Kreuzfahrten und Reiseangebote speziell für Parkinson-Patienten

Parkinson-Patienten stehen bei der Urlaubsplanung oft vor besonderen Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, Angebote zu finden, die ihren Bedürfnissen gerecht werden. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Möglichkeiten für Parkinson-Patienten, einen erholsamen und unbeschwerten Urlaub zu verbringen.

Betreute Reisen und Seniorenreisen

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bietet betreute Reisen für Senioren und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen an, die auch für Parkinson-Patienten geeignet sein können. Qualifizierte Reiseleiter kümmern sich um Transfer, Unterkunft, Verpflegung und Ausflüge vor Ort. Das DRK legt Wert darauf, Urlaub auch für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen zu ermöglichen. Inlandsreisen können unter bestimmten Bedingungen bezuschusst werden. Das DRK ist als gemeinnützig anerkannt und fördert die Zwecke der freien Wohlfahrtspflege.

Spezialisierte Reiseveranstalter und Kreuzfahrten

Einige Reiseveranstalter haben sich auf Reisen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen spezialisiert. Margarete Bongartz bietet beispielsweise Kreuzfahrten speziell für Parkinson-Patienten an. Die Idee entstand, nachdem eine Freundin an Parkinson erkrankte und Margarete Bongartz die Scheu der Betroffenen vor Beobachtung bei Anfällen hautnah miterlebte. Die erste Ostsee-Kreuzfahrt für Parkinson-Kranke mit Angehörigen war schnell ausgebucht. Die Reederei musste jedoch erst von der Idee überzeugt werden, da sie medizinische Notfälle befürchtete. Die Teilnehmer waren begeistert, da sie sich toleriert fühlten und für Ausflüge an Land eigene Busse zur Verfügung standen.

Angebote der AIDA Cruises für barrierefreies Reisen

AIDA Cruises hat sich dem Thema Inklusion und Diversität verschrieben und bietet barrierefreie Kreuzfahrten an. Nahezu alle öffentlichen Bereiche der Schiffe sind barrierefrei zugänglich. AIDA bittet Gäste mit Einschränkungen, einen "Barrierefrei-Fragebogen" auszufüllen, um eine individuelle Beratung zu ermöglichen.

Barrierefreie Ausstattung und Services an Bord

AIDA bietet verschiedene barrierearme Kabinentypen für einen maßgeschneiderten Urlaub. In den Buffet- und À-la-carte-Restaurants sowie Bars sind nahezu alle Tische mit Rollstuhl problemlos zugänglich. Auch auf spezielle Ernährungsbedürfnisse wie Low Carb, vegan oder Schonkost wird eingegangen. Im Body & Soul Spa und Sportbereich können Körper und Geist verwöhnt werden.

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Unterstützung bei An- und Abreise

AIDA bietet ein An- und Abreisepaket an und übernimmt die notwendigen Anmeldungen bei der Fluggesellschaft für Gäste mit Schwerbehindertenausweis. Bei einer gebuchten An- und Abreise mit der Bahn reist die Begleitperson kostenfrei, sofern im Schwerbehindertenausweis der Vermerk „B“ für ständige Begleitung hinterlegt ist. Am Hafenterminal gibt es einen separaten Check-in für Gäste mit körperlichen und gesundheitlichen Einschränkungen.

Sicherheit und medizinische Versorgung

Die Sicherheit der Gäste hat höchste Priorität. Gäste, die im Notfall Hilfe benötigen oder grundsätzlich auf Hilfe im Alltag angewiesen sind, müssen mit einer verantwortlichen Begleitperson reisen. Jedes AIDA Schiff verfügt über ein modern eingerichtetes medizinisches Center mit Schiffsärzten und Krankenschwestern für die Erstversorgung. Es wird empfohlen, eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen.

