Aktuelle Erkenntnisse und Erfahrungen in der Neurologie: Ein Überblick

Die Neurologie ist ein sich ständig weiterentwickelndes Feld, das sich mit der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems befasst. In Deutschland suchen jährlich etwa 800 Menschen Hilfe aufgrund von Leichtketten-Amyloidose, einer Erkrankung, bei der sich veränderte Eiweiße im Körper ablagern und Organe schädigen. Umfassende Versorgung bieten hier spezialisierte Zentren wie das Amyloidose-Zentrum Heidelberg, wo Experten aus verschiedenen Fachbereichen interdisziplinär zusammenarbeiten.

Interdisziplinäre Versorgung im Amyloidose-Zentrum Heidelberg

Das Amyloidose-Zentrum Heidelberg ist ein Beispiel für die Notwendigkeit einer interdisziplinären Zusammenarbeit in der Neurologie. Mit Spezialisten aus fünfzehn Fachbereichen bietet das Zentrum eine gezielte und fächerübergreifende Diagnostik, Beratung und Behandlung, die auf den individuellen Krankheitsverlauf abgestimmt ist. Rund 500 Patienten stellen sich jährlich neu im Zentrum vor.

Leistungen des Amyloidose-Zentrums

Das Zentrum bietet ein breites Spektrum an Leistungen, darunter:

  • Persönliche, telefonische und schriftliche Beratung von Patienten und Ärzten
  • Alle modernen Methoden der Diagnostik bei sämtlichen Amyloidose-Formen
  • Ambulante und / oder stationäre Therapie
  • Innovative Therapiekonzepte im Rahmen klinischer Studien
  • Zweitmeinungen

Um den Ursprung des Amyloids und das Ausmaß des Organbefalls zu klären, ist zunächst eine Reihe von Untersuchungen nötig. Diese können in den meisten Fällen an einem Tag in der Amyloidose-Ambulanz durchgeführt werden.

Behandlungsspektrum

Das Behandlungsspektrum umfasst:

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  • Normaldosierte Chemotherapie oder Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender Transplantation von Blutstammzellen bei Leichtketten-Amyloidose
  • Herz-Transplantation bei verschiedenen Amyloidoseformen
  • Medikamentöse Behandlung bei AA-Amyloidose
  • Medikamentöse Therapie und Lebertransplantation bei erblicher Transthyretin-Amyloidose

Unterstützend werden die einzelnen Organstörungen behandelt.

Beteiligte Abteilungen

Am Amyloidose-Zentrum Heidelberg sind folgende Abteilungen beteiligt:

  • Amyloidose-Ambulanz und Abteilung für Hämatologie, Onkologie, Rheumatologie, Medizinische Universitätsklinik
  • Abteilung für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie, Medizinische Universitätsklinik
  • Nierenzentrum des Universitätsklinikums Heidelberg
  • Neurologische Universitätsklinik
  • Abteilung für Gastroenterologie, Infektionskrankheiten und Vergiftungen, Medizinische Universitätsklinik
  • Zentrum für interstitielle & seltene Lungenerkrankungen, Thoraxklinik
  • Abteilung für Allgemeine, Viszerale und Transplantationschirurgie, Chirurgische Universitätsklinik
  • Universitätsklinik für Herzchirurgie
  • Institut für Humangenetik
  • Abteilung Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Radiologische Universitätsklinik
  • Abteilung Neuroradiologie
  • Abteilung Nuklearmedizin, Radiologische Universitätsklinik
  • Universitäts-Augenklinik
  • Pathologisches Institut
  • Universitäts-Kinderklinik

Derzeit wird in klinischen Studien die Wirksamkeit verschiedener medikamentöser Therapieansätze geprüft.

