Die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa), auch bekannt als Christophskraut, Silberkerze, Wanzenkraut oder Frauenwurzel, ist eine traditionelle Heilpflanze, die ursprünglich aus Nordamerika stammt. Bereits die Native Americans schätzten die schmerz- und krampflindernde Wirkung der Traubensilberkerze. Ihre silberfarbenen Blüten hängen in einer Traube am Stängel und von Weitem sieht sie aus wie eine große Kerze. Im 19. Jahrhundert fand sie den Weg nach Europa, wurde dort jedoch zuerst hauptsächlich als Zierpflanze in Gärten genutzt und kultiviert und erst im späteren Verlauf für medizinische Zwecke eingesetzt. Heute ist sie ein beliebtes Mittel zur Linderung von Beschwerden im Zusammenhang mit den Wechseljahren und anderen hormonellen Ungleichgewichten.
Wertvolle Inhaltsstoffe der Traubensilberkerze
Trotz ihres doch sehr opulenten sichtbaren Pflanzenteils wird ausschließlich die Wurzel der Traubensilberkerze verwendet. Denn dort stecken die medizinisch gesehen so wertvollen und verwertbaren Inhaltsstoffe:
- Cimifugin und Cimicifugosid
- Actein
- Salicylsäure
- Cytisin
- Isoflavone
Hinzu kommen noch Harze, Bitterstoffe, Gerbstoffe und ätherische Öle. Die Wurzel wird entweder gekocht, getrocknet oder frisch verwendet bzw. weiterverarbeitet.
Wirkung und Anwendungsgebiete
Die Inhaltsstoffe der Traubensilberkerze sind insbesondere für ihre schmerzlindernde, entzündungshemmende und entkrampfende Wirkung bekannt. Zudem wird ihr eine beruhigende, schleimlösende und Blutzuckersenkende Heilwirkung nachgesagt. Das macht die Heilpflanze zu einem echten Allrounder, weshalb sie unter anderem bei:
- Muskel- und Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Rheuma, Osteoporose
- Herzrasen, angespannten Nerven, Depression, Schlaflosigkeit
- Migräne
- Magenkrämpfe
- Fieber
- Asthma, Bronchitis, Husten
- Diabetes
- Haarausfall
- Myomen (gutartige Tumore/ knotige Wucherungen in der Gebärmutter)
angewendet wird.
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Traubensilberkerze bei Wechseljahresbeschwerden
Einen besonders hohen Stellenwert hat Actaea racemosa im Bereich der Frauengesundheit. Sie gilt vor allem bei Beschwerden durch hormonelle Veränderungen oder einem Ungleichgewicht des Hormonhaushalts als äußerst wirkungsvoll und zuverlässig. Die Inhaltsstoffe der Silbertraubenkerze haben sich besonders bei Beschwerden wie zum Beispiel:
- Hitzewallungen
- Schweißausbrüche
- Menstruationsbeschwerden
- Zyklusstörungen
- Eierstockentzündungen
- Geburtsschmerzen
bewährt.
Die Native Americans haben damals schon ihren schwangeren Frauen kurz vor der Entbindung eine Tinktur oder einen Tee aus den Wurzeln der Traubensilberkerze verabreicht, um die Geburtswehen zu fördern und Schmerzen während einer Geburt zu lindern. Bei Wechseljahresbeschwerden gilt die Kombination aus Traubensilberkerze und Johanniskraut, Nachtkerze oder Mönchspfeffer als sehr empfehlenswert.
Anwendungsformen und Bezugsquellen
In erster Linie sind die pflanzlichen Arzneipräparate mit den Wirkstoffen der Traubensilberkerze zur inneren Anwendung ausgelegt. Die Tabletten, Kapseln, Tropfen, Tinkturen oder Tees sind in entweder online, in gut sortierten Supermärkten, Drogeriemärkten, Reformhäusern oder auch in Apotheken erhältlich. Bei Scheidentrockenheit gibt es auch eine Vaginal-Creme zur äußeren Anwendung.
