Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, oft sehr starke Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Die Suche nach einem Spezialisten kann für Betroffene ein wichtiger Schritt sein, um eine adäquate Diagnose und Behandlung zu erhalten. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Migräne, ihre Klassifikation, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten, wobei der Fokus auf der Situation in Graz liegt.
Einführung in Migräne und Kopfschmerzen
Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, von dem fast jeder Mensch irgendwann im Leben betroffen ist. Es gibt verschiedene Arten von Kopfschmerzen, wobei Migräne eine der häufigsten und beeinträchtigendsten ist. Migräne kann sich durch eine Vielzahl von Symptomen äußern, darunter pochende Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit.
Klassifikation von Kopfschmerzen: ICHD-3
Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft (IHS) hat eine Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen entwickelt, die als ICHD (International Classification of Headache Disorders) bekannt ist. Die neueste Version, ICHD-3, wurde entwickelt, um eine präzisere Diagnose und Behandlung von Kopfschmerzen zu ermöglichen.
Primäre Kopfschmerzen
Primäre Kopfschmerzen sind Kopfschmerzen, die nicht durch eine andere Erkrankung verursacht werden. Zu den häufigsten primären Kopfschmerzarten gehören:
- Migräne: Eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, oft sehr starke Kopfschmerzen gekennzeichnet ist.
- Spannungskopfschmerz: Der häufigste Kopfschmerztyp, der sich als dumpfer, drückender Schmerz im Kopf äußert.
- Cluster-Kopfschmerz: Eine seltene, aber sehr schmerzhafte Kopfschmerzart, die in Clustern auftritt.
Sekundäre Kopfschmerzen
Sekundäre Kopfschmerzen werden durch eine andere Erkrankung verursacht, wie z. B. eine Kopfverletzung, eine Infektion oder eine Gefäßerkrankung. Die Behandlung sekundärer Kopfschmerzen zielt in erster Linie auf die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache ab.
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Chronische Migräne
Die chronische Migräne wurde in der ICHD-3 als eigene Migräneform aufgenommen. Eine chronische Migräne liegt vor, wenn ein Patient über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten an mindestens 15 Tagen pro Monat Kopfschmerzen hat, wobei es sich um eine gesicherte Migräne mit oder ohne Aura handeln kann.
Medikamenteninduzierter Kopfschmerz (MOH)
Der medikamenteninduzierte Kopfschmerz (MOH) ist eine Form des sekundären Kopfschmerzes, die durch den übermäßigen Gebrauch von Schmerzmitteln verursacht wird. In der ICHD-3-Klassifikation wurde das Kriterium, dass die Kopfschmerzen innerhalb von zwei Monaten nach dem Absetzen des Schmerzmittels verschwinden müssen, gestrichen. Auch muss bei der Diagnose einer chronischen Migräne ein MOH nicht mehr ausgeschlossen werden.
Diagnose von Migräne
Die Diagnose von Migräne basiert in erster Linie auf der Anamnese des Patienten und einer neurologischen Untersuchung. Es gibt keine spezifischen Tests, die Migräne bestätigen können, aber bildgebende Verfahren wie MRT oder CT können eingesetzt werden, um andere Ursachen für die Kopfschmerzen auszuschließen.
Anamnese
Die Anamnese ist ein wichtiger Bestandteil der Diagnose von Migräne. Der Arzt wird Fragen zu folgenden Aspekten stellen:
- Art und Stärke der Kopfschmerzen
- Häufigkeit und Dauer der Kopfschmerzen
- Begleitende Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit
- Auslösende Faktoren wie Stress, bestimmte Nahrungsmittel oder Wetterveränderungen
- Medikamenteneinnahme
- Familiengeschichte von Kopfschmerzen
Neurologische Untersuchung
Eine neurologische Untersuchung kann durchgeführt werden, um andere Ursachen für die Kopfschmerzen auszuschließen. Dabei werden verschiedene Funktionen des Nervensystems überprüft, wie z. B. Reflexe, Muskelkraft, Koordination und Sensibilität.
