Sterbephase bei Demenz: Anzeichen, Begleitung und was Angehörige wissen müssen

Der Tod eines geliebten Menschen ist immer eine schmerzliche Erfahrung. Wenn dieser Mensch an Demenz erkrankt ist, kann der Sterbeprozess besonders belastend sein. Dieser Artikel soll Ihnen helfen, die Anzeichen der Sterbephase bei Demenz zu erkennen, den Sterbeprozess zu verstehen und den Betroffenen bestmöglich zu begleiten.

Der natürliche Sterbeprozess

Der Sterbeprozess steht am Ende einer natürlichen Alterung oder einer tödlich verlaufenden Erkrankung. Dabei verlangsamen sich die Körperfunktionen, bis sie schließlich ganz eingestellt werden. Die Anzeichen dafür können sich bereits Tage oder auch erst Stunden vor dem Tod einstellen.

Anzeichen der Sterbephase bei Demenz

Es ist wichtig zu verstehen, dass der Sterbeprozess bei jedem Menschen unterschiedlich verläuft. Bei Menschen mit Demenz können die Anzeichen jedoch schwerer zu erkennen sein, da sie sich oft nicht mehr verbal mitteilen können. Einige typische Anzeichen sind:

  • Veränderungen im Bewusstsein: Der Sterbende ist weniger erweckbar oder reagiert weniger auf seine Umgebung.
  • Veränderungen der Vitalzeichen: Der Herzschlag kann sich erhöhen, der Blutdruck sinken.
  • Veränderungen der Hautfarbe: Die Haut kann blass oder wächsern wirken, insbesondere im Bereich um Nase und Mund (sogenanntes Todesdreieck). Es kann auch eine bläulich gemusterte Haut an Armen und Beinen auftreten.
  • Kühle Extremitäten: Arme und Beine fühlen sich oft kühl an.
  • Veränderte Atmung: Die Atmung kann langsamer, flacher oder unregelmäßiger werden. Es kann zu Atemaussetzern kommen.
  • Rasselatmung: Durch die Ansammlung von Speichel und Sekret im Rachen kann ein rasselndes Atemgeräusch entstehen. Betroffene haben dabei in der Regel keine Atemnot.

Weitere mögliche Anzeichen:

  • Appetitlosigkeit und Ablehnung von Essen und Trinken
  • Nachlassende Kräfte und zunehmende Schwäche
  • Verlust der Kontrolle über Blase und Darm (Inkontinenz)
  • Unruhe oder Teilnahmslosigkeit
  • Verwirrtheit und Desorientierung

Ursachen für den Tod bei Demenz

Demenz selbst führt nicht zwangsläufig zum Tod, jedoch haben Menschen mit Demenz eine verkürzte Lebenserwartung. Dies liegt unter anderem daran, dass es den Betroffenen im späteren Verlauf der Krankheit immer schwerer fällt, auf ihre eigene Gesundheit zu achten und Frühwarnzeichen für Erkrankungen wahrzunehmen.

Die häufigste Todesursache bei Menschen mit Demenz ist die Lungenentzündung (Pneumonie). Dies ist oft auf Schluckstörungen zurückzuführen, wodurch Nahrung und Speichel in die Lunge gelangen und dort Entzündungen verursachen können (Aspirationspneumonie). Auch Herzrhythmusstörungen können eine Todesursache sein.

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Begleitung in der Sterbephase

Die Begleitung eines Menschen mit Demenz in der Sterbephase ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel Kraft und Einfühlungsvermögen erfordert. Im Vordergrund sollte immer das Wohlbefinden des Sterbenden stehen.

Was Sie tun können:

  • Sorgen Sie für eine ruhige und vertraute Umgebung: Vermeiden Sie unnötigen Lärm und Stress.
  • Bieten Sie Nähe und Zuwendung: Halten Sie die Hand, sprechen Sie beruhigend und zeigen Sie Ihre Zuneigung.
  • Achten Sie auf die Bedürfnisse des Sterbenden: Bieten Sie Flüssigkeit an, auch wenn der Betroffene nicht mehr viel trinken möchte. Sorgen Sie für eine angenehme Temperatur und bequeme Lagerung.
  • Respektieren Sie die Wünsche des Sterbenden: Manche Menschen möchten in ihren letzten Stunden nicht alleine sein, andere ziehen die Stille vor.
  • Beziehen Sie spirituelle Bedürfnisse mit ein: Wenn der Sterbende religiös ist, kann ein Gespräch mit einem Seelsorger tröstlich sein.

Umgang mit spezifischen Symptomen:

  • Rasselatmung: Eine Veränderung der Körperposition kann helfen, das Sekret anders zu verteilen und das Geräusch vorübergehend zu mindern. Das Absaugen des Sekrets ist in den meisten Fällen nicht empfehlenswert, da es für den Sterbenden sehr belastend sein kann.
  • Unruhe: Versuchen Sie, die Ursache der Unruhe zu finden (z.B. Schmerzen, Angst). Beruhigende Maßnahmen wie Berührungen, Massagen oder Musik können helfen.
  • Schmerzen: Achten Sie auf Anzeichen von Schmerzen (z.B. verändertes Verhalten, Stöhnen) und informieren Sie den Arzt. Eine gute Schmerztherapie ist wichtig, um dem Sterbenden Leiden zu ersparen.

Rechtliche und organisatorische Aspekte

In der Sterbephase ist es wichtig, rechtliche und organisatorische Aspekte zu klären. Dazu gehören:

  • Patientenverfügung: Liegt eine Patientenverfügung vor, in der der Sterbende seine Wünsche bezüglich der medizinischen Behandlung und Pflege geäußert hat?
  • Vorsorgevollmacht: Wer ist bevollmächtigt, Entscheidungen für den Sterbenden zu treffen, wenn er selbst nicht mehr dazu in der Lage ist?
  • Bestattungsvorsorge: Hat der Sterbende eine Bestattungsvorsorge abgeschlossen?
  • Benachrichtigung des Arztes: Informieren Sie den Arzt über den Zustand des Sterbenden. Er kann die notwendige medizinische Versorgung sicherstellen und den Tod feststellen.

Unterstützung für Angehörige

Die Begleitung eines Menschen mit Demenz in der Sterbephase ist eine große Belastung für die Angehörigen. Es ist wichtig, sich Unterstützung zu suchen und die eigenen Grenzen zu respektieren.

Mögliche Anlaufstellen:

  • Hausarzt: Der Hausarzt kann Sie medizinisch beraten und Ihnen bei der Organisation der Pflege helfen.
  • Pflegedienst: Ein ambulanter Pflegedienst kann die Pflege zu Hause übernehmen und Sie entlasten.
  • Hospizdienst: Ein Hospizdienst bietet Sterbebegleitung zu Hause oder in einem Hospiz an.
  • Selbsthilfegruppen: In einer Selbsthilfegruppe können Sie sich mit anderen Angehörigen austauschen und gegenseitig unterstützen.
  • Psychologische Beratung: Eine psychologische Beratung kann Ihnen helfen, mit Ihren Gefühlen und Ängsten umzugehen.

Die Trauerphase

Der Tod eines geliebten Menschen ist immer schmerzhaft. Jeder Mensch trauert auf seine eigene Weise und benötigt Zeit, um den Verlust zu verarbeiten. Es ist wichtig, sich die Zeit zu nehmen, die man braucht, und sich Unterstützung zu suchen, wenn man sie benötigt.

Mögliche Hilfen:

  • Gespräche mit Freunden und Familie
  • Trauergruppen
  • Psychologische Beratung
  • Spirituelle Begleitung

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