Chris Hemsworth, bekannt für seine Rolle als Donnergott Thor im Marvel-Universum, steht vor einer persönlichen Herausforderung: Er hat ein erhöhtes Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Diese Erkenntnis erlangte er während der Dreharbeiten zur Disney+ und National Geographic Serie "Limitless", in der er sich auf die Suche nach Wegen zur Bekämpfung des Alterns und zur Verlängerung des Lebens begab. Die Diagnose, die auf einer genetischen Prädisposition basiert, hat den Schauspieler dazu veranlasst, sein Leben neu zu bewerten und präventive Maßnahmen zu ergreifen.
Die genetische Veranlagung: Das APOE4-Gen
Im Rahmen der Dreharbeiten zu "Limitless" unterzog sich Hemsworth medizinischen Untersuchungen, bei denen festgestellt wurde, dass er sowohl von seiner Mutter als auch von seinem Vater das APOE4-Gen geerbt hat. Dieses Gen ist mit einem erhöhten Risiko für Alzheimer verbunden. Wie Hemsworth in einem Interview mit "Vanity Fair" erklärte, bedeutet der Besitz von zwei Kopien des APOE4-Gens ein acht- bis zehnmal höheres Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Nur etwa ein Prozent der Bevölkerung trägt diese Kombination.
Die Nachricht über sein erhöhtes Risiko erhielt Hemsworth nicht wie geplant vor laufender Kamera, sondern in einem Telefongespräch mit dem Arzt des Sendeformats. Diese Art der Übermittlung unterstreicht die Schwere der Diagnose und die Notwendigkeit, sensibel mit dem Thema umzugehen.
Die Reaktion des Schauspielers: Akzeptanz und Prävention
Hemsworth reagierte auf die Diagnose mit einer Mischung aus Schock und Entschlossenheit. Er betonte, dass das Vorhandensein des Gens keine Vorbestimmung sei und dass es Möglichkeiten gebe, das Risiko zu minimieren. Seitdem hat er seinen Lebensstil angepasst, um seine geistige und körperliche Gesundheit zu fördern.
"Dieses Warnzeichen war ein weiterer Ansporn, auf mich aufzupassen", erklärte er im Gespräch mit der BBC. Sein Interesse daran, Wege zu erkunden, wie man "länger besser lebt", habe sich verstärkt.
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Lebensstil-Anpassungen für die mentale Gesundheit
Hemsworth hat verschiedene Routinen in seinen Alltag integriert, um seine mentale Gesundheit zu verbessern. Dazu gehören:
- Regelmäßiges Training: Wie er dem Magazin "Men's Health" erzählte, hat er seine Trainingsverpflichtungen immer sehr konsequent eingehalten. Sport hilft auch bei der Vorbeugung von Alzheimer.
- Meditation und Atemübungen: Er nimmt sich Zeit für sich selbst, ohne äußere Stimmen oder Stimulation, um zu meditieren und Atemübungen zu machen. Dies tut er bevorzugt in der Sauna oder in einem Eisbad.
- Bildschirmzeit reduzieren: Er versucht, sich eine Stunde vor dem Schlafengehen von Bildschirmen fernzuhalten und stattdessen zu lesen.
- Schlafhygiene: Er achtet auf verbesserte Schlafgewohnheiten und reduziert sein Stresslevel.
- Momente der Stille: Er versucht, nicht mehr dem Gefühl nachzugeben, ständig etwas tun zu müssen, und mehr Momente der Stille zu genießen. Er meditiert mehr, hat mehr ruhige Augenblicke und geht viel öfter allein spazieren.
Hemsworth betont die Bedeutung von Ausgeglichenheit und Lebensfreude. Er lehnt extreme Formen des Biohackings ab, bei denen Menschen versuchen, ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit mithilfe technischer Hilfsmittel oder Medikamente zu maximieren. "Sie wollen ein längeres und besseres Leben führen, aber zu welchem Preis? Man kann seine genaue Routine haben, aber es hat keinen Sinn, das alles zu tun, wenn man zu Hause isoliert und einsam ist", gibt er zu bedenken. Für ihn ist klar: Gesundheit und Wohlbefinden sind wichtig - aber nicht um den Preis von Lebensfreude. "Ich werde meine Energie in Gesundheit und Wellness stecken, aber ich möchte auch das Leben genießen."
Die Familiengeschichte: Alzheimer beim Vater
Die Auseinandersetzung mit dem Thema Alzheimer ist für Chris Hemsworth nicht nur persönlicher Natur, sondern auch durch die Familiengeschichte geprägt. Bei seinem Vater, Craig Hemsworth, wurde die Krankheit diagnostiziert. Diese Erfahrung hat seine Perspektive auf die Krankheit und die Bedeutung von Prävention und Unterstützung weiter verstärkt.
In der Dokumentation "Chris Hemsworth: Ein unvergesslicher Roadtrip", die auf National Geographic zu sehen ist, begleitet Hemsworth seinen Vater auf einer Reise in die Vergangenheit. Ziel ist es, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und Erinnerungen zu bewahren.