Gegenanzeigen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen
Neben all diesen positiven Effekten können die Inhaltsstoffe der Traubensilberkerze jedoch auch ein paar - wenn auch seltene - Nebenwirkungen hervorrufen. Dazu gehören Magenschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen oder Ödeme (Wasseransammlungen). Bei manchen führte die Einnahme von Traubensilberkerzenpräparaten zu Juckreiz oder Ausschlag auf der Haut, was einer eventuellen allergischen Reaktion geschuldet sein könnte.
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Produkte aus Traubensilberkerze sind grundsätzlich nicht für eine dauerhafte Einnahme vorgesehen, da dies zu Lebererkrankungen oder Leberschäden führen kann. Setzen Sie das Präparat umgehend ab und kontaktieren Sie Ihren Arzt, sobald Sie Symptome wie starke Schmerzen im Oberbauch, dunklen Urin, Gelbfärbung der Haut, extreme Müdigkeit oder Appetitlosigkeit verspüren.
Menschen mit Leberproblemen oder Krebskranken wird dringend davon abgeraten, Arzneimittel die Traubensilberkerze enthalten, zu sich zu nehmen.
Silber und seine Rolle in der Psychotherapie
So vielgestaltig das Silber dem Betrachter erscheint, so vielseitig ist seine Heilkraft. Von der Wiege, bis ins hohe Alter, ist es eine bewährte Hilfe in der Behandlung gestörter Geistesfunktionen. Silber wirkt in das Unbewusste hinein, es öffnet die Tore der Seele, beflügelt die Phantasie und bringt Verdrängtes in Erinnerung. Es steht im Dienste von Hypnos und Morpheus, zeigt einem im Traum verborgene Sehnsüchte und regt im Schlaf die regenerativen Kräfte des Lebensleibes an. Für ein umfassendes Verständnis der arzneilichen Silberwirkung ist es hilfreich, sich näher mit der kosmischen Natur des geheimnisvoll schimmernden Metalls zu befassen.
In der hermetischen Medizinphilosophie des Abendlands gleicht das Silber der Natur des Mondes. Auf den Menschen wirkt das Metall heilend, weil wir ebenfalls ein lunares Prinzip in uns haben (Gesetz der Sympathie). Wie Paracelsus formulierte, „ist der Mond dem Gehirn vergleichbar und das Gehirn diesem. Doch nur in geistiger, nicht in substanzieller Hinsicht.“ Besonders mondhaft sind auch die Genitalien, die Haut, die Schleimhaut sowie die Körpersäfte, vor allem Blut und Lymphe. Doch der menschliche Geist ist nicht ausschließlich vom Wesen des Mondes erfüllt, sondern polar geordnet, wie alles in der Welt, denn „alles hat sein Paar von Gegensätzlichkeiten“ (Kybalion). Die Pole des Geistes bilden die sonnenhafte Vernunft und der mondhafte Wille.
Letzterer entzieht sich der rationalen Betrachtung. Er folgt seinen eigenen Gesetzen, die mit dem Wirken der Gestirne, vor allem des Mondes, in Beziehung stehen. Der Wille folgt keiner Logik und kann daher auch nicht mit Logik erklärt werden.
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Silber in der Psychotherapie
Als Metall des Mondes, kann Silber einem die eigene Willensnatur begreiflich machen. Es wirkt betont auf das Unbewusste und fördert den Zugang zu verdrängten Seelenanteilen. Silber eignet sich daher gut zur Eröffnung einer Psychotherapie und zu deren Begleitung. „Silber fördert auch das Gedächtnis des Patienten für durchgemachte, unverarbeitete Erlebnisse und erleichtert eine ärztliche Aussprache“ (A. Selawry). Der Blick in die Büchse der Pandora, kann aber auch Dämonen des Unterbewusstseins hervorlocken.
