Das Cannondale Synapse hat sich als ein vielseitiges und komfortorientiertes Rennrad etabliert. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte des Cannondale Synapse Hi-Mod Rahmensets, von seinen technischen Details und Ausstattungsvarianten bis hin zu seinen Fahreigenschaften und dem Vergleich mit anderen Endurance-Rennrädern.
Hintergrund und Entwicklung
Cannondale arbeitete bereits seit dem vergangenen Spätsommer an einem neuen Rennrad. Lachlan Morton umrundete sein Heimatland Australien auf einem damals noch unveröffentlichten Bike. Der Ex-Profi spulte 14.210 Kilometer auf dem langstreckentauglichen Modell ab, das jetzt als Synapse präsentiert wird. Die neue Generation versteht sich als sportlich konzipiertes Allroadbike, das Elemente des SuperX (Gravel) und SuperSix Evo (Race) aufgreift und je nach Ausstattung mit jeder Menge Zusatzfunktionen aufwartet.
Technische Details und Ausstattung
Rahmen und Gabel
Die Basis bildet ein Rahmen-Set aus Carbon, das seine Nähe zu den Race-Plattformen für Gelände und Straße offen zur Schau stellt. Markante Beispiele sind das stark verjüngte Sitzrohr, die filigrane Sattelstütze oder der strömungsoptimierte Lenkkopf. Cannondale bietet das Chassis in zwei Qualitätsstufen an. Das Rahmen-Set der High-End-Variante namens Lab71 soll knapp 200 Gramm leichter sein, kommt allerdings nur bei zwei von insgesamt sieben Ausstattungsvarianten zum Einsatz. Das exklusive LAB71 Modell und das Synapse 1 kommen mit HI-MOD Carbon, bei dem durch besonders hochwertige Carbonfasern Material und somit auch Gewicht eingespart werden kann, ohne die Steifigkeit zu verringern.
Geometrie
Damit das Synapse für lange Strecken gewappnet ist, kommt der Renner mit marathontypischer Geometrie. Cannondale gibt für mittlere Rahmengröße einen STR-Quotient von 1,52 an. Durch den langen Radstand und viel Gabelnachlauf ist das Synapse auf eine hohe Spurtreue getrimmt. Die Sitzposition dürfte, der Ausrichtung als Endurance-Rennrad entsprechend, den Daten nach recht kommod ausfallen. Im Vergleich zum Vorgänger wurden die Kettenstreben um 10 mm und der Radstand um fast 40 mm bei Rahmengröße 54 verlängert.
Smartsense-System
Das Cannondale Smart Sense mit integrierter Beleuchtung und Radar-Warner ist schon vom Vorgänger Modell bekannt. Die US-Amerikaner haben ihre elektronischen Helfer jedoch umfangreich überarbeitet und erweitert. Die Beleuchtung wird über den zentralen Smart Sense Akku mit Energie versorgt. Die neue Batterie hat eine Kapazität von 43,2 Wh und bietet die Möglichkeit unterwegs auch ein Smartphone oder andere Devices über einen USB-C-Port zu laden. Räder mit Schaltgruppen von Shimano kommen erst gar nicht in den Genuss der unüblichen Funktionen. Denn wie Cannondale mitteilte, ist “Smartsense” vorerst nur mit SRAM-AXS-Antrieben kompatibel.
Lesen Sie auch: Synaptische Auswirkungen von Strychnin
Reifenfreiheit und Staufach
Der Rahmen lässt Platz für bis zu 42-Millimeter-Pneus, an der Gabel ist sogar ein noch breiterer Reifen (48 Millimeter) möglich. Damit wildert das Synapse im Revier von geländetauglichen Spezialisten. Das integrierte Staufach inklusive Transporttasche und Montagepunkte für feste Schutzbleche runden das Konzept eines modernen Allroadbikes ab. Die Ausstattungs-Varianten ohne Smart Sense können das integrierte Staufach natürlich ebenfalls sinnvoll nutzen. Denn neben der Batterie lassen sich dort selbstverständlich auch Werkzeug und ein Notfall-Kit unterbringen.
