Thomapyrin INTENSIV: Wirkung, Anwendung und Hinweise

Thomapyrin INTENSIV ist ein rezeptfreies Medikament, das bei akuten Kopfschmerzen und Migräneanfällen eingesetzt wird. Es enthält die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Coffein. Im Folgenden werden die Wirkung, Anwendung, mögliche Nebenwirkungen und weitere wichtige Aspekte von Thomapyrin INTENSIV erläutert.

Zusammensetzung und Wirkung von Thomapyrin INTENSIV

Thomapyrin INTENSIV Tabletten enthalten eine Kombination aus drei Wirkstoffen: Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Coffein. Diese Kombination zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, Fieber zu senken und die Wirkung der Schmerzmittel zu verstärken.

  • Acetylsalicylsäure (ASS): ASS gehört zur Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Es hemmt die sogenannten COX-Enzyme im Körper, die an der Bildung von Prostaglandinen beteiligt sind. Prostaglandine spielen eine Rolle bei der Entstehung von Entzündungen, Schmerzen und Fieber. Durch die Hemmung der COX-Enzyme wirkt ASS schmerzlindernd, fiebersenkend, entzündungshemmend und blutgerinnungshemmend.

  • Paracetamol: Paracetamol ist ebenfalls ein nicht-opioides Schmerzmittel, das schmerzlindernd und fiebersenkend wirkt. Der genaue Wirkmechanismus von Paracetamol ist noch nicht vollständig geklärt, es wird jedoch angenommen, dass es die Bildung von Prostaglandinen im Gehirn hemmt.

  • Coffein: Coffein wirkt anregend und kann die schmerzlindernde Wirkung von Paracetamol und ASS verstärken. Es macht aufmerksam und kann bei Ermüdeten die Müdigkeitserscheinungen vorübergehend aufheben und die Leistung steigern. Darüber hinaus bewirkt Coffein eine Verengung der Hirngefäße, was sich bei Kopfschmerzen und Migräne günstig auswirken kann.

    Lesen Sie auch: Anwendung von Thomapyrin Intensiv

Die Kombination dieser drei Wirkstoffe in Thomapyrin INTENSIV ermöglicht eine effektive Behandlung von akuten Kopfschmerzen und Migräne. Paracetamol und ASS verstärken sich in ihrer schmerzlindernden Wirkung gegenseitig. Das Coffein hingegen beschleunigt den Wirkungseintritt. Eine Tablette Thomapyrin® INTENSIV enthält 250 mg Acetylsalicylsäure, 250 mg Paracetamol und 50 mg Coffein.

Anwendungsgebiete von Thomapyrin INTENSIV

Thomapyrin INTENSIV wird zur Behandlung von akuten Kopfschmerzen wie Spannungskopfschmerzen eingesetzt. Es kann auch bei Migräneanfällen mit und ohne Aura verwendet werden.

  • Spannungskopfschmerzen: Spannungskopfschmerzen äußern sich in der Regel durch einen dumpfen, drückenden Schmerz, der den gesamten Kopf umfassen kann. Sie können von einer halben Stunde bis zu einer ganzen Woche andauern.

  • Migräne: Migräne ist eineForm von Kopfschmerz, die sich durch einen pulsierenden, hämmernden Schmerz äußert, der meist einseitig auftritt. Migräne kann von Begleiterscheinungen wie Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen begleitet sein.

Thomapyrin® INTENSIV darf ab 12 Jahren eingenommen werden, empfohlen wird eine Dosierung von 1-2 Tabletten pro Einnahme.

Lesen Sie auch: Dosierung von Thomapyrin Intensiv bei jugendlicher Migräne

Dosierung und Einnahme von Thomapyrin INTENSIV

Nehmen Sie die Thomapyrin INTENSIV Tabletten mit ausreichend Flüssigkeit ein, ohne die Tabletten zu zerkauen. Wendet man das Medikament direkt nach dem Essen an, wirkt Thomapyrin womöglich verzögert.

In der Regel gilt folgende Dosierung:

  • Erwachsene und Jugendliche ab zwölf Jahren nehmen ein bis zwei Tabletten Thomapyrin INTENSIV ein.
  • Man kann die Anwendung bei Bedarf alle vier bis acht Stunden wiederholen.
  • Insgesamt sollte man nicht mehr als sechs Tabletten pro Tag einnehmen.

Ohne ärztliche Rücksprache sollte Thomapyrin INTENSIV höchstens vier Tage eingenommen werden. Bessern sich die Schmerzen nach drei bis vier Tagen nicht oder verschlimmern sich sogar, sollte man mit einem Arzt sprechen, bevor man die Tabletten weiter einnimmt.

Gegenanzeigen: Wer sollte Thomapyrin INTENSIV nicht einnehmen?

