Taubheitsgefühl nach Handbruch: Ursachen, Diagnose und Behandlung

Ein Handbruch ist eine häufige Verletzung, die oft mit starken Schmerzen und Funktionseinschränkungen einhergeht. In vielen Fällen tritt nach einem Handbruch auch ein Taubheitsgefühl auf, das verschiedene Ursachen haben kann. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen für Taubheitsgefühle nach einem Handbruch, die Diagnosemethoden und die verschiedenen Behandlungsansätze.

Ursachen für Taubheitsgefühl nach Handbruch

Ein Taubheitsgefühl nach einem Handbruch kann verschiedene Ursachen haben, die direkt oder indirekt mit der Verletzung zusammenhängen. Es ist wichtig, die genaue Ursache zu ermitteln, um die richtige Behandlung einzuleiten.

Nervenkompression durch Schwellung und Entzündung

Eine Prellung kann zu Schwellungen, Entzündungen und Druck auf die umliegenden Nerven (Nervenprellung) führen, was wiederum zu vorübergehenden Taubheitsgefühlen führen kann. Durch die mit der Prellung verbundene Schwellung und Entzündungsreaktion kann sich der Druck im umliegenden Gewebe erhöhen und somit auf die Nerven drücken, welche dann in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Es kann mitunter sogar zu einer vollständigen Nervenkompression kommen, bei welcher der Nerv abgeklemmt und die Leitfähigkeit verringert wird.

Direkte Nervenverletzung

Bei besonders schwerer Gewalteinwirkung kann der Nerv auch einen direkten Schaden erleiden und bei schwerwiegender Nervenverletzung zu einem anhaltenden Taubheitsgefühl führen. Es ist wichtig eine Nervenschädigung auszuschließen. In der Handchirurgie spielt die Behandlung von durchtrennten Fingernerven eine entscheidende Rolle. Durchtrennte Fingernerven können aufgrund verschiedener Faktoren auftreten, darunter Traumata, Unfälle oder repetitive Belastungen.

Karpaltunnelsyndrom

Das Karpaltunnelsyndrom entsteht durch eine Einengung des Mittelarmnerven (Nervus medianus) und löst Handschmerzen und ein Taubheitsgefühl im Bereich von Daumen, Zeige- und Mittelfingern aus. Um die Hand motorisch und sensorisch zu versorgen, muss der Mittelarmnerv den Karpaltunnel - eine anatomische Engstelle auf der Innenseite des Handgelenks - passieren. Neben dem Nerven verlaufen im Karpaltunnel die Sehnen der Fingerbeuger und des Daumenbeugers. Durch verschiedene Ursachen kann es im Karpaltunnel zu eng werden. Gerät dabei der Nerv unter Druck, resultieren Schmerzen und Missempfindungen. Aber auch knöcherne Fehlstellungen nach einem Bruch der Hand können dazu führen, dass es im Karpaltunnel enger und der Nerv komprimiert wird. Betroffene leiden in der Folge unter Handschmerzen, Gefühlsstörungen und sogar Lähmungen im Bereich des Daumens, Zeige- und Mittelfingers.

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Komplikationen nach Operationen

Chirurgische Eingriffe zur Behandlung von Handbrüchen sind nicht frei von Risiken. Es ist wichtig, dass Patienten sich über potenzielle Risiken im Klaren sind, bevor sie sich für eine Operation entscheiden. Vor einer Operation sollten Patienten mit ihrem Chirurgen ausführlich über mögliche Risiken und Nebenwirkungen sprechen.

Begleitende Symptome bei Taubheitsgefühl nach Prellung

Ein Taubheitsgefühl nach einer Prellung kann von verschiedenen zusätzlichen Symptomen begleitet sein. Diese können je nach Schwere der Verletzung und betroffenem Bereich variieren.

  • Schmerzen: Sind besonders häufig mit einer Prellung verbunden und können in unterschiedlicher Intensität zusammen mit dem Taubheitsgefühl auftreten.
  • Schwellung: Im Bereich der Prellung ist üblich und tritt häufig in Zusammenhang mit einem Bluterguss (Hämatom) auf.
  • Druck- und Berührungsempfindlichkeit: Der betroffene Bereich ist oftmals Druck- und Berührungsempfindlich, sowie in der Bewegung und Belastung eingeschränkt.
  • Muskelschwäche: In einigen Fällen kann das Taubheitsgefühl mit einer vorübergehenden Schwäche in den betroffenen Muskeln einhergehen.

Diagnose von Taubheitsgefühl nach Handbruch

Die Diagnose von Taubheitsgefühl nach einem Handbruch erfordert eine sorgfältige Anamnese, körperliche Untersuchung und gegebenenfalls bildgebende Verfahren.

Anamnese und körperliche Untersuchung

Der Arzt wird zunächst Fragen zum Unfallhergang, den genauen Beschwerden und Vorerkrankungen stellen. Anschließend erfolgt eine gründliche körperliche Untersuchung der Hand, des Handgelenks und der Finger. Dabei wird auf Schwellungen, Blutergüsse, Fehlstellungen und Bewegungseinschränkungen geachtet.

