Taubheitsgefühl unter der Achsel: Ursachen, Diagnose und Behandlung

Ein Taubheitsgefühl unter der Achsel kann beunruhigend sein, da es verschiedene Ursachen haben kann. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen, Diagnosemethoden und Behandlungsansätze, um Betroffenen ein umfassendes Verständnis zu ermöglichen.

Einführung

Taubheitsgefühle in der Achselhöhle können auf eine Vielzahl von Problemen hinweisen, von harmlosen Ursachen wie vorübergehender Nervenkompression bis hin zu ernsthafteren Erkrankungen, die eine medizinische Behandlung erfordern. Es ist wichtig, die Symptome richtig zu deuten und gegebenenfalls einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache zu ermitteln und eine geeignete Therapie einzuleiten.

Mögliche Ursachen für Taubheitsgefühl unter der Achsel

Das Taubheitsgefühl unter der Achsel kann verschiedene Ursachen haben, die von Nervenproblemen bis hin zu Muskelverspannungen reichen. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

Nervus-axillaris-Neuralgie

Die Nervus-axillaris-Neuralgie bezieht sich auf Schmerzen und sensorische Störungen, die durch eine Schädigung oder Dysfunktion des Nervus axillaris verursacht werden. Dieser Nerv versorgt sensorisch die Haut über dem Deltamuskel, der die Schulter umgibt. Typische Symptome der Nervus-axillaris-Neuralgie umfassen Schmerzen, Schwäche beim Heben des Arms, Taubheitsgefühle oder Kribbeln in der Schulterregion. Die häufigsten Ursachen für eine Nervus-axillaris-Neuralgie sind direkte Traumata, Druckschäden durch falsche Lagerung während einer Operation oder wiederholte Überlastung.

Thoracic-Outlet-Syndrom (TOS)

Beim Thoracic-Outlet-Syndrom (TOS) werden zwischen Hals und Brust Nerven oder Blutgefäße eingeengt. Mögliche Folgen: Schulterschmerzen, Nackenprobleme, Schwäche und Taubheit in Armen und Händen. Unterschieden werden drei Arten von Thoracic-Outlet-Syndrom, je nachdem welche Strukturen eingeengt sind. Am häufigsten sind Nerven betroffen (Nervenkompression). Am häufigsten kommt es zu einer Einengung von Nerven (Nervenkompression, neurogenes TOS). Eine Einengung der großen Venen im Hals- und Brustbereich, das venöse TOS, führt zu geschwollenen, manchmal bläulich verfärbten Armen, Händen und Fingern sowie einem Schweregefühl im Nacken und in den Armen. Die seltenste und gefährlichste Form des TOS ist das arterielle Thoracic-Outlet-Syndrom, eine Kompression der Arterien. Es führt zu einer beeinträchtigten Durchblutung der Arme, Hände und Finger, die dann weiß erscheinen können. Eine Vielzahl von Knochen- und Weichteilveränderungen können die Gefäße und Nerven unter Druck setzen. Häufig entsteht die Engstelle in der natürlichen sogenannten Skalenuslücke zwischen den Skalenusmuskeln am seitlichen Hals (Skalenussyndrom). Risikofaktoren für das TOS sind schlechte Körperhaltung, das Tragen schwerer Lasten auf der Schulter, Schleudertrauma, Gewichtheben sowie Sportarten mit wiederholten Arm- und Schulterbewegungen (z.B. Schwimmen, Golf, Volleyball) ungünstige Schlafpositionen, aber auch Anspannung durch Depressionen und Stress. Weitere Ursachen sind Veränderungen am Schlüsselbein, beispielsweise nach einem Bruch. Das Thoracic-Outlet-Syndrom kann auch Folge einer sogenannten atavistischen Halsrippe sein. Diese eigentlich harmlose Anomalie, ein Relikt der Evolution, ist bei etwa jedem hundertsten Menschen am siebten Halswirbel zu finden und verursacht meist keine Beschwerden. Manchmal engt sie aber auch Nerven und/oder Blutgefäße ein und führt zu einem TOS.

