Teemischungen bei Epilepsie: Eine umfassende Betrachtung

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Anfälle gekennzeichnet ist. Viele Menschen suchen nach ergänzenden Behandlungsmethoden, einschließlich der Verwendung von Kräutertees. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Kräuter und ihre potenziellen Auswirkungen auf Epilepsie, wobei sowohl positive Aspekte als auch mögliche Risiken berücksichtigt werden.

Einführung in die Welt der Kräutertees

Kräutertees werden seit Jahrhunderten zur Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt. Sie können beruhigende, entzündungshemmende oder krampflösende Eigenschaften haben. Bei der Anwendung von Kräutertees bei Epilepsie ist jedoch Vorsicht geboten, da einige Kräuter Wechselwirkungen mit Antiepileptika haben oder sogar Anfälle auslösen können.

Beruhigende Kräuter

Einige Kräuter können aufgrund ihrer beruhigenden Wirkung bei Epilepsie hilfreich sein. Sie können dazu beitragen, Stress und Angstzustände zu reduzieren, die Anfälle auslösen können.

Griechischer Bergtee (Sideritis scardica)

In Griechenland ist der griechische Bergtee weit verbreitet und auch hierzulande bekannt. Er enthält ein natürliches Antibiotikum und wirkt entzündungshemmend. Medizinische Studien deuten darauf hin, dass er positive Auswirkungen auf das Gehirn haben kann, insbesondere bei Depressionen und ADHS. Er wird hauptsächlich bei Erkältungskrankheiten eingesetzt und mit Honig getrunken. Sein zimtähnliches Aroma macht ihn zu einem idealen Tee für die kalte Jahreszeit.

Beifuß (Artemisia vulgaris)

In der Antike wurde Beifuß als eine der kraftvollsten Heilpflanzen verehrt. Er wirkt entkrampfend bei Menstruationsbeschwerden und fördert die Blutung bei ausbleibender oder schwacher Menses. Er unterstützt die Bauchspeicheldrüse, fördert die Gallensaftproduktion und hilft bei Blähungen. Rademacher (1848) berichtete in seiner Erfahrungsheillehre, dass er mit Beifuß Epilepsie heilen konnte. Bei nervösen Schlafstörungen und Flugangst hat Beifuß eine entspannende Wirkung.

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Salbei (Salvia officinalis)

Salbei wird seit der Antike als Heil- und Gewürzpflanze verwendet. Er wirkt entzündungshemmend und desinfizierend und wird hauptsächlich bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum oder bei Halsschmerzen eingesetzt. Salbei wirkt schweißhemmend und kann die Produktion des Schweißes bis zu 52 % reduzieren. Bei Wechseljahresbeschwerden mindert er die Anzahl und Intensität der Hitzewallungen und Schweißausbrüche.

Brahmi (Bacopa monnieri)

Brahmi ist eine der am besten erforschten ayurvedischen Heilpflanzen. Es verbessert die geistige Leistungsfähigkeit, das Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit. Es wirkt nachweislich gegen Asthma, angstlösend und diuretisch. In der TCM wird es auch gegen Impotenz, Unfruchtbarkeit und vorzeitige Ejakulation eingesetzt.

Kräuter zur Unterstützung der Entgiftung

Einige Experten glauben, dass die Entgiftung des Körpers dazu beitragen kann, die Anfallshäufigkeit zu reduzieren. Kräuter, die die Leber, die Nieren und den Darm unterstützen, können in diesem Zusammenhang nützlich sein.

Löwenzahn (Taraxacum officinale)

Der Löwenzahn ist ein Klassiker in der Pflanzenheilkunde, vor allem als Pflanze zur Entgiftung. Er unterstützt die Leber bei ihrer Arbeit und regt den Stoffwechsel an, fördert die Sekretion der Gallenflüssigkeit und verbessert die Verdauung. Er wirkt abführend und harntreibend und hilft als Kräftigungsmittel gegen Frühjahrsmüdigkeit.

Rosmarin (Salvia rosmarinus)

Rosmarin bringt wieder richtig Schwung und Energie, wenn man sich müde und kraftlos fühlt. Rosmarin weckt die Lebensgeister und unterstützt die Entgiftungsprozesse über die Leber. Er schützt die Leber und regt aufgrund seiner Bitterstoffe die Gallensaftsekretion an.

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Hängebirke (Betula pendula)

Die Birke spült den Körper durch und unterstützt die Entgiftungsprozesse über die Nieren und damit die Ausscheidung von unbrauchbaren Stoffen mit dem Urin. Birkenblättertee erhöht die Harnmenge.

