Multiple Sklerose (MS) ist eine Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems, die das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen kann. Ein SWR-Fernsehbeitrag rückte eine innovative Therapie in den Fokus, die neue Hoffnung verspricht: die CAR-T-Zell-Therapie. Dieser Artikel beleuchtet die Hintergründe dieser Therapie, ihre potenziellen Anwendungsbereiche bei MS und die Erfahrungen eines Patienten, dessen Leben sich durch diese Behandlung verändert hat.
Multiple Sklerose: Eine fortschreitende Erkrankung
Bei MS greifen fehlgeleitete Immunzellen die Schutzschicht der Nervenfasern im Gehirn und Rückenmark an. Dies führt zu Entzündungen und Schädigungen, die sich in vielfältigen Symptomen äußern können, darunter Bewegungseinschränkungen, Müdigkeit, Schmerzen und kognitive Beeinträchtigungen. Der Verlauf der Erkrankung ist individuell sehr unterschiedlich, und es gibt verschiedene Formen von MS.
Stefan Tenoth erhielt vor fast 25 Jahren die Diagnose Multiple Sklerose, zehn Jahre nach den ersten Symptomen. Er war damals Ende Zwanzig. Durch die Entzündungen im Körper konnte er sich immer schlechter bewegen. “Es ist ein ständiger Verlust von Selbstständigkeit und von Dingen, die man gerne macht”, so Tenoth. Kein Medikament wirkte auf Dauer.
CAR-T-Zellen: Eine innovative Immuntherapie
Die CAR-T-Zell-Therapie ist ein relativ neues Verfahren, das ursprünglich in der Behandlung von bestimmten Blutkrebsarten entwickelt wurde. Dabei werden dem Patienten T-Zellen entnommen und im Labor gentechnisch so verändert, dass sie Krebszellen erkennen und zerstören können. Diese modifizierten T-Zellen, sogenannte CAR-T-Zellen (CAR steht für Chimärer Antigenrezeptor), werden dem Patienten dann wieder zugeführt, um die Krebszellen gezielt zu bekämpfen.
CAR-T-Zellen - die Immuntherapie mit diesem sperrigen Namen zeigte ihre ersten Erfolge im Einsatz gegen einige Arten von Blutkrebs. Dabei werden sogenannten T-Zellen aus dem Blut der Patienten entnommen und im Labor genetisch verändert - sie werden zu CAR-T-Zellen. Sie können jetzt andere Immunzellen erkennen, die werden B-Zellen genannt. Wenn diese B-Zellen sich zu bösartigen Krebszellen entwickelt haben, können die T-Zellen sie mit der neuen Oberfläche unschädlich machen.
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CAR-T-Zellen bei Autoimmunerkrankungen: Ein vielversprechender Ansatz
Inzwischen gibt es Hinweise darauf, dass die CAR-T-Zell-Therapie auch bei Autoimmunerkrankungen wirksam sein könnte. Bei diesen Erkrankungen richtet sich das Immunsystem fälschlicherweise gegen körpereigenes Gewebe. B-Zellen sind Abwehrzellen des Körpers. Denn bei Autoimmunerkankungen bilden die B-Zellen Antikörper, die sich gegen den eigenen Körper wenden. Solche CAR-T-Zellen können auch bei Autoimmunerkrankungen wirksam sein - zum Beispiel bei seltenen Erkrankungen wie Lupus oder Myasthenie. Auch bei Multipler Sklerose gab es erste Erfolge. Das zeigen neue Forschungsergebnisse.
Der Ansatz besteht darin, die fehlgeleiteten B-Zellen, die an der Entstehung von Autoimmunerkrankungen beteiligt sind, gezielt auszuschalten. Durch die Eliminierung dieser B-Zellen soll das Immunsystem wieder ins Gleichgewicht gebracht und die Autoimmunreaktion gestoppt werden.
Zufall und Hoffnung: Stefan Tenoths Weg zur CAR-T-Zell-Therapie
Dass Stefan Tenoth auf die Idee kam, sich für eine solche Therapie zu melden, war ein Zufall. Im Juli 2024 sah er einen Beitrag bei SWR aktuell in dem die neue, noch experimentelle CAR-T-Zell- Therapie gegen Autoimmunerkrankungen vorgestellt wurde. Dieser Bericht weckte sein Interesse und gab ihm neue Hoffnung.