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Nervenkompression

Eine Kompression des Nervus axillaris kann auch Schmerzen verursachen.

Entzündungen

Eine Entzündung des Nervus axillaris kann im Rahmen einer Entzündung des ganzen Nervengeflechts (Plexus brachialis) im Arm auftreten. Diese ziehenden und reißenden Schmerzen beginnen meistens nachts und strahlen in die Schulterregion und in den Arm aus. Die Ursache der Entzündung des Nervus axillaris ist noch nicht vollständig bekannt. Der Nervus axillaris kann eingeklemmt werden. Besonders gefährdet für Einklemmungen ist der Nervus axillaris bei Schulterauskugelungen. Auch in der sogenannten hinteren Achsellücke kann es seltener zu Einklemmungen des Nervus axillaris kommen. Dies nennt man auch das Quadrilaterale Space Syndrom.

Ulnarisrinnensyndrom bzw. Sulcus-Ulnaris-Syndrom

Bei dem Begriff Ulnarisrinnensyndrom bzw. Sulcus-Ulnaris-Syndrom handelt es sich um einen Nervenengpass des Ulnarisnerven im Bereich des Ellenbogens. Da der Nerv direkt auf dem Knochen liegt, ist er leicht Schädigungen ausgesetzt. Häufiges Beugen und Strecken oder gewohnheitsmäßiges Aufstützen fördern ein Nervenengpass-Syndrom. Meist spüren die Patienten anfänglich ein leichtes Taubheitsgefühl am Ring- und Kleinfinger der betroffenen Hand. Das Ulinarisrinnen-Syndrom führt zu Sensibilitätsstörungen und Schmerzen an der Hand. Wird eine Behandlung ausgeschlagen, kann man die Hand im Alltag nur eingeschränkt bewegen. Die ersten Symptome bei einem Ulnarisrinnensyndrom sind Kribbeln und ein Taubheitsgefühl im kleinen Finger sowie im Ringfinger. Dieses Kribbeln und auch das Taubheitsgefühl treten häufig auch an der Handaußenkante auf. Dieses Gefühl kann dann auch über die Handaußenkante bis in den Unterarm ziehen.

Mausarm (RSI-Syndrom)