In manchen Fällen darf man Thomapyrin INTENSIV nicht einnehmen:

  • bei einer Allergie gegen Salicylate, Paracetamol oder die anderen Inhaltsstoffe des Medikaments
  • wenn man in der Vergangenheit auf andere Medikamente aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika mit einem Hautausschlag, Asthmaanfall, Schwellungen der Nasenschleimhaut, des Gesichts, der Zunge oder des Kehlkopfs reagiert hat
  • bei Leber- und Nierenversagen
  • bei Magen-Darm-Geschwüren
  • wenn man unter schwerer Herzinsuffizienz leidet
  • bei krankhaft erhöhter Blutungsneigung
  • bei Kindern unter zwölf Jahren und wenn Kinder und Jugendliche unter Windpocken oder Grippe-ähnlichen Erkrankungen leiden, da andernfalls das Risiko für ein gefährliches Reye-Syndrom besteht
  • wenn man gleichzeitig mehr als 15 Milligramm Methotrexat pro Woche einnimmt
  • im letzten Schwangerschaftsdrittel

Während der Anwendung von Thomapyrin INTENSIV sollte man keinen Alkohol zu sich nehmen. Andernfalls treten womöglich häufigere oder stärkere Nebenwirkungen auf.

Lesen Sie auch: Wirkung von Thomapyrin Intensiv erklärt

Wann ist ärztliche Rücksprache sinnvoll?

Unter einigen Umständen sollte man vor der Einnahme von Thomapyrin INTENSIV mit einem Arzt sprechen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • die gleichzeitige Einnahme von blutgerinnungshemmenden Medikamenten, Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (bei Depressionen) oder Medikamenten zur Auflösung von Blutgerinnseln (Thrombolytika)
  • eine Allergie gegen andere nicht-steroidale Antirheumatika
  • Asthma, Heuschnupfen oder Nasenpolypen
  • Nieren- oder Leberfunktionsstörungen
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Blutungen oder Magen-Darm-Durchbrüche, auch in der Vergangenheit
  • Gilbert-Syndrom (Morbus Meulengracht)
  • Glucose-6-Phosphatdehydrogenase-Mangel (Enzymdefekt der roten Blutkörperchen = Erythrozyten)
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • niedriger Glutathion-Spiegel
  • Angststörungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Mastozytose
  • vor Operationen
  • gleichzeitige Einnahme von Nicorandil (zur Behandlung von Angina pectoris) oder Tenofovirdisoproxilfumarat (HIV-Medikament)
  • gleichzeitige Anwendung von Levothyroxin (zur Behandlung von Schilddrüsenunterfunktion) oder Acetazolamid (zur Behandlung eines Glaukoms)
  • Kinder ab zwölf Jahren, die unter fieberhaften Erkrankungen leiden

Mögliche Nebenwirkungen von Thomapyrin INTENSIV

Wie alle Medikamente kann auch Thomapyrin INTENSIV Nebenwirkungen verursachen. Häufige Nebenwirkungen sind:

  • Schwindel
  • Nervosität
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Sodbrennen

Gelegentlich treten folgenden Nebenwirkungen auf:

  • allergische Reaktionen mit geröteter, juckender Haut und Quaddeln
  • Herzklopfen

Selten hat man Nebenwirkungen wie:

  • schwere allergische Reaktionen bei denen Betroffene unter Schwellungen der Zunge, des Kehlkopfs oder Gesichts, Blutdruckabfall und Atemproblemen leiden
  • Zittern oder Erregung
  • Herzrasen
  • erhöhte Leberwerte
  • Blutungen wie zum Beispiel Magen-Darm-Blutungen oder schwere Blutungen wie Hirnblutungen (insbesondere bei Patienten, die unter Bluthochdruck leiden oder gleichzeitig blutgerinnungshemmende Medikamente einnehmen)
  • Magen-Darm-Geschwüre, Durchfall oder Speiseröhrenentzündung
  • häufiges Schwitzen
  • Erschöpfung

Sehr selten treten Nebenwirkungen auf wie zum Beispiel:

  • schwere Hautreaktionen wie zum Beispiel das Stevens-Johnson-Syndrom
  • Nieren- oder Leberfunktionsstörungen
  • Magen-Darm-Durchbruch
  • erniedrigter Blutzuckerspiegel
  • Bronchialkrampf bei Patienten, die allergisch auf Medikamente aus der Gruppe der nicht-steroidalen-Antirheumatika reagieren
  • ein verändertes Blutbild wie zum Beispiel eine verringerte Anzahl Blutplättchen oder weißer und roter Blutkörperchen

Wenn Sie Nebenwirkungen entwickeln (auch solche, die hier oder im Beipackzettel nicht genannt sind), sollten Sie sich an einen Arzt oder Apotheker wenden.

