Tee, nach reinem Wasser das weltweit am häufigsten konsumierte Getränk, erfreut sich seit Jahrtausenden großer Beliebtheit. Der legendäre chinesische Kaiser Shennong beschrieb Tee bereits mit den Worten: »Tee weckt den guten Geist und die weisen Gedanken. Er erfrischt deinen Körper und beruhigt dein Gemüt. Bist du niedergeschlagen, wird Tee dich ermutigen«. Die Stammpflanze von grünem und schwarzem Tee sowie Oolong-Tee ist Camellia sinensis (L.) O. Kuntze. Es werden zwei Varietäten unterschieden: sinensis und assamica.
Die Geschichte des Tees
Nach chinesischen Legenden brachten buddhistische Mönche die Teepflanze aus Indien nach China. In chinesischen Quellen lässt sich der Teegenuss bis ins Jahr 350 zurückverfolgen. Die ersten sicheren Nachrichten über das Teetrinken stammen jedoch aus arabischen Reiseberichten des 9. Jahrhunderts. Dort wird eine Pflanze namens Sakh erwähnt, die in den Städten Chinas für hohe Summen verkauft wurde und deren Aufguss sowohl als Getränk als auch als Heilmittel diente. Im 17. Jahrhundert gelangte der Tee nach Europa. Eine russische Gesandtschaft brachte ihn 1638 als Geschenk für den Zaren nach Moskau. In Deutschland wurde Tee erstmals 1657 als Herba Theae in der Apothekertaxe von Nordhausen erwähnt.
Inhaltsstoffe von Tee
Die wirksamen Inhaltsstoffe von Camellia sinensis sind neben Coffein vor allem Catechine als hydrierte Flavone oder Anthocyanidine. Catechine machen im unfermentierten Tee den Hauptanteil der Polyphenole aus und betragen etwa 17 bis 30 Prozent des Trockengewichts. Den Catechinen werden antikarzinogene, antioxidative, antivirale, bakterizide und antimikrobielle Eigenschaften zugesprochen.
Fermentation
Bei der Fermentation zu Schwarztee, im Chinesischen treffender als Rottee bezeichnet, werden die Polyphenole oxidiert. Das Blatt wird zunächst angewelkt, dann zerrissen oder geschnitten und gleichzeitig gerollt. Seine damit verbundene Zerstörung leitet den enzymatischen Prozess der Fermentation ein. Dieser Prozess wird durch das in den Blättern enthaltene Enzym Polyphenoloxidase katalysiert. Auf diese Weise entstehen höhermolekulare Stoffe wie Theaflavine, Theaflavinsäuren, Theaflagalline und vor allem Thearubigene, die den größten Teil der Oxidationsprodukte ausmachen. Sie zeichnen sich durch eine rotbraune Farbe aus und bestimmen wesentlich den Geschmack und die Farbe des Getränks.
Oolong Tee
Im Gegensatz zum schwarzen Tee wird Oolong-Tee nur teilweise fermentiert und enthält daher sowohl Catechine als auch deren Oxidationsprodukte. Weniger bekannt sind weiße Tees und Pu-erh-Tees. Ein weißer Tee ist ein unfermentierter Tee aus Blattknospen und jungen Blättern, die manchmal zusätzlich vor der Sonne geschützt werden, um die Produktion von Chlorophyll zu minimieren und den jungen Blättern ein helles Aussehen zu geben. Junge Pu-erh-Tees sind ebenfalls unfermentiert und stammen aus den Bergen der chinesischen Provinz Yunnan.
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Coffein
Das Hauptalkaloid von Camellia sinensis ist Coffein. Alle Teesorten enthalten zwei bis fünf Prozent Coffein, wobei sich kultivierter Tee kaum von seinen wilden Verwandten unterscheidet. Der Coffeingehalt wird hauptsächlich vom Entwicklungsstand der verwendeten Blätter und weniger von klimatischen Faktoren bestimmt. Eine Faustregel besagt, dass Tee nach rascher Zubereitung etwa halb so viel Coffein wie Kaffee enthält. In erster Linie kommt es dabei auf die Ziehzeit an.