In Tübingen hat sich ein ganzes Team aus Fachleuten seinen Fall angeschaut. So eine experimentelle Therapie kommt bisher nur für wenige Patienten in Frage - denn die Nebenwirkungen können massiv sein. Die Neurologin Antje Guide-Jeppe von der Uniklinik Tübingen erläutert: "Tatsächlich waren wir erstmal sehr zurückhaltend, weil er nicht mehr ganz jung ist. Normalerweise werden CAR-T-Zellen bei Krebspatienten eingesetzt. Seit einigen Jahren gibt es immer mehr Hinweise, dass sie auch bei Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose wirken könnten. Stefan Tenoth hat mit Ende Zwanzig die Diagnose Multiple Sklerose bekommen. Stefan Tenoth bekam schließlich die Zusage.
Der Erfolg: Entzündungsfreiheit dank CAR-T-Zellen
Er erhielt seine CAR-T-Zellen im vergangenen Januar. Nach fünf Monaten erfolgte dann die entscheidende MRT-Untersuchung. “Und da hat man dann festgestellt, dass sämtliche Entzündungen und vor allem die Entzündung in meiner Halswirbelsäule komplett weg war. Das war unglaublich. Das hat noch kein anderes Medikament oder keine andere Behandlung geschafft, dass die Entzündung weg ist.
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Die CAR-T-Zell-Therapie hatte bei Stefan Tenoth zu einer deutlichen Reduktion der Entzündungsaktivität geführt. Dies ist ein vielversprechendes Ergebnis, da Entzündungen eine zentrale Rolle bei der Progression der MS spielen.
Ausblick: Potential und Herausforderungen der CAR-T-Zell-Therapie bei MS
Verbessern wird sich Stefan Tenoths Zustand vermutlich nicht. Aber vielleicht wird es ab jetzt auch nicht mehr schlechter. Die bisherigen Ergebnisse der CAR-T-Zell-Therapie bei MS sind ermutigend, aber es ist wichtig zu betonen, dass es sich noch um eine experimentelle Behandlung handelt. Weitere Forschung ist notwendig, um die langfristige Wirksamkeit und Sicherheit dieser Therapie zu bestätigen.
Ein wichtiger Aspekt sind die potenziellen Nebenwirkungen. Die CAR-T-Zell-Therapie kann mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden sein, darunter Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS) und neurologische Komplikationen. Daher ist eine sorgfältige Auswahl der Patienten und eine engmaschige Überwachung während und nach der Behandlung unerlässlich.
Trotz dieser Herausforderungen bietet die CAR-T-Zell-Therapie eine neue Perspektive für Menschen mit MS, insbesondere für diejenigen, bei denen andere Behandlungen nicht ausreichend wirksam sind. Die Therapie könnte dazu beitragen, die Entzündungsaktivität zu reduzieren, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
Weitere interessante Sendungen und Themen im SWR-Fernsehen
Der SWR bietet ein vielfältiges Programm mit informativen und unterhaltsamen Sendungen zu verschiedenen Themen. Hier einige Beispiele:
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- Ab 7.: Eine Reportage über Dating-Burnout und Sinnsuche.
- Ab 8.: Sechs hoch engagierte junge Menschen kämpfen um ihren beruflichen und musikalischen Erfolg.
- Ab 13.: "Mein Körper."
- Ab 16.: Mehr als die klassischen 20-Uhr-Nachrichten.
- Ab 17.: Viele Menschen besitzen Designikonen, ohne zu wissen, dass sie welche sind.
- Ab 19.: "Streifenfragen" ist kein weiterer True Crime Podcast.
- Ab 28.: "Dark Matters" bringt Licht in eine Welt, die eigentlich im Dunkeln bleiben soll. Spannende Spurensuche nach dem gesunden Umgang mit dem UV-Licht der Sonne. Eine rechtsradikale Gruppe hat versucht, die Wikipedia-Community zu unterwandern und Tausende Artikel auf der Plattform manipuliert.
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Polyneuropathie: Wenn Nerven verrückt spielen
Etwa fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Polyneuropathie - zum Teil ohne es zu wissen. Dahinter steckt eine Schädigung der langen Nerven, die Muskeln, Haut und Organe mit dem Gehirn verbinden. Polyneuropathie bedeutet, dass mehrere Nerven, außerhalb von Gehirn und Rückenmark, geschädigt sind. Häufig sind es lange, sensible Nervenfasern, die bis in den Fuß reichen. Sind sie geschädigt, werden Signale nicht mehr richtig weitergeleitet. Die Haut kann sich dann taub oder wattig anfühlen, grundlos kribbeln oder schmerzen. Schäden an motorischen Nerven können auch die Muskulatur schwächen oder lähmen.
