Ischias: Ursachen, Symptome, Behandlung und Digitale Helfer

Alltägliche Bewegungen wie das Aufstehen am Morgen oder das Treppensteigen sind für viele Menschen selbstverständlich. Doch für Patienten mit Lähmungserscheinungen können diese Aktivitäten eine Herausforderung darstellen. Häufig sind geschädigte Nerven die Ursache für solche Einschränkungen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Lähmungserscheinungen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Ischiasnerv, und stellt moderne digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) als Unterstützung vor.

Was sind Lähmungserscheinungen?

Lähmungserscheinungen bezeichnen den Verlust der Fähigkeit, einzelne oder mehrere Muskeln zu bewegen. Mediziner unterscheiden zwischen:

  • Paralyse: Vollständiger Verlust der Bewegungsfähigkeit.
  • Parese (Teillähmung): Teilweise Einschränkung der Bewegungsfähigkeit.

In der Regel gehen Lähmungserscheinungen auf eine Nervenschädigung, Verletzung oder Störung des Rückenmarks oder Gehirns zurück.

Arten von Lähmungen

Je nach Ursache und betroffenem Bereich werden verschiedene Arten von Lähmungen unterschieden:

  • Periphere Lähmung: Schädigung des Nervs, der vom Rückenmark zu den Muskeln führt. Die Muskeln sind dauerhaft schlaff.
  • Zentrale Lähmung: Schädigung des Rückenmarks oder Gehirns (zentrales Nervensystem). Die Muskeln sind dauerhaft angespannt (Spastik).
  • Empfindungslähmung: Nervenschädigung führt zu eingeschränkter Wahrnehmung von Reizen wie Kälte oder Wärme.
  • Querschnittslähmung: Eine der schwersten Formen, meist durch Unfälle verursacht, die das Rückenmark schädigen.

Ischialgie: Wenn der Ischiasnerv schmerzt

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird oft von "Ischias" gesprochen, wenn es sich eigentlich um eine Ischialgie handelt. Ischias ist der Name des Nervs, während Ischialgie das Krankheitsbild der Schmerzen im Versorgungsgebiet des Nervs beschreibt.

Lesen Sie auch: Was tun bei Ischiasschmerzen?

Was ist der Ischiasnerv?

Der Ischiasnerv ist der dickste Nerv im menschlichen Körper. Er ist für die sensorische Versorgung der unteren Extremitäten zuständig. Er verläuft vom unteren Rücken durch die Gesäßhälften an der Rückseite des Oberschenkels entlang und teilt sich auf Kniehöhe in zwei Äste, die Empfindungen im Unterschenkel ermöglichen.

Ursachen der Ischialgie

Die Ischialgie wird häufig mit dem Hexenschuss (Lumbalgie oder Lumbago) verwechselt. Ursachen für die Beschwerden sind vielfältig:

  • Bandscheibenvorfall: Austritt von Bandscheibengewebe, das auf den Ischiasnerv drückt.
  • Muskelverspannungen: Verspannungen im Bereich der Hüfte oder des Gesäßes können den Nerv einklemmen.
  • Piriformis-Syndrom: Der Piriformis-Muskel im Gesäßbereich drückt auf den Ischiasnerv.
  • Spinalkanalstenose: Verengung des Wirbelkanals, die den Nerv einengt.
  • Spondylolisthesis: Verschiebung eines Wirbels, die den Nerv reizen kann.
  • Entzündungen: In seltenen Fällen kann eine Entzündung des Ischiasnervs selbst die Ursache sein.
  • Tumoren oder Zysten: Diese können auf den Nerv drücken und Schmerzen verursachen.

Symptome der Ischialgie

Typische Symptome der Ischialgie sind:

  • Stechender, ausstrahlender Schmerz im Bein.
  • Elektrische Schläge oder Kribbeln im Bein.
  • Taubheitsgefühle oder Muskelschwäche im Bein oder Fuß.
  • Schmerzen, die sich bei bestimmten Bewegungen verstärken.

Behandlung der Ischialgie

Die Behandlung der Ischialgie zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern und die Ursache zu beheben.

  • Konservative Therapie:
    • Schmerzmittel: Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ibuprofen oder in schweren Fällen rezeptpflichtige Coxibe oder nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR).
    • Wärme: Wärmflasche, Wärmepflaster oder warme Bäder können die Muskeln entspannen.
    • Stufenlagerung: Entlastet die Wirbelsäule.
    • Physiotherapie: Gezieltes Training zur Stärkung der Rückenmuskulatur und Verbesserung der Beweglichkeit.
    • Naturheilkunde: Warme Kneippsche-Güsse, Teufelskralle, Magnesium und B-Vitamine können unterstützend wirken.
  • Injektionen: Kortikosteroide können Entzündungen und Schwellungen reduzieren.
  • Operation: In schweren Fällen, z.B. bei einem großen Bandscheibenvorfall, kann eine Operation erforderlich sein, um den Nerv zu entlasten.

