Studium Neurologie in Bochum: Voraussetzungen und Perspektiven

Die Ruhr-Universität Bochum (RUB), gelegen im Herzen des Ruhrgebiets, zählt mit etwa 40.000 Studierenden zu den führenden Universitäten Deutschlands. Ihr akademisches Profil ist interdisziplinär und praxisorientiert, was besonders Studierende anspricht, die Wert auf eine starke Forschungsorientierung legen. Die moderne Campus-Struktur fördert den Austausch zwischen verschiedenen Fachrichtungen und unterstützt eine internationale Ausrichtung durch zahlreiche Austauschprogramme und Kooperationen.

Grundlagen des Medizinstudiums in Bochum

Das grundständige Studienfach Humanmedizin vermittelt wissenschaftliches und praktisches Grundlagenwissen. Hierzu gehören Anatomie, Physiologie, Biochemie, Genetik, Pharmakologie, Medizinische Psychologie, Medizinische Soziologie sowie Teilbereiche der Medizin wie Allgemeinmedizin, Chirurgie, Innere Medizin, Kinderheilkunde und Neurologie.

Studienbeginn und Fristen

Das Studium beginnt ausschließlich im Wintersemester. Hier sind die wichtigsten Fristen und Termine:

Wintersemester:

  • Einschreibfrist Studienanfänger: 01.08.2025 - 15.09.2025
  • Bewerbungsfrist EU-Ausländer: 03.06.2025 - 15.07.2025
  • Bewerbungsfrist Nicht-EU-Ausländer: - 15.07.2025
  • Vorlesungszeit: 07.10.2024 - 31.01.2025

Sommersemester:

  • Einschreibfrist Studienanfänger: 01.02.2025 - 15.03.2025
  • Bewerbungsfrist EU-Ausländer: 03.12.2024 - 15.01.2025
  • Bewerbungsfrist Nicht-EU-Ausländer: - 15.01.2025

Die Onlinebewerbung für höhere Fachsemester ist zu einem Wintersemester in der Regel ab Anfang August und zu einem Sommersemester ab Anfang Dezember möglich.

Der Modellstudiengang Medizin an der Universität Witten/Herdecke (UW/H)

Für diejenigen, die einen Medizin-Studiengang suchen, der von Anfang an Patientenkontakt, eine zeitgemäße Ausbildung und Freiräume bietet, könnte der Modellstudiengang Medizin an der Universität Witten/Herdecke (UW/H) das Richtige sein. Vom ersten Semester an werden die Studierenden auf ihre Rolle als selbstständig handelnde Ärzte vorbereitet. Das Lernen erfolgt nicht nur aus Büchern, sondern auch durch praktische Übungen in Kleingruppen und unter fachlicher Anleitung.

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Praxisnahe Ausbildung

Im Medizin-Studium an der UW/H wird von Tag eins an eine praxisnahe Ausbildung zur Mediziner:in geboten. Die zentrale Lehr- und Lernform ist das Problemorientierte Lernen (POL). Anhand einer klar definierten Vorgehensweise bearbeiten die Studierenden in Kleingruppen vorgegebene medizinische Problemstellungen, wie sie auch im Arbeitsalltag als Ärztin oder Arzt vorkommen würden. Die Studierenden entscheiden, welches Wissen zur Lösung des Problems zu erarbeiten ist und welchen Weg sie einschlagen möchten. Das POL-Verfahren veranschaulicht inhaltlich-fachliche Themen und macht diese besser greifbar. Außerdem lernen die Studierenden, selbstständig Lösungen zu erarbeiten, trainieren ihr produktives Denkvermögen und stärken ihre Teamfähigkeit. Damit erhalten sie alle nötigen Fähig- und Fertigkeiten, um dauerhaft den Herausforderungen in der medizinischen Versorgung begegnen zu können, die demographischer Wandel, Hightech-Medizin, Privatisierung, Globalisierung und steigende Kosten im Gesundheitssektor mit sich bringen.

Persönlichkeitsentwicklung

Eine gute Ärztin bzw. einen guten Arzt zeichnet nicht nur das Fachwissen, sondern vor allen Dingen auch die Persönlichkeit aus. An der UW/H gibt es deshalb zahlreiche Möglichkeiten, sich auch persönlich weiterzuentwickeln; dazu dienen die Lern- und Prüfungswerkstatt, das Mentoring-Programm, Feedback-Gespräche, klinisches Reflexionstraining und natürlich das Studium fundamentale. Ob Tutorien, Allgemeinarztpraktika oder klinische Blockpraktika: Fast alles findet in Kleingruppen statt.

