Thomapyrin Intensiv ist ein rezeptfreies Arzneimittel zur Behandlung von akuten Kopfschmerzen (z. B. Spannungskopfschmerzen) und Migräneanfällen (mit und ohne Aura) bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren. Es enthält die Wirkstoffkombination Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Coffein, die sich in ihrer Wirkung ideal ergänzen.
Zusammensetzung und Wirkweise
Jede Tablette Thomapyrin Intensiv enthält:
- 250 mg Acetylsalicylsäure (Ph. Eur.)
- 250 mg Paracetamol
- 50 mg Coffein
Die Wirkstoffe wirken auf unterschiedliche Weise:
- Acetylsalicylsäure (ASS): Wirkt schmerzstillend, fiebersenkend und entzündungshemmend. Sie blockiert die Bildung von Prostaglandinen, die an der Entstehung von Schmerzen, Fieber und Entzündungen beteiligt sind. ASS beeinflusst auch die Blutgerinnung, indem es das Zusammenklumpen der Blutplättchen (Thrombozyten) verhindert und so die Fließfähigkeit des Blutes verbessert.
- Paracetamol: Wirkt schmerzstillend und fiebersenkend. Es weist zudem geringe entzündungshemmende Eigenschaften auf und blockiert ebenfalls die Bildung von Prostaglandinen.
- Coffein: Wirkt vorwiegend auf die Großhirnrinde. Durch seine anregende Wirkung hebt es bei Müdigkeit die Müdigkeitserscheinungen vorübergehend auf und steigert die Leistung. Darüber hinaus bewirkt es eine Verengung der Hirngefäße, was sich bei Kopfschmerzen und Migräne günstig auswirkt. Coffein beschleunigt den Wirkungseintritt von ASS und Paracetamol.
Die Kombination der drei Wirkstoffe in Thomapyrin Intensiv führt zu einer schnelleren und effektiveren Schmerzlinderung als die Einnahme der Einzelwirkstoffe allein. Paracetamol und ASS verstärken sich in ihrer schmerzlindernden Wirkung gegenseitig.
Anwendungsgebiete
Thomapyrin Intensiv wird angewendet zur:
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- Akuten Behandlung leichter bis mäßig starker Kopfschmerzen
- Behandlung von Migräneanfällen mit und ohne Aura
- Behandlung von Spannungskopfschmerzen
Dosierung und Anwendung bei Jugendlichen ab 12 Jahren
Sofern vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis für Jugendliche ab 12 Jahren:
- Einzeldosis: 1 bis 2 Tabletten
- Gesamtdosis: 1 bis 3 Mal täglich im Abstand von 4 bis 8 Stunden
- Maximale Tagesdosis: 6 Tabletten (entsprechend 1500 mg Acetylsalicylsäure, 1500 mg Paracetamol und 300 mg Coffein)
Die Tabletten sollen unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z.B. einem Glas Wasser) eingenommen werden. Die Einnahme nach den Mahlzeiten kann zu einem verzögerten Wirkungseintritt führen. Die Einnahme auf nüchternen Magen fördert den Wirkungseintritt.
Wichtige Hinweise:
- Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
- Thomapyrin Intensiv soll ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nicht länger als 3 bis 4 Tage eingenommen werden. Bei länger anhaltenden oder regelmäßig wiederkehrenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden.
- Schmerzmittel sollen längere Zeit oder in höheren Dosen nicht ohne Befragen des Arztes angewendet werden.
- Um das Risiko einer Überdosierung zu verhindern, sollte sichergestellt werden, dass andere gleichzeitig angewendete Arzneimittel kein Paracetamol enthalten.
