Einführung
Die Spagyrik ist ein altes alchemistisches Naturheilverfahren, das Pflanzen, Mineralien und Metalle in einer speziellen Aufbereitung vereint. Sie zielt darauf ab, Heilungsprozesse im Körper anzuregen und das Selbstheilungspotenzial zu fördern. Ein wichtiger Aspekt der spagyrischen Wirkung ist die Beeinflussung des autonomen Nervensystems, welches eine zentrale Rolle bei der Regulation vieler Körperfunktionen spielt. Dieser Artikel beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Spagyrik und dem autonomen Nervensystem und zeigt auf, wie diese traditionelle Heilmethode zur Wiederherstellung des inneren Gleichgewichts beitragen kann.
Das autonome Nervensystem: Ein Überblick
Das autonome Nervensystem (ANS), auch als vegetatives Nervensystem bezeichnet, steuert lebenswichtige Körperfunktionen, die unbewusst ablaufen. Dazu gehören Atmung, Herzschlag, Verdauung, Stoffwechsel und die Funktion der inneren Organe. Das ANS besteht aus zwei Hauptteilen:
- Sympathikus: Der Sympathikus ist der "Aktivierungsnerv". Er bereitet den Körper aufStress, Anstrengung und Kampf oder Flucht vor. Er erhöht Herzfrequenz, Blutdruck und Energiebereitstellung.
- Parasympathikus: Der Parasympathikus ist der "Ruhenerv". Er fördert Entspannung, Erholung und den Aufbau von Energiereserven. Er senkt Herzfrequenz und Blutdruck und fördert die Verdauung.
Ein gesundes ANS zeichnet sich durch ein ausgewogenes Zusammenspiel von Sympathikus und Parasympathikus aus. Gerät dieses Gleichgewicht aus der Balance, kann es zu vielfältigen Beschwerden kommen.
Spagyrik: Ein ganzheitlicher Ansatz zur Heilung
Die Spagyrik betrachtet den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele. Sie geht davon aus, dass Krankheiten durch ein Ungleichgewicht dieser Ebenen entstehen. Spagyrische Arzneimittel werden aus natürlichen Substanzen hergestellt, die durch einen speziellen alchemistischen Prozess aufbereitet werden. Dieser Prozess umfasst Gärung, Destillation und Veraschung, wodurch die Essenzen eine Dynamik erhalten, die im Körper Heilungsprozesse anstoßen kann.
Spagyrische Mittel unterdrücken die natürlichen Abwehrreaktionen des Körpers nicht, sondern fördern die Wiederherstellung des natürlichen Gleichgewichts. Sie können die Vitalkraft des Organismus gezielt stärken, die Entgiftung des Körpers ankurbeln und so zu einer spürbaren Entlastung des Stoffwechsels führen.
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Die Wirkung der Spagyrik auf das autonome Nervensystem
Spagyrische Essenzen können auf unterschiedliche Weise auf das autonome Nervensystem wirken:
- Regulation des Nervensystems: Sowohl die Neuraltherapie als auch die Segmenttherapie nutzen die Tatsache, dass unser Nervensystem all unsere Körperfunktionen mitorganisiert. Besonders das vegetative (autonome) Nervensystem spielt dabei eine große Rolle. Beide Verfahren arbeiten über Nervenverschaltungen zwischen Haut und Organen einerseits (Segmenttherapie) oder zwischen tiefer liegenden Nervenpunkten und Organen (Neuraltherapie) andererseits, um Beschwerden zu therapieren.
- Stressabbau und Entspannung: Viele spagyrische Mittel enthalten Pflanzen mit beruhigenden und entspannenden Eigenschaften. Diese können helfen, den Sympathikus zu dämpfen und den Parasympathikus zu aktivieren, was zu einer Reduktion von Stress und Anspannung führt.
- Stärkung der Selbstheilungskräfte: Spagyrische Essenzen wirken auf einer tiefen Ebene und regen die Selbstheilungskräfte des Körpers an. Sie unterstützen den Organismus dabei, Regulationsblockaden zu lösen und das innere Gleichgewicht wiederherzustellen.
