Dopamin, ein lebenswichtiges Hormon und Neurotransmitter, spielt eine entscheidende Rolle in zahlreichen Prozessen des menschlichen Körpers. Es beeinflusst Emotionen, Kognition, Motivation, Bewegungssteuerung und vieles mehr. Dieser Artikel beleuchtet den Dopaminabbau, die Möglichkeiten der Regeneration und die vielfältigen Funktionen dieses Botenstoffs.
Was ist Dopamin?
Dopamin ist ein Neurotransmitter, der im Nervensystem eine wichtige Rolle spielt. Es leitet Signale zwischen Nervenzellen weiter und beeinflusst so Emotionen, Bewegungen, Motivation und Belohnungsempfinden. Die Molekülformel von Dopamin ist C₈H₁₁NO₂. Chemisch zählt es zu den biogenen Aminen und wird zusammen mit Adrenalin und Noradrenalin der Gruppe der Catecholamine zugeordnet. Der Name Dopamin setzt sich aus DOPA und Amin zusammen.
Dopamin als "Glückshormon"?
Dopamin wird oft als "Glückshormon" bezeichnet, was jedoch nicht die gesamte Bandbreite seiner Funktionen abdeckt. Es wird verstärkt bei anregenden Tätigkeiten ausgeschüttet, wie Sport, Sex oder gutem Essen. Dopamin vermittelt das Erleben lustvoller Erfahrungen, auch beim Konsum von Suchtmitteln wie Nikotin, Kokain oder Heroin und im Kontext sexuellen Begehrens. Der Fokus liegt jedoch weniger auf dem Genuss an sich, sondern auf dem Appetit darauf bzw.
Dopamin und das Belohnungssystem
Das dopamingesteuerte Belohnungssystem ist ein Schlüsselfaktor für motiviertes Verhalten. Die Dopaminausschüttung erfolgt zunächst bei Eintritt der tatsächlichen "Belohnung", später bereits in Erwartung derselben. Unser Gehirn lernt also, welches Verhalten in bestimmten Situationen eine Belohnung einbringt, bewertet die Güte der Belohnung und regelt, wie intensiv wir danach streben. Dieser Lern- und Motivationsprozess greift auch bei negativen Belohnungen, d.h.
Dopamin: Funktionen im Körper
Dopamin hat eine Reihe von Funktionen, insbesondere im Nervensystem: Es beeinflusst das Verhalten und die geistige Aktivität, die bewussten Körperbewegungen, die Motivation, das Gefühl von Strafe und von Belohnung. Darüber hinaus wirkt es unter anderem auf den Schlaf, das Träumen, die Stimmung, die Konzentration, das Arbeitsgedächtnis und das Lernen.
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Dopamin und Emotionen & Kognition
Dopamin spielt eine Schlüsselrolle für die Funktion des limbischen Systems und seine Verknüpfung mit der Hirnrinde (Cortex). Der Dopaminspiegel beeinflusst auch die kognitive Kontrolle, d.h. wie konsequent wir ein gesetztes Ziel im Arbeitsgedächtnis behalten, wie gut wir zwischen Aufgaben wechseln können bzw. wie schnell wir uns ablenken lassen.
Dopamin und Motorik
Dopaminmangel kann auch zur Entwicklung von extrapyramidalen Bewegungsstörungen führen. Betroffen ist dabei nicht die willentlich gesteuerte Motorik (beispielsweise das Heben der Hand), sondern die automatisierte bzw. unwillkürliche Motorik.
Dopamin und Schlaf-Wach-Regulation
Dopamin steht in enger Wechselbeziehung mit den zirkadianen Rhythmen unseres Gehirns. Am höchsten ist der Wert morgens nach dem Aufstehen. Dopamin spielt eine wichtige Rolle für die Schlaf-Wach-Regulation und auch umgekehrt beeinflusst der Schlaf den Dopaminspiegel. So zeigen Studien, dass dieser bereits nach einer durchwachten Nacht in zwei Gehirnarealen (Striatum und Thalamus) deutlich erhöht ist.