Gegenanzeigen
Thomapyrin Intensiv darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit (Allergie) gegen Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Coffein oder einen der sonstigen Bestandteile
- Bekanntem Asthmaanfall oder anderen Überempfindlichkeitsreaktionen nach Einnahme von Salicylaten oder anderen nicht-steroidalen Entzündungshemmern (bestimmte Mittel gegen Schmerzen, Fieber oder Entzündungen)
- Blutungen im Magen- und Darmbereich (z. B. Magen- oder Darmdurchbruch) in der Vorgeschichte, die durch eine vorherige Therapie mit nicht-steroidalen Entzündungshemmern bedingt waren
- Aktiven oder in der Vorgeschichte bekannten Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren mit mindestens zwei unverkennbaren Episoden von erwiesener Geschwürbildung oder Blutung
- Krankhaft erhöhter Blutungsneigung
- Leber- und Nierenversagen
- Schwerer Einschränkung der Herzfunktion (schwere Herzinsuffizienz)
- Gleichzeitiger Einnahme von 15 mg oder mehr Methotrexat pro Woche
- Den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft
- Kindern unter 12 Jahren
- Jugendliche ab 12 Jahren mit Windpocken oder grippeähnlichen Erkrankungen (wegen des Risikos des Reye-Syndroms)
Besondere Vorsichtshinweise
Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Thomapyrin Intensiv ist erforderlich bei:
- Gleichzeitiger Therapie mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln (z.B. Cumarinderivate, Heparin)
- Asthma bronchiale, Heuschnupfen, Nasenschleimhautschwellungen (Nasenpolypen) oder chronischen Atemwegsinfektionen (besonders gekoppelt mit heuschnupfenartigen Erscheinungen)
- Einer Überempfindlichkeit (z.B. Hautreaktionen) gegen andere Entzündungshemmer/Antirheumatika (sog. Analgetika-Intoleranz/Analgetika-Asthma) oder andere allergene Stoffe
- Akuten, chronischen und wiederkehrenden Magen- oder Darmbeschwerden
- Magen-Darm-Geschwüren in der Vergangenheit, Magen-Darm-Blutungen oder -Durchbrüchen
- Nierenfunktionsstörungen oder vorgeschädigter Niere
- Leberfunktionsstörungen (z.B. durch chronischen Alkoholmissbrauch oder Leberentzündungen)
- Glucose-6-Phosphatdehydrogenase-Mangel
- Gilbert-Syndrom (Meulengracht-Krankheit)
- Vor Operationen
- Harnsteinen aus Oxalat
- Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
In diesen Fällen sollte Thomapyrin Intensiv nur mit besonderer Vorsicht (d. h. in größeren Einnahmeabständen oder in verminderter Dosis) und unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden.
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Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Die Wirkung der nachfolgend genannten Arzneistoffe bzw. Präparategruppen kann bei gleichzeitiger Behandlung mit Thomapyrin Intensiv beeinflusst werden:
- Acetylsalicylsäure verstärkt die Wirkung von:
- Blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln (z.B. Cumarin, Heparin, Warfarin)
- Thrombozytenaggregationshemmern (Mittel, die das Zusammenhaften und Verklumpen von Blutplättchen hemmen), z.B. Ticlopidin, Clopidogrel und selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (Arzneimittel zur Behandlung depressiver Verstimmungen)
- Glucocorticoiden (Arzneimittel, die Cortison oder cortisonähnliche Substanzen enthalten) oder andere steroidale Antiphlogistika / Analgetika (entzündungs- und schmerzhemmende Mittel)
- Anderen nicht-steroidalen Analgetika / Antiphlogistika (entzündungs- und schmerzhemmende Mittel) bei Dosierungen von Thomapyrin Intensiv ab 3 g Acetylsalicylsäure (entspricht 12 Tabletten) pro Tag und mehr.
- Digoxin (Mittel zur Stärkung der Herzkraft)
- Antidiabetika (blutzuckersenkende Arzneimittel)
- Methotrexat (Mittel zur Behandlung von Krebserkrankungen bzw. von bestimmten rheumatischen Erkrankungen)
- Valproinsäure (Mittel zur Behandlung von Krampfanfällen des Gehirns)
- Acetylsalicylsäure vermindert die Wirkung von:
- Diuretika (Mittel zur vermehrten Harnausscheidung) bei Dosierungen von Thomapyrin Intensiv ab 3 g Acetylsalicylsäure (entspricht 12 Tabletten) pro Tag und mehr.
- ACE-Hemmer (bestimmte blutdrucksenkende Mittel) bei Dosierungen von Thomapyrin Intensiv ab 3 g Acetylsalicylsäure (entspricht 12 Tabletten) pro Tag und mehr.
- Harnsäureausscheidende Gichtmittel (z.B. Probenecid, Benzbromaron)
- Wechselwirkungen sind möglich zwischen Paracetamol und:
- Arzneimitteln gegen Gicht wie Probenecid
- Schlafmitteln wie Phenobarbital
- Mitteln gegen Epilepsie wie Phenytoin, Carbamazepin
- Mitteln gegen Tuberkulose (Rifampicin)
- Anderen möglicherweise die Leber schädigenden Arzneimitteln
- Mitteln gegen Übelkeit (Metoclopramid und Domperidon)
- Mitteln zur Senkung erhöhter Blutfettwerte (Colestyramin)
- Mitteln, die die Magenentleerung verlangsamen
- Arzneimitteln bei HIV-Infektionen (Zidovudin)
- Coffein-Wechselwirkungen:
- Coffein vermindert die dämpfenden Wirkungen zahlreicher Substanzen, wie z.B. Barbituraten, Antihistaminika etc.
- Coffein erhöht die herzschlagbeschleunigenden Wirkungen von z.B. Sympathomimetika, Thyroxin etc.