- Ausgleich von Yin und Yang: Die rhythmische, sich selbst regulierende Fähigkeit zum Ausgleich am mass des eigenen „Chi“ ist Grundlage für die menschliche Gesundheit. Die Fünf Elementenlehre besagt, dass alle Naturvorgänge einem dieser Elemente zugeordnet sind und jedes dieser Elemente einen Yin- und einen Yang-Anteil besitzt.
Anwendungsbereiche der Spagyrik
Spagyrische Essenzen finden bei einer Vielzahl von chronischen und akuten Krankheiten Anwendung. Sie können sowohl als eigenständige sanfte Therapie, aber auch als Begleittherapie, zum Beispiel einer homöopathischen oder konventionellen Behandlung, eingesetzt werden. Einige Beispiele für Anwendungsbereiche sind:
- Stressbedingte Beschwerden: Schlafstörungen, Nervosität, Erschöpfung, Burnout
- Verdauungsprobleme: Reizdarmsyndrom, Blähungen, Verstopfung
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen
- Hormonelle Störungen: Menstruationsbeschwerden, Wechseljahresbeschwerden
- Immunschwäche: Häufige Infekte, Allergien
- Chronische Schmerzen: Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen
Ergänzende Therapien zur Unterstützung des autonomen Nervensystems
Neben der Spagyrik gibt es weitere Therapien und Maßnahmen, die das autonome Nervensystem positiv beeinflussen können:
- Pflanzenheilkunde (Phytotherapie): Die Anwendung von Heil- bzw. Arzneipflanzen beim kranken Menschen. Sie ist aus der alten Kräuterheilkunde hervorgegangen. Die Pflanzenheilkunde nutzt den reinen Pflanzenauszug, z.B. aus Blättern, Blüten oder dem Wurzelstock und auch aus der gesamten Arzneipflanze.
- Neuraltherapie und Segmenttherapie: Besonders bei chronischen Erkrankungen können die Segmenttherapie und die Neuraltherapie die Reizleitung der Nervenfasern beeinflussen. Das wirkt auf die Regelkreise unseres Körpers umstimmend: Der entspannende Teil des vegetativen Nervensystems wird unterstützt, die Durchblutung gefördert, Entzündungen gehemmt. Regulationsblockaden können aufgehoben werden.
- Qi Gong: Qi Gong wirkt regulierend auf das autonome Nervensystem, v. a. durch seine langsamen, achtsamen Bewegungen, verbunden mit einer bewussten Atmung. Gerade traumatisierte Menschen erleben oft eine dauerhafte Übererregung oder eine chronische Erstarrung - Zustände, die durch Qi Gong sanft moduliert werden können.
- Craniosacraltherapie: Mit gezielten, achtsamen Berührungen am Kopf (Cranium), der Wirbelsäule und dem Kreuzbein (Sacrum) werden Spannungen erkannt und sanft gelöst.
- Ausleitungsverfahren: Ausleitungsverfahren beinhalten verschiedene naturheilkundliche Therapiemethoden, die auf Basis der sog. Säftelehre angewendet werden. Zu diesen Therapiemethoden gehören u.a.: Ableitung über Nieren und Darm, Aderlass, Blutegelbehandlung, Baunscheidtieren und Schröpfkopfbehandlung (“blutig” und “trocken”).
- Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Gemüse, Obst und Vollkornprodukten kann das Nervensystem stärken. Bitterstoffe können zudem die Verdauung anregen und das Gleichgewicht im Darm fördern.
- Entspannungstechniken: Autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Meditation und Yoga können helfen, Stress abzubauen und das autonome Nervensystem zu beruhigen.
- Bewegung: Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft fördert die Durchblutung und stärkt das Nervensystem.
- Achtsamkeit: Achtsamkeitspraktiken helfen, die eigenen Bedürfnisse besser wahrzunehmen und Stressoren frühzeitig zu erkennen.
