Solarplexus Verspannung: Ursachen, Symptome und Behandlungsansätze

Der Solarplexus, auch bekannt als Sonnengeflecht (Plexus solaris), ist ein komplexes Nervengeflecht im Bauchraum, das eine zentrale Rolle im autonomen Nervensystem spielt. Obwohl der Solarplexus selbst nicht verspannen kann, können umliegende Strukturen wie Muskeln und Organe Beschwerden verursachen, die oft fälschlicherweise dem Solarplexus zugeschrieben werden. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Verspannungen und Beschwerden im Bereich des Solarplexus.

Einführung in den Solarplexus

Der Solarplexus ist ein autonomes Nervengeflecht, das sich aus sympathischen und parasympathischen Nervenfasern zusammensetzt. Er befindet sich im Bauchraum auf Höhe des 1. Lendenwirbels und dient der Verschaltung und Weiterleitung wichtiger Informationen. Topographisch liegt er hinter dem Magen und vor den Schenkeln des Zwerchfells. Der Solarplexus besteht aus zwei Nervengeflechten: dem Plexus coeliacus und dem Plexus mesentericus superior. Die Nerven stammen hauptsächlich von den Bauchorganen und verlaufen durch die Brusthöhle zum Gehirn und zurück, wobei sie die größeren Blutgefäße begleiten.

Ursachen von Beschwerden im Solarplexus-Bereich

Druckgefühle und Schmerzen im Bereich des Solarplexus sind meist auf die umliegenden Organe und Strukturen zurückzuführen. Dazu gehören:

  • Magen: Verdauungsstörungen mit viel Luft im Dickdarm oder ein Völlegefühl können Druck verursachen. Eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) kann ebenfalls zu Druckschmerzhaftigkeit, Übelkeit und Erbrechen führen.
  • Dickdarm: Auch hier können Verdauungsprobleme und Blähungen zu Beschwerden führen.
  • Bauchspeicheldrüse: Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) kann sich durch einen empfindlichen, prall-elastischen Bauch und gürtelförmige Schmerzen äußern, die bis in den Rücken ausstrahlen.
  • Muskulatur: Verspannungen der oberflächlichen Bauch- und tiefen Rückenmuskulatur, z.B. durch langes Sitzen, eine gekrümmte Haltung oder ungewohnten Untergrund beim Schlafen, können ebenfalls Beschwerden verursachen.
  • Brustwirbelsäule (BWS): Blockaden der Brustwirbelsäule können Schmerzen im Brustkorb verursachen, die sich beim Atmen oder Bewegen verstärken. Das Gefühl kann sich zwischen den Schulterblättern über den Rippenbogen bis in den Bauchraum ziehen.

Symptome im Zusammenhang mit dem Solarplexus

Die Symptome im Zusammenhang mit dem Solarplexus können vielfältig sein und hängen von der zugrunde liegenden Ursache ab. Häufige Symptome sind:

  • Druck- und Völlegefühl im Oberbauch
  • Schmerzen im Brustkorb und Rippen
  • Atemprobleme
  • Magenschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Ausstrahlende Schmerzen in den Rücken
  • Eingeschränkte Beweglichkeit
  • Verspannungen im Rücken

Es ist wichtig zu beachten, dass Brustschmerzen, Atemnot und Übelkeit auch Symptome eines Herzinfarkts oder von Brustenge sein können. Schmerzen, die bei körperlicher Aktivität, Ärger, Stress oder durch Kälte auftreten, sind eher auf das Herz zurückzuführen. In solchen Fällen ist Eile geboten, und ein Arzt sollte umgehend konsultiert werden.

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Die Rolle von Muskelverspannungen und Fehlhaltungen

Oftmals sind Muskelverspannungen entlang der Brustwirbelsäule die Ursache für Beschwerden im Solarplexus-Bereich. Im Alltag nehmen wir häufig eine vornüber gebeugte Haltung ein, besonders bei sitzenden Tätigkeiten vor dem Bildschirm. Dadurch verkürzt sich die Muskulatur auf der Körpervorderseite, während die Rückenmuskulatur überlastet wird, um uns aufzurichten. Dieses Ungleichgewicht führt zu Verspannungen, Verkrampfungen und Verhärtungen der Muskulatur.

Psychische Aspekte: Angst, Stress und Emotionen

Auch psychische Faktoren können eine Rolle bei Verspannungen im Solarplexus-Bereich spielen. Angst, Stress und negative Emotionen können zu einer Anspannung der Muskulatur führen und somit Beschwerden verursachen oder verstärken. Unser Gefühlsleben findet oft in der Brust statt, was sich in Redewendungen wie "Mir fällt ein Stein vom Herzen" oder "Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust" widerspiegelt. Belastende Lebensumstände können dazu führen, dass wir uns auf der Vorderseite zusammenziehen und den Atem anhalten, was chronische Druck- und Engegefühle verstärken kann.

Diagnose und Differenzialdiagnose

Um die Ursache von Beschwerden im Solarplexus-Bereich zu ermitteln, ist eine gründliche Anamnese und körperliche Untersuchung erforderlich. Der Arzt wird nach den genauen Symptomen, deren Auslösern und Begleitumständen fragen. Zudem können bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen oder Kernspin-Aufnahmen (MRT) eingesetzt werden, um andere Erkrankungen auszuschließen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Verschleißerscheinungen und Schäden am Halteapparat häufig auch bei Menschen ohne Beschwerden gefunden werden und nicht zwangsläufig die Ursache für die Schmerzen sind.

