MometHexal: Wechselwirkungen und Anwendung bei Epilepsie und anderen Erkrankungen

MometHexal ist ein Medikament, das den Wirkstoff Mometason enthält, ein stark wirksames Glukokortikoid, das entzündungshemmende und antiallergische Eigenschaften besitzt. Es wird in verschiedenen Darreichungsformen wie Salben, Cremes, Nasensprays und Inhalatoren angeboten, um unterschiedliche Erkrankungen zu behandeln. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkungsweise von Mometason, seine Anwendungsgebiete, mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, insbesondere im Hinblick auf Epilepsie.

Was ist Mometason und wie wirkt es?

Mometason ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Glukokortikoide, die umgangssprachlich als Kortison oder Cortison bezeichnet werden. Es wirkt stark entzündungshemmend und antiallergisch. In Medikamenten liegt es meist als Mometasonfuroat vor, ein Ester von Mometason, der die Wirksamkeit verbessert, indem er leichter in das Gewebe eindringt und dort länger wirkt.

Nach der Anwendung gelangt Mometason in das Innere der Zelle, wo es sich an Glukokortikoid-Rezeptoren bindet. Dieser Komplex wandert in den Zellkern und verhindert die Bildung entzündungsfördernder Botenstoffe. Mometason hat eine hohe Rezeptoraffinität und eine starke lokale Wirkung, aber nur eine geringe systemische Bioverfügbarkeit von weniger als 1%.

Anwendungsgebiete von MometHexal

Mometason wird zur Behandlung verschiedener Erkrankungen eingesetzt:

  • Hauterkrankungen: Bei entzündlichen, nicht-infektiösen Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte und allergischen Hautausschlägen werden Salben, Cremes und Lösungen verwendet. Cremes zur Behandlung entzündlicher Hauterkrankungen, die 1 mg/g Mometason enthalten, dürfen bei Erwachsenen und Kindern ab sechs Jahren einmal täglich dünn auf die betroffene Hautstellen aufgetragen werden.
  • Allergischer Schnupfen und Nasenpolypen: Nasensprays werden bei allergischem Schnupfen, der durch Hausstaubmilben oder Pollen (Heuschnupfen) hervorgerufen wird, und bei Nasenpolypen eingesetzt. Die nasale Anwendung von Mometason bei allergischer oder perennialer Rhinitis erfolgt einmal täglich. Es werden bei Erwachsenen je Nasenöffnung zwei Sprühstöße, die jeweils 50 µg Mometason enthalten, abgegeben.
  • Asthma bronchiale: Patientinnen und Patienten mit Asthma bronchiale inhalieren Mometason. Bei der Behandlung von anhaltendem mildem bis mittelschwerem Asthma bronchiale beträgt die Initialdosis 400 µg Mometason einmal täglich abends oder zweimal täglich 200 µg.

Anwendung und Dosierung

Die Anwendung und Dosierung von Mometason hängen von der Darreichungsform und dem Anwendungsgebiet ab:

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  • Salben und Cremes: Normalerweise einmal täglich auf die betroffenen Hautstellen auftragen. Salben bevorzugt auf sehr trockener, rissiger oder schuppender Haut, Cremes auf normaler, feuchter bis nässender Haut. Die dermale Anwendung sollte nicht länger als drei Wochen und nicht großflächig (20% der Körperoberfläche bei Erwachsenen, 10% bei Kindern) erfolgen.
  • Lösungen: Vor allem bei Erkrankungen der Kopfhaut. Einmal täglich einige Tropfen auf die entsprechenden Kopfhautpartien auftragen.
  • Nasensprays: Erwachsene geben einmal täglich zwei Sprühstöße in jede Nasenöffnung. Bei Besserung kann die Dosis auf einen Sprühstoß pro Tag und Nasenloch reduziert werden.
  • Inhalatoren: Normalerweise einmal täglich inhalieren. Die Dosis hängt von der Schwere des Asthmas ab. Nach der Inhalation den Mund mit Wasser ausspülen, ohne es zu schlucken.