Fallbeispiele
- Herr M., Trigeminusneuralgie: Herr M. hatte nun schon zum zweiten Mal in kurzen Abständen einen Schub einer Trigeminusneuralgie mit starken Schmerzen im Gesicht. Er erhält fünf Mal eine Quaddel-Therapie entlang des Verlaufs dieses Gesichtsnervs. Zudem spritzen wir am Austrittspunkt des Trigeminusnervs unter dem Ohr im Sinne der Neuraltherapie ein homöopathisches Mittel unter die Haut. Bisher trat keine weitere Neuralgie auf.
- Marisa B., Prüfungsangst: Marisa B. macht gerade ihren Uni-Abschluss und die Prüfungen nahen. Sie ist unruhig und hibbelig, hat Lampenfieber und kann nur noch schlecht einschlafen. Dort, wo am Rücken der Sympathikus - der „Stress- und Angstnerv“ unseres vegetativen Nervensystems - verläuft, spritzen wir zwei Mal wöchentlich in dichter Folge ein beruhigendes und ausgleichendes Präparat ins Unterhautgewebe. An der Reflexzone für die Hormondrüsen setzen wir Schröpfköpfe auf. Ein Pflanzenpräpart, das Marisa drei Mal täglich einnimmt, ergänzt die Therapie.
Die Bedeutung von Bitterstoffen
Bitterstoffe nehmen in der traditionellen Medizin unzähliger Kulturkreise seit Jahrtausenden und rund um den Globus einen außerordentlich wichtigen Stellenwert ein. Sie können verschiedenste Systeme ansprechen - z.B. die Verdauung, das Nervensystem und das Immunsystem.
Wirkung von Bitterstoffen:
- Verdauung: Bitterstoffe beeinflussen die Verdauung in mannigfaltigster Weise. Sie entfalten ihre erste Wirkung bereits in Sekundenschnelle, nachdem sie mit unserer Zunge in Kontakt gekommen sind. Ihr bitterer Geschmack stimuliert so nicht nur den Magen, sondern ebenfalls die Leber, die Gallenblase und die Bauchspeicheldrüse, welche für die Sekretion von Verdauungssäften und Verdauungsenzymen verantwortlich sind.
- Leber: Der Leberstoffwechsel ist eine traditionelle Domäne der Bitterstoffe. Die Leber als das zentrale Stoffwechselorgan, verarbeitet Nährstoffe und macht diese für den Körper nutzbar. Als das Hauptentgiftungsorgan baut sie Schadstoffe aus Stoffwechsel und Nahrung ab. Von besonderer Bedeutung ist die Produktion von Gallensaft, der benötigt wird, um die Fette im Darm aufzuspalten und aufzunehmen.
- Darmflora und Immunsystem: Der Magen-Darm-Trakt ist nicht nur für die Verdauung zuständig, sondern gleichzeitig eines der wichtigsten Organe für das Immunsystem. In ihm spielen sich viele das Immunsystem unterstützende Reaktionen ab, die durch die Einnahme von Bitterstoffen angeregt werden können.
- Heißhunger auf Süßes: Bitter ist der Gegenspieler von Süß. Der intensiv bittere Geschmack hat deshalb das Potenzial, die Lust auf Süßes zu begrenzen. Durch den bitteren Geschmack lässt der Appetit schneller nach und die Stimulierung der auf „bitter“ gepolten Verdauungssäfte können das Verlangen nach Zucker senken.
Wie können Bitterstoffe eingenommen werden?
Die effektivste Form ist die Einnahme von Bitterkräuter-Tinkturen, Bitter-Elixieren, Kräuteressenzen oder als Granulat zum Kauen. Von diesen nimmt man - nach therapeutischer Empfehlung - ein paar Tropfen oder Körner zu sich und verfügt dadurch über eine ausreichende Menge Bitterwirkstoffe.
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Apo-Spas Pekana: Ein spagyrisches Komplexmittel bei Krämpfen
Apo-Spas Pekana ist ein homöopathisch-spagyrisches Arzneimittel, das bei Krämpfen und Kontraktionen der glatten und quergestreiften Muskulatur entzündlichen, infektiösen und psychosomatischen Ursprungs angezeigt ist. Es enthält eine Kombination aus verschiedenen spagyrischen Essenzen, die synergistisch wirken:
- Amni visnaga TM spagyric: Spasmolytische Wirkung auf die glatte Muskulatur, das Herz, die Bronchien, den Magen-Darm-Trakt und die Harnwege.