Aminosäuren
Der Gehalt an Aminosäuren im getrockneten Blatt des grünen Tees beträgt etwa vier Prozent. 0,3 bis 1,6 Prozent entfallen auf L-Theanin als 5-N-Ethyl-L-glutamin und sein Homologes, die 2-Amino-6-ethylamidoadipinsäure. Studiengemäß ist der Anteil an Aminosäuren in weißem Tee durchschnittlich am höchsten. Dies gilt auch für den Theaningehalt, der in weißem Tee bei 0,53 bis 3,34 Prozent, in grünem Tee bei 0,16 bis 0,34 Prozent, in schwarzem Tee bei 0,05 bis 0,41 Prozent, im Oolong-Tee bei 0,09 bis 0,28 Prozent und im Pu-erh-Tee bei 0,01 bis 0,12 Prozent liegt. Der Gehalt an Theanin kann variieren und ist sowohl vom Grad der Fermentierung als auch von der Weiterverarbeitung des Tees abhängig.
L-Theanin: Eine besondere Aminosäure
L-Theanin wurde erstmals 1949 von dem Japaner Y. Sakato isoliert und identifiziert. Es wird durch Wasser relativ schnell extrahiert. Nach einer Minute ist bei Teebeuteln bereits über 50 Prozent des gesamten extrahierbaren Theanins in Lösung gegangen. L-Theanin ist eine farblose, wasserlösliche, N-alkylierte, chirale, nicht proteinogene Aminosäure, die den Geschmack des Teegetränks und hier vor allem des ersten, mit zunehmender Extraktion bitter werdenden Aufgusses von Grüntee mitbestimmt. Der Aufguss von grünem Tee hat vier charakteristische Geschmacksnoten: bitter, adstringierend, süß und umami. Für den Umami-Geschmack ist neben Glutaminsäure beziehungsweise Glutamat insbesondere Theanin verantwortlich.
Vorkommen und Synthese
Theanin ist nicht nur in Camellia sinensis, sondern auch in den Camellia-Arten japonica und sasanqua sowie im Maronenröhrling (Xerocomus badius) enthalten. Es wird in den Wurzeln der Teepflanze mit Hilfe der Theanin-Synthetase aus Glutaminsäure und Ethylamin synthetisiert, in die Blätter transportiert und dort akkumuliert. Zusammen mit Glutamin und weiteren freien Aminosäuren bildet Theanin den Nicht-Protein-Stickstoff-Pool der Pflanze. Hauptsächlich kommt in der Pflanze das L-(S)-(+)-Theanin vor. Studiengemäß liegt der durchschnittliche Gehalt an D-(R)-(-)-Theanin in der Teepflanze bezogen auf den Gesamttheaningehalt bei 1,85 Prozent. Je weniger D-Theanin ein Tee-Aufguss enthält, desto besser wird die Qualität des Herstellungsprozesses eingeschätzt. Dem D-Enantiomer wird nachgesagt, dass es wirkungslos sei. Einerseits wird es im Gastrointestinaltrakt wesentlich schlechter resorbiert als L-Theanin. Andererseits wird es auch schneller wieder ausgeschieden.
Wirkung von L-Theanin
Theanin kann die Blut-Hirn-Schranke passieren und ist der proteinogenen Aminosäure L-Glutaminsäure ähnlich, die im Zentralnervensystem durch das Enzym L-Glutaminsäuredecarboxylase zu γ-Aminobuttersäure (GABA), einem wichtigen inhibitorischen Neurotransmitter, decarboxyliert wird. Es lässt sich unter anderem aus Glutamin und Ethylamin mit Hilfe bakterieller γ-Glutamyltranspeptidase synthetisieren.
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Metabolismus und Pharmakokinetik
Zum Metabolismus und zur Pharmakokinetik im menschlichen Körper ist nur wenig bekannt. Tierstudien zeigen, dass Theanin im Dünndarm mit Hilfe eines aktiven, Natrium-gekoppelten Carriers resorbiert wird. Kinetikstudien an Ratten belegen, dass die höchste Theanin-Konzentration im Gehirn bei oraler Gabe von vier Gramm pro Kilogramm Körpergewicht nach fünf Stunden erreicht wird. Gleichzeitig sinkt der Spiegel von neutralen Aminosäuren mit verzweigten oder ringförmigen Seitenketten. Die Konzentrationen anderer Aminosäuren wie Alanin, Serin, Glycin, Asparaginsäure und Glutaminsäure zeigten keine Veränderung. Dies weist darauf hin, dass L-Theanin in hohen Dosen mit bestimmten Aminosäuren um das Transportsystem für L-Aminosäuren zur Passage der Blut-Hirn-Schranke konkurriert. Als ein Abbauprodukt wurde schon 1966 Ethylamin in Rattenurin gefunden. Angenommen wird, dass Theanin in den Nieren durch die Glutaminase zu Glutamat und Ethylamin hydrolysiert wird. Fest steht, dass ein Großteil der Theanin-Stoffwechselprodukte sofort ausgeschieden wird; diese sind dadurch nur in geringer Plasmakonzentration vorhanden.