Internationale Perspektiven

Einblicke in Kulturen und Gesundheitsversorgungssysteme anderer Länder bedeuten einen wichtigen Perspektivwechsel. Sie tragen dazu bei, die eigenen Verhältnisse neu bewerten und einordnen zu können. Über 80 % der Studierenden nutzen diese Chance. Die Universität Witten/Herdecke kooperiert mit einer Reihe Universitäten und Kliniken, bei denen die Studierenden einen Auslandsaufenthalt absolvieren können. Das Angebot reicht von klinischen Blockpraktika über Abschnitte des Praktischen Jahres bis hin zu Spezialangeboten wie mehrwöchigen TCM-Praktika. Oft entstehen aus den geknüpften Kontakten auch Chancen auf spätere Weiterbildungsangebote. Universität und Studierende erweitern dieses Netzwerk stetig.

Ergänzende Studienangebote

Über 70 % der Patient:innen nehmen nach eigenen Angaben neben der sogenannten Schulmedizin alternative Behandlungsangebote in Anspruch. Wenn man sein Medizin-Studium um Wissen in Anthroposophischer Medizin, Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) oder Homöopathie ergänzen möchte, kann man die Begleitstudienangebote nutzen, die in die jeweiligen Hintergründe und Behandlungsverfahren einführen. In den Bereichen Anthroposophische und Traditionelle Chinesische Medizin kann man universitätsinterne Zertifikate erwerben.

Karrierewege

Mit dem Humanmedizin Studium qualifiziert man sich für eine Tätigkeit als Ärztin oder Arzt in einer Klinik, in der eigenen Praxis oder in anderen medizinischen Einrichtungen. Nach Beendigung des Studiums stehen zudem sämtliche Türen offen für Weiterbildungen in allen Fachgebieten der Medizin, z. B. der Allgemeinmedizin, Chirurgie, Kinderheilkunde, Urologie und vielen anderen. Wer Humanmedizin an der Uni Witten/Herdecke studiert, kann auch eine wissenschaftliche Karriere anstreben. Im Rahmen des Curriculums „wissenschaftliches Arbeiten“ ist ein Forschungssemester vorgesehen, das bereits während des Studiums Zeit für die Arbeit an der Promotion ermöglicht. Die Fakultät für Gesundheit der Universität Witten/Herdecke verleiht die akademischen Grade Doktor der Medizin (Doctor medicinae, Dr. med.) und Doktor der Theoretischen Medizin (Doctor rerum medicinalium, Dr. rer.

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Initiativen und Engagement

Die Universität Witten/Herdecke fördert Mut, Engagement, kritische Urteilsfähigkeit und Verantwortungsbereitschaft. Studierende können bereits während des Studiums internationale Hilfsprojekte begleiten, sich für sexuelle Aufklärung in Schulen einsetzen, auf Brustkrebsfrüherkennung aufmerksam machen oder gendergerechte Medizin voranbringen. Beim Initiativlabor findet man die Gruppe, die zu den eigenen Interessen passt, oder kann seine eigene studentische Initiative gründen. So wird Gesundheitsversorgung weiterentwickelt.

Integration von Theorie und Praxis

In den Ausbildungsstationen im Integrierten Begleitstudium Anthroposophische Medizin (IBAM) können die Studierenden im Praktischen Jahr ihres Medizinstudiums eigene Patient:innen betreuen. In hoher Eigenständigkeit und mit enger ärztlicher Supervision wachsen sie so stufenweise in ihr zukünftiges Berufsbild hinein. Im Modellprojekt LIC UW/H - den Longitudinal Integrated Clerkships - werden Studierende als „Co-Creators of Change“ tätig. Im ersten klinischen Jahr vertiefen sie ihr Wissen, indem sie Patient:innen durch das Gesundheitssystem begleiten - vom Hausarzt, in den OP und zurück. So lernen sie Behandlungen auch aus Sicht der zu Versorgenden kennen und begreifen, wie die einzelnen Disziplinen ineinandergreifen. Die Studierenden können sich einbringen, indem sie ihren Patient:innen helfen, sich im Gesundheitssystem zurecht zu finden, ihnen ärztliche Anordnungen erklären oder gut zuhören in existentiellen Krisen.