Ein Mausarm (RSI-Syndrom) betrifft Hand, Arm, Schulter und Nacken durch wiederholte Belastung, häufig bei Computernutzung. Risikofaktoren sind schlechte Körperhaltung, Stress und nicht ergonomische Arbeitsplätze. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung verbessern die Prognose, während chronische Fälle schwieriger zu behandeln sind. Von einem sogenannten Mausarm betroffen sind in erster Linie die Hand und der Arm, aber auch Schulter und Nacken. Im englischen Sprachraum wird der Mausarm oder die Maushand als "RSI-Syndrome" bezeichnet und ist beispielsweise in den USA als Berufskrankheit anerkannt. RSI steht für Repetitive Strain Injury, zu Deutsch: "Verletzung durch wiederholte Belastung". Die Ursache des Syndroms ist nämlich eine chronische Über- und Fehlbelastung. Die Bezeichnung "Syndrom" deutet bereits darauf hin, dass bei einer Maushand unter Umständen mehrere Symptome gleichzeitig auftreten. Typisch für einen Mausarm sind Missempfindungen, Muskelschwäche und vor allem Schmerzen. Von einem Mausarm sind Menschen aller Altersstufen betroffen. Etwa 60 Prozent aller Personen, die pro Tag mehr als drei Stunden am Computer sitzen, klagen über Beschwerden. Umgangssprachlich bezeichnet man das RSI-Syndrom daher auch als "Sekretärinnen-Krankheit". Häufig sind Menschen mit anderen Problemen wie zum Beispiel Stoffwechselstörungen früher und nach geringerer Belastung betroffen als ansonsten gesunde Menschen. Technologische Entwicklungen wie die Einführung von Computern, Handys und anderen elektronischen Kleingeräten (Playstation, Gameboy et cetera) haben die monotone Belastung der Arme und Hände in weiten Teilen der Bevölkerung dramatisch verstärkt. Das RSI-Syndrom tritt vorwiegend bei Personen auf, die beruflich viel mit ihren Händen arbeiten. Zu einem besonderen Anstieg der RSI-Syndrom-Fälle hat der technische Fortschritt geführt, da immer mehr Menschen täglich viele Stunden mit dem Computer arbeiten. Insbesondere Text-Verarbeiter und Grafiker sind häufig von einem Mausarm betroffen. Sich ständig wiederholende Bewegungsabläufe wie Tippen oder Mausklicks tragen zu einem RSI-Syndrom bei. Bestimmte individuelle Faktoren beeinflussen maßgeblich die Entstehung eines Mausarms: Dazu zählen in erster Linie chronischer Stress sowie eine hohe Arbeitsbelastung. Auch eine ungesunde Körperhaltung (gekrümmter Rücken, angespannter Nackenbereich, statische Haltearbeit) fördert die Entstehung des RSI-Syndroms. Ein nicht nach ergonomischen Gesichtspunkten eingerichteter Arbeitsplatz ist bei vielen Menschen die Hauptursache für eine schlechte Körperhaltung und damit für den Mausarm. Mediziner gehen außerdem davon aus, dass durch eine verringerte Wahrnehmung der Signale des eigenen Körpers die Entstehung eines Mausarms verstärkt wird. Werden Schmerzen absichtlich ausgeblendet oder unbewusst die Schmerzwahrnehmung unterdrückt, führt dies zu einer stärkeren Belastung der Arme. Da der natürliche Schutz des Körpers vor übermäßiger Belastung wegfällt, entsteht schneller eine chronische Reizung. Zu einem Mausarm tragen offenbar nicht nur die chronische körperliche Überbelastung, sondern auch komplexe Verarbeitungsmechanismen im zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) bei. Zunächst führt die chronische Belastung zu einer Reizung von Muskeln, Bändern und umliegendem Gewebe. Dieser chronische Schmerzreiz führt im Rückenmark, wo die Signale verarbeitet werden, zu einer Veränderung der Schmerzwahrnehmung. Auch wenn die Schmerz verursachende Belastung gar nicht mehr existiert, empfindet der Betroffene den Schmerz womöglich weiterhin. Außerdem dürfte ein weiterer Effekt eine Rolle spielen: Wissenschaftlicher glauben, dass Betroffene die ständige Wiederholung bestimmter Bewegungen unterbewusst mit spezifischen Reizen wie einem Mausklick oder dem Betrachten des Bildschirms verknüpfen. Wurden Bewegung und Reiz häufig genug mit Schmerz assoziiert, wird im Gehirn auch dann jedes Mal ein Schmerzsignal gemeldet, wenn der Betroffene Muskeln, Bänder und Gelenke durch die Bewegung eigentlich nicht überbeansprucht hat.

Nackenprobleme

Nackenschmerzen und ausstrahlende Schmerzen in Armen sind üblicherweise Anzeichen dafür, dass Nervenwurzeln gedrückt werden. Taubheitsgefühl oder Kribbeln, insbesondere Schwäche in den Armen und im Schulterbereich, gelten als Symptome. Sie deuten auf einen Vorfall hin.

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Andere Ursachen

Missempfindungen an der Haut umfassen verschiedene Beschwerden, die einzeln, jedoch auch in Kombination auftreten. Empfindungen wie Kribbeln, Pelzigkeitsgefühl oder Ameisenlaufen werden als Parästhesie bezeichnet, wörtlich mit "Fehlempfindung" zu übersetzen. Sie kennzeichnen z. B. Sind die Missempfindungen unangenehm bis schmerzhaft, ohne dass es einen offensichtlichen Grund für die Schmerzen gibt, handelt es sich definitionsgemäß um Dysästhesien. Steht das Taubheitsgefühl im Vordergrund, spricht man von einer Hypästhesie oder verminderter Berührungsempfindlichkeit. Als Ursache kommt jede Schädigung von Nerven in Frage, sei es durch Verletzungen, Druck, Stoffwechselerkrankungen, Durchblutungsstörungen, Infektionen oder andere Erkrankungen. Das Gegenteil der Hypästhesie stellt die Hyperästhesie dar - eine erhöhte Empfindlichkeit der Haut gegenüber verschiedenen Sinnesreizen, z. B. Berührung, Druck oder Temperatur. Sie ist ein typisches Symptom der Sudeck-Erkrankung, kommt jedoch auch häufig im Randbereich eines "tauben" Hautgebiets vor. Es gibt noch viele andere Ursachen, die Taubheitsgefühle verursachen können.