Mögliche Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen von Mometason sind stark von der Darreichungsform abhängig:

  • Hautpräparate: Hautreaktionen wie Brennen, Juckreiz und Schmerzen an der behandelten Stelle. Bei falscher Dosierung oder zu langer Anwendung können Hautverdünnung (Atrophie), streifenförmige Strukturen (Striae) und sichtbare Blutgefäße (Teleangiektasien) auftreten.
  • Nasensprays: Nasenbluten und Brennen in der Nase sind mögliche Nebenwirkungen. Auch Reizungen im Rachen sind möglich.
  • Inhalatoren: Pilzinfektionen im Mund (Mundsoor), Heiserkeit, Husten, Kopfschmerzen und unangenehme Geschmacksveränderungen können auftreten.

Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen

Mometason darf im Allgemeinen nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit oder Allergie gegen den Wirkstoff oder einen anderen Bestandteil des Medikaments.
  • Unbehandelten Infektionen der Nasenschleimhaut, nach Operationen an der Nase oder Verletzungen der Nase (bei Nasensprays).
  • Bestimmten Hauterkrankungen wie Rosazea und Ausschlag am Mund (bei Salben, Cremes und Lösungen).

Bei Kindern unter zwei Jahren dürfen Salben, Cremes und Lösungen nicht angewendet werden. Mittel zur Inhalation, die nur Mometason enthalten, dürfen erst ab einem Alter von 12 Jahren angewendet werden.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Mometason und andere Medikamente können sich gegenseitig beeinflussen, obwohl dies aufgrund der geringen Menge, die ins Blut gelangt, unwahrscheinlich ist. Das Risiko steigt jedoch, wenn Mometason mit bestimmten Medikamenten kombiniert wird, die den Abbau von Mometason verzögern. Dazu gehören:

  • Ketoconazol und Itraconazol (Antipilzmittel)
  • Ritonavir, Indinavir und Cobicistat (als Wirkverstärker in HIV- oder COVID-Medikamenten enthalten)
  • Clarithromycin und Telithromycin (Makrolid-Antibiotika)

Es ist ratsam, in der hausärztlichen Praxis oder in der Apotheke Rat einzuholen, wenn diese Medikamente eingenommen werden.

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Mometason und Epilepsie: Gibt es Wechselwirkungen?

Die Frage, ob Mometason Wechselwirkungen mit Medikamenten gegen Epilepsie hat, ist besonders wichtig. Obwohl allgemeine Informationen darauf hindeuten, dass Mometason aufgrund seiner geringen systemischen Verfügbarkeit selten Wechselwirkungen verursacht, ist Vorsicht geboten. Epilepsie-Medikamente können komplexe Stoffwechselwege beeinflussen, und es ist wichtig, mögliche Wechselwirkungen mit Mometason zu berücksichtigen.

Einige Antiepileptika können die Aktivität von CYP3A4 beeinflussen, einem Enzym, das für den Abbau von Mometason in der Leber verantwortlich ist. CYP3A4-Inhibitoren könnten theoretisch die Mometason-Spiegel im Körper erhöhen, was das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen könnte. Umgekehrt könnten CYP3A4-Induktoren die Mometason-Spiegel senken und seine Wirksamkeit verringern.

Es ist entscheidend, dass Patienten mit Epilepsie, die Mometason-haltige Medikamente benötigen, ihren Arzt oder Apotheker über ihre Epilepsie und alle Medikamente, die sie einnehmen, informieren. Der Arzt kann die potenziellen Risiken und Vorteile abwägen und gegebenenfalls die Mometason-Dosis anpassen oder alternative Behandlungen in Betracht ziehen. Zusätzliche Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Neigung zu Krampfanfällen, wie bei Epilepsie.