Die ersten sieben Lebensjahre unterstehen dem Mond. Er ist der Schoß, in das sich das Kosmische ergießt, um schließlich das göttliche Kind zu gebären. „Vom Mond rührt alles sprießende, sprossende, alles geborenwerdende Leben her“ (R. Steiner). Mütterlichkeit und Kindheit, Fürsorge, Hingabe und sich an die Hand nehmen lassen, sind Aspekte des Mondes. Die ersten sieben Lebensjahre sind eine Phase des Werdens, Wachsens und des langsamen geistigen Erwachens. Es geht in dieser Lebensphase um die Ausbildung des Urvertrauens.
Menschen mit einer ausgeprägten lunaren Natur haben einen starken Familiensinn. Sie kümmern sich intensiv um Bedürftige, achten auf das Wohlergehen aller und sind ein Bewahrer von Traditionen. Lunare Kinder wirken gut genährt, oft dicklich, hinken aber in der geistigen Entwicklung hinterher, sind verträumt und verschüchtert (Rockzipfelkinder). Ist die lunare Natur zu schwach, lehnt man jede Tradition und Familienbande ab. Rabeneltern lassen ihre Kinder vor dem Fernseher im Stich. Bei seelischen Störungen in den ersten Lebensjahren ist Silber als Arznei besonders wichtig.
Eine Kombination von Argentum metallicum und Natrium muriaticum hat sich beispielsweise bei Kindern bewährt, die sich nach der Scheidung ihrer Eltern seelisch von der Umwelt abgekapselt haben. Familientherapeuten kann Silber generell eine große Hilfe sein, um gestörte Eltern-Kindbeziehungen zu behandeln. Silber ist eines der besten Mittel bei fieberhaften Kinderkrankheiten („Chamomilla comp.“ Fieberzäpfchen für Kinder, von Weleda), deren Überwindung immer mit einem geistigen Entwicklungsschub einhergeht. Auch Impfschäden, die zu Nervenstörungen führen, kann man mit Silber behandeln; gut ist eine Kombination mit Silicea/Quarz.
Allgemein: Paranoide Erregung. Irrationale Bewusstseinszustände und Ängste, Panik, Lampenfieber, Essstörungen, Schock, seelische Kindheitstraumen (z.B. ADS-Syndrom); Suchttherapie, Gehirnerkrankungen; senile Demenz, Parkinson, MS, Epilepsie, Migräne, Neuralgien. Akute, fieberhafte Leiden, Entzündungen von Haut und Schleimhaut, bes. auch eitrige. Neurodermitis, Gastritis, Zystitis, Adnexitis, Prostatitis, Fluor albus, Mastitis, Unfruchtbarkeit von Frau und Mann, nervöse Impotenz, Ejakulatio praecox, Reizblase, Enuresis, Menstruationsstörungen, Herzneurose, Magenneurose, nervöser Durchfall, virale Kinderkrankheiten.
Lunares Übermaß (mittlere bis hohe Potenzen): Träumerische Sehnsucht; Romantiker, Phlegma, Plethora, Völlerei, Sucht, meinungslos, launenhaft, infantil, Neigung zu Ausschweifungen, Somnambulismus, ständig zu langer und ermüdender Schlaf - Aufwachstörungen; Phantastik, lügen- und launenhaft, Symbiosesucht, Distanzlos.
Lunarer Mangel (tiefe bis mittlere Potenzen): Achtet Natur nicht. Neurotische Erregung, Einschlaf- und Durchschlafstörungen, Gedächtnisschwäche, Phantasielosigkeit, Abneigung gegen Familie und Traditionen.
Mittlere Potenzen (D12/D15): Allgemein ausgleichend auf seelische Prozesse; funktiotrope Wirkung; Potenzstufe der Wahl, besonders zu Beginn einer Silbertherapie.
Mondtypen haben eine mütterliche Natur, lieben ihre Familie, sorgen sich um Mitmenschen, wirken frisch, natürlich und jugendlich. Sie strahlen Behaglichkeit aus, wirken eher passiv und phlegmatisch, haben ein ungekünsteltes Benehmen, sind feinfühlig, oft hellseherisch und medial begabt und fühlen sich sehr mit ihrer Heimat und der Natur verbunden.