Seltene Blutkrankheiten und angeborene Störungen der Blutbildung

Am Universitätsklinikum Heidelberg besteht langjährige Erfahrung in der Behandlung sämtlicher Anämien bei Mangel an funktionsfähigem Hämoglobin. Ursachen sind u.a. eine fehlerhafte bzw. verminderte Bildung der Globinketten des Hämoglobins (z.B. Thalassämie, Sichelzellerkrankung), Störungen im Eisenstoffwechsel (angeborene Formen der Eisenmangelanämie, angeborene und erworbene Formen der Eisenüberladung, z.B. juvenile Hämochromatose), chronisch-entzündliche Erkrankungen (Anämie chronischer Erkrankungen, chronische Infektanämie), der vorzeitige Abbau roter Blutkörperchen (Hämolytische Anämien: z.B. Kugelzellenanämie, hereditäre Sphärozytose, autoimmun-hämolytische Anämien), Vitaminmangel Angeborene und erworbene Aplastische Anämien, bei denen nicht alle bzw. keine Blutzellen im Knochenmark gebildet werden (z.B. Fanconi-Anämie, Diamond-Blackfan-Anämie, Shwachman-Diamond Syndrom)Blutstillungs- und Blutgerinnungsstörungen bei verminderter Anzahl oder Funktion der Blutplättchen (Thrombozytopenie, Thrombozytopathie, Thrombozytose), Mangel bzw. Überschuss an Gerinnungsfaktoren (Hämophilie bzw. Thrombophilie)Angeborene Immunschwächen bei verschiedenen Störungen des körpereigenen Abwehrsystems.

Das Zentrum für seltene Blutkrankheiten ist in der Universitätsklinik für Pädiatrische Onkologie, Hämatologie und Immunologie des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg angesiedelt. Diese zählt mit jährlich rund 10.000 ambulanten Besuchen und ca. 3.500 stationären Behandlungen zu den größten Einrichtungen dieser Art in Deutschland. Die Stammzell-Transplantation führen wir in enger Zusammenarbeit mit den Spezialisten der Medizinischen Universitätsklinik durch. So profitieren unsere Patienten von mehr als 25 Jahren Erfahrung auf diesem Gebiet. Ebenfalls mit Mandat der GPOH haben wir ein Register für Patienten mit Seltenen Anämien aufgebaut. Ziel unserer patientenorientierten Forschung ist es, Diagnostik und Behandlungsstrategien bei seltenen hämatologischen Erkrankungen kontinuierlich zu verbessern. Dazu untersuchen wir die molekularen Ursachen der einzelnen Störungen, um Ansätze für zukünftige Therapien zu identifizieren. Schwerpunkte sind dabei Regulationsmechanismen des Eisenstoffwechsels, die Steuerung der Hämoglobinsynthese und der Bildung wichtiger Blutgerinnungsstoffe. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit Forschungsgruppen innerhalb des Universitätsklinikums sowie externer Einrichtungen wie dem Europäischen Labor für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg.

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Tropenmedizinische Herausforderungen in einer globalisierten Welt

Die Zuordnung viraler, bakterieller und parasitärer Erkrankungen zu den "Tropen" und "Subtropen" ist in unserer globalisierten Welt nicht mehr einfach. Patienten, die an "tropischen" Infektionserkrankungen leiden, suchen Hilfe weit außerhalb der "Tropen" und "Subtropen": Reiserückkehrer und Menschen, die in den "Tropen" und "Subtropen" geboren und aufgewachsen sind und ihren neuen Lebensmittelpunkt in unseren Breiten gefunden haben. Sie sind darauf angewiesen, dass wir ihre Probleme kennen, diagnostizieren und therapieren können.

Spezialsprechstunden und Forschungsschwerpunkte

In der Spezialsprechstunde für ‚Echinokokkose’ diagnostizieren und behandeln wir Patienten mit Fuchsbandwurm- und Hundebandwurminfektionen. Die Fuchsbandwurminfektion kommt auch in Deutschland vor und breitet sich aus. Die Spezialsprechstunde für mykobakterielle Erkrankungen behandelt Schwerpunktmäßig extrapulmonale Tuberkulose. Das gesamte Spektrum der Diagnostik und Therapie der Tropenerkrankungen an. In der Tropenmedizinischen Ambulanz und der Spezialsprechstunde Echinokokkose werden jährlich ca. Alle gängigen Methoden der Diagnostik sind verfügbar in den Laboren der Abteilung Infektions- und Tropenmedizin und der Abteilung Parasitologie. Die beiden Labore bilden funktionell eine Einheit und werden fachärztlich von der Tropenmedizinischen Ambulanz supervidiert. Die Ambulanz ist eingebunden in das Netzwerkder deutschen tropenmedizinischen Einrichtungen. Interdisziplinäre Patientenbesprechungen zur Diagnostik und Therapie finden mit den Abteilungen für Radiodiagnostik (wöchentliche radiologische Konferenz), der Chirurgischen Klinik und Thoraxklinik, der interdisziplinären Endoskopie, der Abteilung Gastroenterologie (Intensivmedizinische Behandlung von Patienten mit komplizierter Malaria) und je nach Organbeteiligung und Alter mit der Kinderklinik statt.

