Taubheitsgefühl nach Enthaarungscreme: Ursachen und Behandlung

Körperschmuck und Schönheitsbehandlungen sind weit verbreitet und können das Selbstbewusstsein stärken. Doch Vorsicht ist geboten, da gesundheitliche Risiken und Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen sind. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen für Taubheitsgefühle nach der Anwendung von Enthaarungscremes und gibt Hinweise zur Behandlung und Vorbeugung.

Schönheitsideale und ihre Schattenseiten

Tattoo, Piercing, Ohrtunnel - Menschen haben viele Gründe, ihren Körper zu verändern. Während manche Freude an ausgefallenem Körperschmuck haben, können Schönheitsbehandlungen und -eingriffe aus medizinischer Sicht bei einigen Patienten wichtig sein, um das psychische Wohlbefinden zu verbessern. Beispiele hierfür sind medizinische Tätowierungen nach einer Brustkrebs-OP oder zum Kaschieren von Narben, die Kopfhaut-Mikropigmentierung bei dünnem Haar und Glatzenbildung, eine Vitiligo-Pigmentierung, um den weißen Hautstellen Farbe zu verleihen, oder die Laser-Entfernung von als entstellend empfundenen behaarten Muttermalen.

Kleine körperliche Optimierungen bei gesunden Menschen sind nicht per se negativ oder überflüssig. Sie können über Unsicherheiten hinweghelfen, selbstbewusster machen, den persönlichen Ausdruck unterstreichen oder zur Selbstverwirklichung beitragen. Dennoch sollte sich niemand vorschnell zu einer Behandlung verleiten lassen, da damit immer auch gesundheitliche Risiken und Nebenwirkungen verbunden sein können. Zudem lässt sich nicht jede Veränderung ohne Weiteres rückgängig machen.

Vielfalt der Körpermodifikationen und ihre Risiken

In Deutschland ist etwa ein Fünftel der Bevölkerung tätowiert, und unter den 25- bis 34-Jährigen haben viele mehrere Tattoos. Beim Stechen wird die Hautbarriere zerstört, wodurch Bakterien, Viren oder Pilze in die Wunde gelangen können. Sogar Infektionen mit gefährlichen Erregern wie HI- oder Hepatitis-Viren können die Folge sein. Die Sicherheit der verwendeten Farbpigmente ist unklar; es gibt keine Positivliste gesundheitlich unbedenklicher Farben. Als besonders kritisch gelten Farben mit Nickel, Azofarbstoffen oder krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen sind weitgehend unerforscht.

Seit Januar 2022 gibt es in der EU mit der »Verordnung über Mittel zum Tätowieren einschließlich bestimmter vergleichbarer Stoffe und Zubereitungen aus Stoffen« strengere Regelungen. »Tätowierer« ist kein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Eine Hygieneschulung sollte der Dienstleister mindestens absolviert haben. Die europäische Norm (DIN EN 17169:2020-05) bietet Leitlinien für sichere und hygienische Tätowierpraktiken, ist jedoch nicht kostenlos verfügbar. Patienten mit bestimmten Erkrankungen oder bestimmter Medikation, zum Beispiel blutverdünnenden Mitteln wie Phenprocoumon, sollten sich nicht tätowieren lassen. Rötungen oder Schwellungen sind typische Folgen nach dem Tätowieren, ernsthafte Folgen eher selten. Es wird geschätzt, dass in etwa 2 bis 5 Prozent der Eingriffe Komplikationen wie Infektionen, allergische Reaktionen oder Narbenbildung entstehen. Faktoren wie die Hygiene im Tattoo-Studio, die Nachsorge durch den Kunden und individuelle Hautempfindlichkeiten beeinflussen das Risiko. Wer sein Tattoo loswerden möchte, kann es weglasern oder herausschneiden lassen. Die Behandlung zahlen Patienten ebenfalls selbst und es können Narben, Hautveränderungen und allergische Reaktionen resultieren. Lasern kann zudem toxische Spaltprodukte freisetzen. Farbreste können in der Haut zurückbleiben. Bei einer chirurgischen Entfernung besteht ein Infektionsrisiko. Wegen dieser Risiken empfehlen manche Experten, auch ein ungeliebtes Tattoo besser am Körper zu belassen; möglicherweise kann es mit einem anderen Motiv überstochen werden. Sind temporäre Tattoos, die sich einige Menschen in Urlaubsländern machen lassen, eine gesundheitlich unbedenklichere Alternative? Sie können den Stoff para-Phenylendiamin (PPD) enthalten. Dabei handelt es sich um ein starkes Kontaktallergen.

