Spinalkanalstenose und Erektionsstörungen: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Die Spinalkanalstenose, eine Verengung des Wirbelkanals, betrifft viele Menschen im Alter über 60 Jahren. Die Symptome können Rückenschmerzen, Beinschwäche und Erektionsstörungen umfassen. Dieser Artikel untersucht die Zusammenhänge zwischen Spinalkanalstenose und Erektionsstörungen, einschließlich Ursachen, Diagnose und Behandlungsoptionen.

Einführung

Mit zunehmendem Alter klagen immer mehr Menschen über Beschwerden aufgrund einer Spinalkanalstenose. Gut jeder fünfte der über 60-Jährigen ist betroffen. Ihr Ursprung ist eine Verengung des Rückenmarkkanals.

Was ist eine Spinalkanalstenose?

Der Spinalkanal (Wirbelkanal) ist ein Teil der Wirbelsäule, der vor allem als Schutz für das durch ihn laufende Rückenmark dient. Normalerweise ist im Spinalkanal genug Platz für den Nervenstrang, die Spinalnerven. Bei einer Spinalkanalstenose variieren die Symptome. Häufig beginnt es mit einfachen Rückenschmerzen, die sich mit der Zeit verschlimmern. Besonders oft tritt diese Verengung des Wirbelkanals im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) auf, in diesem Fall spricht man von einer Lumbalen Spinalkanalstenose. Die Beine kribbeln, tun besonders nach längerem Gehen weh und der Rücken schmerzt? Vor allem, wenn die Schmerzen beim Vornüberbeugen nachlassen, könnten die genannten Symptome Anzeichen einer Spinalkanalstenose sein.

Symptome einer Spinalkanalstenose

Die Symptome einer Spinalkanalstenose können vielfältig sein:

  • Rückenschmerzen: Häufig beginnend als einfache Rückenschmerzen, die sich mit der Zeit verschlimmern.
  • Beinschmerzen: Schmerzen in den Beinen, die besonders nach längerem Gehen auftreten.
  • Ermüdung und Schwächung der Beine: Zunehmende Ermüdung und Schwächung der Beine, oft begleitet von Kribbeln oder Taubheitsgefühl.
  • Nachlassen der Schmerzen beim Vornüberbeugen: Typisch ist, dass die Schmerzen beim Vornüberbeugen, Sitzen oder Fahrradfahren nachlassen.

All dies können Anzeichen einer Spinalkanalstenose sein. Hierbei wird der Rückenmarkskanal an der Wirbelsäule verengt und die Spinalnerven geraten unter Druck oder werden sogar eingeklemmt.

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Ursachen einer Spinalkanalstenose

Oftmals gibt es mehrere Gründe für die schmerzhaften Symptome einer Spinalkanalstenose. So kann der Durchmesser des Wirbelkanals von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. Bei manchen Betroffenen ist er sogar schon von Geburt an verengt. Die Bandscheiben werden immer flacher und entsprechend breiter. Dadurch drücken sie gegen das hintere Längsband der Wirbelsäule, das zwischen den Bandscheiben und dem Rückenmark liegt, und die Nerven im Rückenmarkskanal geraten unter Druck. Außerdem wachsen den Wirbeln bei einem Verschleiß der Bandscheiben stattdessen knöcherne Höcker an den Seiten als ausgleichende Ersatz-Puffer bzw. -Abstandshalter für die flacher werdenden Bandscheiben.

Durch altersbedingten Verschleiß werden die Bandscheiben zwischen den Wirbelkörpern flacher und breiter. Durch die größere Beweglichkeit der Wirbelkörper entstehen in den kleinen Gelenken Knochenwucherungen, die den Spinalkanal immer weiter einengen und Druck auf die Nervenfasern im Spinalkanal ausüben können. Dennoch kann zwischen einer angeborenen (primäre Spinalkanalstenose) und erworbenen (sekundäre Spinalkanalstenose) Verengung unterschieden werden. Eine Arthrose kann beispielsweise zu Verdickungen von Bändern, Vorwölbungen der Bandscheibe im Wirbelkanal und somit zu einer Spinalkanalverengung führen.

Diagnose einer Spinalkanalstenose

Zur Darstellung des Rückenmarks in der Wirbelsäule wird in der Regel eine Kernspintomografie (MRT) durchgeführt. Sie macht die Spinalkanalstenose, die Bandscheiben und die Nervenwurzeln direkt sichtbar. Doch nicht jede erkennbare Verengung des Spinalkanals muss Beschwerden verursachen.

Behandlungsmöglichkeiten der Spinalkanalstenose

In der Regel wird bei der Diagnose Spinalstenose als erstes eine konservative Therapie - also eine nicht operative Methode - angewendet. Das kann sowohl eine medikamentöse, eine physiotherapeutische als auch eine physikalische Therapie sein.