Anwendung bei Kindern

Bei Kindern sollte Mometason als Salbe, Creme oder Lösung stets kleinflächig angewendet werden. Die behandelte Körperstelle sollte immer weniger als zehn Prozent der Körperoberfläche betragen. Nasensprays und Mittel zur Inhalation sind nicht immer für Kinder zugelassen.

Salben, Cremes und Lösungen mit Mometason sind bei Kindern ab zwei Jahren vergleichsweise gut untersucht. Es liegen Erfahrungen über eine Behandlungsdauer von drei Wochen vor.

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Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangere und stillende Frauen dürfen Mometason-haltige Cremes, Salben und Lösungen sowie Nasensprays und Mittel zur Inhalation verwenden. Der Wirkstoff reichert sich nicht übermäßig im Körper an.

Während der Stillzeit sollten Salben oder Cremes nicht auf den Brustbereich aufgetragen werden, damit das Kind das Arzneimittel nicht mit dem Mund aufnimmt.

Rezeptpflicht

Medikamente mit dem Wirkstoff Mometason sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz verschreibungspflichtig. Eine Ausnahme bilden Nasensprays, die in Deutschland rezeptfrei erhältlich sind. Allerdings sollte Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine Allergie diagnostiziert haben, bevor Sie ein Spray einsetzen.

Wichtige Hinweise für die Anwendung

  • Die Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass eine inhalative und nasale Therapie mit Mometason regelmäßig erfolgen sollte, auch dann noch, wenn Symptomfreiheit erreicht ist.
  • Bei regelmäßiger topischer Anwendung mit Okklusionsverbänden oder auf großen Hautflächen sollten die Patienten regelmäßig auf Anzeichen einer Suppression der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse kontrolliert werden.
  • Der Wirkeintritt von Mometason erfolgt erst nach 12 bis 48 Stunden. Bei nasaler Anwendung können bei allergischer Rhinitis zur Überbrückung orale Antihistaminika oder abschwellende Nasensprays verwendet werden.
  • Mometason-Nasensprays sind Suspensionen, die vor jeder Anwendung gut geschüttelt werden sollten. Zudem sollte vor der ersten Anwendung die Dosierpumpe zunächst solange betätigt werden, bis ein gleichmäßiger Sprühnebel entsteht.
  • Patienten, die Mometason inhalativ anwenden, sollten vor der ersten Anwendung ausführlich in der richtigen Inhalationstechnik unterrichtet werden, da diese essentiell für den Therapieerfolgt ist.
  • Bei der Anwendung inhalativer Glucocorticoide kommt es häufig zu Mundsoor. Besondere Vorsicht ist bei Patienten geboten, die von systemischen Glucocorticoiden auf zu inhalierendes Mometason umgestellt werden.

Alternativen zu Mometason

Für Allergiker, die Mometason als Heuschnupfen-Spray nutzen möchten, gilt es zu prüfen, ob die Nase frei von Infektionen und unbehandelten Entzündungen ist. Fand vor Kurzem eine Operation im Nasenraum statt, sollten Mometason-Sprays ebenfalls nicht zum Einsatz kommen. Das Einführen des Nasenstücks sowie die Kortikosteroide im Sprühnebel können die Wundheilung beeinträchtigen. Bei einer inaktiven oder aktiven Tuberkulose-Erkrankung ist die Anwendung von Mometason vorher mit einem Arzt zu besprechen.

Als Alternativen zu Mometason stehen verschiedene Antihistaminika zur Verfügung, die in Tablettenform, als Lutschtabletten, Saft oder auch lokal als Salbe, Gel oder Creme erhältlich sind. Viele Antihistaminika, wie auch Cetirizin, sind freiverkäuflich in Apotheken erhältlich. Cetirizin Vividrin Filmtabletten ist ein Antiallergikum, das allergischen Reaktionen der Augen, Atemwege und Haut entgegenwirkt. Dabei zählt es zu den weniger müde machenden Antiallergika.

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