Der Experte erklärt: “In der Regel ist es eine Reihe von Blutuntersuchungen. Aber das sind Routineuntersuchungen. Brennende Schmerzen an der Fußsohle, Muskelkrämpfe in den Waden, Stiche in den Oberschenkeln: Ursache kann eine Polyneuropathie sein, eine Erkrankung der Nerven. Gefühlsstörungen in Händen und Füßen können Symptome einer diabetischen Polyneuropathie sein, bei der Nerven durch dauerhaft erhöhten Blutzucker geschädigt werden. Die Schäden beginnen jedoch oft schleichend. Deshalb raten Experten wie Privatdozent Dr. Zoltan Kender, Oberarzt an der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie, Stoffwechselkrankheiten und Klinische Chemie an der Universitätsklinik Heidelberg, zu regelmäßigen Untersuchungen. Auch wenn der Blutzucker regelmäßig kontrolliert und mit Tabletten gesenkt wird - im Laufe vieler Jahre kann Diabetes dennoch die Nerven schädigen. Rund jeder zweite Diabetes-Patient entwickelt eine Polyneuropathie.
“Früherkennung wäre sehr wichtig”, betont Oberarzt Dr. Kender. Die Patienten würden die Symptome am Anfang oft kaum merken. Daher sollten Diabetes-Patienten regelmäßig zu Symptomen befragt und die Nervenfunktion untersucht werden. Ein Hinweis auf Nervenschäden ist zum Beispiel ein verringertes Vibrationsempfinden. Auch die Temperaturempfindlichkeit sollte regelmäßig untersucht werden - also das Kälte- und Wärmeempfinden. Solche Missempfindungen können sonst im Alltag auch zu Verletzungen führen. Für Diabetiker sind Verletzungen besonders riskant. Werden Verletzungen oder Druckstellen nicht bemerkt, droht ein diabetisches Fußsyndrom. Reicht die fachgerechte Versorgung nicht aus, muss sogar amputiert werden. Werden Schmerzen schlimmer, können etwa spezielle Schmerzpflaster oder Medikamente helfen. Die diabetische Polyneuropathie kann man bislang nicht heilen, aber das Fortschreiten verlangsamen.
Was viele nicht wissen: Auch Toxine wie Alkohol und Medikamente können eine Polyneuropathie auslösen - also Taubheit und Kribbeln in Händen und Füßen. Vor allem solche Arzneimittel, die nach Krebserkrankungen in der Chemotherapie eingesetzt werden. Denn Medikamente gegen Krebs wie etwa Platin-Verbindungen, Taxane oder Vinca-Alkaloide können auch Nerven schädigen. Betroffene können aber etwas dagegen tun. Experten empfehlen: Bewegung und Training, am besten in der Gruppe. Auch Kühlen und Kompression können Nervenschäden deutlich verringern. Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg bietet ein spezielles Trainingsprogramm an, das bei Patienten gezielt Gleichgewicht, Kraft und Nervenwahrnehmung fördert. Hier trainieren Polyneuropathie-Gruppen regelmäßig. Die Leiterin, Sportwissenschaftlerin Dr. Übungen für das gestörte Gleichgewicht wirken sich aus auf Nervenschäden in den Füßen. Zusätzlich kann durch die Bewegung die Koordination gefördert werden und das Zusammenspiel von Muskeln und Nerven. Zum Gleichgewichtstraining kommen auch Kraftübungen - zum Beispiel mit Bändern. Polyneuropathie führt oft zu unsicherem Gang. Hier helfen Übungen, die die seitliche Bein- und Hüftmuskulatur trainieren.
Einige Studien zeigen zwar, dass gezieltes Training während der Chemo die Symptome einer Polyneuropathie verringern kann. Dr. Jana Müller hat in einer eigenen Präventionsstudie am NCT beobachtet, dass es vielen Patienten schwerfällt, zwei bis drei Mal pro Woche zu trainieren aufgrund der Nebenwirkungen der Chemotherapie - wie etwa Übelkeit und Abgeschlagenheit. Zudem zeigt sich in den Trainingsgruppen, den Patientinnen und Patienten hilft nicht nur die Bewegung bei der Linderung der Symptome, sondern auch die Gruppenerfahrung. Beim Training in der Gruppe stellen sie fest, dass es andere Betroffene gibt, und sie können sich mit ihnen austauschen. Auch schon kurze Sport-Einheiten sind gesund und halten fit.
