Tesla S: Migräne und mögliche Nebenwirkungen – Eine umfassende Betrachtung

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, von der Millionen Menschen weltweit betroffen sind. Neue Therapieformen rücken immer mehr in den Fokus der Forschung. Eine dieser Therapieformen ist die transkranielle Magnetstimulation (TMS). Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Migräne und geht auf die Möglichkeiten und Grenzen der TMS ein.

Migräne: Eine Volkskrankheit

Migräne ist eine weit verbreitete Erkrankung, die sich durch wiederkehrende, starke Kopfschmerzen auszeichnet. Oftmals treten Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit auf. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG) schätzt die Zahl der Betroffenen in Deutschland auf 8 bis 10 Millionen.

Im Gegensatz zur Migräne sind Trigeminusneuralgie und Clusterkopfschmerzen weniger bekannt, obwohl auch diese Kopfschmerzarten erhebliche Beeinträchtigungen verursachen können. Experten weisen darauf hin, dass insbesondere Clusterkopfschmerzen oft erst nach Jahren korrekt diagnostiziert werden.

Transkranielle Magnetstimulation (TMS): Ein neuer Therapieansatz

Die transkranielle Magnetstimulation (TMS) ist eine nicht-invasive Methode zur Stimulation des Gehirns. Dabei werden Magnetfelder eingesetzt, um elektrische Ströme in bestimmten Hirnarealen zu induzieren. TMS wird seit den 1980er Jahren in der Forschung eingesetzt und findet zunehmend Anwendung in der Therapie verschiedener neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen, einschließlich Migräne.

Wie funktioniert TMS?

Magnetfelder durchdringen leicht Kopfhaut, Schädeldach und Hirnhaut. In der Großhirnrinde angekommen, stimulieren sie Gehirnzellen, indem elektrische Ströme über die Zellmembran induziert werden. Das hauptsächliche Interesse galt Anfangs der Größe der magnetischen Flussdichte (in der Einheit Tesla) als Schwelle, mit der man gerade noch solche Phänomen hervorrufen konnte.

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TMS in der Migräneforschung

Anfang der 2000er Jahre begann der Migräneforscher Edward Chronicle, TMS zur Diagnose von Migräne einzusetzen. Er fand heraus, dass das Migränegehirn anders auf einzelne Magnetfeld-Pulse (Single-Pulse TMS) reagiert als ein normales Gehirn. Es reagiert schon auf geringere magnetische Flussdichte. Muskelzucken oder Wahrnehmungsstörungen werden also leichter hervorgerufen.

Chronicles Forschung legte den Grundstein für die Entwicklung von TMS als Therapieform gegen Migräne. Die Fragestellung war letztlich vor allem eine Brücke: Von der Grundlagenforschung führt sie über die Diagnostik zu neuen Formen der Migränetherapie.

TMS als Akuttherapie und Prophylaxe

TMS wird sowohl als Akuttherapie zur Behandlung von Migräneattacken als auch als Prophylaxe zur Reduktion der Häufigkeit von Attacken eingesetzt.

  • Akuttherapie: Einzelne Magnetfeld-Pulse oder eine Serie von Pulsen können möglicherweise die Entstehung der Migräneattacke verhindern.
  • Prophylaxe: Personalisierte Elektrozeutika, die auf individuellen Computersimulationen basieren, könnten als Prophylaxe bei Migräne mit und ohne Aura eingesetzt werden.

Elektrozeutika: Migräne im Keim ersticken

Die Idee hinter Elektrozeutika ist, die Entstehung von Migräneattacken mit magnetischen Feldern im Keim zu ersticken. Im Prinzip ist es ein Stimulationsprotokoll. Wobei solche Protokolle einen geschlossenen Regelkreis aus Messen und Stimulation beschreiben können. Ein Beispiel ist das Rauschen (genauer: transcranial random noise stimulation, kurz: tRNS) als Elektrozeutikum, um die Lebenszeit eines Keims zu reduzieren und damit die Symptome einer Migräneattacke mit Aura. Dieses tRNS-Elektrozeutikum würde also nur akut in der Auraphase aktiv wirken - aber die Wirkung entfaltet sich dann auf die anschließende Kopfschmerzphase und kann Kopfschmerzen lindern.

Neue Erkenntnisse zum Wirkungsort

Neueste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der Wirkungsort von TMS bei Migräne ohne Aura im Zwischenhirn liegen könnte. Magnetfelder, die Kopfhaut, Schädeldach und Hirnhaut durchdringen, dringen auch in das Zwischenhirn vor, insbesondere in den Thalamus. Das Zwischenhirn verbindet Großhirn mit dem Hirnstamm. Dort, im Hirnstamm, treffen Schmerzsignale ein. Diese Interaktion zielt auf bestimmte, vermittelnde Gehirnzellen in den Schaltstellen der Schmerzleitung (sog. opioiderge Interneurone).

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Mögliche Nebenwirkungen und Risiken der TMS

Obwohl TMS als nicht-invasiv gilt, ist es wichtig, sich der möglichen Nebenwirkungen und Risiken bewusst zu sein.

  • Allgemeine Nebenwirkungen: Einige Patienten berichten von leichten Kopfschmerzen, Kribbeln auf der Kopfhaut oder Muskelzuckungen während oder nach der Behandlung.
  • Seltene, aber schwerwiegende Risiken: In sehr seltenen Fällen kann es zu einem Krampfanfall kommen.
  • Langzeitwirkungen: Die langfristigen Auswirkungen von TMS auf das Gehirn sind noch nicht vollständig geklärt.