Gedächtnis, Erinnerung, Phantasie und Eidetik sind lunare Eigenschaften: „Eine Eigenart lunaren Denkens ist sein Schwellencharakter. Es vermittelt zwischen der sichtbaren physischen Welt und einer unsichtbaren ätherischen Werdewelt, die das Leben der Natur prägt. (…) Während das Gedächtnis das Geschaffene (Natura naturata) spiegelt, hat die Phantasie etwas von der schaffenden Natur (Natura naturans). Das Gedächtnis reproduziert die Dinge, wie der Mond das Sonnenlicht spiegelt, oder der Silberspiegel getreu die Umwelt wiedergibt. (…) Das Gedächtnis reiht Späteres an Früheres, taucht in den Zeitenstrom und sammelt Lebenserfahrungen. Die Phantasie taucht in eine Werdewelt und bringt schöpferisch neue Inhalte hervor. Kinder und kindliche Völker erfassen träumend Elementarwesen, die an der Natur schaffen. Sie kennen Zwerge, Undinen, Luft und Feuergeister. Die Phantasie bildet einen Quell schöpferischer Ideen. Silber wirkt auf unser Gedächtnis und unsere Phantasie ein. Es regt die Geistestätigkeit an, hilft bei nachlassender Gedankenkraft und Merkfähigkeit, aber auch bei Abgestumpftsein und mangelnder Kreativität. Es ist ein ideales Hilfsmittel für künstlerisch begabte Menschen, denen die Ideen ausgegangen sind. Es kann aber ebenso „unbegabten“ Menschen helfen, ihre schöpferischen Fähigkeiten einmal auszuprobieren. Menschen, deren Bewusstsein sich auf das Messbare und Wägbare beschränkt, kann Silber die phantastischen Dimensionen des Bewusstseins eröffnen. Solche, die dagegen in einer Fantasywelt leben, kann Silber wieder einen Bezug zur Realität geben. Ferner ist das Mondmetall ein gutes Hilfsmittel, um unstillbare Gelüste zu zügeln (Suchttherapie).
Als Mondmetall hat Silber einen besonderen Bezug zum Schlaf. Nur weil sich die bewussten Anteile des Geistes jede Nacht aus dem Körper lösen, kann sich der Organismus von den Strapazen des Alltags erholen. Der Schlaf ist der kleine Bruder des Todes. Einschlafstörungen, bei denen das Bewusstsein nicht zur Ruhe kommt, sind häufig auch ein Problem des Vertrauens, der Hingabefähigkeit und der Selbstaufgabe. Bei einem lunaren Übermaß erwacht das Bewusstsein nicht genügend. Der Schlaf ist meist zu lang. Stoffwechselprozesse überfluten das Gehirn und man fühlt sich nicht genügend erfrischt. Silber ist zudem eines der besten Mittel zur Behandlung eines „Burn-Out-Syndroms“, besonders nach geistiger Überanstrengung. Auch Kopfschmerzen und Migräne nach seelische Erregung und viel „Kopfzerbrechen“, gehören zu den Indikationen.
Wer schon einmal unter heftigen Schlafstörungen gelitten hat, der weiß, wie nah man dabei dem Wahnsinn kommen kann. Paracelsus nannte Menschen, die durch astrale Phänomene verrückt werden, „Lunatici“. „Das hat nun seine Ursache vielfach darin, dass die Sterne, Zeichen, Planeten wie Geister sind. Dieselben Geister überwinden dann allemal so sehr den Menschen, dass er seine Vernunft vor ihnen nicht behalten kann, sondern sie darum verlieren muss, weil er auch einen Geist besitzt“ (Paracelsus). Um diesen Menschen zu helfen, muss man die Gestirne überlisten, indem man Arzneien wie Metalle verwendet, die einen besonderen Bezug zum Kosmos haben.