Forschungsschwerpunkte sind:

  • die mykobakterielle Erkrankung Buruli Ulkus. Im Bereich Buruli Ulkus arbeiten wir seit vielen Jahren mit Partnern in der Elfenbeinküste und der Schweiz zusammen.
  • die zystische Echinokokkose und alveoläre Echinokokkose. Unser wissenschaftliches Hauptarbeitsgebiet ist die Zysten-Stadieneinteilung und die Zystenstadien-gerechte Therapie von Patienten mit zystischer Echinokokkose.

Die Abteilung Infektions- und Tropenmedizin bietet eine Spezialsprechstunde für Tuberkulose und mykobakterielle Infektionen außerhalb der Lunge an. Mykobakterielle Infektionen können alle Teile des Körpers betreffen. Die Tuberkulose betrifft in etwa 20% ausschließlich Teile außerhalb der Lunge. Erkrankungen mit gleichzeitiger Beteiligung der Lunge und anderer Körperteile sind häufiger. Für diese Erkrankungen sind wir Zentrum für Diagnostik und Therapie. Dieses Thema wird in unserer Sektion intensiv in der Forschung und Klinik in Zusammenarbeit mit der Thoraxklinik Heidelberg und vielen internationalen Kooperationspartnern bearbeitet.

Endokrinopathien im Kindes- und Jugendalter

Endokrinopathien bezeichnen Krankheitsbilder, die durch eine gestörte Funktion der Hormondrüsen oder die fehlerhafte Wirkung der Hormone ausgelöst werden. Insgesamt kommen jährlich rund 2.500 Kinder in Deutschland mit einer angeborenen Endokrinopathie auf die Welt. Die einzelnen Erkrankungen sind sehr selten: So tritt z.B. die angeborene Schilddrüsenunterfunktion (primäre Hypothyreose) in Deutschland jährlich bei einem von 3.500 Neugeborenen, also bei ca. 200 Kindern, auf. Unbehandelt beeinträchtigen die Hormonstörungen die körperliche und geistige Entwicklung und Gesundheit der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen und können zu schweren Organschäden führen. Die Erkrankungen werden häufig durch Fehler im Erbgut verursacht und sind daher nicht heilbar.

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Diagnostik, Therapie und Früherkennung

Wir führen die Diagnostik, Therapie und Früherkennung für das gesamte Spektrum von angeborenen und erworbenen Hormonstörungen durch:

  • Primäre und sekundäre Störungen des Wachstums (Klein- und Hochwuchs)
  • Störungen der Schilddrüse
  • Störungen der Nebenschilddrüse
  • Störungen des Knochenstoffwechsels und Fehlbildungen des Skelettsystems
  • Metabolische Osteopathien
  • Störungen der Nebenniere
  • Störungen der Pubertät
  • Störungen der Geschlechtsentwicklung (Disorders of sexual development / DSD)
  • Störungen der Hypophysen-Hypothalamus Achse und des Wasserhaushaltes
  • Chromosomale Anomalien
  • Monogenetische Formen des Diabetes mellitus