Karriereaussichten und Netzwerk

Die Universität Witten/Herdecke gehört zu den Top-Universitäten in Deutschland. Das haben nicht nur attraktive Arbeitgeber erkannt. Die Studiengänge sind zu 100 % staatlich anerkannt - und trotzdem stehen Persönlichkeit und Motivation im Mittelpunkt. Denn an der Uni Witten/Herdecke sind die Abi-Noten bei der Studienplatzvergabe nicht entscheidend.

Finanzierung

Der Umgekehrte Generationenvertrag (UGV) macht es möglich: Man kann erst studieren und den Studienbeitrag später einkommensabhängig bezahlen.

Studium fundamentale

Das Studium fundamentale (Stufu) eröffnet allen Studierenden Räume zum Experimentieren, Reflektieren und Gestalten. „Um tragfähige Lösungen für die Zukunft zu finden, brauchen wir Persönlichkeiten, die bestehende Denk- und Verhaltensmuster durchbrechen. Witten bereitet genau darauf vor.“

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Masterstudium Psychotherapie (KliPP) an der Ruhr-Universität Bochum

Für Studierende, die sich auf Psychotherapie spezialisieren möchten, bietet die Ruhr-Universität Bochum den Masterstudiengang Psychotherapie (KliPP) an.

Bewerbungszeitraum und Zulassungsvoraussetzungen

  • Bewerbungszeitraum: 01.06 bis 15.07.
  • Zugangsvoraussetzungen:
    • Bachelor in Psychologie oder gleichwertig
    • Jeweils mindestens 20 Kreditpunkte in den Bereichen „Methodenlehre“, „Intra- und Interpersonelle Prozesse“ (Sozial-, Entwicklungs- und Persönlichkeitspsychologie) sowie „Allgemeine und Biologische Psychologie“
    • Leistungen im Bereich der Neurowissenschaften (z.B.: „funktionelle Neuroanatomie“, „Neurophysiologie“ oder „Neuropsychologie“) im Umfang von 12 Kreditpunkten

Auswahlkriterien

Die Auswahl erfolgt auf der Basis der Bachelornote.

Einzureichende Unterlagen

  • Bachelorzeugnis
  • Leistungsübersicht (Transcript of Records)
  • ggf. Sprachzertifikat

Die Unterlagen müssen online eingereicht werden.

Vergangene Auswahlgrenzen

Die Zahlen geben die Ergebnisse aus der Vergangenheit wieder und lassen sich nicht einfach auf kommende Zulassungsverfahren übertragen.

  • WiSe 24/25: 2,3
  • WiSe 23/24: alle zugelassen
  • WiSe 22/23: 1,7
  • WiSe 21/22: 1,4 und Los
  • WiSe 20/21: 1,9 und Los
  • WiSe 19/20: 1,8 und Los
  • WiSe 18/19: 2,1 und Los
  • WiSe 17/18: 2,0

Anmerkungen

  • Ausbildung zum:zur Psychotherapeut:in nur noch im Rahmen der Übergangsregelung.

Masterstudiengänge im Bereich Neurowissenschaften

Neben dem Psychotherapie-Master gibt es auch spezialisierte Masterstudiengänge im Bereich Neurowissenschaften an verschiedenen Universitäten in Deutschland. Hier eine Auswahl:

  • Medical Neurosciences Master of Science (Charité - Universitätsmedizin Berlin)
  • Cognitive Neuroscience Master of Science (Freie Universität Berlin)
  • Computational Neuroscience Master of Science (Technische Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin)
  • Mind and Brain Master (Humboldt-Universität zu Berlin)
  • Biologie - Behaviour: From Neural Mechanisms to Evolution Master of Science (Universität Bielefeld)
  • Neurosciences Master of Science (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Universität Bremen, Georg-August-Universität Göttingen)
  • Translational Neuroscience Master of Science (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)
  • Interdisciplinary Neuroscience Master of Science (Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main)
  • Neuroscience Master of Science (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Universität zu Köln)
  • Experimental and Clinical Neurosciences Master of Science (Universität zu Köln)
  • Neurorehabilitation (berufsbegleitend) Master of Science (SRH University Gera, Hochschule Fresenius Köln)

Neurowissenschaften kann in insgesamt 24 Städten studiert werden, u.a. in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt / Main, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Münster.

Physiotherapie-Studium an der Hochschule Bochum

Ein weiterer interessanter Studiengang im Gesundheitsbereich ist der Bachelor of Science in Physiotherapie am Standort Gesundheitscampus der Hochschule Bochum.

Studienaufbau

Das Physiotherapie-Studium ist ein Vollzeitstudium über 7 Semester und beinhaltet berufsspezifische und interprofessionelle Module sowie praktische Studienphasen.

