TCM zur Reinigung des Windes bei Parkinson

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) bietet einen ganzheitlichen Ansatz zur Behandlung von Parkinson, der darauf abzielt, die zugrunde liegenden Ungleichgewichte im Körper zu korrigieren. Einer der wichtigsten Aspekte dieses Ansatzes ist die "Reinigung des Windes", ein Konzept, das in der TCM eine zentrale Rolle bei der Behandlung von neurologischen Erkrankungen spielt.

Einführung in die TCM und ihre Prinzipien

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist ein vollständiges Medizinsystem, das aus acht Säulen besteht: Akupunktur, Kräutermedizin, Ernährung, Körperarbeit (Tui Na/Schröpfen/Moxibustion), Meditation, Tai Qi/Qi Gong (Bewegung), Feng Shui und Kosmologie. Die TCM betrachtet die natürliche Welt und beobachtet, wie die menschliche Gesundheit und Krankheit den Prinzipien der natürlichen Ordnung unterliegen. In der TCM können Krankheitssymptome in Körper, Organen und Meridianen auf verschiedene Weise entstehen. Wenn die Organe und Kanalmeridiane, die die "Energie" oder das "Qi" tragen, stagnieren, mangelhaft oder im Überschuss sind, entsteht Krankheit. Durch einzigartige Diagnosemethoden erstellt der TCM-Arzt eine Diagnose, ein Rezept und einen Behandlungsplan, der die Zweige der TCM umfasst.

Während der Zhou-Dynastie (770-446 v. Chr.) wurde die TCM modernisiert und systematisiert. Die Yin- und Yang-Theorie, die Fünf-Elemente-Theorie und andere grundlegende Theorien, die die Basis der TCM bilden, wurden in dieser Zeit etabliert. Der früheste chinesische medizinische Text über die theoretische systematische Medizin der TCM ist der Huáng Dì Nèi Jīng oder Der Klassiker des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin, der aus dem 2. oder 1. Jahrhundert v. Chr. stammt. Dieser und andere berühmte klassische chinesische medizinische Texte werden noch heute an moderne TCM-Studenten weltweit gelehrt.

Das Konzept des Windes in der TCM

In der TCM wird "Wind" als eine pathogene (krankheitsverursachende) Kraft betrachtet, die in den Körper eindringen und verschiedene Beschwerden verursachen kann. Besonders anfällig sind dabei neurologische Erkrankungen, da der Wind dazu neigt, sich im Kopf und in den Meridianen zu manifestieren, die das Nervensystem versorgen.

Die Rolle des Windes bei Parkinson

Bei Parkinson wird angenommen, dass der Wind eine Rolle bei der Entstehung von Zittern, Steifheit und anderen motorischen Symptomen spielt. Der Wind kann die Bewegung des Qi und des Blutes in den Meridianen stören, was zu einer Unterversorgung der Muskeln und Nerven führt. Darüber hinaus kann der Wind auch die Leber und die Nieren beeinträchtigen, die in der TCM für die Kontrolle von Muskeln und Knochen verantwortlich sind.

Lesen Sie auch: Parkinson-Medikamente: Was Sie beachten müssen

TCM-Strategien zur "Reinigung des Windes" bei Parkinson

Die TCM bietet verschiedene Strategien zur "Reinigung des Windes" bei Parkinson, die darauf abzielen, den Wind aus dem Körper zu vertreiben, das Qi und das Blut zu bewegen und die Leber und die Nieren zu stärken.

Kräutermedizin

Die Kräutermedizin ist ein wichtiger Bestandteil der TCM und kann bei der Behandlung von Parkinson eingesetzt werden, um den Wind zu reinigen, das Qi und das Blut zu bewegen und die Organe zu stärken. Einige der häufig verwendeten Kräuter sind:

  • Tian Ma (Gastrodia elata): Dieses Kraut wird traditionell verwendet, um den Wind zu vertreiben, das Zittern zu reduzieren und den Kopf zu beruhigen.
  • Gou Teng (Uncaria rhynchophylla): Dieses Kraut wird eingesetzt, um den Wind zu beruhigen, das Zittern zu reduzieren und den Blutdruck zu senken.
  • Quan Xie (Scorpio): Dieses Kraut wird verwendet, um den Wind zu vertreiben, das Zittern zu reduzieren und die Muskeln zu entspannen.
  • Di Long (Pheretima): Dieses Kraut wird eingesetzt, um das Qi und das Blut zu bewegen, die Muskeln zu entspannen und die Durchblutung zu verbessern.