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Permanent-Make-up (PMU) verblasst nach wenigen Jahren. Zu den möglichen Komplikationen bei etwa 1 bis 3 Prozent der Behandelten gehören Infektionen, allergische Reaktionen, unsymmetrische Ergebnisse oder unerwünschte Farbveränderungen. Das Risiko steigt bei unsachgemäßer Durchführung oder mangelnder Hygiene. Laserbehandlungen zur Entfernung von Permanent-Make-up können Narben hinterlassen und sind kostspielig.

Pflege nach dem Stechen: Tipps für ein schönes Tattoo

Direkt nach dem Stechen ist das neue Tattoo noch unter einem Folienverband verborgen. Diese sterile Abdeckung schützt die frisch tätowierte und desinfizierte Wunde vor Verschmutzungen und bewahrt die Kleidung vor Wundsekret oder Blut. Austretende Wundwasser-Perlen werden vorsichtig mit lauwarmem Wasser und parfümfreier medizinischer Seife entfernt. Das Tattoo wird anschließend mit einem Küchenkrepp trocken getupft. Ein pflegendes fettfreies Wundgel fördert die Wundheilung, schützt vor Bakterien, lässt Luft durch und reduziert Juckreiz. In den Tagen nach dem Stechen sollten Patienten die neue Tätowierung mehrmals täglich mit einer speziellen Feuchtigkeitscreme oder weiterhin mit einem Wundgel eincremen. Direkte Sonneneinstrahlung auf das Tattoo ist für mindestens zwei Wochen zu meiden, ebenso Schwimmen in Pools, Seen oder Meerwasser sowie Aktivitäten, die starkes Schwitzen verursachen oder das Tattoo dehnen könnten. Nach der Heilung verwendet man am besten Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, um zu verhindern, dass der Körperschmuck verblasst.

Piercings: Risiken und Hygienemaßnahmen

Die Gründe, warum sich Menschen piercen lassen, sind unterschiedlich und reichen von kulturellen und religiösen Hintergründen bis hin zu individuellen Modevorlieben. Meistens werden Piercings von medizinischen Laien gestochen. Komplikationen sind relativ häufig, insbesondere bei unsachgemäßer Ausführung. Schätzungsweise bei etwa 20 bis 30 Prozent der Piercings treten Probleme wie Infektionen, Schwellungen, übermäßige Narbenbildung, Abszesse, allergische Reaktionen auf Schmuckmaterialien oder Abstoßung des Piercings auf. Ob sich Komplikationen entwickeln, hängt von der Körperstelle, Pflege und Erfahrung des Piercers ab. Zudem sind Langzeitfolgen zu bedenken. Piercings im/am Mund, zum Beispiel Zunge oder Lippen, können Schäden an Zähnen und Zahnfleisch verursachen. Bei Frauen kann ein Piercing der Brustwarze zu einem Verschluss der Milchdrüsengänge und Laktationsstörungen führen. Bakterielle Infektionen können Abszesse verursachen, die im Brustgewebe Schäden anrichten können. Frisch gepiercten Patienten ist zu raten, besonders auf Hygiene zu achten. Um eine optimale Heilung zu gewährleisten und Infektionen sowie Wundheilungsstörungen zu vermeiden, lässt man die gepiercte Stelle in den ersten Tagen nach dem Stechen in Ruhe. Für die tägliche Desinfektion und Reinigung eignet sich zum Beispiel ein Wunddesinfektionsspray aus der Apotheke. Bei oralen Piercings, etwa der Zunge, spülen Patienten regelmäßig mit antiseptischen Lösungen und verzichten in den ersten Wochen auf Nikotin, Alkohol und scharfe Gewürze.