Neurologische Untersuchung

Um die Funktion der Nerven zu überprüfen, kann eine neurologische Untersuchung durchgeführt werden. Dabei werden die Sensibilität, die Motorik und die Reflexe getestet. Mittels Elektroneurografie kann der Arzt die Nervenleitgeschwindigkeit ermitteln und erkennt auf diese Weise Nervenschädigungen. Dafür klebt der Untersucher Elektroden an zwei Hautstellen des Patienten, die vom Medianusnerv versorgt werden. Nun stimuliert er den Nerv mit einem schwachen elektrischen Impuls. Bei einer Druckschädigung des Nerven zeigt sich eine verminderte Nervenleitungsgeschwindigkeit im Vergleich zur normalen Nervenfunktion.

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Bildgebende Verfahren

  • Röntgenaufnahmen: Werden angefertigt, um den Bruch zu beurteilen und mögliche Fehlstellungen zu erkennen.
  • MRT (Magnetresonanztomographie): Kann zusätzliche Informationen über Weichteilverletzungen, wie z.B. Bandverletzungen oder Nervenkompressionen, liefern.
  • CT (Computertomographie): Kann bei komplexen Brüchen oder zur besseren Darstellung von Knochenfragmenten eingesetzt werden.

Behandlung von Taubheitsgefühl nach Handbruch

Die Behandlung von Taubheitsgefühl nach einem Handbruch richtet sich nach der Ursache der Beschwerden.

Konservative Behandlung

  • Ruhigstellung: Ein Gips oder eine Schiene halten den Knochen stabil und entlasten die Nerven. Spezielle orthopädische Schienen entlasten den Handnerven und können die Beschwerden lindern. Diese Maßnahme hilft vor allem bei nächtlichen Schmerzen, indem der Druck auf das Handgelenk reduziert wird.
  • Schmerzmittel: Können zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen eingesetzt werden.
  • Physiotherapie: Ist enorm wichtig, damit die Hand gut ausheilt und Kraft und Beweglichkeit vollständig zurückkehren. Physiotherapie wäre idealerweise zwei bis dreimal pro Woche und sollte mindestens vier bis sechs Wochen durchgeführt werden. Ganz wichtig sind auch die Eigenübungen, die man den Patienten mitgibt. Die Physiotherapeuten zeigen den Patienten Übungen für Zuhause.
  • Ergotherapie: Kann helfen, die Hand im Alltag wieder besser einzusetzen und feinmotorische Fähigkeiten zu trainieren.
  • Kortisoninjektion: Eine lokale Infiltration von Schmerzmitteln oder Kortison in den Karpaltunnel lindert die Schmerzen und wirkt abschwellend.

Operative Behandlung

  • Nervenrekonstruktion: Bei komplexen Nervenverletzungen kann eine umfassendere Rekonstruktion erforderlich sein, um die Funktion des Nervs wiederherzustellen.
  • Karpaltunneloperation (Neurolyse): Um den Nerv zu entlasten, führt der Operateur eine sogenannte Neurolyse durch. Dabei entfernt der Arzt einengende Gewebestrukturen wie übermäßig gewachsenes Bindegewebe.

Rehabilitation nach Finger-Nervenbehandlung

Die Rehabilitationsmaßnahmen nach einer Finger-Nervenbehandlung sind entscheidend für eine erfolgreiche Genesung. Dazu gehören gezielte physiotherapeutische Übungen, die darauf abzielen, die Beweglichkeit des betroffenen Fingers zu verbessern und die Kraft in der Hand wiederherzustellen. Die regelmäßige Nachsorge und Kontrolluntersuchungen beim Handchirurgen sind ebenfalls wichtig, um den Fortschritt der Heilung zu überwachen und potenzielle Komplikationen frühzeitig zu erkennen.

Komplikationen nach Finger-Nerven Behandlung

Nach einer Finger-Nerv Behandlung können bestimmte Komplikationen auftreten, die den Heilungsprozess beeinflussen können.

  • Schmerzen: Bei starken Schmerzen oder anderen ungewöhnlichen Symptomen sollten Betroffene umgehend ihren Arzt konsultieren.
  • Risiken chirurgischer Eingriffe: Chirurgische Eingriffe zur Behandlung von durchtrennten Fingernerven sind nicht frei von Risiken.

Vorbeugung von Taubheitsgefühl nach Handbruch

Einige Maßnahmen können helfen, das Risiko für Taubheitsgefühl nach einem Handbruch zu verringern:

  • Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung: Bei der Computerarbeit ist eine ergonomisch geformte Tastatur ratsam sowie die Nutzung einer Maus, deren Maße zur Größe der Hand passen und die flüssig zu bewegen ist.
  • Regelmäßige Pausen: Menschen, die viel am Computer arbeiten und auch Sportler mit einseitigen Bewegungsabläufen sind besonders gefährdet, ein Karpaltunnel-Syndrom zu entwickeln. Sie können der Erkrankung durch Pausen und dem Beheben chronischer Fehlbelastung sowie durch Handgelenkschoner vorbeugen.
  • Handgelenkschoner: Tragen beim Sport oder bei Tätigkeiten, die das Handgelenk stark belasten.
  • Behandlung von Grunderkrankungen: Einige Grunderkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Diabetes mellitus treten häufig gemeinsam mit dem Karpaltunnelsyndrom auf.

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