- Belladonna D4 spagyric: Entzündungszustände mit schnellem und heftigem Beginn (Rötung, Kalor, Schmerz) und starkem Schwitzen, begleitet von Überempfindlichkeit. Krämpfe.
- Cuprum aceticum D4: Spastische und krampfartige Formen der glatten Muskulatur und Muskulatur striata: Muskelkrämpfe, spastische Bauchschmerzen; Husten, Bronchospasmus, Asthma. Die Zeichen haben den Charakter von Schärfe, Schnelligkeit der Veränderung und Periodizität. Cuprum ist nervös, überempfindlich und leicht reizbar.
- Hyosciamus niger D4 spagyric: Spezifische Wirkung für das zentrale und autonome Nervensystem, wo es Krämpfe im Verdauungs- und Atmungssystem (krampfartiger Husten) und im Becken kontrolliert.
- Ignatia D4 spagyric: Konstitutionelles homöopathisches Mittel bei neurovegetativer Labilität (Ängstlichkeit, Furcht, Schüchternheit und unterdrückter Wut im Wechsel mit Erregung), oft somatisiert mit hysterischem Bolus, sensorischer Hyperästhesie (Kälte, Hunger, unerträglicher Schmerz) und neurologischen Störungen (Krämpfe, Krämpfe) und Hellseher (Neuralgie, Neuritis, Migräne).
- Potentilla anserina TM spagyric: Adstringierend bei Durchfallformen und insbesondere bei der Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen, die durch Krämpfe gekennzeichnet sind.
- Secale cornutum D4 spagyric: Mittel mit spezifischem Tropismus für Krämpfe der glatten Muskelfasern, es wirkt hauptsächlich auf die Gefäße (Vasokonstriktionssyndrome), die Eingeweide und die Gebärmutter.
- Tabacum D6: Spastisches Syndrom. Gefäßkrämpfe.
Trauma und Qigong
In einer Zeit wachsender gesellschaftlicher und individueller Belastung rückt das Thema „Trauma“ zunehmend in das Bewusstsein von Therapeuten. Ob in der Psychotherapie oder im naturheilkundlichen Bereich: Immer mehr Fachpersonen stehen vor der Herausforderung, mit Klienten zu arbeiten, die in ihrem Leben emotional überfordernde Erfahrungen gemacht haben. Gleichzeitig steigt das Interesse an körperzentrierten Methoden zur Stabilisierung und Regulation des Nervensystems. Eine davon ist Qigong.
Trauma wird heute weniger als Auslöser verstanden, sondern vielmehr als die Reaktion des Nervensystems auf eine Überforderung, die nicht verarbeitet werden konnte. Qigong wirkt regulierend auf das autonome Nervensystem, v. a. durch seine langsamen, achtsamen Bewegungen, verbunden mit einer bewussten Atmung. Gerade traumatisierte Menschen erleben oft eine dauerhafte Übererregung oder eine chronische Erstarrung - Zustände, die durch Qigong sanft moduliert werden können.
Neurostress und Burnout
Der Begriff Stress wird in unserem täglichen Leben häufig verwendet. Die Antwort und Auswirkungen auf Stressbelastungen beeinflussen stets den ganzen Organismus. Die neurologische Antwort auf einen Stressreiz erfolgt über das autonome Nervensystem. Vor einigen Jahren hat die Weltgesundheitsorganisation WHO den Stress als größte Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhunderts benannt. Die Diagnose des Neurostress erfolgt am sinnvollsten über einen kombinierten Speichel- und Urintest.
Das Grundprinzip der Behandlung ist die Wiederherstellung einer normalen Nebennierenfunktion und Ausgleich eines Mangels an Neurotransmittern auf natürliche Weise. Ideal ist es, wenn sie die körperliche Behandlung durch begleitende seelische Therapieangebote unterstützen.
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