Künstliche Fingernägel: Ästhetik und potenzielle Gefahren

Gel- und Shellac-Nägel ermöglichen haltbare und ästhetisch ansprechende Maniküren. Gel-Nägel bestehen aus einem speziellen Gel, das in mehreren Schichten aufgetragen wird und nicht lufttrocknet, sondern unter einer UV- oder LED-Lampe gehärtet wird. Sie halten zwei bis vier Wochen und müssen dann aufgefrischt werden. Um sie zu entfernen, werden die Modellagen in Aceton aufgeweicht oder abgefeilt. Das kann den Naturnagel beschädigen. Shellac (Schellack) ist eine Mischung aus Gel und Nagellack, wird wie normaler Nagellack aufgetragen und unter UV-Licht gehärtet. Er hält etwa zwei Wochen und lässt sich einfacher mit Aceton entfernen. Ein Problem bei künstlichen Nägeln ist die UV-Belastung durch die Härtungslampen, die bei häufiger Anwendung das Risiko von Hautschäden erhöhen kann. Vor der Maniküre wird Sonnenschutzmittel auf die Hände aufgetragen, um die Haut vor der UV-Strahlung zu schützen. Wenn das Gel beziehungsweise der Shellac entfernt wird, ist eine Feuchtigkeitspflege wichtig, um die Nägel zu stärken und das Risiko von Nagelschäden zu verringern. Die Nagelhaut ist die natürliche Barriere, um den Nagel vor Infektionen zu schützen, und sollte nicht entfernt werden. Eine traditionelle Maniküre mit stärkendem, schützendem Lack, normalem Nagellack oder Gel-Effekt-Lack kann besonders Frauen guttun, die krankheits- oder medikamentenbedingt, etwa infolge einer Chemotherapie, unter Veränderungen ihrer Nägel leiden. Wichtig: Nicht alle Inhaltsstoffe in Kosmetika sind gesundheitlich unbedenklich.

Laser-Haarentfernung: Dauerhafte Lösung mit Risiken

Körperbehaarung an Achseln, Beinen und im Intimbereich stört viele Frauen und einige Männer. Eine Laser-Haarentfernung verspricht, dauerhaft von den Haaren zu befreien. Melanin im Haar absorbiert die Lichtimpulse und wandelt sie in Wärme um. Diese selektive Photothermolyse zerstört die Haarfollikel, ohne die umliegende Haut zu schädigen. Dunkle Haare auf heller Haut liefern die besten Ergebnisse, während bei dunkler Haut ein höheres Risiko für Nebenwirkungen besteht, da die Strahlung auch das Melanin in der Haut angreift. Komplikationen und Nebenwirkungen treten bei etwa 1 bis 5 Prozent der Patienten auf. Leichte Hautrötungen, Reizungen und Schwellungen klingen meist innerhalb weniger Stunden bis Tage ab. Das Risiko für Hyper- und Hypopigmentierung (dunklere und hellere Hautstellen) besteht insbesondere bei dunkler Haut. Unsachgemäße Anwendung kann zu Verbrennungen, Blasen, Narben oder Infektionen führen. Kunden sollten daher darauf achten, dass sie sich von erfahrenem, qualifiziertem Personal behandeln lassen. Die Augen schützen sie während der Behandlung, um Netzhautschäden zu vermeiden. Muttermale und Leberflecken dürfen nicht bestrahlt werden, da bei diesen Flecken ein grundsätzliches, wenn auch sehr geringes Risiko besteht, dass Hautkrebs vorliegen könnte. Werden die Veränderungen durch die Behandlung abgetragen und nicht fachärztlich entfernt, kann der Arzt den Krebs nicht frühzeitig diagnostizieren. Vor der Behandlung sollten Patienten auf Substanzen verzichten, die die Lichtempfindlichkeit erhöhen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie Arzneimittel, die phototoxisch wirken, einfach absetzen sollen.

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Konventionelle Haarentfernungsmethoden: Wachs und Enthaarungscreme

Wer länger Ruhe vor nachwachsenden Haaren haben, sich aber nicht mit Laser behandeln lassen möchte, dem kann das Apothekenteam konventionelle Methoden wie Wachs oder eine Enthaarungscreme empfehlen.

Solarien: Bräune um jeden Preis?