Akupunktur

Akupunktur ist eine weitere wichtige TCM-Technik, die bei der Behandlung von Parkinson eingesetzt werden kann. Durch die Stimulation spezifischer Akupunkturpunkte kann der Fluss von Qi und Blut in den Meridianen reguliert, der Wind vertrieben und die Organe gestärkt werden. Einige der häufig verwendeten Akupunkturpunkte sind:

  • Baihui (GV20): Dieser Punkt befindet sich auf dem höchsten Punkt des Kopfes und wird verwendet, um den Wind zu vertreiben, den Kopf zu beruhigen und das Bewusstsein zu klären.
  • Fengchi (GB20): Diese Punkte befinden sich an der Basis des Schädels und werden eingesetzt, um den Wind zu vertreiben, das Zittern zu reduzieren und die Muskeln zu entspannen.
  • Taichong (LV3): Dieser Punkt befindet sich auf dem Fußrücken und wird verwendet, um die Leber zu beruhigen, das Qi zu bewegen und die Muskeln zu entspannen.
  • Qihai (CV6): Dieser Punkt befindet sich unterhalb des Bauchnabels und wird eingesetzt, um das Qi zu stärken, die Nieren zu tonisieren und die Vitalität zu verbessern.

Ernährung

Die Ernährung spielt in der TCM eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Parkinson. Eine ausgewogene Ernährung, die reich an frischem Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und magerem Eiweiß ist, kann dazu beitragen, das Qi und das Blut zu stärken, die Organe zu unterstützen und den Wind zu vertreiben. Einige der empfohlenen Lebensmittel sind:

  • Grünes Blattgemüse: Diese Lebensmittel sind reich an Chlorophyll und können dazu beitragen, die Leber zu entgiften und das Qi zu stärken.
  • Beeren: Diese Früchte sind reich an Antioxidantien und können dazu beitragen, die Zellen vor Schäden durch freie Radikale zu schützen.
  • Nüsse und Samen: Diese Lebensmittel sind reich an gesunden Fetten und können dazu beitragen, das Gehirn zu nähren und die Nervenfunktion zu unterstützen.
  • Hülsenfrüchte: Diese Lebensmittel sind reich an Ballaststoffen und Eiweiß und können dazu beitragen, den Blutzuckerspiegel zu regulieren und die Verdauung zu fördern.

Lebensstiländerungen

Neben Kräutermedizin, Akupunktur und Ernährung können auch bestimmte Lebensstiländerungen dazu beitragen, den Wind zu reinigen und die Symptome von Parkinson zu lindern. Dazu gehören:

Lesen Sie auch: Die Stadien der Parkinson-Krankheit erklärt

  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung kann dazu beitragen, das Qi und das Blut zu bewegen, die Muskeln zu stärken und die Flexibilität zu verbessern.
  • Stressmanagement: Stress kann die Symptome von Parkinson verschlimmern. Daher ist es wichtig, Stress abzubauen, z. B. durch Meditation, Yoga oder Tai Chi.
  • Ausreichend Schlaf: Ausreichend Schlaf ist wichtig für die Regeneration des Körpers und kann dazu beitragen, die Symptome von Parkinson zu lindern.
  • Vermeidung von schädlichen Substanzen: Der Konsum von Alkohol, Nikotin und anderen schädlichen Substanzen kann die Symptome von Parkinson verschlimmern und sollte vermieden werden.

Weitere TCM-Therapieansätze

Neben den oben genannten Strategien gibt es noch weitere TCM-Therapieansätze, die bei der Behandlung von Parkinson eingesetzt werden können. Dazu gehören:

  • Tui Na (chinesische Massage): Tui Na ist eine Form der chinesischen Massage, die dazu verwendet werden kann, das Qi und das Blut zu bewegen, die Muskeln zu entspannen und die Durchblutung zu verbessern.
  • Qi Gong und Tai Chi: Qi Gong und Tai Chi sind sanfte Bewegungsformen, die dazu beitragen können, das Qi zu stärken, die Flexibilität zu verbessern und den Stress abzubauen.
  • Moxibustion: Moxibustion ist eine Technik, bei der getrocknetes Beifußkraut verbrannt wird, um Akupunkturpunkte zu erwärmen und den Fluss von Qi und Blut zu fördern.

Die Bedeutung der Individualisierung

Es ist wichtig zu beachten, dass die TCM-Behandlung von Parkinson immer auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten zugeschnitten sein sollte. Ein erfahrener TCM-Arzt wird eine gründliche Diagnose stellen, um die zugrunde liegenden Ungleichgewichte im Körper zu identifizieren und einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen.

Lesen Sie auch: Überblick zur Dopamin-Erhöhung bei Parkinson

tags: #tcm #und #parkinson #cleaning #the #wind