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

(1) Hormonambulanz der Abteilung Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen in der Frauenklinik. In der Kinderklinik behandelt unser interdisziplinäres Team jährlich rund 5.000 Kinder und Jugendliche mit angeborenen und erworbenen Hormonstörungen sowohl ambulant als auch teil- und vollstationär; in der Hormonambulanz der Frauenklinik werden jährlich ca. Neugeborenenscreening (Bestätigungsdiagnostik) von primärer Hypothyreose und Adrenogenitalem Syndrom (AGS)Umfassende Diagnostik im Hormonlabor des Stoffwechselzentrums am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin und molekulargenetische Untersuchungen in Kooperation mit dem Institut für HumangenetikMolekulargenetische Untersuchungen auf ein potentielles Risiko der Entstehung von Keimzell-Tumoren bei weiblichen Patienten mit Y Chromosom und Varianten der Geschlechtsentwicklung in der Sektion für Reproduktionsgenetik der FrauenklinikAusgewiesene Expertise in Sonographie und weiteren Bildgebungsverfahren (Pädiatrische Radiologie)Gesamtes Therapiespektrum, ambulant, teil- und vollstationärErfahrenes Team aus Kinderärzten mit anerkannter Weiterbildung Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie, Kinderkrankenschwestern, Diätassistentinnen, Diabetes-Beraterin, Psychologen und SozialarbeiternErfahrenes Team mit anerkannter Weiterbildung in Gynäkologischer Endokrinologie und Fertilitätsstörungen und in Kinder- und JugendgynäkologieAuf den Einzelfall bezogene Hormontherapie und Anpassung der Therapie in verschiedenen Lebensphasen des ErwachsenenaltersOrganisation des reibungslosen Übergangs vom Kinder-Endokrinologen zum Erwachsenen-Endokrinologen (Transition)Die Sektion 'Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie' ist ein anerkanntes Ausbildungszentrum entsprechend den Richtlinien der Deutschen und Europäischen Arbeitsgemeinschaften Pädiatrische Endokrinologie (APE, ESPE) und besitzt die vollständige Ermächtigung zur Zusatzweiterbildung in der Pädiatrischen Endokrinologie und Diabetologie.

Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel

Die Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dipl.Psych. Hartmut Göbel bietet eine spezielle Therapie von Migräne mit und ohne Aura, Migräne-Komplikationen, alle Kopfschmerzen, wie z.B. chronische Spannungskopfschmerzen, Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch, Clusterkopfschmerz, Nervenschmerz (neuropathischer Schmerz), Rückenschmerz und andere Formen chronischer Schmerzerkrankungen.

Aufnahmeformalitäten

Zur Planung Ihres Aufnahmetermins bitten wir Sie, folgende drei Punkte zu erledigen:

  1. Ihr behandelnder Arzt stellt eine Verordnung von Krankenhausbehandlung aus.
  2. Bitten Sie Ihren Arzt, die Aufnahme-Checkliste auszufüllen.
  3. Füllen Sie den Schmerzkalender und den Schmerzfragebogen aus (s. Kasten rechts).

Senden Sie alle Unterlagen und zusätzlich Kopien aller relevanter Arztbriefe, Röntgenbilder etc. an die auf der Aufnahme-Checkliste angegebene Anschrift. Je nach Krankenkasse gelten folgende Regelungen für die Kostenübernahme: Zahlreiche Krankenkassen haben eine integrierte Versorgung ihrer Versicherten mit unserem Behandlungsnetz vertraglich geregelt. Für Versicherte der AOK Schleswig-Holstein, der Techniker Krankenkasse, der Deutschen Angestelltenkrankenkasse, der Hanseatischen Krankenkasse HEK, der Landwirtschaftlichen Krankenkasse Schleswig-Holstein und Hamburg , der Knappschaft Bahn See, der BKK vor Ort und der E.ON Betriebskrankenkasse erfolgt bei Vorliegen der Aufnahmebedingungen…

Weitere Angebote

Die Klinik bietet neben der stationären Aufnahme auch ambulante Behandlungen an. Zudem gibt es spezielle Angebote für Kinder und Jugendliche.

Schmerzkonferenzen

Im Zusammenhang mit der Einweisung, sowie der prä- oder poststationären Behandlung, können sich individuelle Fragen ergeben. Diese finden Mo, Di, Do, Fr. von 8:30 Uhr bis 9:15 Uhr und Mi von 17:00 Uhr bis 17:45 Uhr, Konferenzraum der Schmerzklinik Kiel, statt.

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