Schwindel durch Durchblutungsstörungen im Gehirn: Ursachen, Symptome und Therapie

Schwindelgefühle und Gleichgewichtsstörungen gehören zu den häufigsten Beschwerden, die Patienten dazu veranlassen, einen Arzt aufzusuchen. Mit zunehmendem Alter treten Störungen des Gleichgewichtssystems noch häufiger auf. Schwindel ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein sogenanntes multisensorisches Syndrom, das sich durch eine gestörte Wahrnehmung verschiedener Sinne, den Verlust der körperlichen Sicherheit im Raum und die damit verbundenen Gleichgewichtsstörungen bemerkbar macht. Altersbedingte Durchblutungsstörungen im Gehirn können im Alter häufiger auftreten, gelten jedoch nicht als normal. Es ist wichtig, mögliche Symptome ernst zu nehmen und ärztlichen Rat einzuholen, um geeignete Maßnahmen zur Vorbeugung oder Behandlung zu besprechen.

Ursachen von Schwindel durch Durchblutungsstörungen

Durchblutungsstörungen des Gehirns sind gefährlich und benötigen immer eine medizinische Behandlung. Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto höher sind die Chancen, die Krankheit ohne oder mit nur geringen Folgeschäden zu überstehen. Bei einer Durchblutungsstörung im Gehirn ist es dem Blut nicht mehr möglich, ungehindert durch die Blutbahnen zu fließen. Die ausreichende Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff ist dadurch nur noch eingeschränkt oder überhaupt nicht mehr möglich.

Vaskuläre Demenz wird durch eine Schädigung der Blutgefäße im Gehirn verursacht. Die Gefäße können das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen, wodurch wichtige kognitive Funktionen eingeschränkt werden.

Zu den typischen Ursachen einer vaskulären Demenz gehören:

  • Schlaganfälle, die eine Hirnarterie verschließen, können eine ganze Reihe von Symptomen verursachen, zu denen auch eine vaskuläre Demenz gehören kann.
  • Stille Schlaganfälle, die ohne spürbare Symptome verlaufen, erhöhen ebenfalls das Demenzrisiko.
  • Sind Arterienverkalkung (Arteriosklerose) oder Bluthochdruck die Ursache, machen sich die Beschwerden meist eher schleichend bemerkbar.

Schwindel kann auch auftreten, wenn das Hirn nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Das passiert zum Beispiel bei einem Schlaganfall oder einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) - einer vorübergehenden Durchblutungsstörung des Gehirns, die als Frühwarnzeichen eines Schlaganfalls gilt.

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Durchblutungsstörungen im Gehirn können ein Warnzeichen für einen möglichen Schlaganfall sein. Ein Schlaganfall tritt auf, wenn die Blutzufuhr zu Teilen des Gehirns unterbrochen wird, entweder aufgrund eines Blutgerinnsels (ischämischer Schlaganfall) oder einer Blutung (hämorrhagischer Schlaganfall).

Symptome von Schwindel durch Durchblutungsstörungen

Durchblutungsstörungen im Gehirn machen sich durch eine Vielzahl von Symptomen bemerkbar. So können einfache Sehstörungen oder auch Schwindel ein Hinweis auf eine Durchblutungsstörung sein.

Altersbedingte Durchblutungsstörungen im Gehirn, auch als zerebrovaskuläre Erkrankungen bekannt, können verschiedene Symptome verursachen:

