Tattoo-Risiken nach einem Schlaganfall: Was Sie wissen müssen

Tätowierungen sind heutzutage ein beliebter Ausdruck von Individualität und Körperkunst. Doch was viele nicht bedenken, sind die potenziellen Risiken, die mit Tätowierungen verbunden sein können, insbesondere für Menschen, die bereits gesundheitliche Probleme haben oder hatten, wie beispielsweise einen Schlaganfall. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Risiken von Tätowierungen im Zusammenhang mit einem Schlaganfall, basierend auf aktuellen Forschungsergebnissen und medizinischen Erkenntnissen.

Tätowierungen: Mehr als nur Körperkunst

Tätowierungen sind längst nicht mehr nur das Merkmal von Seeleuten und Häftlingen. Sie sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen und schmücken Menschen aus allen sozialen Schichten. Schätzungen zufolge sind in Deutschland mindestens jeder fünfte Bundesbürger tätowiert. Doch trotz ihrer Alltäglichkeit sind Tätowierungen nicht harmlos.

Mögliche Risiken von Tätowierungen

Das Stechen von Tätowierungen birgt verschiedene Risiken, die von Infektionen bis hin zu allergischen Reaktionen reichen können:

  • Infektionen: Beim Tätowieren wird die Hautbarriere durchbrochen, wodurch Erreger leichter in den Körper eindringen können. Verunreinigte Nadeln, Farben oder Lösungsmittel können zu bakteriellen Infektionen, aber auch zu schwerwiegenderen Erkrankungen wie HIV, Hepatitis B oder C führen.
  • Allergische Reaktionen: Tattoofarben enthalten eine Vielzahl von Chemikalien, die allergische Reaktionen auslösen können. Besonders rote Farbpigmente, aber auch Nickel, Chrom, Mangan und Formaldehyd sind als Allergieauslöser bekannt. Die Reaktionen können von Rötungen, Juckreiz und Brennen bis hin zu Verhärtungen und Knötchen reichen. In seltenen Fällen kann es zu einem anaphylaktischen Schock kommen.
  • Fremdkörpergranulome: Hierbei handelt es sich um Gewebereaktionen auf allergisch-infektiöse oder chronisch-entzündliche Prozesse.
  • Maligne Lymphome: Eine aktuelle Studie deutet darauf hin, dass Menschen mit Tattoos einem höheren Risiko ausgesetzt sein könnten, maligne Lymphome zu entwickeln.

Spezifische Risiken für Schlaganfallpatienten

Für Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben, können Tätowierungen zusätzliche Risiken bergen:

  • Eingeschränktes Immunsystem: Medikamente, die nach einem Schlaganfall eingenommen werden, können das Immunsystem schwächen und das Risiko von Infektionen erhöhen.
  • Herzprobleme: Schlaganfallpatienten haben oft auch Herzprobleme. Gelangen Keime durch eine Tätowierung in die Blutbahnen, können sie andere Organe wie das Herz angreifen und eine Endokarditis verursachen, eine lebensbedrohliche Entzündung der Herzinnenhaut.
  • Beeinträchtigte Wundheilung: Durchblutungsstörungen und Nervenschädigungen nach einem Schlaganfall können die Wundheilung beeinträchtigen und das Risiko von Komplikationen erhöhen.
  • Wechselwirkungen mit radiologischen Untersuchungen: Tätowierungen können radiologische Untersuchungen beeinträchtigen.

Tattoofarben: Ein unübersichtliches Feld

Tattoofarben bestehen aus Pigmenten, Bindemitteln, Lösungsmitteln und Zusatzstoffen. Einige dieser Stoffe können gesundheitsschädigend oder sogar krebserregend sein. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat in der REACH-Verordnung festgelegt, welche Substanzen in Tätowiermitteln nicht enthalten sein dürfen. Dennoch gibt es Bedenken hinsichtlich der Inhaltsstoffe und ihrer langfristigen Auswirkungen auf den Körper.

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  • Unbekannte Inhaltsstoffe: Viele Tattoofarben enthalten Stoffe, deren langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit noch nicht ausreichend erforscht sind.
  • Verunreinigungen: Pigmente, die in Tattoofarben verwendet werden, werden oft für technische Zwecke hergestellt und können Verunreinigungen enthalten.
  • Abbauprodukte: Beim Lasern von Tattoos können Farbpigmente zerfallen und neue, potenziell gesundheitsschädliche Verbindungen bilden.

Die Rolle der Lymphknoten

Beim Tätowieren gelangen die Pigmente in direkten Kontakt mit Blut und Lymphflüssigkeit und werden unter anderem in die Lymphknoten transportiert. Studien zeigen, dass sich mehr Pigmente in den Lymphknoten als in der Haut befinden. Der Körper versucht, die Farbpigmente über die Leber oder die Nieren auszuscheiden.

Tattooentfernung: Keine risikofreie Alternative

Wer sein Tattoo entfernen lassen möchte, sollte sich bewusst sein, dass auch die Tattooentfernung Risiken birgt. Trotz Lasertechnik bleiben oft Narben und Farbreste zurück. Beim Zerfall der Farbpigmente können neue, teils gesundheitlich bedenkliche Verbindungen entstehen.

Was ist bei der Wahl eines Tattoo-Studios zu beachten?

Um das Risiko von Komplikationen zu minimieren, sollten Sie bei der Wahl eines Tattoo-Studios auf folgende Punkte achten:

  • Hygiene: Das Studio sollte sauber und steril sein.
  • Reputation: Das Studio sollte einen guten Ruf haben.
  • Qualifikation: Die Tätowierer sollten qualifiziert und erfahren sein.
  • Beratung: Lassen Sie sich vor dem Tätowieren ausführlich beraten.

Fazit

Tätowierungen sind mit Risiken verbunden, die für Menschen mit Vorerkrankungen wie Schlaganfallpatienten noch größer sein können. Es ist wichtig, sich vor dem Tätowieren umfassend über die Risiken zu informieren und die Entscheidung sorgfältig abzuwägen. Achten Sie auf Hygiene, wählen Sie ein seriöses Studio und lassen Sie sich ärztlich beraten. Auch die Tattooentfernung ist nicht risikofrei. Im Zweifelsfall ist es besser, auf ein Tattoo zu verzichten.

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