Betrachtet man das Arzneimittelbild von Silber und Silbernitrat, findet man eine Reihe von Symptomen, die typisch für eine neurotische, aber auch psychotische Charakterstruktur sind: „Die Denkfähigkeit leidet, bei Unbesinnlichkeit, Gedankenjagd und Unvermögen zu ruhiger Überlegung; das Gedächtnis schwindet, die Phantasie wird dagegen krankhaft erregt, bei auftauchenden Bildern und Visionen einer Fabelwelt. Angstträume beunruhigen das Gemüt, das Leben ist erfüllt mit Furcht vor etwas Schlimmen, Platzangst und quälender Selbstunsicherheit. Das Verhalten wird unstet, der Mensch hält es in der Ruhe nicht aus, stottert vor Hast, lacht grundlos oder weint über Kleinigkeiten und beginnt nichts, aus Furcht vor einem Misslingen“ (Alla Selawry).
Der Silberpatient leidet unter hypochondrischen Zügen. Nervöse Organstörungen betreffen meistens Herz, Magen und Atmung. Hysterische Launenhaftigkeit ist ein Leitsymptom, schließlich leitet sich das Wort Laune von Luna ab. Silber wirkt bei Phobien wie Flugangst, oder Platzangst. Es hat sich bei Lampenfieber und mangelndem Selbstvertrauen bewährt (eine gute Ergänzung ist „P-sta“ von Pekana). In Prüfungen kann man sich vor Aufregung nicht konzentrieren, die Merkfähigkeit ist eingeschränkt - es fällt einem nichts mehr ein. Selbst geübte Redner können bei Überreizung plötzlich keinen klaren Gedanken mehr fassen. Man fühlt sich zittrig und schwach. „Studenten, Professoren, Gelehrte, …, geraten in einen Zustand, wo sie nicht mehr denken können“ (Kent).
Traumatische Erlebnisse können einen völlig aus dem Gleichgewicht bringen; „Geistesverwirrung durch seelische Erschütterung“ (Kent). Häuser wachsen bis in den Himmel und stürzen über einen hinein. Das Zeitgefühl bricht zusammen. Minuten werden zur Ewigkeit, Stunden vergehen in Sekunden. Man kann sich nicht erinnern, was man gerade getan hat oder tun wollte.
Mönchspfeffer: Eine Ergänzung zur Traubensilberkerze
Mönchspfeffer wird Frauen in der (Peri)Menopause oft in Kombination mit anderen Kräutern wie Silberkerze, roter Klee und Johanniskraut empfohlen, sodass schwer zu ermitteln ist, welchen gesonderten Effekt Mönchspfefferextrakt hat. Manche Forscher mutmaßen, dass Symptome, die den Wechseljahren zugeschrieben werden, eigentlich PMS-Beschwerden sind und dass Vitex-agnus-castus-Extrakt vor allem gegen diese PMS-artigen Beschwerden in den frühen Wechseljahren hilft.
Anwendungsgebiete des Mönchspfeffers
- Zyklische Mastalgie: Mönchspfefferextrakt wirkt bei prämenstruellen Mastodynie oder zyklischen Mastalgie (schmerzhafte, empfindliche, geschwollene Brüste). Bei den meisten Frauen lassen diese Beschwerden nach drei Zyklen signifikant nach, wahrscheinlich aufgrund der Hemmung der (stressinduzierten) mäßigen Hyperprolaktinämie und Modulation von Östrogenrezeptoren durch Mönchspfefferextrakt. Mönchspfefferextrakt ist genauso wirksam wie das reguläre Medikament Bromocriptin (ein Dopamin-D2-Agonist) zur Verringerung von Mastalgie und der Senkung des Prolaktinspiegels.