  • Gedächtnisprobleme: Ein nachlassendes Gedächtnis, insbesondere Schwierigkeiten beim Erinnern an kürzlich erlebte Ereignisse oder das Vergessen von wichtigen Terminen. Schwierigkeiten, sich an kürzlich erlebte Ereignisse oder Informationen zu erinnern, vergesslich sein, regelmäßiges Wiederholen von Fragen.
  • Konzentrationsstörungen: Schwierigkeiten, sich auf Aufgaben zu konzentrieren, komplexe Informationen zu verarbeiten oder Aufgaben zu organisieren, leicht ablenkbar sein, oder Probleme beim Lesen oder Verstehen von Texten zu haben.
  • Schwindel: Ein Gefühl der Desorientierung oder Schwindel, insbesondere beim Aufstehen oder Drehen des Kopfes, Instabilität oder ein Drehschwindel, insbesondere beim Aufstehen oder Ändern der Position.
  • Kopfschmerzen: Unregelmäßige Kopfschmerzen, die sich von üblichen Spannungskopfschmerzen unterscheiden können. Häufig auftretende Kopfschmerzen, die möglicherweise von Migräneanfällen begleitet werden können.
  • Gleichgewichtsprobleme: Schwierigkeiten beim Gehen oder Stehen, Instabilität und ein erhöhtes Sturzrisiko. Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten.
  • Sprachprobleme: Veränderungen in der Sprachfähigkeit, wie Schwierigkeiten beim Finden von Worten, Verwechseln von Wörtern oder undeutliche Aussprache. Vergesslichkeit von Wörtern, Schwierigkeiten beim Formulieren von Sätzen, ungewöhnliche Artikulation.
  • Lähmungen: In schweren Fällen können Durchblutungsstörungen zu Lähmungen oder Muskelschwäche führen, insbesondere auf einer Körperseite. Schwierigkeiten beim Bewegen bestimmter Körperteile, Kraftverlust in den Armen oder Beinen, eingeschränkte Mobilität.

Dieser Schwindel wird von Betroffenen typischerweise als „Gangunsicherheit“ oder auch „Benommenheit“ beschrieben. Weitere typische Symptome bei Schwindel infolge gestörter Hirndurchblutung sind Übelkeit und Erbrechen, gestörte Bewegungsabläufe (Ataxie), Gefühlsstörungen, Schluckstörungen und Störungen der Sprechmotorik (Dysarthrie).

Symptome von Schwindel bei Durchblutungsstörungen:

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Wenn der Blutdruck auf einmal abfällt, tritt meist ein Benommenheitsschwindel oder Schwankschwindel auf, der von einer Stand- und Gangunsicherheit begleitet wird. Auch können die Augen flimmern oder es kann einem für einen Moment sogar ganz schwarz vor Augen werden. In extremeren Fällen ist eine kurze Ohnmacht die Folge. Dazu können noch weitere Symptome wie Kopfschmerzen, Ohrensausen oder Herzrasen kommen.

Es ist entscheidend, bei Verdacht auf Durchblutungsstörungen oder Schlaganfall sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die schnelle Behandlung kann dazu beitragen, Schäden am Gehirn zu minimieren und die Aussichten für eine vollständige Genesung zu verbessern. Zeit ist ein kritischer Faktor bei der Behandlung von Schlaganfällen, daher sollte keine Verzögerung bei der medizinischen Versorgung erfolgen.

Diagnose von Schwindel durch Durchblutungsstörungen

Eine Demenzerkrankung kann nur durch eine Ärztin oder einen Arzt diagnostiziert werden. Für eine Diagnose werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Am Anfang der Diagnostik steht das ärztliche Gespräch über die persönliche Krankengeschichte. Besonders wichtig sind dabei frühere oder aktuelle Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen der Hirngefäße, Bluthochdruck und Diabetes.

Die Ärztin oder der Arzt erkundigt sich nach Beschwerden und Problemen im Alltag, nach Stimmungsschwankungen sowie nach den Lebensumständen. Nach dem Gespräch folgt eine körperliche Untersuchung, um festzustellen, ob Durchblutungsstörungen vorliegen. Mit bildgebenden Verfahren wie CT (Computertomographie) oder MRT (Magnetresonanztomographie) können Veränderungen im Gehirn festgestellt werden. Bei einem Verdacht auf eine vaskuläre Demenz wird vor allem das Herz-Kreislauf-System untersucht, also Blutdruck, Herzgeräusche und Herzgröße. Ebenso wichtig ist der neurologische Status, der die Koordination, Motorik, den Tastsinn und den Gleichgewichtssinn umfasst.

Medizinische Demenztests dienen der Beurteilung der geistigen Leistungsfähigkeit. Dabei werden bestimmte geistige Leistungsbereiche, wie Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit getestet.

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In der weiterführenden Diagnostik hat die Magnetresonanztomographie (kurz MRT) einen hohen Stellenwert. Mit Hilfe der MRT können im Rahmen der Schwindelabklärung kleinste Veränderungen der Gleichgewichts- und Hörnerven, des Innenohrs aber auch des Gehirns, der Gefäße und der Schädelkalotte sowie gegebenenfalls der Halswirbelsäule festgestellt werden. Studien zeigen, dass die MRT die diagnostische Sicherheit in der Abklärung des Schwindels deutlich erhöht.