Erdrauch (Fumaria officinalis)

Erdrauch entgiftet über die Leber und Gallenblase und hat einen Bezug zur Haut. Er sorgt für ein schöneres Hautbild, wenn die Leber überlastet ist.

Süßer Fenchel (Foeniculum vulgare ssp vulgare var. dulce)

Die Früchte des süßen Fenchels haben eine krampflösende und verdauungsfördernde Wirkung und tun dem Darm gut. Sie schaffen Abhilfe bei Fäulnisprozessen im Verdauungstrakt, entkrampfen und entblähen.

Kräuterteerezepte zur Unterstützung der Entgiftung

Ein Kräutertee kann den Körper durch die Wirkung der Heilpflanzen unterstützen und die Ausscheidung wasserlöslicher Stoffe fördern.

Rezeptur: Kräutertee zum Entgiften

  • 45 g Löwenzahnwurzel (Radix Taraxaci)
  • 45 g Löwenzahnblätter (Herba Taraxaci)
  • 30 g Rosmarinblätter (Folia Rosmarini)
  • 50 g Birkenblätter (Folia Betulae)
  • 30 g Erdrauchkraut (Herba Fumariae)
  • 50 g Fenchelfrüchte (Fructus Foeniculi dulcis)

Zubereitung und Anwendung: Für 1 Tasse Tee übergießt man 1-2 TL der Mischung mit 250 ml heißem, nicht mehr kochendem Wasser. Den Aufguss 15 Minuten abgedeckt ziehen lassen, anschließend abfiltern und ungesüßt trinken. Davon 2-3 Tassen pro Tag trinken.

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Weitere Kräuter und ihre potenziellen Anwendungen

Neben den bereits genannten Kräutern gibt es noch weitere Pflanzen, die in der Volksmedizin bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt werden.

Brunnenkresse (Nasturtium officinale)

Brunnenkresse ist reich an Vitamin C und eine wertvolle Ergänzung des Speiseplans. Sie kann für Salate und Sandwiches verwendet werden. Auch leckere Suppen lassen sich mit ihr herstellen.

Cola-Kraut (Artemisia abrotanum)

Das Cola-Kraut soll die Verdauung anregen, hilft gegen Würmer und ist antiseptisch. Alkoholische Auszüge sollen auch gegen Kopfschmerz helfen. Ein Zweig dem Braten beigelegt hilft es dabei, fette Speisen besser zu verdauen.

Eisenkraut (Verbena officinalis)

Das Echte Eisenkraut spielte in früheren Jahrhunderten eine wichtige Rolle als Heilpflanze. Es fördert die Produktion von dünnflüssigem Schleim und besitzt sekretolytische Eigenschaften. Weitere Inhaltsstoffe sind Kaffeesäure-Abkömmlinge, Spuren von Flavonoiden sowie geringe Mengen an ätherischem Öl, Schleim- und Bitterstoffen. Eisenkraut-Extrakte sollen entzündungshemmend, hustenreizstillend und harntreibend wirken.

Wichtige Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bei der Anwendung von Kräutertees bei Epilepsie ist es wichtig, einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:

  • Wechselwirkungen mit Medikamenten: Einige Kräuter können Wechselwirkungen mit Antiepileptika haben. Grapefruit kann beispielsweise den Abbau von Antiepileptika hemmen, sodass Nebenwirkungen deutlich ansteigen. Auch Alkohol kann die Wirkung von Arzneimitteln verändern.
  • Individuelle Verträglichkeit: Jeder Mensch reagiert anders auf Kräuter. Es ist wichtig, die individuelle Verträglichkeit zu testen und beiUnverträglichkeiten oder Allergien auf die Anwendung zu verzichten.
  • Rücksprache mit dem Arzt: Vor Beginn einer Kräutertee-Behandlung sollte immer ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden, um mögliche Risiken und Wechselwirkungen auszuschließen.
  • Qualität der Kräuter: Es ist wichtig, hochwertige Kräuter aus biologischem Anbau oder Wildsammlungen zu verwenden.
  • Dosierung: Die Dosierung der Kräutertees sollte sorgfältig beachtet werden. Es ist ratsam, mit einer niedrigen Dosis zu beginnen und diese bei Bedarf langsam zu steigern.

Zusammenfassung

Kräutertees können eine unterstützende Rolle bei der Behandlung von Epilepsie spielen, insbesondere durch ihre beruhigenden und entgiftenden Eigenschaften. Es ist jedoch wichtig, die potenziellen Risiken und Wechselwirkungen mit Medikamenten zu berücksichtigen und vor der Anwendung einen Arzt oder Apotheker zu konsultieren. Eine individuelle Anpassung der Kräutertee-Behandlung und die Verwendung hochwertiger Kräuter sind entscheidend für den Erfolg.

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