Es wird des Weiteren vermutet, dass Theanin im menschlichen Körper zu GABA-Analogen metabolisiert wird und die Glutamat-Rezeptoren antagonisiert. Allerdings wird postuliert, dass die Affinität von Theanin zu den Glutamat- und besonders zu den NMDA- (N-Methyl-D-Aspartat), AMPA- (α-Amino-3-hydroxy-5-methyl-isoxazol-propionsäure) und Kainat-Rezeptoren im Vergleich zu der von Glutaminsäure niedriger ist, sodass der Antagonismus physiologisch nicht durchschlagen dürfte.
Einfluss auf Neurotransmitter
Verschiedene tierexperimentelle Untersuchungen belegen, dass L-Theanin die Konzentrationen diverser Neurotransmitter im Gehirn beeinflusst, wobei teilweise Interaktionen mit Coffein beschrieben werden. Beispielsweise erzeugte die intraperitoneale Gabe von 1740 mg/kg/KG L-Theanin eine Senkung des Noradrenalinspiegels, die durch Coffein (100 mg/kg KG) verhindert wurde. Bei Theaningabe wurde auch eine Konzentrationserhöhung von Dopamin im Gehirn beobachtet. Die Forschungsergebnisse hinsichtlich der Wirkung auf den Serotoninspiegel sind widersprüchlich. So wurde einerseits bewiesen, dass Theanin die durch Coffeingabe hervorgerufenen erhöhten Konzentrationen an Serotonin und 5-Hydroxyindolessigsäure als Abbauprodukt des Serotonins senkt, wobei ohne Coffein appliziertes Theanin nicht zu signifikanten Konzentrationsänderungen führt. Bei Ratten mit Bluthochdruck wurde nach intraperitonealer Verabreichung von 1000 beziehungsweise 2000 mg L-Theanin eine dosisabhängige Senkung der Konzentrationen von Serotonin und 5-Hydroxyindolessigsäure im Gehirn gemessen. Gleichzeitig kam es zu einer dosisabhängigen Blutdrucksenkung.
Weitestgehende Einigkeit herrscht in der Annahme, dass Theanin den zentral stimulierenden Effekt von Coffein antagonisiert. Einige Forscher postulieren zudem, dass Theanin die GABA-Produktion erhöht. In weiteren Studien wurde außerdem belegt, dass Theanin die Frequenz von Alpha-Wellen als Maß der elektroenzephalographisch gemessenen Hirnströme anregt, sodass eine spezifische Form entspannter Wachsamkeit hervorgerufen wird. Postuliert wird zudem auch eine neuroprotektive Wirkung durch die Konkurrenz von Theanin mit Glutaminsäure, besonders am NMDA-Rezeptor. Durch die Blockade dieses Rezeptors soll die Toxizität übermäßig erhöhter Glutamat-Konzentrationen im synaptischen Spalt zum Beispiel nach einer zerebralen Ischämie gemindert und so die mit der Ischämie einhergehende Zell- oder Gewebeschädigung verhindert werden. Andere Untersuchungen lassen vermuten, dass die Gabe von Theanin zu einer verbesserten Lern- und Gedächtnisleistung führt.
Tee als "Glücklichmacher"
Für alle drei wesentlichen Inhaltsstoffe von Tee, also Coffein, Catechine und hier vor allem Epigallocatechingallat (EGCG) sowie Theanin, werden zu Werbezwecken oft gesundheitsförderliche Fähigkeiten behauptet. Bei Theanin wird die vermutete ausgleichende Wirkung herausgestellt: »Theanin, in Kombination mit den anderen guten Eigenschaften von Tee, hilft Ihnen, entspannt und zugleich munter zu sein«, so liest man auf einer englischen Teebeutelpackung. Andere Hersteller beziehen sich auf die antioxidativen Polyphenole. Weil Theanin die Fähigkeit zur Reduktion mentaler und physischer Stressreaktionen besitzen soll, wird es in Japan, Korea oder Taiwan bereits in einer Vielzahl von Erzeugnissen wie Erfrischungsgetränken zur Entspannung eingesetzt. L-Theanin wird zum Beispiel in den USA zur Geschmacksverbesserung auch in Lebensmitteln wie Keksen, Süßigkeiten, Eis, Kaugummi und Schokolade eingesetzt.