Thomapyrin INTENSIV in Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen, die schwanger sind, sollten Thomapyrin INTENSIV in den ersten beiden Schwangerschaftsdritteln nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen. Grundsätzlich sollte man eine so geringe Dosis wie möglich über einen kurzen Zeitraum anwenden. Im letzten Schwangerschaftsdrittel darf man das Medikament nicht mehr einnehmen.

Frauen, die stillen, können Thomapyrin INTENSIV nach ärztlicher Rücksprache in geringer Dosis für kurze Zeit anwenden. Bei höheren Dosierungen in der Stillzeit oder längerer Anwendungsdauer sollte man abstillen.

Besprechen Sie die Anwendung von Medikamenten in der Schwangerschaft und Stillzeit immer zuerst mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Thomapyrin INTENSIV kann Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten eingehen. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Medikamente einnehmen oder anwenden, einschließlich rezeptfreier Medikamente, Vitamine und pflanzlicher Präparate.

Besondere Vorsicht ist geboten bei der gleichzeitigen Einnahme von:

  • Blutgerinnungshemmenden Medikamenten (z.B. Warfarin, Heparin)
  • Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (bei Depressionen)
  • Medikamenten zur Auflösung von Blutgerinnseln (Thrombolytika)
  • anderen nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR)
  • Methotrexat
  • Nicorandil (zur Behandlung von Angina pectoris)
  • Tenofovirdisoproxilfumarat (HIV-Medikament)
  • Levothyroxin (zur Behandlung von Schilddrüsenunterfunktion)
  • Acetazolamid (zur Behandlung eines Glaukoms)

Wichtige Hinweise zur Anwendung von Schmerzmitteln

  • Nicht länger als angegeben anwenden: Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!
  • Kopfschmerzen durch Schmerzmittel: Bei dauerhafter Anwendung von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die durch das Schmerzmittel erzeugt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um zu verhindern, dass Ihre Kopfschmerzen chronisch werden.
  • Nierenschädigung: Die gewohnheitsmäßige Anwendung von Schmerzmitteln kann zu einer dauerhaften Nierenschädigung führen. Werden mehrere Schmerzmittel kombiniert, oder sind in einem Schmerzmittel mehrere Wirkstoffe enthalten, erhöht sich das Risiko dafür.
  • Reye-Syndrom: Bei Kindern und Jugendlichen mit fieberhaften Erkrankungen darf das Arzneimittel nur auf ärztliche Anweisung gegeben werden. Es kann zu einem so genannten Reye-Syndrom kommen, eine seltene, aber lebensbedrohliche Erkrankung, bei der es zu lang anhaltendem Erbrechen kommt.
  • Asthmaanfall: Vorsicht: Patienten mit Nasenpolypen, chronischen Atemwegsinfektionen, Asthma oder mit Neigung zu allergischen Reaktionen wie z.B. Heuschnupfen: Bei Ihnen kann das Arzneimittel einen Asthmaanfall oder eine starke allergische Hautreaktion auslösen. Fragen Sie daher vor der Anwendung Ihren Arzt.
  • Leberschädigung: Achtung: Bei regelmäßigem bzw. hohem Alkoholgenuss kann es durch eine evtl. schon bestehende Leberschädigung zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen, wenn das Arzneimittel noch zusätzlich angewendet wird.

Thomapyrin CLASSIC im Vergleich

Thomapyrin ist auch als CLASSIC Variante erhältlich. Öko-Test bewertete Thomapyrin Classic und Thomapyrin Intensiv, beides Kombinationen aus ASS, Paracetamol und Coffein, mit »ungenügend«, da Kombinationspräparate mit Coffeinzusatz das Nebenwirkungsrisiko erhöhen können.

Alternativen zu Thomapyrin INTENSIV

Es gibt verschiedene Alternativen zu Thomapyrin INTENSIV, die je nach Art und Stärke der Schmerzen in Frage kommen. Bei leichten bis mäßigen Schmerzen können Schmerzmittel mit nur einem Wirkstoff wie Paracetamol oder Ibuprofen ausreichend sein. Bei Migräne können Triptane eine wirksame Option sein.

  • Paracetamol: Paracetamol wirkt schmerzlindernd und fiebersenkend. Es ist in verschiedenen Dosierungen und Darreichungsformen erhältlich.
  • Ibuprofen: Ibuprofen gehört ebenfalls zur Gruppe der NSAR und wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend.
  • Triptane: Triptane sind speziell für die Behandlung von Migräne entwickelter Wirkstoff. Sie wirken, indem sie die erweiterten Blutgefäße im Gehirn verengen und Entzündungsprozesse hemmen.

Wichtig: Die Einnahme von Schmerzmitteln sollte immer in Absprache mit einem Arzt oder Apotheker erfolgen.

tags: #thomapyrin #migrane #test