Landausflüge

AIDA bietet verschiedene Landausflüge an, die in fünf Schwierigkeitsgrade unterteilt sind. Wenn Gäste ohne Hilfe oder mit Unterstützung ihrer Begleitperson in einen Bus mit Stufen einsteigen können, werden die meisten Busausflüge empfohlen, besonders die als „barrierefrei“ gekennzeichneten. Rollstühle oder Mobilitätshilfen sollten faltbar sein. In einigen Häfen werden Privatausflüge mit PKW oder VAN angeboten. Ein Landgang per Tenderboot ist möglich, sofern ein sicherer Einstieg in das Boot möglich ist und der Rollstuhl faltbar ist.

Zusätzliche Services

Die Mitnahme eines zertifizierten Blinden- oder Assistenzhundes ist möglich. Im Theatrium steht ein drahtloses System zur Verfügung, sodass akustische Signale mit einem mobilen Taschenempfänger und einer Induktionsschleife empfangen werden können.

Pflegehotels als Alternative

Pflegehotels sind Hotels, die sich besonders auf die Bedürfnisse von Menschen mit Pflegebedarf spezialisiert haben. Sie bieten oft eine barrierefreie Ausstattung und verschiedene Pflegeleistungen an. Einige Pflegehotels haben sich auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Demenz oder Parkinson spezialisiert. In Pflegehotels können auch ärztlich verordnete gesundheitsfördernde Maßnahmen wie Physiotherapie wahrgenommen werden.

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Finanzierungsmöglichkeiten

Ein spezielles Urlaubsgeld von der Pflegekasse gibt es nicht. Allerdings können bestimmte Pflegeleistungen über die Pflegekasse abgerechnet werden, zum Beispiel als Kurzzeitpflege oder Verhinderungspflege. Auch Pflegegeld kann während des Urlaubs weiterhin bezogen werden, allerdings nur zur Hälfte, wenn zeitgleich Kurzzeit- oder Verhinderungspflege in Anspruch genommen wird.

Heilbäder und Thermen

Einige Heilbäder und Thermen bieten spezielle Programme für Parkinson-Patienten an. Die Ensana Health Spa Hotels in Martin, Slowakei, werden beispielsweise von der slowakischen Parkinson-Gesellschaft unterstützt und bieten einen ernährungsspezifischen Ansatz zur Behandlung von Parkinson-Patienten. Die Heilmethoden nutzen die natürlichen heißen Thermalquellen und ein mineralhaltiges Schlammbad.

Selbsthilfegruppen und Informationsaustausch

Selbsthilfegruppen für Parkinson-Patienten bieten eine wertvolle Möglichkeit zum Informationsaustausch und zur gegenseitigen Unterstützung. Detlev Friedriszik hat beispielsweise eine DVD erstellt, um anderen Parkinson-Erkrankten Mut zu machen. Die Selbsthilfegruppe Moers organisiert künftig auch Urlaube für Parkinson-Erkrankte.

Tipps für die Reiseplanung

Bei der Reiseplanung sollten Parkinson-Patienten folgende Punkte beachten:

  • Gesundheitszustand: Der Gesundheitszustand sollte es zulassen, in den Urlaub zu fahren.
  • Barrierefreiheit: Die Unterkunft und die Umgebung sollten barrierefrei sein.
  • Medizinische Versorgung: Eine ärztliche Versorgung vor Ort sollte gewährleistet sein.
  • Medikamente: Ausreichend Medikamente sollten mitgenommen werden. Ein zweisprachiges Attest (Englisch und Deutsch) mit der genauen Art und Menge der Medikation sowie der Wirk- bzw. Inhaltsstoffe sollte ausgestellt werden.
  • Reiseversicherung: Eine Auslandsreise-Krankenversicherung und eine Reise-Rücktritts-Versicherung sind empfehlenswert.
  • An- und Abreise: Die An- und Abreise sollte gut geplant werden.
  • Pauschalangebote: Pauschalangebote oder organisierte Reisen von spezialisierten Reiseveranstaltern oder Vereinen können die Planung erleichtern.

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