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Behandlung von Migräne
Die Behandlung von Migräne zielt darauf ab, die Häufigkeit und Schwere der Kopfschmerzen zu reduzieren und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Es gibt verschiedene Behandlungsansätze, die je nach Bedarf eingesetzt werden können.
Akutbehandlung
Die Akutbehandlung von Migräne zielt darauf ab, die Kopfschmerzen während einer Attacke zu lindern. Zu den häufig verwendeten Medikamenten gehören:
- Schmerzmittel: Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Naproxen können bei leichten bis mittelschweren Migräneattacken helfen.
- Triptane: Triptane sind spezifische Migränemittel, die die Blutgefäße im Gehirn verengen und die Freisetzung von Entzündungsstoffen reduzieren.
- Ergotaminderivate: Ergotaminderivate sind ältere Migränemittel, die ähnliche Wirkungen wie Triptane haben, aber häufiger Nebenwirkungen verursachen.
Prophylaktische Behandlung
Die prophylaktische Behandlung von Migräne zielt darauf ab, die Häufigkeit und Schwere der Migräneattacken zu reduzieren. Sie wird in der Regel bei Patienten mit häufigen oder sehr beeinträchtigenden Migräneattacken eingesetzt. Zu den häufig verwendeten Medikamenten gehören:
- Betablocker: Betablocker werden häufig zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt, können aber auch die Häufigkeit von Migräneattacken reduzieren.
- Antidepressiva: Bestimmte Antidepressiva wie Amitriptylin oder Venlafaxin können ebenfalls die Häufigkeit von Migräneattacken reduzieren.
- Antiepileptika: Einige Antiepileptika wie Topiramat oder Valproinsäure können ebenfalls zur Migräneprophylaxe eingesetzt werden.
- CGRP-Antagonisten: CGRP-Antagonisten sind eine neue Klasse von Medikamenten, die speziell für die Migräneprophylaxe entwickelt wurden. Sie blockieren die Wirkung des Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP), einem Botenstoff, der bei der Entstehung von Migräne eine Rolle spielt.
Nicht-medikamentöse Behandlung
Neben Medikamenten können auch nicht-medikamentöse Behandlungen bei Migräne helfen. Dazu gehören:
- Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Yoga können helfen, Stress abzubauen und die Häufigkeit von Migräneattacken zu reduzieren.
- Biofeedback: Biofeedback ist eine Methode, bei der Patienten lernen, ihre Körperfunktionen wie Herzfrequenz oder Muskelspannung bewusst zu beeinflussen. Dies kann helfen, Migräneattacken vorzubeugen oder zu lindern.
- Akupunktur: Akupunktur ist eine traditionelle chinesische Behandlungsmethode, bei der feine Nadeln in bestimmte Punkte des Körpers gestochen werden. Einige Studien deuten darauf hin, dass Akupunktur bei Migräne helfen kann.
- Verhaltensänderungen: Bestimmte Verhaltensänderungen wie regelmäßiger Schlaf, ausreichend Flüssigkeitszufuhr und Vermeidung von Auslösern können ebenfalls dazu beitragen, die Häufigkeit von Migräneattacken zu reduzieren.
Spezielle Therapiekonzepte nach Dr. Alfen
Das Therapiekonzept nach Dr. Alfen zielt darauf ab, die Ursachen von Rückenschmerzen zu erkennen und zu behandeln. Es umfasst eine Erstuntersuchung, Personal Training, medizinische Trainingstherapie, ärztliche Betreuung und ergänzende Behandlungsmethoden.
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Migräne-Spezialisten in Graz
In Graz gibt es mehrere Ärzte und Kliniken, die sich auf die Diagnose und Behandlung von Migräne spezialisiert haben. Es ist ratsam, sich vorab über die jeweiligen Schwerpunkte und Behandlungsmethoden zu informieren, um den passenden Spezialisten zu finden.
ICD-11: Mehr Platz für Kopfschmerzen
Die 11. Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD-11) wurde parallel zu ICHD-3 entwickelt. In ICD-11 haben die Kopfschmerzen ein eigenes Kapitel (06E) mit 6 Levels und diversen Unterkapiteln.