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Qualität und Sicherheit
Gemäß der Erkenntnisse einer amerikanischen Arbeitsgruppe, die sechs Theanin-Produkte auf ihren Gehalt an D- und L-Theanin untersuchte, enthielten fünf das Racemat und nur eines ausschließlich das L-Enantiomer. Der Zusatz von L-Theanin zu Getränken ist in Deutschland nach Ablehnung durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) 2003 nicht erlaubt. Fest steht, dass der eventuelle Effekt von L-Theanin bei Genuss von Tee von allen anderen ebenfalls im Tee enthaltenen Inhaltsstoffen mitbestimmt wird. Weil L-Theanin im Tee in sehr geringer Menge und zusammen mit Coffein vorkommt, sind andere Bedingungen hinsichtlich Bioverfügbarkeit und Wirkungen gegeben als beim Einsatz von isoliertem L-Theanin. Der Einsatz hoher Dosen von Theanin bei In-vitro-, Tier- oder Humanstudien hat mit der durch Tee-Konsum erreichbaren Wirkung nichts zu tun. Die subakute toxische orale Dosis von L-Theanin scheint Studien an Ratten gemäß bei zwei Gramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag zu liegen. Hinweise zur chronischen Toxizität beziehungsweise carcinogenen und mutagenen Wirkung lassen sich nicht finden. In der wissenschaftlichen Literatur zu L-Theanin wird eine Dosierung von 50 bis 200 mg täglich als unproblematisch für den Menschen angesehen. Die Japan Food Additive Association setzt dem Zusatz von L-Theanin keine Dosierungs-Grenzen.
Koffein und Adenosin
Das seit Tausenden von Jahren in zahlreichen Kulturen in Form von Kaffee, Tee oder anderen stimulierenden Genussmitteln konsumierte Koffein gilt selbst als "Glücklichmacher". Eine internationale Studie hatte die stimmungsaufhellende Wirkung von Koffein nachgewiesen. Demnach wird ausgerechnet durch die Blockade der Adenosin-Rezeptoren die Aktivität des Glückshormons Dopamin in wichtigen Hirnregionen erhöht, was zu einer verbesserten Stimmung und gesteigerter Wachsamkeit beitrage.
Die Rolle von Dopamin
Dopamin ist ein Neurotransmitter im Gehirn, der für die Regulation von Bewegung, Motivation und Belohnung zuständig ist. Im Labor misst man Dopamin als Marker für bestimmte Erkrankungen. Ein erhöhter Dopaminwert tritt etwa bei Schizophrenie, Tumoren und Vergiftungen mit Medikamenten auf. Einen niedrigen Wert beobachtet man dagegen bei der Parkinson-Krankheit und Depressionen.
Funktionen von Dopamin
Dopamin im Gehirn spielt eine bedeutende Rolle bei verschiedenen Funktionen wie Stimmungsregulation, Motivation, Belohnungsgefühle und Bewegungskoordination. Wenn das Gehirn Dopamin ausschüttet, fühlen sich Menschen motivierter, empfinden Freude, und der Belohnungseffekt setzt ein. Sie fühlen sich möglicherweise auch wacher, konzentrierter und engagiert bei Aktivitäten. Übermäßig hohe Dopaminspiegel sind jedoch mit Impulsivität, risikoreichem Verhalten und Sucht verbunden. Niedrige Dopaminspiegel hingegen können Müdigkeit, Apathie und Anhedonie (Unfähigkeit, Freude zu empfinden) auslösen. In extremen Fällen trägt ein Mangel möglicherweise sogar zur Entstehung verschiedener psychischer Erkrankungen wie Depressionen und Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei.
Weil Dopamin Glücksgefühle auslösen kann, wird es oft als "Glückshormon" bezeichnet. Dabei hat es noch viele andere Wirkungen. Zudem tragen auch viele andere Botenstoffe zur emotionalen Regulation und zum subjektiven Wohlbefinden bei, etwa Serotonin, Endorphine und Oxytocin.