Differenzialdiagnostisch müssen andere Erkrankungen ausgeschlossen werden, die ähnliche Symptome verursachen können, wie z.B.:

  • Herzerkrankungen: Herzinfarkt, Angina pectoris
  • Lungenerkrankungen: Lungenembolie, Lungenentzündung, Rippenfellentzündung
  • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts: Reflux, Speiseröhrenkrampf, Magenschleimhautentzündung, Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Erkrankungen des Skelettsystems: Rippenbrüche, Prellungen, gebrochenes Brustbein

Behandlungsansätze bei Verspannungen im Solarplexus-Bereich

Die Behandlung von Verspannungen und Beschwerden im Solarplexus-Bereich richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Im Allgemeinen können folgende Maßnahmen helfen:

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  • Bewegung: Regelmäßige Bewegung ist wichtig, um die Muskulatur zu lockern und Verspannungen abzubauen. Dehnen, Strecken, Recken, Gehen und Treppensteigen sind gute Möglichkeiten, um aktiv zu bleiben.
  • Dehnübungen: Regelmäßige Dehnübungen, bei denen eine Muskelstreckung über einen längeren Zeitraum gehalten wird, können verhärteten Muskeln und verkürzten Bändern entgegenwirken.
  • Schmerzmittel: Bei muskulären Verspannungen können Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac kurzfristig helfen, die Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern. Sie sollten jedoch nicht länger als eine Woche ohne Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.
  • Kraftsport und Rückenschule: Um die Rückenmuskulatur zu stärken und den Rumpf zu stabilisieren, sind Kraftsport und Rückenschule empfehlenswert. Auch das Training der Bauchmuskulatur ist wichtig, um ein muskuläres Gleichgewicht zu erreichen.
  • Entspannungstechniken: Um den Solarplexus zu entspannen, ist es wichtig, den Teil des Nervensystems anzuregen, der Entspannung bewirkt. Langsames Ein- und Ausatmen, wobei die Ausatmungsphase doppelt so lang sein sollte wie die Einatmungsphase, kann helfen, Körper und Geist zu beruhigen und den Herzschlag zu verlangsamen. Aufrechtes Sitzen unterstützt dies zusätzlich.
  • Yoga: Yoga ist eine hervorragende Möglichkeit, um Brust und Bauch zu öffnen, die Muskulatur zu stärken und zu entspannen.
  • Wärme: Wärme kann helfen, die Muskeln zu entspannen und Schmerzen zu lindern. Ein warmes Bad, eine Wärmflasche oder ein warmes Kirschkernkissen können wohltuend sein.
  • Manuelle Therapie: Ein Physiotherapeut oder Osteopath kann durch manuelle Techniken Verspannungen lösen und Blockaden der Brustwirbelsäule beheben.
  • Pohltherapie: Die Pohltherapie ist ein Ansatz, der darauf abzielt, chronische Schmerzen und Verspannungen durch eine Kombination aus Körpertherapie, Haltungs- und Bewegungsschulung sowie achtsamkeitsbasierten Übungen zu behandeln.
  • Psychotherapie: Bei psychischen Ursachen oder Begleitfaktoren wie Angst, Stress oder Depressionen kann eine Psychotherapie hilfreich sein, um die zugrunde liegenden Probleme zu bearbeiten und Entspannungstechniken zu erlernen.
  • Chakrenlehre: In der Chakrenlehre wird das Solarplexus Chakra (Manipura Chakra) als das dritte der sieben Chakren betrachtet. Eine Störung des Energieflusses in diesem Chakra kann zu verschiedenen psychischen und physischen Symptomen führen. Um das Manipura Chakra zu öffnen, werden verschiedene Methoden empfohlen, wie z.B. Aroma-Therapie und Yoga.

Selbsthilfe und Vorbeugung

Neben den genannten Behandlungsansätzen gibt es auch einige Maßnahmen, die man selbst ergreifen kann, um Beschwerden im Solarplexus-Bereich vorzubeugen oder zu lindern:

  • Ergonomischer Arbeitsplatz: Achten Sie auf einen ergonomischen Arbeitsplatz mit einem gut eingestellten Stuhl, einer passenden Tastatur und einem Bildschirm, der auf Augenhöhe positioniert ist.
  • Regelmäßige Pausen: Machen Sie regelmäßig Pausen, um sich zu bewegen, zu dehnen und zu strecken.
  • Bewegung im Alltag: Integrieren Sie mehr Bewegung in Ihren Alltag, z.B. indem Sie Treppen steigen, zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren.
  • Stressmanagement: Erlernen Sie Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Meditation, um Stress abzubauen.
  • Achtsamkeit: Achten Sie auf Ihre Körperhaltung und vermeiden Sie langes Sitzen in einer gekrümmten Haltung.
  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Ballaststoffen kann Verdauungsproblemen vorbeugen.
  • Vermeidung von Triggerfaktoren: Identifizieren Sie Faktoren, die Ihre Beschwerden auslösen oder verstärken, und versuchen Sie, diese zu vermeiden.

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