Serotonin, Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin: Ursachen für erhöhte Werte und ihre Auswirkungen

Neurotransmitter und Hormone wie Serotonin, Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin spielen eine entscheidende Rolle für unsere Stimmung, Motivation, Aufmerksamkeit und viele andere Körperfunktionen. Ein Ungleichgewicht dieser Stoffe kann verschiedene Ursachen haben und sowohl psychische als auch physische Auswirkungen haben. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen für erhöhte Werte dieser Substanzen und die daraus resultierenden Konsequenzen.

Einführung in die Neurotransmitter und Hormone

Neurotransmitter sind Botenstoffe, die Signale zwischen Nervenzellen im Gehirn übertragen. Hormone hingegen sind chemische Botenstoffe, die von Drüsen produziert und über den Blutkreislauf zu verschiedenen Organen und Geweben transportiert werden. Beide Arten von Botenstoffen beeinflussen unsere biologischen Abläufe, unser Verhalten und unsere Empfindungen maßgeblich.

Serotonin

Was ist Serotonin?

Serotonin ist ein Neurotransmitter, der oft als "Glückshormon" bezeichnet wird. Es beeinflusst unsere Stimmung, unseren Schlaf-Wach-Rhythmus, unseren Appetit und viele andere Körperfunktionen. Ein ausgeglichener Serotoninspiegel ist wichtig für unser emotionales Gleichgewicht und unsere psychische Gesundheit.

Serotonin natürlich erhöhen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Serotoninspiegel auf natürliche Weise zu erhöhen:

  • Ernährung: Tryptophanreiche Lebensmittel wie Sojabohnen, Käse, Hähnchenbrust, Thunfisch und Nüsse können die Serotoninproduktion fördern.
  • Sport: Körperliche Aktivität führt zur Ausschüttung von Endorphinen und kann den Serotoninspiegel im Gehirn erhöhen.
  • Sonnenlicht: Sonnenlicht hebt die Laune und kann helfen, den Serotoninspiegel zu erhöhen.

Serotonin und Medikamente

Es gibt Medikamente, die den Serotoninspiegel im Gehirn erhöhen, indem sie die Wiederaufnahme von Serotonin in die Nervenzellen hemmen. Diese sogenannten Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) werden häufig bei Depressionen und Angststörungen verschrieben.

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Serotonin-Syndrom

Zu viel Serotonin im Körper kann zu einem gefährlichen Zustand führen, dem sogenannten Serotonin-Syndrom. Dies kann durch die gleichzeitige Einnahme mehrerer serotoninerhöhender Medikamente ausgelöst werden. Zu den Symptomen zählen Unruhe, Verwirrtheit, erhöhter Puls, hoher Blutdruck und Krampfanfälle.

Dopamin

Was ist Dopamin?

Dopamin ist ein Neurotransmitter, der für die Regulation von Bewegung, Motivation und Belohnung zuständig ist. Es spielt eine entscheidende Rolle bei unseren täglichen Aktivitäten und unserem Verhalten.

Dopaminwerte und ihre Bedeutung

Dopaminwerte lassen sich im Blut (Plasma) und im Urin (24-Stunden-Sammelurin) bestimmen. Erhöhte Dopaminwerte können auf Erkrankungen wie Phäochromozytom, Neuroblastom oder Schizophrenie hinweisen. Niedrige Dopaminwerte können bei Parkinson-Krankheit und Depressionen auftreten.

Ursachen für erhöhte Dopaminwerte

Erhöhte Dopaminwerte können durch verschiedene Faktoren verursacht werden:

  • Belohnung und Vergnügen: Angenehme Aktivitäten wie Essen, Sport, Sex und sozialer Austausch führen zu einer vermehrten Dopaminausschüttung.
  • Stress und Aufregung: Stressige oder aufregende Situationen können die Dopaminwerte erhöhen.
  • Körperliche Aktivität: Bewegung stimuliert die Dopaminproduktion im Gehirn.
  • Erkrankungen: Phäochromozytom, Neuroblastom und Schizophrenie können zu erhöhten Dopaminwerten führen.
  • Medikamente: Antidepressiva, Antipsychotika, Parkinson-Medikamente und Aufputschmittel können die Dopaminwerte erhöhen.

Was tun bei verändertem Dopaminwert?

Bei zu hohen oder niedrigen Dopaminwerten ist es wichtig, die Ursache zu ermitteln und entsprechend zu behandeln. Stressbedingte erhöhte Dopaminwerte können durch Entspannungsübungen gesenkt werden. Krankheitsbedingte veränderte Dopaminwerte erfordern eine spezifische medizinische Behandlung.

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Noradrenalin

Was ist Noradrenalin?