Konservative Therapie

Die Physiotherapie soll die Wirbelsäule entlasten und stabilisieren. Dafür werden unter anderem die Rücken- und Bauchmuskeln trainiert. Auch die Ruhigstellung der Wirbelsäule durch eine Stufen- bzw. In einigen Fällen wird auch eine entlastende Orthese verwendet, die Sie im Sanitätsfachhandel erhalten. Zusätzlich kann eine physikalische Therapie Muskelverspannungen lösen. Die medikamentöse Schmerztherapie richtet sich in der Wahl der Medikamente nach der Schwere der Beschwerden bzw. In Einzelfällen werden dementsprechend auch muskelentspannende Mittel (Muskelrelaxantien) gegeben. Parallel zu einer Therapie können Patienten auch im Alltag ganz einfach mit Spinalkanalstenose Übungen und Verhaltensmaßnahmen dafür sorgen, dass die Schmerzen - zumindest für den Augenblick - weniger werden bzw.

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Die Ursache der Beschwerden, nämlich die fortschreitende knöcherne Einengung des Spinalkanals, lässt sich durch die Physiotherapie allerdings nicht rückgängig machen. Ziel der Physiotherapie ist es, die Rücken- und Bauchmuskulatur zu trainieren, denn starke Muskeln stabilisieren den Rücken und können die Lendenwirbelsäule entlasten. Das soll die Hohlkreuz-Position der Lendenwirbelsäule minimieren, damit sich der Spinalkanal weitet und die Nerven nicht mehr eingeklemmt werden. Medikamente unterstützen die Krankengymnastik, indem sie Schmerzen lindern und das Verkrampfen der Muskulatur verhindern.

Operative Therapie

Eine Operation sollte erst als letzte Möglichkeit in Erwägung gezogen werden. Eine Operation wird meistens minimal-invasiv, also über kleine Hautschnitte, durchgeführt. Eine Altersgrenze gibt es für diese OP nicht, da sie keinen allzu großen Eingriff darstellt. Der Vorteil der Operation einer Spinalstenose liegt im Gegenzug darin, dass die Wirbelverengung an der operierten Stelle nicht wieder auftreten kann.

Die operative Therapie besteht in einer Erweiterung (Dekompression) des Spinalkanals. Dabei sollte der Arzt nicht allein nach Röntgenaufnahmen entscheiden, sondern nach den tatsächlichen Beschwerden. Nicht selten sehen die Röntgenbilder schlimm aus, aber die Betroffenen haben kaum Beschwerden.

Übungen und Verhaltensmaßnahmen

Den Nabel in Richtung Wirbelsäule ziehen und das Becken nach hinten kippen kann Schmerzen lindern. Sportlich aktiv bleiben, denn die Bauch- und Rückenmuskeln stützen Ihre Wirbelsäule. Täglich einige Minuten trainieren, am besten auch mit Wackelbrett und Schwingstab.

Erektionsstörungen nach Operationen an der Wirbelsäule

Jede Operation ist mit kleinen oder großen Risiken verbunden. Und selbst wenn die Operation an sich gut verlaufen ist, kann es danach - vorübergehend oder dauerhaft - zu Einschränkungen und Folgeerkrankungen kommen. Erektionsstörungen können vor allem nach Eingriffen an der Wirbelsäule und im Beckenbereich auftreten. Vor allem bei Operationen an der Wirbelsäule und im Bereich des Beckens können Nerven und Blutgefäße beschädigt werden, die für die Erektionsfähigkeit wichtig sind.

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Ursachen für Erektionsstörungen nach Operationen

Nervenfasern leiten über das Rückenmark die für eine Erektion nötigen Impulse zwischen Gehirn und Geschlechtsorganen. Blutgefäße transportieren das erforderliche Blut in die Schwellkörper. Bei den Eingriffen kann es vorkommen, dass Nerven und Blutgefäße leicht oder schwer verletzt werden und somit die sexuellen Funktionen beeinträchtigt werden. Dieses Risiko ist den Chirurginnen und Chirurgen natürlich bewusst und es wird mit größter Sorgfalt gearbeitet, um Verletzungen zu vermeiden. Je nach Schwere und Art der Operation kann ein gewisses Risiko für Verletzungen jedoch nicht ausgeschlossen werden. Aber auch wenn bei der Operation alles glatt läuft und es zu keinen Verletzungen kommt, können Komplikationen nach einer Operation zu Erektionsstörungen führen.