Diagnose

Die Diagnose eines Taubheitsgefühls unter der Achsel erfordert eine sorgfältige Anamnese und körperliche Untersuchung.

Anamnese

Wenn Sie regelmäßig unter Schmerzen oder Missempfindungen in den Armen leiden, so sind der Hausarzt oder Orthopäde die richtigen Ansprechpartner. Gegebenenfalls ist es sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen, der sich bereits mit der Thematik beschäftigt hat, beispielsweise indem er Veröffentlichungen dazu geschrieben hat. Bei einem Mausarm wird die Diagnose hauptsächlich auf Basis der Krankengeschichte (Anamnese) gestellt. Das Anamnesegespräch ist daher besonders wichtig. Schildern Sie dem Arzt alle Veränderungen, die Ihnen aufgefallen sind. Wichtig ist vor allem zu berichten, wann und in welcher Intensität der Schmerz auftritt. Anschließend stellt der Arzt verschiedene Fragen wie:

  • Wo, wann und wie oft treten die Beschwerden auf?
  • Wie lange bestehen die Beschwerden schon?
  • Was machen Sie beruflich und wie viele Stunden arbeiten Sie im Durchschnitt pro Tag?
  • Haben Sie an anderen Stellen des Körpers ähnliche Missempfindungen?

Körperliche Untersuchung

Nach der Anamnese findet eine körperliche Untersuchung statt. Der Arzt tastet die schmerzhafte Region ab und überprüft dabei, ob sich der Schmerz durch Druck auslösen oder verstärken lässt. Außerdem testet er die Beweglichkeit der angrenzenden Gelenke und die Kraft der Muskulatur. Verschiedene Funktionstests geben zusätzliche Hinweise auf die Art der Erkrankung: Besonders in einem fortgeschrittenen Stadium wird häufig eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) durchgeführt. Damit unterscheidet der Arzt das RSI-Syndrom vom Karpaltunnelsyndrom, bei dem typischerweise eine erniedrigte Nervenleitungsgeschwindigkeit eines bestimmten Nervs im Unterarm und der Hand auffällt. Bildgebende Verfahren geben keinen Hinweis auf einen Mausarm, da bei einem Mausarm keine anatomischen Veränderungen nachweisbar sind. Solche Aufnahmen fertigt der Arzt aber zum Beispiel an, wenn betroffene Personen in der Vergangenheit andere Verletzungen in derselben Körperregion hatten. Dann besteht die Möglichkeit, dass die Heilung dieser Verletzung nicht vollständig oder nicht korrekt abgelaufen ist und die jetzigen Symptome auf eine frühere Schädigung zurückzuführen sind. Eine ausführliche, intensive und organbezogene Untersuchung des Nackenbereichs und des gesamten Körpers ist der erste Schritt. Der behandelnde Mediziner testet den Nackenbereich auf Flexibilität und prüft den Bewegungsradius. Nach Sichtung aller Befunde werden die anstehenden Therapien gemeinsam zwischen Arzt und Patient besprochen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung von Taubheitsgefühlen unter der Achsel zielt darauf ab, die zugrunde liegende Ursache zu beheben und die Symptome zu lindern.

