ist, um die Wirksamkeit von Weihrauch bei MS zu bestätigen.
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Diagnose und Therapie von Schwermetallvergiftungen
Die Diagnose einer Schwermetallvergiftung ist oft schwierig, da die Symptome unspezifisch sind. Ein Blut- oder Urintest eignet sich bei chronischen Belastungen nur dann zum Nachweis, wenn Schwermetalle im Rahmen einer Ausleitung freigesetzt wurden. Haar-Mineral-Analysen können zum Nachweis bestimmter Schwermetalle eingesetzt werden. Ein Provokationstest mit Chelatbildnern kann ebenfalls hilfreich sein, um chronische Schwermetallbelastungen aufzuspüren.
Die Therapie von Schwermetallvergiftungen erfolgt je nach Art und Schwere der Belastung. Eine Chelat-Therapie kann eingesetzt werden, um Schwermetalle aus dem Körper auszuleiten. Dabei werden Chelatbildner verabreicht, die die Metalle binden und über die Nieren ausscheiden. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Chelat-Therapie auch lebensnotwendige Mineralstoffe und Spurenelemente aus dem Körper ausleiten kann.
Weitere Tipps zur Reduzierung der Schwermetallbelastung
- Obst und Gemüse gründlich waschen und/oder schälen.
- Schwangere sollten nur selten Raubfische und Fischerzeugnisse verzehren.
- Senkung der Höchstgrenzen für Schwermetalle in der Keramikproduktion.
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