Ein Taubheitsgefühl im Bereich des rechten Auges kann beunruhigend sein und verschiedene Ursachen haben. Es ist wichtig, die Symptome genau zu beobachten und gegebenenfalls einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache abzuklären und eine geeignete Behandlung einzuleiten.
Mögliche Ursachen für Taubheitsgefühl am rechten Auge
Das Taubheitsgefühl um das rechte Auge herum kann viele Ursachen haben. Hier sind einige mögliche Ursachen:
- Augenmigräne: Eine Augenmigräne ist eine spezielle Form der Migräne, die Sehstörungen wie Flimmern, Lichtblitze, Gesichtsfeldausfälle und Flackern verursachen kann. Diese Symptome können von einem Taubheitsgefühl im Bereich des Auges begleitet sein. Die genauen Ursachen der Augenmigräne sind noch nicht vollständig geklärt, aber es wird vermutet, dass Durchblutungsstörungen im Bereich der Sehrinde oder ein Ungleichgewicht von Hemmung und Erregung in den Nerven, die mit dem Sehnerv verbunden sind, eine Rolle spielen.
- Fazialisparese (Gesichtslähmung): Eine Fazialisparese ist eine Lähmung der Gesichtsnerven, die zu einem Taubheitsgefühl, Schwäche oder Hängen im Gesichtsbereich führen kann. Bei einer peripheren Fazialisparese sind alle Äste des Gesichtsnervs betroffen, was dazu führen kann, dass der Patient die Stirn nicht mehr runzeln und das Auge auf der betroffenen Seite nicht vollständig schließen kann. Eine zentrale Fazialisparese betrifft hingegen nur den unteren Teil des Gesichts.
- Multiple Sklerose (MS): Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die verschiedene Symptome verursachen kann, darunter Gefühlsstörungen wie Kribbeln, Taubheit oder Schwäche in den Extremitäten und Sehstörungen. Wenn der Sehnerv betroffen ist, kann dies zu einem unscharfen Sehen, Doppelbildern oder einem Gesichtsfeldausfall führen.
- Neuropathische Schmerzen: Neuropathische Schmerzen entstehen durch Schädigungen oder Erkrankungen des Nervensystems und können sich als Taubheit, Kribbeln, brennende Schmerzen oder Sensibilitätsstörungen in den betroffenen Körperregionen äußern.
- HWS-Syndrom (Halswirbelsäulen-Syndrom): Verspannungen und Blockaden im Bereich der Halswirbelsäule können Nerven reizen oder einklemmen und dadurch zu Taubheitsgefühlen im Gesichtsbereich, einschließlich des Auges, führen.
- Karpaltunnelsyndrom: Obwohl das Karpaltunnelsyndrom hauptsächlich die Hand betrifft, können die Beschwerden in einigen Fällen bis in den Arm und sogar ins Gesicht ausstrahlen und ein Taubheitsgefühl verursachen.
- Leistentunnelsyndrom: Durch Druck im Bereich des Leistenbands oder Leistenkanals wird der Oberschenkelhautnerv eingeklemmt. Meist kommt es zu Schmerzen und Gefühlsstörungen am oberen und seitlichen Oberschenkel..
- Durchblutungsstörungen: Eine Minderdurchblutung des Gehirns, wie sie bei einem Schlaganfall auftritt, kann zu Taubheitsgefühlen oder Lähmungserscheinungen im Gesichtsbereich führen. Auch andere Durchblutungsstörungen, wie die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) oder das Raynaud-Syndrom, können Missempfindungen verursachen.
- Psychische Ursachen: In manchen Fällen können Taubheitsgefühle im Gesichtsbereich auch psychisch bedingt sein, beispielsweise im Rahmen von Angst-/Panikattacken, Angststörungen oder somatoformen Störungen.
- Medikamente und Umweltgifte: Vergiftungen mit Schwermetallen oder bestimmte Medikamente können als Nebenwirkung Taubheitsgefühle verursachen.
- Unfallbedingte Ursachen: Ein Unfall, bei dem Fremdkörper ins Auge gelangen, kann zu Entzündungen oder Reizungen führen, die ein Taubheitsgefühl verursachen können.
Symptome und Begleiterscheinungen
Das Taubheitsgefühl am rechten Auge kann von verschiedenen Symptomen und Begleiterscheinungen begleitet sein, je nach Ursache:
- Sehstörungen: Flimmern, Lichtblitze, Gesichtsfeldausfälle, unscharfes Sehen, Doppelbilder
- Schmerzen: Kopfschmerzen, Augenschmerzen, Nackenschmerzen
- Missempfindungen: Kribbeln, Brennen, Stechen
- Lähmungserscheinungen: Hängender Mundwinkel, Schwierigkeiten beim Schließen des Auges
- Weitere Symptome: Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit
Diagnose
Um die Ursache für das Taubheitsgefühl am rechten Auge zu finden, sind verschiedene Untersuchungen erforderlich:
- Anamnese: Der Arzt wird zunächst ausführlich nach den Beschwerden, Begleiterscheinungen und der Krankengeschichte fragen.