- Orale Kontrazeptiva (sog. "Pille“), Cimetidin und Disulfiram vermindern den Coffein-Abbau in der Leber, Barbiturate und Rauchen beschleunigen ihn.
- Die Ausscheidung von Theophyllin wird durch Coffein herabgesetzt.
- Coffein erhöht das Abhängigkeitspotenzial von Substanzen vom Typ des Ephedrin.
- Die gleichzeitige Verabreichung von Gyrasehemmstoffen des Chinoloncarbonsäure-Typs kann die Ausscheidung von Coffein und seinem Abbauprodukt Paraxanzhin verzögern.
Es ist wichtig, den Arzt oder Apotheker über alle eingenommenen Arzneimittel zu informieren, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Thomapyrin Intensiv Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Mögliche Nebenwirkungen sind:
- Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Sodbrennen, Bauchschmerzen, Magenschleimhautentzündung
- Nervensystem: Kopfschmerzen, Schwindel, Nervosität, Verwirrtheit, Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Zittern
- Sinnesorgane: Hörstörungen, Tinnitus (Ohrgeräusche), Sehstörungen
- Haut: Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut
- Herz-Kreislauf-System: Pulsbeschleunigung, Herzklopfen
- Blut: Blutgerinnungsstörung, Blutungen (Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Hautblutungen aufgrund gestörter Blutgerinnung)
Bei Auftreten von Nebenwirkungen, insbesondere bei schweren oder anhaltenden Beschwerden, sollte ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.
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Wichtige Hinweise
- Alkohol: Während der Anwendung von Thomapyrin Intensiv sollte möglichst kein Alkohol getrunken werden, da Alkoholkonsum das Risiko des Auftretens von Magen- und Darmgeschwüren erhöhen kann.
- Schmerzmittelkopfschmerz: Bei dauerhafter Anwendung von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die durch das Schmerzmittel erzeugt werden. In solchen Fällen sollte ein Arzt aufgesucht werden.
- Nierenschädigung: Die gewohnheitsmäßige Anwendung von Schmerzmitteln kann zu einer dauerhaften Nierenschädigung führen.
- Reye-Syndrom: Bei Kindern und Jugendlichen mit fieberhaften Erkrankungen darf das Arzneimittel nur auf ärztliche Anweisung gegeben werden. Es kann zu einem so genannten Reye-Syndrom kommen, einer seltenen, aber lebensbedrohlichen Erkrankung, bei der es zu lang anhaltendem Erbrechen kommt.
- Allergien: Patienten mit Nasenpolypen, chronischen Atemwegsinfektionen, Asthma oder mit Neigung zu allergischen Reaktionen sollten vor der Anwendung ihren Arzt fragen, da das Arzneimittel einen Asthmaanfall oder eine starke allergische Hautreaktion auslösen kann.
- Leberschädigung: Bei regelmäßigem bzw. hohem Alkoholgenuss kann es durch eine evtl. schon bestehende Leberschädigung zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen, wenn das Arzneimittel noch zusätzlich angewendet wird.
- Lactose: Thomapyrin Intensiv enthält Lactose. Patienten mit Lactoseintoleranz sollten dies berücksichtigen.
Thomapyrin Intensiv in Schwangerschaft und Stillzeit
Thomapyrin Intensiv soll während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, da die Schwangerschaft und/oder die Entwicklung des ungeborenen Kindes beeinträchtigt werden kann. Sie sollten daher während des 1. und 2. Schwangerschaftsdrittels Thomapyrin Intensiv nur nach Rücksprache mit dem Arzt oder Zahnarzt und nur in der geringsten wirksamen Dosis und für die kürzestmögliche Zeit einnehmen, da es Hinweise auf ein erhöhtes Risiko von Fehlgeburten und Missbildungen gibt. In den letzten drei Monaten der Schwangerschaft sowie während der Geburt dürfen Thomapyrin Intensiv nicht angewendet werden, da ein erhöhtes Risiko von Komplikationen für Mutter und Kind vor und während der Geburt besteht.
Die Wirkstoffe gehen in die Muttermilch über. Das Befinden und Verhalten des Säuglings können durch mit der Muttermilch aufgenommenes Coffein beeinträchtigt werden. Bei kurzfristiger Anwendung der empfohlenen Dosis wird eine Unterbrechung des Stillens in der Regel nicht erforderlich sein. Bei längerer Anwendung bzw. Einnahme höherer Dosen sollte abgestillt werden.
Überdosierung
Bei einer Überdosierung kann es zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Erbrechen, Hör-/ Sehstörungen und Verwirrtheitszuständen. Am 2. Tag kann es zu einer fortschreitenden Leberschädigung und am 3. Tag zum Leberkoma kommen. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sollte umgehend ein Arzt verständigt werden.