Ausstattungsvarianten und Preise
Für den deutschen Markt bietet Cannondale vorerst vier Ausstattungsvarianten an, die durch die Ausstattung mit Shimano-Schaltgruppen ohne Lichtanlage und Warnradar auskommen müssen. Das Basismodell mit mechanischer 105 und einfachen Alu-Laufrädern kostet 3.499 Euro. Für den Aufbau mit Carbonlaufrädern muss man mindestens 7.899 Euro einkalkulieren. Das vorerst teuerste Modell mit elektronischer Ultegra ist hierzulande für 9.199 Euro erhältlich - und damit immer noch “günstiger” als das Lab71. Dem Top-Modell hängt die US-Marke das gigantische Preisschild von 15.799 Euro um. Das neue Cannondale Synapse kommt in insgesamt 7 Ausstattungsvarianten auf den deutschsprachigen Markt. Dabei muss prinzipiell unterschieden werden, ob es sich um ein Modell mit oder ohne Smart Sense System handelt, denn Cannondale hat eine Nachrüstung der elektronischen Helfer nicht vorgesehen. Die zweite wichtige Unterteilung betrifft den Rahmen, denn nur das LAB71 Modell und das Synapse Carbon 1 sind mit dem deutlich leichteren HI-MOD Rahmen ausgestattet. Alle anderen Modelle verfügen über einen Carbonrahmen ohne HI-MOD Carbonfasern.
Fahreigenschaften und Komfort
Das Cannondale Synapse Hi-Mod überzeugt als komfortabler, stets williger Alleskönner. Dank den Fortschritten bei der Konstruktion und Rahmenfertigung will Cannondale es geschafft haben, das neue Synapse „um 18 % komfortabler“ zu gestalten als den Vorgänger. Die Krümmung, die in die Sattelstütze designt wurde, bietet eine sehr gute Balance zwischen Flex und Steifigkeit. Das Zusammenspiel aus hoher Nachgiebigkeit von Ketten- und Sitzstreben sowie der Sattelstütze macht sich schnell bemerkbar. Das Resultat ist ein hohes Level an Komfort und Vibrationsdämpfung, ohne das Gefühl, die Sattelstütze sei am Schwanken.
Agilität und Handling
Das Synapse lässt sich behände ums Eck zirkeln und scheut auch schnelle Richtungswechsel keineswegs. Erfreulicherweise liegt es dabei immer sehr stabil und spurtreu auf seiner Linie. Bergab zieht das Synapse souverän seine Bahn.
Komfort und Dämpfung
Die Sitzposition ist komfortabel und dennoch recht sportlich. Allen Modellen gleich dürfte der gebotene Komfort sein. Unser Testbike punktet hier jedenfalls schon mit den sehr geschmeidig rollenden Vittoria Corsa Pro Reifen in 32 mm Breite. Auch die recht lange und sichtbar flexende Sattelstütze zahlt auf das Komfort-Konto ein. Sie schluckt die eher groben Löcher und sorgt damit auch auf wirklich schlechten Straßen für Fahrspaß. Gut dazu passt das einteilige Carbon-Cockpit, das ebenfalls nicht zu hart konstruiert ist, um einen Komfortgewinn zu ermöglichen.
Lesen Sie auch: Grundlagen der Signalübertragung an Synapsen
Vergleich mit anderen Endurance-Rennrädern
Für die Luxusversion klingt das nach ziemlich viel Ballast. Vergleichbare Top-Räder wie das Canyon Endurace CFR, Giant Defy Advanced SL oder Specialized S-Works Roubaix SL8 sparen bis zu 960 Gramm. Im Gegensatz zum Cannondale verzichten die genannten Kandidaten aber auf elektronische Helferlein wie Lichtanlage und Warnradar, die dem Synapse weiter ein Alleinstellungsmerkmal im Endurance-Segment verschaffen.
Lesen Sie auch: Deine Razer-Tastatur optimal einrichten mit Synapse