Wer Solarien nutzt, setzt sich einer erhöhten Exposition gegenüber ultravioletter (UV) Strahlung, insbesondere UV-A- und UV-B-Strahlen, aus. Viele verdrängen die Risiken jedoch, weil ihnen eine ganzjährig gebräunte Haut wichtig ist. Die Strahlen dringen tief in die Haut ein und verursachen akute und chronische Schäden. Eine ältere Metaanalyse zeigte, dass Personen, die vor dem 35. Lebensjahr regelmäßig Solarien nutzen, ein um 75 Prozent erhöhtes Risiko für Melanome haben. Ebenso steigt das Risiko für andere Hautkrebsarten wie Basalzell- und Plattenepithelkarzinom. Die UV-Exposition lässt die Haut vorzeitig altern, denn sie zerstört Kollagen und Elastin. Das führt zu Faltenbildung und einer Verdickung der Haut. Richtig genutzt und gut geschützt, bieten Solarien Entspannung und ganzjährig gebräunte Haut. Solarien werden mitunter als Mittel gegen Winterdepression empfohlen. Die verminderte Sonnenlichtintensität im Herbst und Winter gilt als Hauptursache für saisonale Depressionen. Allerdings ist diese Art der Bestrahlung im Solarium nicht geeignet, um den Lichtmangel auszugleichen und Winterdepressionen zu lindern. Die bessere Wahl sind spezielle Lichttherapiegeräte, die als Medizinprodukt zugelassen sind. Auch bei einem Vitamin-D-Mangel sind regelmäßige Solarienbesuche nicht empfehlenswert. Warum können viele Menschen nicht vom Sonnenbanken ablassen?

Vampirlifting, Botox und Hyaluron: Verjüngung mit Risiken

Eine Reihe von Maßnahmen soll das Erscheinungsbild der Haut verbessern. Vampirlifting, auch bekannt als Platelet-Rich-Plasma-Therapie, ist eine kosmetische Behandlung, bei der plättchenreiches Plasma aus dem eigenen Blut zur Hautverjüngung und Regeneration verwendet wird. Dafür wird zunächst eine kleine Menge Blut entnommen und dann mit einer Zentrifuge das plättchenreiche Plasma (PRP) von den restlichen Blutbestandteilen getrennt. PRP enthält Wachstumsfaktoren, die die Produktion von Kollagen und Elastin anregen. Es wird injiziert, um die Hautstruktur zu verbessern, Falten zu reduzieren und ein insgesamt jugendlicheres Erscheinungsbild zu erzeugen. Da PRP aus dem eigenen Blut gewonnen wird, ist das Risiko für allergische Reaktion gering. Zu den typischen Folgen der Behandlung zählen Schwellungen und Blutergüsse an den Injektionsstellen. Um Enttäuschungen zu vermeiden, sollte man wissen, dass die Ergebnisse von Person zu Person variieren und nicht immer vorhersehbar sind. Auf einen Einzelfall geht vermutlich eine Meldung im Frühjahr 2024 in den USA zurück. Dort ergab die Untersuchung mehrerer HIV-Infektionen bei Personen ohne bekannte HIV-Risikofaktoren, die in einem nicht lizenzierten Spa in New Mexico eine Vampir-Gesichtsbehandlung erhielten, eine wahrscheinliche HIV-Übertragung im Zusammenhang mit der kosmetischen Injektionsbehandlung. Wer nicht steroidale Antirheumatika (NSAID) wie Acetylsalicylsäure, Diclofenac oder Ibuprofen einnimmt, setzt diese drei bis sieben Tage vor dem Eingriff ab, da sie die Funktion der Blutplättchen beeinträchtigen können.

Botulinumtoxin- (Botox) und Hyaluronsäure-Injektionen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Sie sollen Falten reduzieren und ebenfalls die Haut verjüngen. Lippenunterspritzungen werden aktuellen Zahlen zufolge immer begehrter und stehen auf dem sechsten Platz der ästhetisch-plastischen Eingriffe. Lokale Nebenwirkungen wie Schmerzen, Schwellungen und Blutergüsse sind häufig, während schwerere Komplikationen wie Infektionen, granulomatöse Reaktionen und vaskuläre Ereignisse selten auftreten. Eine ungewollte Diffusion des Toxins kann eine vorübergehende Muskellähmung auslösen und ein herabhängendes Augenlid verursachen. Eine unsachgemäße Botox-Injektion kann zu asymmetrischen Ergebnissen führen. In seltenen Fällen entwickeln sich grippeähnliche Symptome, Kopfschmerzen oder Übelkeit. Granulome oder Knötchen können sich bei Hyaluronsäure-Injektionen bilden.

Biotin: Wundermittel für Haare und Nägel?