- Prämenstruelles Syndrom (PMS und PMDD): Die Mönchspfefferfrucht lindert hormonbezogene Beschwerden vor der Menstruation (unter anderem Wasserablagerung im Gewebe, Verstopfung, Bauchschmerzen, Rückenschmerzen, Heißhunger, Reizbarkeit, Niedergeschlagenheit, Stimmungswechsel, Kopfschmerzen, Herzklopfen und Müdigkeit). In einer Studie verringerten sich die Beschwerden um mindestens 50 % bei 52 % der Frauen, die Mönchspfefferfrucht anwandten und bei 24 % in de Placebogruppe. Mönchspfeffer wirkt auch bei PMDD. Forscher verglichen die Wirksamkeit des Standardarzneimittels Fluoxetin (Prozac, 20-40 mg täglich) mit Mönchspfefferextrakt (20-40 mg täglich) bei 41 Frauen mit PMDD. Nach zwei Monaten war in beiden Behandlungsgruppen bei 60 % der Frauen eine signifikante Verbesserung im Vergleich zur Anfangssituation aufgetreten. Die Ergebnisse von Mönchspfefferextrakt und Fluoxetin waren gleich gut.
- Unregelmäßiger Menstruationszyklus: Studien mit Mönchspfefferextrakt haben nachgewiesen, dass Mönchspfeffer das hormonelle Gleichgewicht unterstützt und eine normale, regelmäßige und ausgeglichene Menstruation fördert. Verschiedene klinische Studien weisen einen signifikanten Effekt von Mönchspfefferextrakt bei Zyklusstörungen durch Corpus-luteum-Insuffizienz und latente Hyperprolaktinämie nach. Mönchspfefferextrakt kann bei einem unregelmäßigen Zyklus, Oligomenorrhö (länger als sechs Wochen andauernder Zyklus), Polymenorrhö (kürzer als 21 Tage dauernder Zyklus), sekundäre Amenorrhö (ausbleibende Menstruationsblutung), anovulatorischer Zyklus (Zyklus ohne Eisprung), Menorrhagie (Dauer des Blutverlusts ist länger als sieben Tage) und bei Dysmenorrhoe (schmerzhafte Menstruation), Menorrhagie (starker Blutverlust) und Metrorrhagie (unregelmäßiger Blutverlust zwischen den Menstruationen) angewandt werden.
- Verminderte Fruchtbarkeit: Verschiedene kleinere Studien suggerieren, dass Mönchspfefferfruchtextrakt die Wahrscheinlichkeit auf eine Schwangerschaft bei Frauen mit einer verminderten Fruchtbarkeit durch sekundäre Amenorrhö oder durch Corpus-luteum-Insuffizienz erhöhen.
- Hormonale Akne: Akne vulgaris, die stark durch den weiblichen Hormonzyklus beeinflusst wird, kann durch die Anwendung von Vitex-agnus-castus-Extrakt verbessert werden.
- Beschwerden in den Wechseljahren: In Anbetracht der Effekte von Mönchspfefferextrakt auf Neurotransmitter und Hormone ist es gut denkbar, dass Mönchspfefferextrakt bei typischen menopausalen Beschwerden wie Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen hilft.
- Unterstützung bei der Milchbildung: In einer deutschen Studie verbesserte ein Agnus-castus-Extrakt die Milchproduktion verglichen mit einem Placebo ohne negative Nebenwirkungen.
Weitere pflanzliche Wirkstoffe und ihre Anwendungsgebiete
Neben Traubensilberkerze und Silber gibt es eine Vielzahl weiterer pflanzlicher Wirkstoffe, die in der Naturheilkunde eingesetzt werden. Einige Beispiele sind:
- Ashwagandha (Schlafbeere): Gilt im Ayurveda als kräftigendes Tonikum. Anwendung bei stressbedingten Schlafstörungen und Angstzuständen, Schilddrüsenunterfunktion, neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson, zur Stärkung des Immunsystems, der Herz-Kreislauf-Gesundheit, zur Verbesserung der Fruchtbarkeit bei Männern und Frauen, zur Förderung gesunde Haut und Gelenke sowie gegen Bakterien, Viren und andere Mikroben.
- Baldrian: Hilft bei innerer Nervosität, fördert einen erholsamen Schlaf und unterstützt das natürliche Gleichgewicht von Körper und Geist. Linderung leichter Kopfschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Unterstützung bei Herz-Kreislauf-Beschwerden.
- Brahmi (Bacopa monnieri): Brahmi ist reich an Saponinen, darunter Bacoside und Bacopasaponine.