Studieninhalt

Das Studium vermittelt theoretisches und praktisches Wissen in der Physiotherapie. Neben Grundlagenwissen über die Bewegung und Funktion des menschlichen Körpers erwerben Sie umfassende physiotherapeutische Kompetenzen, besondere Kommunikationsfähigkeiten, interprofessionelle Kompetenzen und Forschungskompetenzen.

Voraussetzungen

  • Formale Voraussetzungen: (Bitte klicken Sie unten auf „Formale Voraussetzungen auf einen Blick")
  • Persönliche Interessensfelder und Voraussetzungen:
    • Spaß am Umgang mit Menschen, Kontaktfreude
    • Kein Problem mit körperlicher Nähe und Körperkontakt
    • Interesse am menschlichen Körper und Bewegung
    • Interesse daran, körperliche Probleme und Einschränkungen im Detail zu verstehen
    • Interesse an wissenschaftlichem Arbeiten und Fachliteratur
    • Interesse an der Auseinandersetzung mit englischsprachiger Fachliteratur
    • Spaß an Herausforderungen, hohe Lernbereitschaft, Selbstständigkeit und Flexibilität
    • Fähigkeit und Bereitschaft zur Selbstreflexion und -organisation

Perspektiven am Arbeitsmarkt

Absolvent*innen bieten sich sehr gute Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt und vielfältige Weiterqualifizierungsmöglichkeiten in der Patientenversorgung, in Leitungsaufgaben, in der Wissenschaft oder in anderen Bereichen.

Weiterbildungsmöglichkeiten in der Neurologie

Für Fachärztinnen und Fachärzte besteht bei entsprechendem klinischem Schwerpunkt die Möglichkeit, die Zusatzbezeichnung „Intensivmedizin-Neurologie“ zu erlangen. Die Klinikdirektorin verfügt über die volle Weiterbildungsbefugnis nach der neuen Weiterbildungsordnung. Die Weiterbildung der Assistenzärztinnen/Assistenzärzte erfolgt nach einem strukturierten Kurrikulum. Es können die Zertifikate für Elektromyographie, Elektroneurographie, Elektroenzephalographie und Ultraschall der entsprechenden Fachgesellschaften erworben werden.

Folgende Ausbildungsberechtigungen liegen in der Abteilung vor:

  • Dr. Lars Schönlau: Weiterbildungsbefugnis für EP und EMG/ENG
  • Prof. Dr. Dr. PD Dr. med.

Die Teilnahme an nationalen oder internationalen Kongressen wird finanziell unterstützt. Die Abteilung führt regelmäßig interne, öffentliche, regionale und überregionale Fortbildungsveranstaltungen durch. Durch die wissenschaftlichen Arbeitsgruppen bestehen Möglichkeiten zur Durchführung von Promotionen, insbesondere in den Bereichen Neuroonkologie, Epileptologie und Extrapyramidale Störungen.

EEG-Zertifikat und Zertifikat Epileptologie

Prof. Wellmer und Frau Dr. Grönheit sind Ausbildungsberechtigte für das DGKN EEG-Zertifikat. Die Voraussetzungen hierfür können in der Klinik im Rahmen der Rotation in die Ruhr-Epileptologie erworben werden. Für das Zertifikat Epileptologie sind die Mitgliedschaft in der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie, eine epileptologische klinische Ausbildung über mindestens 6 Monate, der Nachweis des EEG-Zertifikats der Deutschen Gesellschaft für klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN), die Teilnahme an zertifizierten epileptologischen Fortbildungsveranstaltungen sowie ein erfolgreich absolvierter Multiple-Choice-Test und eine mündliche Prüfung erforderlich. Für den Erhalt des Zertifikates ist eine regelmäßige Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen erforderlich. Der Verlängerungsantrag muss regelmäßig nach Ablauf von 5 Jahren gestellt werden.

Das Bochumer Modell in Ostwestfalen-Lippe (OWL)

Das Medizinstudium in Ostwestfalen-Lippe (OWL) erfolgt im Rahmen des sogenannten Bochumer Modells über die Ruhr-Universität Bochum. Das zweijährige vorklinische Studium und das erste klinische Studienjahr finden in Bochum statt. Das zweite und dritte klinische Studienjahr werden sowohl in Theorie als auch in Praxis an den Mühlenkreiskliniken und dem Klinikum Herford unterrichtet. Nach zwei klinischen Studienjahren in OWL legen die Studierenden das zweite Staatsexamen ab.

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