Biotin wird häufig als Nahrungsergänzungsmittel für Haar- und Nagelwachstum verwendet. Jedoch ergab ein Review 2017 nur begrenzte Nachweise für die Wirksamkeit. Bei erworbenem und erblich bedingtem Biotin-Mangel sowie bei krankheitsbedingt erhöhter Brüchigkeit der Nägel oder dem Syndrom der unkämmbaren Haare kann eine Biotin-Supplementierung mitunter nutzen. Diese Fälle sind jedoch selten und es gibt nicht genügend Beweise für den Nutzen einer ergänzenden Biotin-Einnahme bei Gesunden. Ein Biotin-Mangel kann zu Hautproblemen wie Dermatitis und schuppiger Haut führen. Es ist jedoch ungewiss, ob eine Supplementierung bei Menschen, die bereits ausreichend mit dem Nährstoff versorgt sind, die Hautgesundheit verbessert. Wer Supplemente einnimmt, sollte vor einer Blutuntersuchung seinen Arzt informieren.

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Ursachen für Taubheitsgefühle nach Enthaarungscreme

Taubheitsgefühle nach der Anwendung von Enthaarungscremes können verschiedene Ursachen haben. Es ist wichtig, die genaue Ursache zu ermitteln, um eine geeignete Behandlung einzuleiten.

Chemische Reizung der Haut

Enthaarungscremes enthalten chemische Substanzen wie Kalium- und Ammoniumsalze, die die Keratine im Haar aufbrechen. Diese Substanzen können bei manchen Menschen zu Hautreizungen führen, insbesondere bei sensibler Haut. Die Reizung kann sich als Rötung, Juckreiz, Brennen oder eben auch als Taubheitsgefühl äußern.

Allergische Reaktion

Einige Inhaltsstoffe in Enthaarungscremes können allergische Reaktionen auslösen. Diese Reaktionen können sich durch Hautausschläge, Schwellungen und Taubheitsgefühle bemerkbar machen. Es ist ratsam, vor der großflächigen Anwendung einen Verträglichkeitstest an einer kleinen Hautstelle durchzuführen.

Nervenirritation

In seltenen Fällen können die chemischen Substanzen in Enthaarungscremes die Nervenenden in der Haut irritieren. Dies kann zu vorübergehenden Taubheitsgefühlen führen.

Ulnarisrinnensyndrom

Obwohl es unwahrscheinlich ist, dass Enthaarungscremes direkt ein Ulnarisrinnensyndrom verursachen, ist es wichtig, diese Möglichkeit auszuschließen, insbesondere wenn die Taubheit in Fingern und Hand auftritt. Das Ulnarisrinnensyndrom ist ein Nervenengpass des Ulnarisnerven im Bereich des Ellenbogens. Symptome sind Kribbeln und Taubheitsgefühl im kleinen Finger und Ringfinger, oft begleitet von Schmerzen.

Durchblutungsstörungen

Auch Durchblutungsstörungen können zu Taubheitsgefühlen führen. Diese sind jedoch eher unwahrscheinlich als direkte Folge der Enthaarungscreme-Anwendung.

Behandlung von Taubheitsgefühlen nach Enthaarungscreme

Die Behandlung von Taubheitsgefühlen nach der Anwendung von Enthaarungscremes hängt von der Ursache ab.

Sofortmaßnahmen

  • Abwaschen: Entfernen Sie die Enthaarungscreme sofort gründlich mit lauwarmem Wasser.
  • Kühlen: Kühlen Sie die betroffene Stelle mit einem Kühlpack oder einem kalten Umschlag, um die Reizung zu lindern.
  • Beruhigende Lotion: Tragen Sie eine beruhigende Lotion oder Creme auf, die Panthenol oder Aloe Vera enthält.

Bei Hautreizungen und allergischen Reaktionen

  • Antihistaminika: Bei allergischen Reaktionen können Antihistaminika helfen, die Symptome zu lindern.
  • Kortisoncreme: Bei starken Hautreizungen kann eine Kortisoncreme kurzfristig helfen, die Entzündung zu reduzieren. Diese sollte jedoch nur nach Rücksprache mit einem Arzt angewendet werden.

Bei Nervenirritationen

  • Ruhe: Geben Sie der Haut Zeit, sich zu erholen. Vermeiden Sie weitere Reizungen.
  • Schmerzlinderung: Bei Bedarf können Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen eingenommen werden.