- Gelber Salbei: Der gelbe Salbei enthält eine Vielzahl von interessanten Inhaltsstoffen, die ihr besondere Eigenschaften verleihen. Dazu gehören ätherische Öle, Tannine, Flavonoide und Gerbstoffe.
- Gelber Steinklee: Diese Pflanze erreicht gewöhnlich eine Höhe von bis zu 1,5 Metern und ist bekannt für ihre kleinen, leuchtend gelben Blüten, die in langen, traubenförmigen Clustern angeordnet sind. Sie blüht von Anfang Sommer bis in den Herbst hinein und verströmt einen süßen, honigähnlichen Duft.
- Ginseng: Panax ginseng enthält eine Vielzahl bioaktiver Komponenten, darunter Ginsenoside, die als Hauptwirkstoffe gelten. Außerdem enthält Ginseng Polysaccharide, Aminosäuren, Peptide und Vitamine.
- Heiligenbasilikum/Tulsi: Heiliger Basilikum (Tulsi) ist reich an verschiedenen bioaktiven Verbindungen, darunter ätherische Öle wie Eugenol, Urosolsäure und Rosmarinsäure. Tulsi enthält auch eine Vielzahl an Flavonoiden und anderen Pflanzenstoffen.
- Heilziest: Heilziest enthält eine Vielzahl von Inhaltsstoffen, die für seine verschiedenen Anwendungen wichtig sind. Dazu gehören Bitterstoffe, Gerbstoffe, Glykoside, Saponine und ätherische Öle wie Cholin, Turicin und Betonicin. Des Weiteren sind in der Pflanze Betaine, Polyphenole sowie Alkaloide aus der Familie der Betaine, wie Stachydrin und Betonicin, enthalten.
- Helmkraut: Helmkraut enthält eine Vielzahl von Inhaltsstoffen, die für seine verschiedenen Anwendungen wichtig sind.
Wichtige Hinweise zu Gegenanzeigen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen
Bei der Anwendung von pflanzlichen Arzneimitteln ist es wichtig, sich über mögliche Gegenanzeigen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu informieren.
Gegenanzeigen
Eine Gegenanzeige (Kontraindikation) ist ein Umstand, bei dem man ein bestimmtes Medikament nicht anwenden darf, da es sonst zu gefährlichen gesundheitlichen Schäden kommen kann. Ein solcher Umstand könnte eine akute Erkältung oder eine chronische Krankheit wie Rheuma sein. Aber auch Schwangerschaft und Stillzeit, ein bestimmtes Alter (Kinder, über 65-Jährige) oder die regelmäßige Einnahme anderer Medikamente können eine Gegenanzeige darstellen.
Nebenwirkungen
Bei Lebensmitteln wie Nahrungsergänzungsmitteln spricht man meist von "unerwünschten Wirkungen", da der Begriff "Nebenwirkungen" sich immer auf Arzneimittel bezieht.
Wechselwirkungen
Bei der zeitnahen/gleichzeitigen Einnahme von zwei oder mehreren Medikamenten können Arzneimittelwechselwirkungen (sog. "Interaktionen") auftreten. Die Wirkstoffe können sich hinsichtlich ihrer Aufnahme oder ihrer Verteilung im Körper gegenseitig beeinflussen. Interaktionen sind meistens unerwünscht und können zu einem Wirkungsverlust oder einer Überdosierung und damit zu gefährlichen Nebenwirkungen führen. Wechselwirkungen treten nicht nur mit verschreibungspflichtigen und freiverkäuflichen Medikamenten, sondern auch mit Lebensmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln, Getränken (Kaffee, Tee, Alkohol) und pflanzlichen Heilmitteln auf.
Um das Risiko von Wechselwirkungen abschätzen zu können, ist es wichtig, dass Sie das behandelnde ärztliche Personal informieren, wenn Sie neben Arzneimitteln auch Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchten. Das ist ganz besonders wichtig in der Behandlung von Krebserkrankungen (Chemotherapie, Bestrahlung).
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