- Körperliche Untersuchung: Eine allgemeine körperliche Untersuchung, einschließlich neurologischer Tests, kann Hinweise auf die Ursache liefern.
- Augenärztliche Untersuchung: Der Augenarzt untersucht die Augen, um mögliche Ursachen wie Entzündungen, Verletzungen oder Sehnervenerkrankungen auszuschließen. Dabei kann er den Augenhintergrund betrachten und das Gesichtsfeld überprüfen.
- Neurologische Untersuchung: Der Neurologe untersucht die Nervenfunktion und kann bildgebende Verfahren wie MRT oder CT einsetzen, um Erkrankungen des Gehirns oder der Nerven auszuschließen.
- Weitere Untersuchungen: Je nach Verdacht können weitere Untersuchungen wie Blutuntersuchungen, Elektromyographie (EMG) zur Messung der Nervenleitgeschwindigkeit oder eine Lumbalpunktion zur Untersuchung des Nervenwassers erforderlich sein.
Behandlung
Die Behandlung des Taubheitsgefühls am rechten Auge richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:
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- Augenmigräne: Bei akuten Anfällen helfen Ruhe, Dunkelheit und kühlende Umschläge. In manchen Fällen können Schmerzmittel oder Migränemedikamente erforderlich sein. Vorbeugend können Magnesium und Vitamin B12 eingenommen werden.
- Fazialisparese: Kortison, durchblutungsfördernde Medikamente und Vitamin-B-Präparate können die Heilung fördern. Wichtig ist auch die Pflege des Auges mit künstlicher Tränenflüssigkeit und Augensalbe, um eine Entzündung der Hornhaut zu vermeiden.
- Multiple Sklerose: Die Behandlung der MS umfasst Schubtherapien und vorbeugende Langzeittherapien, um die Entzündungsaktivität zu kontrollieren und Behinderungen zu verhindern oder zu verzögern.
- Neuropathische Schmerzen: Medikamente, die die Nervenaktivität beeinflussen, können die Schmerzen lindern.
- HWS-Syndrom: Physiotherapie, Massagen und Schmerzmittel können Verspannungen lösen und die Beschwerden lindern.
- Karpaltunnelsyndrom: Eine Operation kann den Druck auf den Mittelhandnerv reduzieren.
- Leistentunnelsyndrom: Vermeidung enger Kleidung und Gewichtsreduktion können helfen, den Druck auf den Nerv zu verringern.
- Psychische Ursachen: Psychotherapie und Entspannungstechniken können helfen, die psychischen Ursachen zu behandeln.
- Unfallbedingte Ursachen: Je nach Art der Verletzung oder Entzündung können Augentropfen, Salben oder andere Medikamente eingesetzt werden.
Was Sie selbst tun können
Neben der ärztlichen Behandlung können Sie selbst einiges tun, um die Beschwerden zu lindern:
- Ruhe und Entspannung: Stress vermeiden und Entspannungstechniken anwenden.
- Kühlende Umschläge: Bei Augenmigräne oder Entzündungen können kühlende Umschläge auf Stirn und Augen Linderung verschaffen.
- Augenpflege: Bei einer Fazialisparese oder anderen Erkrankungen, die die Lidschlussfunktion beeinträchtigen, ist eine sorgfältige Augenpflege mit künstlicher Tränenflüssigkeit und Augensalbe wichtig.
- Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen kann die Nervenfunktion unterstützen.
- Bewegung: Regelmäßige Bewegung kann die Durchblutung fördern und Verspannungen lösen.
- Vermeidung von Triggerfaktoren: Wenn Sie wissen, welche Faktoren Ihre Beschwerden auslösen, sollten Sie diese möglichst vermeiden.
- Austausch mit anderen Betroffenen: Der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen kann hilfreich sein.
Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten
- Wenn das Taubheitsgefühl plötzlich auftritt und von Lähmungserscheinungen, Sprach- oder Sehstörungen begleitet ist (Verdacht auf Schlaganfall).
- Wenn das Taubheitsgefühl stark ist oder sich verschlimmert.
- Wenn das Taubheitsgefühl von anderen Symptomen wie Schmerzen, Schwindel oder Übelkeit begleitet ist.
- Wenn Sie sich unsicher sind, was die Ursache für das Taubheitsgefühl ist.
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