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Konservative Behandlung

Bei den ersten Anzeichen von Taubheit und Kribbeln reicht es als Therapie eines Ulnarisrinnen-Syndroms häufig aus, die verursachenden Umstände abzustellen. Dazu zählen z.B. bei einem Schreibtischjob, die Ellenbogen nicht mehr auf dem Tisch aufzustellen. Solche Fehlhaltungen sollten korrigiert werden und bestimmte Angewohnheiten, den Ellenbogen ständig auf bestimmte Art abzustützen sollten verändert werden. Hat man die zur Erkrankung führenden verursachenden Faktoren abgestellt, sollten im Anfangsstadium konservative Behandlungenmethoden begleitend angewendet werden, wie z.B. Entlastung des Ellenbogens durch Hochlegen und Kühlung des Ellenbogeninnenbereichs. Auch kann es notwendig werden, den betroffenen Ellenbogen eine gewisse Zeit ruhig zu stellen. Dies passiert üblicherweise mittels Gipsverband oder Schiene, um die Regeneration des Ellennervs zu ermöglichen. Um bedrängten Nerven wieder mehr Platz zu verschaffen, wird oft Physiotherapie eingesetzt. Mit gezielter Dehnung und Kräftigung soll ein muskuläres Ungleichgewicht ausgleichen und die Haltung verbessert werden. Unterstützend können Kinesio-Tapes wirksam sein. Auch Cortison-Spritzen in betroffene Halsmuskeln (Skalenus-Muskeln) werden eingesetzt. Bei der konservativen Therapie versucht man, mit Schmerzmedikamenten, Muskelaufbau, Entspannungstraining und gegebenenfalls Akupunktur eine Lockerung der Nackenmuskulatur zu erreichen. Auch werden eventuell aufgetretene Muskellähmungen behandelt. Physiotherapie, insbesondere Übungen, die darauf abzielen, die Schulterblattstabilisatoren zu stärken und die Flexibilität des Schultergelenks zu verbessern, kann bei der Linderung der Symptome hilfreich sein. Sanfte Dehnübungen und Bewegungen, die die Belastung des Nervus axillaris minimieren, sind ebenfalls empfehlenswert.

Medikamentöse Behandlung

Beeinträchtigen die Schmerzen die Betroffenen stark, erfolgt eine Mausarm-Behandlung medikamentös. Gegen die Schmerzen wirken Schmerzmittel (Analgetika). Auch das entzündungshemmende Kortison wird gelegentlich eingesetzt. Generell raten Experten dazu, eine medikamentöse Schmerztherapie nicht als dauerhafte Lösung bei einem Mausarm anzusehen, da es sich hierbei um eine rein symptomatische Behandlung handelt, welche nicht die zugrunde liegenden Ursachen behebt.

Psychotherapie

Vor allem bei chronischem RSI-Syndrom wird außerdem Psychotherapie empfohlen. In dieser erklärt der Psychotherapeut den betroffenen Schmerzpatienten zum Beispiel den Zusammenhang zwischen den auslösenden Faktoren, den Vorgängen im Gehirn und dem auftretenden Schmerz. In den einzelnen Therapiesitzungen zeigt er dann Möglichkeiten auf, mit dem Schmerz umzugehen und übt mit dem Patienten veränderte Verhaltensweisen ein. Dazu gehören beispielsweise spezielle Entspannungsmethoden und das Erlernen neuer Denkstrategien.

Physikalische Therapie

Neben der Expositionsprophylaxe kommen physikalische Therapien zur Behandlung eines Mausarms zum Einsatz. Dazu gehören unter anderem Wärme- und Kältebehandlungen mit Umschlägen sowie Gymnastik und Massagen. In vielen Fällen tun auch Bewegungsbäder gut. Dabei bewegen Sie die betroffenen Gelenke in warmem Wasser mit bestimmten medizinischen Zusätzen. Diese helfen der Muskulatur, sich zu entspannen und reduzieren den Schmerz. Ähnlich wirkt eine regelmäßige Anwendung von Wärmelampen (Infrarot-Lampen).