Therapie von Schwindel durch Durchblutungsstörungen

Die Behandlung einer Durchblutungsstörung im Gehirn richtet sich nach deren Ursache. Die Medizin unterscheidet hierbei zwischen akuten und vorbeugenden Maßnahmen sowie Rehabilitationsbehandlungen. Bei einer akuten Erkrankung versucht der Arzt initial das Gehirn vor weiteren Schäden zu bewahren. Der Behandlungsansatz ist abhängig von der Art der Erkrankung. Ist die Ursache ein ischämischer Schlaganfall, versuchen Ärzte in der Regel, das Blutgerinnsel (Embolie) möglichst schnell aufzulösen. Bei einer Hirnblutung wird wiederum meist eine Operation durchgeführt.

Eine vaskuläre Demenz ist nicht heilbar. Die im Gehirn entstandenen Schäden können nicht rückgängig gemacht werden. Ziel der Therapie ist es, weiteren Schäden vorzubeugen und eine Verschlimmerung der Beschwerden aufzuhalten, beziehungsweise zu verlangsamen. Bei der vaskulären Demenz werden Durchblutungsstörungen im Gehirn mit blutverdünnenden Medikamenten behandelt. So kann weiteren Schlaganfällen vorgebeugt werden. Bluthochdruck, erhöhter Cholesterinspiegel und erhöhter Blutzucker können ebenfalls medikamentös behandelt werden.

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache sowie der Lokalisation des Schadens. Die Therapie ist zudem immer individuell und zielt darauf ab, dass der Patient größtmögliche Selbstständigkeit erlangt.

Kommt es im Zuge einer Durchblutungsstörung des Gehirns zu einem Schlaganfall, steht dem Patienten nach der ärztlichen Notversorgung ein breites Spektrum an Therapie- und Rehabilitationsmaßnahmen zur Verfügung.

Je nach gesundheitlicher Verfassung und Schweregrad der Folgeschäden, sind unterschiedliche Reha-Maßnahmen möglich, die die Einschränkungen des Patienten berücksichtigen. Den Anfang einer jeden Reha bildet das Erstgespräch, in dem der Arzt gemeinsam mit dem Patienten persönliche Ziele festlegt. Zu den gängigsten Rehabilitationsmaßnahmen zählen Therapien aus den Bereichen der Physiotherapie, der Logopädie, der Ergotherapie sowie der Sporttherapie. Ergänzt werden diese Maßnahmen zudem oftmals durch aktivierende Pflegekonzepte sowie Ernährungsberatungen und Schulungen hinsichtlich des Lebensstils. Je nach Gesundheitszustand des Patienten kann der Arzt zudem auch neuropsychologische Maßnahmen verordnen. Im Zuge dieser Therapien erlernen Patienten den besseren Umgang mit ihrer Erkrankung und etwaigen Folgeschäden.

Vaskuläre Demenz kann mit Gesprächen (kognitive Stimulation) oder Erinnerungsarbeit (autobiographische Arbeit) behandelt werden. Körperliche Betätigung oder Kunsttherapie können geeignete Behandlungsmethoden darstellen.

Medikamentöse Behandlung

Bei der vaskulären Demenz werden Durchblutungsstörungen im Gehirn mit blutverdünnenden Medikamenten behandelt. So kann weiteren Schlaganfällen vorgebeugt werden. Bluthochdruck, erhöhter Cholesterinspiegel und erhöhter Blutzucker können ebenfalls medikamentös behandelt werden.

Ginkgo-Präparate wie Tebonin® intens 120 mg oder Tebonin® konzent® können bei Schwindel infolge von Durchblutungsstörungen oder altersbedingten Rückbildungsvorgängen eingesetzt werden. Tebonin® intens 120 mg ist wirksam bei Tinnitus und kann dazu beitragen, dass ein akuter Tinnitus wieder ganz verschwindet. Tebonin® konzent® wirkt im Gehirn und verbessert das Gedächtnis und die Konzentration.

Nicht-medikamentöse Behandlung

Da die Symptome einer vaskulären Demenz sehr unterschiedlich sein können, ist die Behandlung sehr individuell. Es gibt verschiedene Ansätze, eine vaskuläre Demenz ohne Medikamente zu behandeln. Behandlungsmöglichkeiten wie Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie können helfen, die kognitiven Fähigkeiten und somit die Lebensqualität der Patientin oder des Patienten zu verbessern. Auch Musiktherapie, Erinnerungsarbeit und Krankengymnastik können Betroffenen helfen.