Weitere Ursachen für Lähmungserscheinungen

Neben der Ischialgie gibt es weitere Ursachen für Lähmungserscheinungen:

Lesen Sie auch: Behandlungsmöglichkeiten bei Ischias

  • Vitamin-B12-Mangel: Beschädigung der Schutzhülle der Nerven (Myelinscheide).
  • Poliomyelitis (Kinderlähmung): Virale Infektion, die Nervenschäden verursachen kann.
  • Guillain-Barré-Syndrom: Entzündung der Nervenwurzeln, bei der das Immunsystem die Nerven angreift.
  • Schlaganfall: Durchblutungsstörung im Gehirn, die zum Absterben von Nervenzellen führt.
  • Entzündungen im Rücken: Spondylodiszitis oder Spondylitis, meist durch bakterielle Infektionen verursacht.

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) als Unterstützung

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) können eine wertvolle Unterstützung bei der Behandlung von Lähmungserscheinungen und Schmerzen sein. Sie bieten verschiedene Vorteile:

  • Individuelle Therapie: DiGA können an die spezifischen Bedürfnisse des Patienten angepasst werden.
  • Flexibilität: Die Anwendungen können jederzeit und überall genutzt werden.
  • Motivation: DiGA können den Patienten motivieren, aktiv an ihrer Genesung mitzuwirken.
  • Erfolgsmessung: Personalisierte Feedbacks helfen, die Fortschritte zu verfolgen.

Beispiele für DiGA

  • medicalmotion: Digitale Schmerztherapie mit künstlicher Intelligenz, Physiotherapie, Achtsamkeit und Atemübungen.
  • myReha App: Für Menschen mit neurologischen Einschränkungen zur Verbesserung von Sprache und Kognition.
  • PINK!: Psychoonkologische Unterstützung für Frauen mit Brustkrebs.

Wie erhält man eine DiGA?

  1. Rezept vom Arzt: Der Arzt verschreibt eine DiGA, die zur Diagnose passt.
  2. Download im App-Store: Die DiGA wird auf das Smartphone, Tablet oder den Laptop heruntergeladen.
  3. Registrierung und Nutzung: Der Patient registriert sich und nutzt die App gemäß den Anweisungen des Anbieters.
  4. Rechnung einreichen: Die Rechnung wird zur Erstattung bei der Krankenkasse oder Beihilfe eingereicht.

Anforderungen an DiGA

DiGA müssen bestimmte Anforderungen erfüllen:

  • Zertifiziertes Medizinprodukt: DiGA sind zertifizierte Medizinprodukte niedriger Risikoklasse.
  • Funktion, Qualität, Datensicherheit und Datenschutz: DiGA müssen alle gesetzlichen Anforderungen erfüllen.
  • Unterstützung bei Erkennung, Überwachung, Behandlung, Linderung oder Kompensierung von Krankheiten.

Schmerzen an der seitlichen Hüfte beim Liegen

Schmerzen an der seitlichen Hüfte beim Liegen können verschiedene Ursachen haben:

  • Sehnen-Erkrankung: Erkrankung der Sehnen an der Hüfte.
  • Schleimbeutel-Entzündung: Entzündung der Schleimbeutel an der Hüfte.
  • Verhärtungen in der Muskulatur: Verhärtungen in der Hüftmuskulatur.
  • Trochanter-Major-Schmerzsyndrom: Schmerzen am großen Rollhügel des Oberschenkelknochens.
  • Nervenreizung: Einklemmen oder Reizung des Nervus cutaneus femoris lateralis.
  • Hüft-Impingement: Anatomisch ungünstige Form der Hüftknochen.
  • Muskelkrämpfe oder Verhärtungen: In Hüftmuskeln.
  • Schnappende Hüfte (Coxa Saltans): Schnappen an der Außenseite des Oberschenkels beim Bewegen des Hüftgelenks.

Was kann man tun?

  • Rückenlage: Entlastet die Außenseite der Hüfte.
  • Dehnübungen für die Hüfte: Bringen Elastizität in verhärtetes Gewebe.
  • Geeignete Matratze: Hoher Liegekomfort und richtiger Härtegrad.

Entzündungen im Rücken

Entzündungen im Rücken (Spondylodiszitis oder Spondylitis) sind ernsthafte Erkrankungen der Wirbelsäule, die starke Schmerzen verursachen können.

Ursachen

Meist bakterielle Infektionen, die über die Blutbahn in die Wirbelsäule gelangen.

Lesen Sie auch: Symptome und Behandlung von Ischias beim Hund

Symptome

  • Starke Kreuzschmerzen
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Allgemeines Krankheitsgefühl
  • Nacht- und Ruheschmerzen
  • Neurologische Ausfallerscheinungen (Taubheitsgefühle, Schwäche, Blasen- oder Mastdarmstörungen)

Diagnose

  • Körperliche Untersuchung
  • Bildgebende Verfahren (MRT, CT)
  • Blutuntersuchung

Behandlung

  • Antibiotika
  • Schmerzmittel (NSAID, Opioide)
  • Chirurgische Intervention (in schweren Fällen)
  • Physiotherapie

tags: #sciatic #nerve #aussprache