Noradrenalin, auch Arterenol oder Norepinephrin genannt, ist ein Neurotransmitter und Hormon, das Einfluss auf zahlreiche lebenswichtige Funktionen des menschlichen Körpers nimmt, wie zum Beispiel den Blutdruck, die Atmung und den Stoffwechsel. Es ist eng verwandt mit Adrenalin und gehört zusammen mit Dopamin zur Gruppe der Katecholamine.

Bildung und Funktion von Noradrenalin

Die Bildung von Noradrenalin findet im Nebennierenmark, in verschiedenen Hirnzellen und in bestimmten Nervenzellen des vegetativen Nervensystems (Sympathikus) statt. Noradrenalin ist dafür zuständig, den Körper bei psychischen und physischen Belastungen entsprechend zu aktivieren und Körperfunktionen anzupassen.

Noradrenalin und Stress

Der Neurotransmitter leitet Stresssignale besonders schnell zum Gehirn und regt die Bildung und Freisetzung von Adrenalin über eine Aktivitätssteigerung des Sympathikus an. Folge daraus ist eine erhöhte Aufmerksamkeit, was dazu führt, dass wir in stressigen Situationen schnell handeln. Bei dauerhafter Stressbelastung ist der Noradrenalin-Wert langfristig erhöht.

Noradrenalin und Krankheiten

Noradrenalin steht in Zusammenhang mit Krankheiten wie ADHS und Depressionen. Bei ADHS spielt eine herabgesetzte Adrenalin- und Noradrenalinausschüttung möglicherweise eine Rolle. Eine Verringerung der Noradrenalin-Konzentration kann sich negativ auf unseren Körper und unsere Seele auswirken.

Noradrenalin in der Medizin

Noradrenalin wird in der Notfallmedizin verwendet. Das Medikament steht auf der Doping-Liste und ist somit im Leistungssport verboten. Nebenwirkungen von Noradrenalin können sehr unterschiedlich sein, weil jeder Körper anders auf Medikamente reagiert.

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Einflussfaktoren auf den Noradrenalinspiegel

Verschiedene Faktoren können den Noradrenalinspiegel beeinflussen:

  • Stress: Akuter Stress kann den Noradrenalinspiegel erhöhen, während chronischer Stress zu einem Abfall führen kann.
  • Medikamente: Antidepressiva können den Noradrenalinspiegel verfälschen.
  • Genetik: Genetische Varianten können die Abbaurate von Noradrenalin beeinflussen.

Adrenalin

Was ist Adrenalin?

Adrenalin ist ein Hormon und Neurotransmitter, das hauptsächlich im Nebennierenmark produziert wird. Es unterstützt den Körper bei Stressreaktionen und bereitet ihn auf "Kampf oder Flucht" vor.

Adrenalin und Stress

Adrenalin steigert das Atemvolumen, den Blutdruck und die Leistung des Herzens. Es stellt dem Körper mehr Sauerstoff zur Verfügung und steigert die Aufmerksamkeit und die geistige Aktivität.

Adrenalin und Verhalten

Bei einer langweiligen, unterstimulierenden Aufgabe schnitten Probanden mit höheren Adrenalinwerten besser ab als diejenigen mit niedrigeren Adrenalinwerten. Das Maß des Arousals (Erregung) steuert das Verhalten mit.

Einflussfaktoren auf den Adrenalinspiegel

Verschiedene Faktoren können den Adrenalinspiegel beeinflussen:

  • Stress: Stressige Situationen führen zu einer vermehrten Adrenalinausschüttung.
  • Kontrollverlust: Elektrische Schocks erhöhen den Adrenalin- und Noradrenalinausstoß, und zwar umso mehr, je weniger Kontrolle die Betroffenen hierüber haben.

Zusammenhänge und Wechselwirkungen

Die Neurotransmitter und Hormone Serotonin, Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin stehen in komplexen Wechselwirkungen zueinander. Ein Ungleichgewicht in einem dieser Systeme kann Auswirkungen auf die anderen haben.

Die Stressachse

Die sogenannte Stressachse reicht vom Hypothalamus über die Hirnanhangsdrüse bis zu den Nebennieren. Sie stimuliert die Bildung unserer Stresshormone und bewirkt die Freisetzung von Adrenalin, Noradrenalin aus dem Nebennierenmark und Cortisol aus der Nebennierenrinde ins Blut.

Katecholamine

Adrenalin und Noradrenalin werden zusammen mit Dopamin als Katecholamine bezeichnet. Diese Stoffe sind Neurotransmitter des Nervensystems und spielen eine wichtige Rolle bei der Stressreaktion und der Anpassung an Belastungen.

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