Peripheres Dopamin
Das Dopamin in Blutgefäßen außerhalb des Gehirns wirkt als lokaler Botenstoff in verschiedenen Organen und Geweben. Dabei beeinflusst es unterschiedliche physiologische Prozesse. Einige Beispiele:
- Dopamin reguliert den Blutdruck, indem es die Blutgefäße erweitert und so den Blutfluss verbessert.
- In den Nieren unterstützt es die Natrium- und Flüssigkeitsausscheidung, was sich ebenfalls auf die Blutdruckregulation auswirkt.
- In der Bauchspeicheldrüse wirkt sich Dopamin auf die Freisetzung von Insulin aus und ist so an der Regulation des Blutzuckerspiegels beteiligt.
- Im Magen-Darm-Trakt beeinflusst der Botenstoff die Darmmotilität sowie die Sekretion von Magensäure und Verdauungsenzymen.
- Dopamin wirkt sich auch auf die Funktion bestimmter Immunzellen aus und spielt somit eine Rolle bei der Regulierung von Entzündungs- und Immunreaktionen.
Faktoren, die den Dopaminspiegel beeinflussen
Dopaminspiegel im Körper werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst, etwa von der Genetik und dem Lebensstil (einschließlich der Ernährung). Auch andere Faktoren wie emotionale Zustände, Stress, Schlaf und das Nachgehen von belohnenden Aktivitäten wie Sport, Hobbys oder sozialen Interaktionen wirken sich auf die Dopaminspiegel aus. Auch der Konsum illegaler Drogen (wie Kokain oder Amphetamine) wirkt sich stark auf den Dopaminspiegel aus. Diese Substanzen verursachen eine schnelle Freisetzung des Botenstoffes aus den Nervenzellen im Gehirn, sodass es seine Wirkung entfalten kann, und blockieren dessen Wiederaufnahme in diese Zellen, womit seine Wirkung endet.
Messung von Dopamin
Dopaminwerte lassen sich im Blut (Plasma) und im Urin (24-Stunden-Sammelurin) bestimmen. Oft werden dabei auch andere Katecholamine wie Adrenalin gemessen. Sowohl Blut- als auch Urinuntersuchungen haben Vor- und Nachteile. Blutuntersuchungen liefern eine Momentaufnahme der Dopaminwerte, während Messungen im Sammelurin einen Überblick über den Dopamin-Stoffwechsel über einen längeren Zeitraum bieten. Bei Blut- und Urinuntersuchungen wird peripheres Dopamin gemessen. Diese Messwerte spiegeln nicht immer die zentralen Dopaminwerte oder die Aktivität von Dopamin im Gehirn genau wider!
Wann wird Dopamin bestimmt?
Dopamin ist kein Routine-Laborparameter. Seinen Spiegel messen Mediziner also nur aus bestimmten Anlässen - beispielsweise bei Verdacht auf eine Erkrankung, die mit veränderten Dopaminwerten verbunden ist (z.B. Phäochromozytom, Neuroblastom, Bluthochdruck). Außerdem nutzt man Dopamin manchmal zur Diagnose und Überwachung bestimmter Erkrankungen wie Parkinson. Die Messung hilft auch, die Wirksamkeit von Medikamenten zu bewerten, die sich auf die Dopaminspiegel auswirken.
Erhöhter Dopamin-Wert
Mögliche Ursachen für erhöhte Dopamin-Werte sind zum Beispiel:
- Phäochromozytom: Das ist ein seltener und meist gutartiger Tumor der Nebennierenrinde, der Dopamin und andere sogenannte Katecholamine produziert.
- Neuroblastom: Diese seltene Krebserkrankung des Nervensystems tritt vor allem bei Kindern auf. Sie beeinflusst ebenfalls die Produktion von Dopamin (und anderen Katecholaminen).
- Schizophrenie: Untersuchungen deuten darauf hin, dass bei schizophrenen Psychosen manche Hirnregionen zu viel Dopamin aufweisen.
- Medikamente: Manche Medikamente wie Antidepressiva, Antipsychotika, Parkinson-Medikamente und Aufputschmittel können die Dopaminwerte erhöhen.
Erniedrigter Dopamin-Wert
Auch für niedrige Dopaminwerte im Körper kann es sowohl natürliche (physiologische) als auch krankhafte (pathologische) Gründe geben. Natürlicherweise ist der Dopaminspiegel zum Beispiel im Schlaf erniedrigt. Erkrankungen, die mit Dopaminmangel einhergehen, sind zum Beispiel Parkinson und Restless Legs.
