Tattoos im Visier der Forschung: Auswirkungen auf Alzheimer und die allgemeine Gesundheit

Tätowierungen sind längst kein Nischenphänomen mehr, sondern ein weit verbreiteter Körperschmuck. Schätzungen zufolge ist jeder Zehnte in Europa tätowiert, unter Jugendlichen sogar jeder Vierte. Doch was viele als harmlose Verzierung betrachten, birgt potenzielle Gesundheitsrisiken. Die Forschung beschäftigt sich zunehmend mit den Auswirkungen von Tattoos auf den Körper, insbesondere im Hinblick auf Inhaltsstoffe von Tätowierfarben und mögliche langfristige Folgen.

Die wachsende Popularität von Tattoos

Die Popularität von Tätowierungen hat in den letzten Jahrzehnten weltweit stark zugenommen. In Deutschland sind schätzungsweise 17 Prozent der Bevölkerung tätowiert, wobei besonders die Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen mehrere Tattoos besitzt. Europaweit haben etwa 20 Prozent der Menschen mindestens ein Tattoo, und in den USA liegt der Anteil sogar bei etwa 30 Prozent. Männer lassen sich in allen Altersgruppen häufiger tätowieren als Frauen.

Gesundheitsrisiken im Fokus

Tätowierungen sind gesundheitlich nicht unbedenklich. Viele Farben sind mit Pigmenten versetzt, die schädliche Auswirkungen für die Gesundheit haben können. Obwohl einige gefährliche Farbstoffe inzwischen verboten sind, kommen stetig neue Farben auf den Markt, die selten auf ihre gesundheitlichen Auswirkungen überprüft werden.

Inhaltsstoffe und ihre potenziellen Gefahren

Spezialtinten für Tätowierungen enthalten oft eine Vielzahl von Chemikalien, darunter primäre aromatische Amine, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Metalle wie Arsen, Chrom, Kobalt, Blei und Nickel. In schwarzer Farbe findet sich beispielsweise Ruß. Aluminium wurde ebenfalls in Tätowiermitteln gefunden, wobei die Konzentrationen bis zu 10.000 Milligramm pro Kilogramm betragen können. Einige Studien bringen Aluminium mit Brustkrebs und Alzheimer in Verbindung.

Allergische Reaktionen und Infektionen

Allergische Reaktionen auf Tätowierungen können sehr gefährlich sein und sich nicht nur auf die Haut beschränken, sondern auf den gesamten Körper übergreifen. Auslöser können Formaldehyd, Nickel, Kobalt oder Mangan sein, die in den Farben enthalten sind. Beim Tätowieren wird die Haut tausendfach perforiert, wodurch Bakterien in die Dermis gelangen können. Dies kann zu bakteriellen Infektionen führen, die im schlimmsten Fall einen septischen Schock auslösen können.

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Langzeitfolgen und Lymphome

Eine schwedische Studie deutet auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Tattoos und bösartigen Lymphomen hin. Tätowierte Personen erkrankten mit einer um 21 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit an einem Lymphom. Das Risiko war in den ersten zwei Jahren nach der Tätowierung am höchsten, sank dann ab und stieg ab dem 12. Jahr wieder an. Es gibt Hinweise darauf, dass sich Pigmente der Tätowierfarbe in den Lymphknoten ablagern. Schätzungen zufolge befinden sich bereits nach sechs Wochen rund 30 Prozent des injizierten Pigments in den Lymphknoten. Die langfristigen Auswirkungen dieser Ablagerungen sind bisher jedoch unerforscht.

Tattoos und das Herz

Auch Herzpatienten sind gefährdet. Gelangen Keime in die großen Blutbahnen, können sie andere Organe wie das Herz angreifen und eine Endokarditis verursachen, eine lebensbedrohliche Entzündung der Herzinnenhaut.

Aluminium in Tätowierfarben und mögliche Verbindungen zu Alzheimer

Das Chemische Untersuchungsamt in Münster hat in Tätowiermitteln kleine Mengen von Aluminium gefunden. In einzelnen Tätowiermitteln konnten Gehalte von fast 10.000 Milligramm pro Kilogramm festgestellt werden. Da bei der Tätowierung die natürliche Schutzfunktion der Haut verloren geht, gelangt das Aluminium direkt unter die Haut. Es ist noch nicht hinlänglich geklärt, welchen Schaden Aluminium im menschlichen Körper verursacht und ob es tatsächlich eine Verbindung zu Demenzerkrankungen gibt. Auffällig ist, dass Tattoo-Farben mit hohen Aluminium-Gehalten auch oft Schelllack enthalten.

Was passiert im Körper mit den Farbpigmenten?

Die Farben bleiben nicht an der Stelle, wo sie eingestochen werden. Bei Tattoos in der Nähe von Lymphknoten sind diese oft genauso bunt wie die Tätowierung. Das Immunsystem reagiert auf Tätowierungen und versucht, die Farben abzubauen, wodurch sich Pigmente in den Lymphknoten ablagern. Winzige Nanopartikel können sich über Blut- und Lymphbahnen im ganzen Körper verbreiten. Wie sie dort verstoffwechselt werden, ist bislang wenig erforscht.

Risiken beim Entfernen von Tattoos

Auch das Entfernen eines Tattoos ist nicht unproblematisch. Trotz Lasertechnik bleiben Narben und Farbreste zurück. Beim Zerfall der Farbpigmente entstehen neue, teils gesundheitlich bedenkliche Verbindungen, von denen einige als toxisch oder krebserregend gelten.

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Präventive Maßnahmen und Empfehlungen

  • Aufklärung: Hersteller und Importeure sollten sensibilisiert werden, die Zutatenliste vollständig auszufüllen.
  • Qualitätssicherung: Obligatorische Qualitätssicherungsmaßnahmen sind nicht nur in den Tattoostudios, sondern auch bei den Herstellern der Tinten erforderlich.
  • Vorsicht bei der Farbwahl: Vor allem rote Farbpigmente, aber auch Nickel, Chrom, Mangan und Formaldehyd sind als Allergieauslöser bekannt.
  • Aufmerksame Beobachtung: Bei Rötungen, Juckreiz oder Brennen nach dem Tätowieren sollte ein Arzt aufgesucht werden.
  • Herzpatienten: Herzpatienten sollten sich vor dem Tätowieren von ihrem Arzt beraten lassen.

Demenzsensibilisierung im Ilm-Kreis

Der Ilm-Kreis plant, stärker für das Thema Demenz zu sensibilisieren. Geplant ist der Ausbau von Hilfsangeboten und die Etablierung neuer Methoden im Umgang mit der Krankheit. Ein Konzept sieht Aufklärung in Pflegeeinrichtungen, Info-Veranstaltungen, Materialien für pflegende Angehörige und Schulungen vor. Eine Fachtagung soll Wissen, innovative Ansätze und den Austausch über neue Wege im Umgang mit Demenz ermöglichen. Im Rahmen dieser Veranstaltung soll ein interaktives Spiel für Menschen mit Demenz vorgestellt und langfristig in Pflegeeinrichtungen etabliert werden. Des Weiteren steht die Vorstellung einer neuen Schmerz-App im Fokus, da Schmerzen bei Menschen mit Demenz oft unerkannt bleiben.

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