Invasive und operative Maßnahmen

Zu den invasiven Verfahren gehören oberflächliche Spritzenbehandlungen (Quaddeln) und gezielt Infiltrationen der Nervenwurzel unter dem Computertomogramm. Das nennt man periradikuläre Therapie (PRT). Sind über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen die Beschwerden nicht verschwunden, sollte man über eine Operation nachdenken. Bei den operativen Therapien gilt es, so schonend wie möglich zu arbeiten. Bei reinen Bandscheibenvorfällen ohne Veränderungen an den Wirbelkörpern im Sinne von knöchernen Vorsprüngen, Einengungen und Verschleißerscheinungen kommt eine künstliche Bandscheibe infrage. In chronischen Fällen und im fortgeschrittenen Stadium, stehen herkömmliche und minimalinvasive chirurgische Eingriffe zur Verfügung. Bei der herkömmlichen Operationsmethode wird der Ulnaris-Nerv im Bereich der Ulnarisrinne freigelegt. Störendes Gewebe wird entfernt, und so eine Druckentlastung erreicht. In einigen Fällen kann es auch notwendig werden, den Nervus ulnaris zu verlegen, um eine Verbesserung zu erzielen. Bei der Operation erfolgt die Druckentlastung des Ulnaris - Nerven durch Freilegen des Nerven. Ist eine Venen-Thrombose die Ursache, kann das Blutgerinnsel manchmal mit blutverdünnenden Medikamenten wieder aufgelöst werden. Gegen die Schwellung hilft Hochlagerung des betroffenen Armes. Bei ausgeprägten Symptomen von Nervenkompressionen und bei gefährlichen Gefäßeinengungen kann eine Entfernung der umgebenden Strukturen erforderlich sein, die für die Einengung verantwortlich sind, z.B. bestimmte Muskeln, zusätzliche verdickte Bänder, oder auch die erste Rippe.

Was kann man selbst tun?

Neben den ärztlichen Behandlungen gibt es einige Maßnahmen, die Betroffene selbst ergreifen können, um die Beschwerden zu lindern und die Heilung zu unterstützen:

  • Sitzposition überprüfen: Wenn Sie häufig unter eingeschlafenen Füßen leiden, sitzen Sie möglicherweise "falsch". Besonders viele Beschwerden macht das Sitzen mit gekreuzten Beinen, weil dies die Blutversorgung stört oder gar Nerven gequetscht werden. Wechseln Sie also immer wieder die Sitzposition (in der Regel schläft das übergeschlagene Bein ein) und stehen Sie beim ersten Kribbeln sofort auf, damit das Blut wieder ungehindert fließen kann. Auch zu enge Schuhe schnüren die Blutzufuhr ab. Ein einfacher Test ist das Wackeln mit den Zehen.
  • Durchblutung ankurbeln: Steckt eine schlechte Durchblutung hinter den Empfindungsstörungen, hilft alles, was den Kreislauf in Schwung bringt und den Blutfluss anregt. Sorgen Sie für ausreichend Bewegung, etwa durch flotte Spaziergänge oder Radfahren. Kräftigungs-, aber auch Dehnübungen steigern die Durchblutung noch zusätzlich. Stehen Sie auch bei sitzenden Tätigkeiten immer wieder zwischendurch auf und gehen Sie herum, damit das Blut nicht in den Beinen "versackt".
  • Gefäße gesund halten: Gesunde Blutgefäße sind die Voraussetzung für eine gute Durchblutung. Einige Risikofaktoren, wie etwa eine genetische Veranlagung, lassen sich nicht beeinflussen. Viele Abnutzungsprozesse entstehen aber durch einen falschen Lebensstil - z. B. durch Rauchen, Übergewicht oder Bewegungsarmut.
  • Körperbewusstsein trainieren: Entstehen Taubheitsgefühle im Rahmen von Panikattacken oder als Ausdruck einer psychischen Störung, helfen eventuell Übungen zur Verbesserung des Körperbewusstseins. Mit Techniken wie Yoga oder dem Body Scan trainieren Sie, Ihre Aufmerksamkeit auch über einen längeren Zeitraum auf Ihren Körper zu richten und sich intensiver zu spüren.

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