Ein Leitfaden für Hausärzte
Eine genaue Klassifikation der Kopfschmerzen ist notwendig, damit die Patienten rechtzeitig die passende Therapie bekommen. Die neue ICHD-3-Klassifikation ist zwar sehr sinnvoll, aber für die Hausärzte oft noch zu kompliziert. Es ist wichtig, die Hausärzte besser auszubilden und ihnen kurze, knappe Informationen zu geben, welche Fragen in der Anamnese eines Kopfschmerzpatienten nicht fehlen dürfen, welche Untersuchungen notwendig sind und welche überflüssig, wann der Patient zum Spezialisten überwiesen werden sollte und welche Patienten der Hausarzt selbst behandeln kann.
Ursachenforschung bei chronischer Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue)
Die eigentliche Ursache dieser Erkrankung ist chronischer Stress, der durch Hunderte von individuell unterschiedlichen Stressoren ausgelöst wird. In 70 % der Fälle sind sie unbewusst.
Zwei Ausnahmen gibt es:
- Eine instabile HWS nach unfallbedingter Verletzung des Kopfgelenkes und sekundärem Cerviko-Enzephalem Syndrom. Hier liegt also eine rein mechanische Ursache vor.
- Eine schwere Schädigung der Mitochondrien durch toxische Substanzen, wie man sie unter dem Antibiotikum Ciprofloxazin kennt.
Auslösende Virusinfektion
Die häufigste auslösende Virusinfektion ist die mit Ebstein-Barr-Viren. Die Verläufe sind protrahiert und können über Monate hinweg bestehen bleiben, mitunter gibt es sogar eine persistierende Ebstein-Barr-Virusinfektion.
Psychische Traumatisierungen
Schwere psychische Traumatisierungen wie z.B. Misshandlungen, Vergewaltigungen oder gar Kriegserfahrungen können ein Chronisches Fatigue - Syndrom auslösen können, das die breite Symptomenskala dieser Erkrankung mit sich bringt.
Chronische Hyperventilation
Etwa 95 % aller Patienten, die unter chronischen Stress stehen, entwickeln eine so genannte chronische Hyperventilation. Diese bringt gravierende Veränderungen im Stoffwechsel mit sich.
Verminderte Cortisol Bildung
Bei Menschen, die langjährig unter chronischem Stress stehen, kommt es zu adaptiven Veränderungen des Gehirns, die zu einer zunehmend verminderten Ausschüttung des Corticotropen Releasing Hormons (CRH) im Paraventrikulären Nucleus (PVN) des Hypothalamus führen.
Erhöhte Interleukin 6 Bildung
Viele Patienten, die unter chronischen Stress stehen, weisen eine erhöhte Interleukin 6 Bildung auf, ohne dass eine bakterielle oder virale Infektion vorliegt.
Symptomatische Virus-Infektion
Eine symptomatische EBV-, Herpes- oder andersartige Virus-Infektion stellt für den Organismus eine schwere Stressbelastung dar.
Virus-Persistenz oder Virus-Reaktivierung
Bei einzelnen Patienten konnte anhand immunologischer Untersuchungen der Verdacht auf eine Virus-Persistenz oder Virus-Reaktivierung erhoben werden.
Diagnostik
Neben der Anamnese, die eine 80%ige Wertigkeit im Rahmen der Gesamtdiagnostik hat, sind folgende Untersuchungen zwingend erforderlich und hilfreich:
- Körperliche Untersuchung
- Ultraschalldiagnostik
- Technische Untersuchung (EKG, Lungenfunktion, Spiroergometrie, HRV Kurztest, 24 Stunden HRV-Test, Indirekte Kaloriemetrie, Body Impedanzanalyse, Oberflächen-EMG, Quantitatives EEG)
- Labordiagnostik
- Genetische Diagnostik
- Der AVEM-Test
Therapie
- Konsequente Atemtherapie
- Konsequente Stressreduktion
- Weitere therapeutische Maßnahmen
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