Erinnerungstherapie als Ansatz
Die Dokumentation zeigt, wie Erinnerungstherapie eingesetzt wird, um die kognitiven Fähigkeiten von Alzheimer-Patienten zu verbessern. Dr. Suraj Samtani erklärt, dass jedes Mal, wenn eine Erinnerung wieder aufgerufen wird, die Verbindung zwischen den Neuronen gestärkt wird. Dies kann durch Musik, Fotos oder andere Reize geschehen, die mit der Vergangenheit verbunden sind.
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In der Dokumentation geht Hemsworth noch einen Schritt weiter und lässt die gesamte Umgebung nachbilden, in der die Familie in den 90er Jahren lebte. So verwendeten die Filmemacher z. B. „Das Haus am Stadtrand von Melbourne nachzubauen, war einfach eine einmalige Gelegenheit. Normalerweise verwenden wir Alben und Songs, aber ein ganzes Haus wie dieses nachzubauen, ist unglaublich.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Therapie ist die soziale Interaktion. In der Doku entstehen diese Momente vor allem dann, wenn Chris Hemsworth und sein Vater während ihrer Reise einige Orte von früher besuchen. „Das war wirklich effektiv. Anfangs war er sehr zurückhaltend und wusste nicht so recht, wo er war und was vor sich ging. Am Ende, wie man in der Dokumentation sehen kann, lacht er, lächelt er, erinnert er sich an all diese wichtigen Erinnerungen aus seiner Vergangenheit und ist er wirklich selbstbewusst“, beschrieb Dr. Sein Fazit fällt also überaus positiv aus. „Ich denke, dass es für uns ein Erfolg war, ihn aus seiner Hülle herauszuholen und ihm das Gefühl zu geben, mehr er selbst zu sein“, formulierte der Wissenschaftler. Nun gehe es darum, die Therapie fortzusetzen.
Die Reise beinhaltet auch eine Motorradtour ins australische Outback zu einem alten Freund, mit dem Craig in jüngeren Jahren wilde Bullen und Kühe gezähmt hatte. Diese adrenalingeladenen Erinnerungen werden direkt in der Amygdala, dem Angstzentrum des Gehirns, gespeichert und können dazu beitragen, das Gedächtnis zu aktivieren.
Umgang mit der Diagnose in der Familie
Die Diagnose von Alzheimer beim Vater und das erhöhte Risiko für Chris Hemsworth selbst haben die Familie enger zusammengeschweißt. Chris Hemsworths Mutter äußerte Besorgnis über seinen Vater Craig. Sie hatte Dinge wie schlechteres Erinnerungsvermögen und Vergesslichkeit, aber auch leichte Stimmungsveränderungen bemerkt. Craig Hemsworth ließ sich testen und war bereits erkrankt.
Chris Hemsworth und seine Familie fanden einen ganz besonderen Weg, mit der Krankheit umzugehen. Für Chris Hemsworth war das eine ganz besondere Erfahrung: „In der Doku habe ich erfahren, dass seine größte Angst ist, eine Bürde zu sein. Das wusste ich vorher nicht, weil ich ihn nicht gefragt hatte. Ich hatte diese seltsame Gefühlswelt aus Sorge um seinen Zustand und Schuldgefühlen, weil ich vorher gar nicht danach gefragt hatte - und das vor laufender Kamera.
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Auch seine Brüder Luke und Liam Hemsworth sind betroffen, genauso wie seine Eltern. „Meine Mutter hat auch zwei Kopien. Wie gesagt, hat nur ein Prozent der Bevölkerung diese zwei Gen-Kopien. Was für ein irrer Zufall, dass die beiden (seine Mutter und sein Vater; A. d. R.) zusammenfanden.
Die Zukunft: Leben mit dem Risiko
Chris Hemsworth möchte sich von der Sorge um seine Gesundheit nicht bremsen lassen. Er möchte "sein Leben einfach weiterleben", obwohl bei ihm ein erhöhtes Risiko besteht, an Alzheimer zu erkranken. Er konzentriert sich darauf, Zeit mit seiner Familie zu verbringen und Projekte zu wählen, die ihn erfüllen.
Er sagt aber auch, dass er sich gerne aufregenderen Projekten widmen würde - wie dem Mad Max-Prequel “Furiosa“. Die Dreharbeiten zu dem Film, in dem er gemeinsam mit Anya Taylor-Joy zu sehen ist, wurden kürzlich abgeschlossen. “Wenn mich nun etwas von meiner Familie und meinen Kindern wegbringt, muss es eine positive, konstruktive und kollaborative Erfahrung sein.
Hemsworth betont, dass ein erhöhtes Risiko nicht gleichbedeutend mit einer tatsächlichen Erkrankung ist. Er will sein Gehirn so fit wie seinen Körper halten und setzt auf einen gesunden Lebensstil, um das Risiko zu minimieren.
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