Grüner Tee Extrakt und das Gehirn
Grüner Tee hat eine sehr außergewöhnliche Wirkung auf das Gehirn und die Leistungsfähigkeit. Teetrinker genießen sowohl die beruhigende als auch die anregende Wirkung von Grünem Tee. Der Grüne Tee-Extrakt wird aus den Blättern der Teepflanze Camillia sinensis hergestellt, aber nicht fermentiert im Gegensatz zu Schwarztee. Um die Oxidation der im Blatt enthaltenen Polyphenole zu vermeiden und die pflanzeneigenen Enzyme zu inaktivieren, werden bei der Herstellung von Grünem Tee die Blätter nach dem Pflücken hitzebehandelt.
Wirkung von Grünem Tee Extrakt
Grüner Tee und die darin enthaltenen Wirkstoffe gelten als fördernd in vielerlei Hinsicht. Das im Tee enthaltene Koffein bringt dich auf ein höheres Level. Warum aber kann Grüner Tee gleichzeitig auch beruhigend wirken? Verantwortlich dafür ist vor allem das L-Theanin, eine freie Aminosäure, die fast ausschließlich im Tee, vor allem im Grüntee gefunden wird. L-Theanin kann die Blut-Hirn-Schranke passieren und im Gehirn die Konzentrationen diverser Neurotransmitter beeinflussen, so z.B. die Neurotransmitter Noradrenalin und Dopamin.
Eine Studie des National College of Naturopathic Medicine in Portland, Oregon, untersuchte die Auswirkung von Grünem Tee auf die Gedächtnisleistung. In der doppelblinden, placebo-kontrollierten Studie wurden 91 Probanden mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen untersucht. Die Hälfte von ihnen erhielt Grüntee-Extrakt mit zugesetztem L-Theanin, die Placebogruppe Maltodextrin und Lactose. Nach 16 Wochen wurden neurophysiologische Tests bei beiden Gruppen durchgeführt. Dabei schnitten die Probanden, die Grünen Tee erhalten hatten, deutlich besser ab. Die Forscher fanden heraus, dass Grüner Tee-Extrakt sowohl die Aktivität in, wie die Verbindung zwischen exakt den Regionen der Großhirnrinde verstärkt, die für das Arbeitsgedächtnis entscheidend sind.
Vorteile von Grünem Tee Extrakt
- Bringt dich auch ein höheres Level
- Power-Kombination
- Regt die Verdauung an
Matcha und L-Theanin
L-Theanin gehört zu den am besten untersuchten Inhaltsstoffen von Matcha. Zahlreiche Studien belegen, dass die Kombination von Theanin, Koffein und Catechinen im Matcha positiv auf das Gehirn wirkt. Durch die plötzliche Beschattung der Teepflanzen vor der Matcha-Ernte wird der Abbau von Theanin in den jungen Trieben verhindert. So enthalten Tencha-Blätter deutlich höhere Konzentrationen von L-Theanin als andere Teesorten. In Analysen wurden bis zu 44,65 mg L-Theanin pro Gramm Matcha-Pulver gemessen.
Pharmakologie von L-Theanin
L-Theanin kann die Blut-Hirn-Schranke passieren und beeinflusst dort Neurotransmitter wie Dopamin, GABA und Serotonin. L-Theanin aktiviert Glutamat- und NMDA-Rezeptoren und kann dadurch Übererregung im Gehirn dämpfen. Studien zeigen, dass L-Theanin die Bildung von Alpha-Wellen im EEG steigert. Ein Muster, das mit Gelassenheit, Konzentration und meditativer Präsenz assoziiert ist.
In Kombination mit Koffein entfaltet Theanin eine besonders interessante Synergie: Studien zeigen, dass die gemeinsame Aufnahme von Theanin und Koffein Aufmerksamkeit, Reaktionsgeschwindigkeit und kognitive Leistung stärker verbessert als jede Substanz allein. Während Koffein den Energielevel anhebt, glättet Theanin die typischen Nebenwirkungen wie Nervosität oder Herzklopfen.
Die Harmonie des Matcha
L-Theanin steht heute sinnbildlich für die Harmonie des Matcha: Es verbindet Gegensätze. Anspannung und Entspannung, Energie und Ruhe, Konzentration und Gelassenheit.