Behandlung von Erektionsstörungen nach Operationen

Vor allem nach umfangreicheren Prostata-Operationen erleben die meisten Patienten erektile Dysfunktionen. Oftmals ist die Störung jedoch vorübergehend. Laut Aussagen der Johns Hopkins University erlangen 40 bis 50 Prozent der Patienten innerhalb von 12 Monaten dieselbe Erektionsfähigkeit wie vor der Operation zurück. Innerhalb von drei Jahren sind es bis zu 60 Prozent. Ob Erektionsstörungen nach einer OP wieder vorübergehen, ist zum Teil abhängig vom Alter und der allgemeinen Gesundheit des Patienten, aber auch davon, wie „nervenschonend“ die Operation durchgeführt werden konnte. In manchen Fällen bleiben die Erektionsstörungen dauerhaft bestehen. In beiden Fällen können verschiedene Behandlungen und Rehabilitationsmaßnahmen helfen, die Erektionsähigkeit teilweise oder ganz wiederzuerlangen. So kann Blut besser einfließen und eine Erektion unterstützen.

Erektile Dysfunktion nach einer Operation kann man mit Potenzmitteln (Sildenafil, Tadalafil), mechanischen Hilfsmitteln (Penisring, Penispumpe) und gegebenenfalls einer psychotherapeutischen Begleitung behandeln.

Welche spezifischen chirurgischen Eingriffe können Erektionsstörungen verursachen?

Operationen an der Wirbelsäule und im Bereich des Beckens bergen das Risiko, dass für die Erektion wichtiges Nervengewebe oder Blutgefäße beschädigt werden und so Erektionsstörungen entstehen. Dazu gehören zum Beispiel Prostataentfernung (Prostatektomie), Blasenoperationen, Darmoperationen oder Operationen an den Bandscheiben.

Individuelle Faktoren, die das Risiko erhöhen

Ob nach einer Operation Erektionsstörungen entstehen, hängt von vielen Faktoren ab. Das Risiko kann sich erhöhen, wenn bereits vor der Operation Erektionsstörungen bestanden oder bei einem ausgeprägt ungesunden Lebensstil (z. B. hoher Tabak- oder Alkoholkonsum). Auch das Alter und bestehende psychische Erkrankungen können eine Rolle spielen.

Präventive Maßnahmen

Neben der Stärkung der Allgemeingesundheit, kann insbesondere ein aktives Training der betroffenen Bereiche, durch Beckenbodentraining oder Physiotherapie sowie die frühzeitige Behandlung bestehender Gefäßerkrankungen oder Erektionsstörungen helfen, das Risiko von ernster erektiler Dysfunktion zu verringern.

Cauda-equina-Syndrom und Erektionsstörungen

Das Cauda-equina-Syndrom oder Kaudasyndrom ist ein sehr seltener neurologischer Notfall, bei dem es zu einer Schädigung der Nervenwurzeln des unteren Rückenmarks kommt. Neben starken Rückenschmerzen drohen dabei u.a. Gefühlsstörungen, Lähmungen und der Verlust der Blasenkontrolle. Meist ist ein mechanisches Problem im Wirbelkanal die Ursache, z. B. ein Bandscheibenvorfall oder eine Spinalkanalstenose. Ihre Schädigung führt dazu, dass der Stuhlgang nicht mehr kontrolliert werden kann, die Blase immer voller wird und der Urin ständig träufelt. Männer leiden zudem unter Erektionsstörungen.

Rückenmarkverletzungen und Erektionsstörungen

Wenn Sie als Mann von einer Rückenmarkverletzung betroffen sind, kann dies je nach Stelle und Schweregrad der Verletzung Ihr Sexualleben beeinträchtigen. Das Rückenmark weist zwei Bereiche, die Einfluss auf die Gliedsteifigkeit ausüben (s. unten), auf. Wie sich diese genau auf Erektionen auswirken, hängt von der Stelle der Verletzung ab. Außerdem ist zu berücksichtigen, ob ein totaler oder teilweiser Funktionsverlust durch die RMV vorliegt (d.h. vollständige oder unvollständige Verletzung).

Es gibt zwei Arten von Erektionen, die durch eine RMV beeinträchtigt werden können.

  • Psychogene Erektionen: Gehen vom Gehirn aus, wenn Sie etwas sehen, riechen oder hören, was sexuelle Erregung auslöst. Rückenmark-Zentrum für psychogene Erektionen: Die mit Th11 bis L2 bezeichneten Teile des Rückenmarks haben Einfluss auf diese Erektionen.
  • Reflex-Erektionen: Rückenmark-Zentrum für Reflex-Erektionen: Die mit S2 bis S4 bezeichneten Teile des Rückenmarks haben Einfluss auf diesen Typ Erektion.

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