Bei Verdacht auf Ulnarisrinnensyndrom

  • Arztbesuch: Suchen Sie einen Arzt auf, um die Diagnose zu bestätigen und eine geeignete Behandlung einzuleiten.
  • Konservative Maßnahmen: Vermeiden Sie Fehlhaltungen und das Aufstützen des Ellenbogens. Kühlen Sie den Ellenbogeninnenbereich.
  • Ruhigstellung: In manchen Fällen kann eine Ruhigstellung des Ellenbogens mit einem Gipsverband oder einer Schiene notwendig sein.
  • Chirurgischer Eingriff: In chronischen Fällen kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein, um den Ulnarisnerv zu entlasten.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

  • Wenn die Taubheitsgefühle länger als ein paar Stunden anhalten.
  • Wenn die Taubheitsgefühle von starken Schmerzen, Schwellungen oder Hautausschlägen begleitet werden.
  • Wenn Sie den Verdacht haben, dass ein Ulnarisrinnensyndrom vorliegt.
  • Wenn Sie unsicher sind, was die Ursache für die Taubheitsgefühle ist.

Vorbeugung von Taubheitsgefühlen nach Enthaarungscreme

  • Verträglichkeitstest: Führen Sie vor der ersten Anwendung einen Verträglichkeitstest an einer kleinen Hautstelle durch.
  • Einwirkzeit: Halten Sie sich genau an die angegebene Einwirkzeit der Enthaarungscreme.
  • Sensible Haut: Verwenden Sie Enthaarungscremes speziell für sensible Haut.
  • Gesunde Haut: Verwenden Sie Enthaarungscreme nur auf gesunder, unverletzter Haut.
  • Peeling: Führen Sie etwa 24 Stunden vor der Enthaarung ein Peeling durch, um abgestorbene Hautschüppchen zu entfernen.
  • Keine fetthaltigen Cremes: Achten Sie darauf, dass sich keine fetthaltigen Cremes oder Körperöle auf der zu behandelnden Haut befinden.
  • Milde Pflege: Verwenden Sie nach der Enthaarung eine milde After Shave Body Lotion oder eine beruhigende Creme.
  • Alkohol vermeiden: Verwenden Sie nach der Enthaarung unter den Armen Deodorants ohne Alkohol.

Weitere Ursachen für Taubheitsgefühle im Allgemeinen

Es ist wichtig zu beachten, dass Taubheitsgefühle auch andere Ursachen haben können, die nicht mit der Anwendung von Enthaarungscremes zusammenhängen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Erkältung: Durch die Verstopfung der Nase und der Nebenhöhlen wird das Mittelohr nicht richtig belüftet, was zu Druckgefühlen und Taubheitsgefühlen führen kann.
  • Ohrenschmalz: Eine Ansammlung von Ohrenschmalz kann den Gehörgang verstopfen und Taubheitsgefühle verursachen.
  • Mittelohrentzündung: Eine Mittelohrentzündung kann mit Symptomen wie Kribbeln und Taubheitsgefühlen in der Ohrregion einhergehen.
  • Eustachische Röhre: Eine Verengung oder ein Verschluss der Eustachischen Röhre kann zu einer Mittelohrentzündung und Taubheitsgefühlen führen.
  • Migräne: Manche Migränepatienten haben eine Aura, die mit Taubheitsgefühlen an der Wange oder am Ohr einhergehen kann.
  • Gehörgangexostose: Eine Entzündung des äußeren Gehörgangs kann mit Schmerzen, Rötungen und tauben Gefühlen im Ohr einhergehen.
  • Durchblutungsstörungen im Ohr: Durchblutungsstörungen können zu einem dumpfen Gefühl und Taubheitsgefühlen im Ohr führen.
  • Hörsturz: Ein Hörsturz kann mit einem dumpfen, pelzigen Gefühl im Ohr einhergehen.
  • Facettensyndrom: Das Facettensyndrom, eine degenerative Erkrankung der Wirbelsäule, kann in seltenen Fällen zu Taubheitsgefühlen in Armen und Beinen führen.
  • Trichodynie: Schmerzen an Kopfhaut und Haarwurzeln können mit Missempfindungen wie Kribbeln und Brennen einhergehen.

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