Es ist wichtig zu beachten, dass externe hochfrequente elektromagnetische Felder von der WHO als potenzielles Humankarzinogen eingestuft werden. Daher ist eine sorgfältige Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses erforderlich.

Warnung vor dem Begriff "nichtinvasiv"

Der Begriff "nichtinvasiv" kann Laien über die Wirkung auf das Hirngewebe täuschen, sowohl bezüglich der akuten wie auch der langanhaltenden Wirkung. Stimulationen, die nicht das zentrale Nervensystem, sondern das periphere Nervensystem als Wirkungsort elektromagnetischer Felder ansteuern, erscheinen milder und sind deswegen eine Alternative zum TMS.

Beyond the Pill: Messen und Steuern

Wir verstehen heute, zumindest im Groben, wir transkranielle Magnetstimulation bei Migräne wirkt. Der heilige Gral der Migräneforschung ist und bleibt die Frage, wie das Gehirn seine Migräneanfälligkeit langfristig verlernen kann und nicht nur kurzfristig unterbindet. Ich bin sicher, diese Thematik wird die Forschungsansätze nicht nur der TMS in der Zukunft dominieren. Dabei geht es nicht mehr allein darum, die in klinischen Studien erzielten Ergebnisse in weiteren klinischen Studien zu reproduzieren. Das ist zwar bei Elektrozeutika nötig. Die Standards der Pharmabranche sind längt nicht erreicht. Doch langfristig geht es darum, diese unter streng kontrollierten und genormten Bedingungen erlangten Ergebnisse auch in der täglichen Praxis zu messen. Messen und (Gegen)Steuern wird als das Grundprinzip der Elektrozeutika gesehen. Dieses Grundprinzip begegnet uns beim Biofeedback gegen Migräne. Und dieses Grundprinzip muss nun auf die gesamte Therapiezeit übertragen werden. Das ist der Kern einer digitalen Therapie »beyond the pill«.

Die transkranielle Magnetstimulation im Speziellen und Elektrozeutika im Allgemeinen sind nämlich nicht die einzigen digitalen Therapieformen. Und der Weg »beyond the pill« meint auch nochmal etwas anderes. Er bezeichnet jedwede digitale Therapieform, die medikamentöse Therapien nicht schlicht ergänzen, sondern selbst aktiv zur Therapie beitragen und gleichzeitig die Gesamttherapie (multimodale Therapie) überprüfen - es geht um das Messen und (Gegen)Steuern als Prozess. Das betrifft Gehirnzellen (mit Elektrozeutika), es betrifft das autonome Nervensystem (mit Biofeedback) und es betrifft ebenso den Versuch Gehirn und Körper (mit - etwas vage formuliert - Outcomes Technologies, wie beispielsweise Wearables als Tracker sowie auch tragbare Stimulatoren) dauerhaft zu einer gesünderen Form zu verändern.

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Alternativen zur TMS

Es gibt eine Reihe von alternativen Therapieformen zur Behandlung von Migräne, darunter:

  • Medikamentöse Therapie: Triptane, Schmerzmittel, Betablocker, Antidepressiva, CGRP-Antikörper
  • Nicht-medikamentöse Therapie: Biofeedback, Akupunktur, Entspannungstechniken, Physiotherapie
  • Stimulation des Nervensystems: Vagusnervstimulation, Trigeminusnervstimulation

Die Wahl der geeigneten Therapie hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z. B. der Art und Schwere der Migräne, Begleiterkrankungen und individuellen Vorlieben.

Elektrosmog im Auto: Ein zusätzlicher Faktor?

Einige Studien deuten darauf hin, dass Elektrosmog im Auto Migräneattacken auslösen oder verstärken kann. In Kraftfahrzeugen sind die Insassen sowohl nieder- als auch hochfrequenter Strahlungsquellen ausgesetzt. Niederfrequente elektrische Felder entstehen immer dann wenn Spannung anliegt, magnetische Felder kommen dazu, wenn Strom fließt. Der Frequenzbereich umfasst den Bereich zwischen einem Hertz und 100 Kilohertz. Felder mit sehr hohen Frequenzen (oberhalb 30 - 100 kHz) werden als elektromagnetische Wellen oder auch Strahlung bezeichnet. Beide Felder sind dann physikalisch miteinander verbunden. Man spricht von gekoppelten Feldern.

Einige mögliche Quellen für Elektrosmog im Auto sind:

  • Magnetisierte Stahleinlagen in den Reifen
  • Lichtmaschine
  • Zündanlage (in Benzinfahrzeugen)
  • Batterien und Elektromotoren (in Elektroautos und Hybridfahrzeugen)
  • Bluetooth, WLAN und andere Kommunikationstechnologien

Um sich im Auto wirksam gegen hochfrequenten Elektrosmog zu schützen, ist die einfachste Möglichkeit, spezielle Abschirmkleidung zu tragen. So lässt sich die Hochfrequenzbelastung wirkungsvoll minimieren. Ansonsten ist es empfehlenswert, möglichst großen Abstand zu den Magnetfeldquellen einzuhalten, was aber in der Praxis nicht ohne weiteres möglich ist. Gerade Elektroautos sind aufgrund des Platzbedarfs für die Batterie möglichst kompakt gebaut, sodass der Abstand geringer ist.

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