Viele Patienten mit Schwindel haben einen hohen Leidensdruck und sind im Alltag deutlich beeinträchtigt. Bei allen Schwindelursachen ist es daher wichtig, möglichst frühzeitig eine klare Diagnose zu stellen und mit der Behandlung zu beginnen. So lernen die Betroffenen, mit der Situation umzugehen. Bei länger anhaltenden Beschwerden ohne klare Diagnose kommt es häufig zu ängstlichem Vermeidungsverhalten. Die Betroffenen verzichten aus Angst vor dem Schwindel auf Sport, Bewegung und soziale Aktivitäten. In vielen Fällen ist systematisches Gleichgewichtstraining ein wichtiger Teil der Therapie.

Vorbeugung von Schwindel durch Durchblutungsstörungen

Einer vaskulären Demenz beugt man vor, indem man einem Schlaganfall vorbeugt. Wer sich regelmäßig bewegt, kann (weiteren) Schlaganfällen vorbeugen.

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die dazu beitragen können, das Risiko von Durchblutungsstörungen im Gehirn und Schlaganfällen zu reduzieren:

  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, magerem Eiweiß und gesunden Fetten kann dazu beitragen, das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern.
  • Regelmäßige körperliche Aktivität: Sportliche Betätigung fördert die Durchblutung, hilft bei der Gewichtskontrolle und trägt zur allgemeinen Herzgesundheit bei.
  • Blutdruckkontrolle: Ein hoher Blutdruck ist ein bedeutender Risikofaktor für Durchblutungsstörungen. Regelmäßige Überprüfung und Kontrolle sind wichtig.
  • Cholesterinspiegel im Auge behalten: Hohe Cholesterinwerte können zu Arteriosklerose führen, was das Risiko von Durchblutungsstörungen erhöht. Eine gesunde Ernährung und, falls notwendig, Medikamente können dazu beitragen, den Cholesterinspiegel zu kontrollieren.
  • Vermeidung von Rauchen: Rauchen ist ein bedeutender Risikofaktor für Gefäßerkrankungen, einschließlich Durchblutungsstörungen. Das Aufhören mit dem Rauchen ist eine wichtige Maßnahme.
  • Alkoholkonsum begrenzen: Übermäßiger Alkoholkonsum kann den Blutdruck erhöhen. Es wird empfohlen, Alkohol in Maßen zu konsumieren oder ihn ganz zu meiden.
  • Gewichtsmanagement: Übergewicht kann das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Eine gesunde Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität helfen dabei, das Gewicht zu kontrollieren.

Spezialisten bei Verdacht auf Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall oder das Vorliegen von Durchblutungsstörungen im Gehirn sind mehrere Ärzte und Spezialisten involviert, abhängig von der Phase der Diagnose und Behandlung. Spezialisten, die in die Versorgung von Schlaganfallpatienten eingebunden sein können, sind:

  • Notärzte und Rettungsdienstpersonal: Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der schnellen Erstversorgung und dem Transport des Patienten in die Notaufnahme.
  • Neurologen: Diese Ärzte haben sich auf Erkrankungen des Nervensystems, einschließlich des Gehirns, spezialisiert. Neurologen sind oft in der Diagnose und Behandlung von Schlaganfällen involviert.
  • Neuroradiologen: Spezialisierte Radiologen, die bildgebende Verfahren wie CT- oder MRT-Scans interpretieren, um den Umfang und die Ursache des Schlaganfalls zu bestimmen.
  • Intensivmediziner: Insbesondere wenn der Patient auf einer Intensivstation behandelt werden muss, können Intensivmediziner die Versorgung überwachen und leiten.
  • Neurochirurgen: In einigen Fällen, insbesondere wenn eine chirurgische Intervention erforderlich ist, können Neurochirurgen in die Behandlung einbezogen werden.
  • Physiotherapeuten und Ergotherapeuten: Diese Fachkräfte können bei der Rehabilitation nach einem Schlaganfall unterstützen und den Patienten bei der Wiedererlangung von motorischen Fähigkeiten helfen.

Im Notfall sollte der Rettungsdienst kontaktiert werden, die Erstversorgung erfolgt in der Regel in einer Notaufnahme unter der Leitung von Notärzten und Neurologen.

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