Für Neuropathien gibt es viele verschiedene Ursachen. Professor Frank Birklein von der Universitätsmedizin Mainz erklärt, weniger häufige Arten der Neuropathien seien etwa immunvermittelte Neuropathien mit Lähmungen. “Sie werden weniger beim Hausarzt diagnostiziert, sondern eher in der Notaufnahme, weil sie relativ rasch mit Paresen einhergehen können. Außerdem gibt es erbliche Neuropathien. Neuropathien können auch mit anderen Systemerkrankungen auftreten, wie Lungenerkrankungen, Sarkoidose oder Rheuma. Besonders schwierig sei die Diagnose, wenn verschiedene Ursachen zusammenkommen. Restless-Legs-Syndrom - was kann Betroffenen helfen?
Zur Behandlung gegen Neuropathie gibt es als nicht-medikamentöse Verfahren gegen Schmerzen auch Pflaster zum Aufkleben auf die Haut, erklärt Professor Birklein. Hierbei werden vor allem die Nervenfasern angeregt, die nicht den Schmerz transportieren. Professor Birklein erklärt: “Sie wirken gegen die Schmerzen bei einer Polyneuropathie. Nicht gegen die Polyneuropathie selbst. Wenn man die Polyneuropathie behandeln will, muss man die Ursache behandeln können.
Ultraschalltherapie bei essentiellem Tremor: Eine neue Hoffnung
Wo früher nur eine Operation am Gehirn helfen konnte, setzt die Uniklinik Freiburg jetzt auf Ultraschall. Mit einer neuen Methode behandelt sie verschiedene Nervenkrankheiten. Darunter auch eine der häufigsten Bewegungsstörungen in Deutschland: den "essentiellen Tremor".
Für Hermann Altbuerger aus Emmendingen ist schon ein Händedruck eine Herausforderung, denn er leidet unter "essentiellem Tremor". Unterstützung im Alltag erfährt er durch seine Lebensgefährtin. Sie hilft ihm beispielsweise beim Ausfüllen von Überweisungsträgern. Denn in die kleinen Kästchen kriegt er kaum Buchstaben rein, sagt Altbuerger. Wegen seines Zitterns musste der ehemalige Kfz-Mechaniker früher in Rente. Jetzt hat er zwar mehr Zeit für seinen Enkelsohn, ist jedoch körperlich eingeschränkt. Bauklötze zu stapeln sei bislang nicht drin, erzählt Altbuerger. Sein Zittern halte ihn davon ab.
Volker Coenen ist Neurochirurg an der Uniklinik Freiburg und behandelt Hermann Altbuerger. Die Uniklinik Freiburg ist das erste Krankenhaus in Südbaden, das die neue Behandlungsmethode durchführt. Vor Hermann Altenbuerger hat Coenen sie erst an zwei anderen Patienten angewandt. Die Ultraschallmethode eigne sich vor allem für ältere Patienten, so der Neurochirurg. Geeignet ist die Methode aber nicht nur für Patienten, die an "essentiellem Tremor" erkrankt sind. Auch Parkinson-Patienten, die nicht auf Medikamente ansprechen, können ihr Zittern damit behandeln lassen, so die Infobroschüre der Uniklinik Freiburg.
Damit die Ultraschallwellen exakt die Gehirnregion treffen, die das Zittern verursacht, muss der Kopf des Patienten absolut still liegen. Eine Halterung fixiert den Schädel. Durch einen Helm mit Wasser wird dafür gesorgt, dass die Ultraschallwellen später gebündelt auf die jeweilige Gehirnregion treffen. Das alles geschieht, während Hermann Altbuerger wach im MRT liegt. Immer wieder lassen die Ärztinnen und Ärzte ihn Spiralen auf ein Blatt Papier zeichnen, um zu testen, ob das Zittern nachlässt und die Behandlung anschlägt. Nach vier Stunden entlassen die Ärzte Altbuerger aus dem MRT. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Seine Hände zittern zwar noch etwas, aber deutlich weniger als zuvor.