Dopamin-Synthese und Freisetzung
Die Dopaminsynthese findet hauptsächlich im Nebennierenmark und in den Neuronen des zentralen Nervensystems statt. Allerdings kann Dopamin die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden, d.h. das in der Nebenniere produzierte Hormon kann nicht über das Blut ins Hirn gelangen und dort als Neurotransmitter wirken. Im zentralen Nervensystem unterscheidet man zwei Modi der Dopaminfreisetzung: tonisch und phasisch. Die Neuronen in den cortico-striatalen Bahnen des Gehirns steuern die tonische Freisetzung, die den Dopaminspiegel im extrazellulären Raum zwischen den Synapsen bestimmt. Wenn die Rezeptoren einen hohen tonischen Dopaminspiegel registrieren, wird die phasische Ausschüttung gehemmt - bei einem niedrigen tonischen Spiegel fällt die phasische Reaktion hingegen stärker aus.
Regulation der Dopaminfreisetzung
Dopamin wird durch eine Vielzahl von Regelmechanismen moderiert. Für ADHS dürften die wichtigsten Mechanismen die Dopamin-(Wieder)Aufnahme durch den DAT, der Dopamin -Efflux in den extrazellulären Raum und die Regulation der Dopaminsynthese und -ausschüttung durch den D2-Autorezeptor sein.
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D2-Autorezeptoren
Freigesetztes Dopamin aktiviert die Autorezeptoren, was die Wahrscheinlichkeit der Dopaminfreisetzung bei einer nachfolgenden präsynaptischen Stimulation verringert. Extrazelluläres Dopamin dockt an präsynaptische D2-Autorezeptoren an. Im Ergebnis hemmen D2-Rezeptor-Agonisten in vivo die Dopaminausschüttung und Dopaminsignalisierung, während D2-Rezeptor-Antagonisten diese verstärken. Abnorm niedriges tonisches extrazelluläres Dopamin führt zu einer Upregulation der Autorezeptoren, sodass das stimulierungsbedingte phasische Dopamin verstärkt wird. Hohes phasisches Dopamin soll dabei die hohe Sensibilität der Betroffenen gegenüber externen Reizen erklären. Normalerweise führt ein hoher extrazellulärer Dopaminspiegel dazu, dass die durch Stimuli ausgelösten phasischen Dopaminantworten über Autorezeptoren herunterreguliert werden.
Dopamin-(Wieder)Aufnahme durch DAT
Die Dopamin-(Wieder)Aufnahme durch den DAT ist der wichtigste Mechanismus zur Regulation und Beendigung der Dopamin-Signalübertragung im Gehirn. Eine fehlregulierte DAT-Funktion steht mit verschiedenen neurologischen und psychiatrischen Störungen in Verbindung, darunter ADHS, Schizophrenie, Parkinson-Krankheit und Drogenabhängigkeit. DAT werden auch durch extrazelluläre Dopaminspiegel reguliert. Eine Verringerung der Dopaminsynthese verringerte die Dichte der DAT und ihre Funktion im Striatum, eine Erhöhung des Dopaminspiegels bewirkte eine Upregulation der DAT-Bindung. Eine Stimulation von D2-Auto-Rezeptoren führt ebenfalls zu einer Downregulation von DAT im Striatum.
Dopaminmangel: Ursachen und Symptome
Wenn zu wenig Dopamin im Körper und im Nervensystem vorhanden ist, kann sich das auf unterschiedliche Arten äußern: „Häufig stellt sich eine Art generelle Unlust ein. Man hat wenig Antrieb und sieht keine Freude darin, sich mit anderen Menschen zu treffen“, sagt Weidenauer. Neben der Stimmung können bei einem Dopaminmangel auch Depressionen auftreten und es gibt Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit.
Ursachen für Dopaminmangel
Es gibt verschiedene Gründe für einen Dopaminmangel:
- Genetische Veranlagung: Es wird eine genetische Veranlagung vermutet.
- Länger anhaltender Stress: Stress im unmittelbaren Umfeld, Unsicherheit am Arbeitsplatz oder gesellschaftlicher Stress können eine Rolle spielen.
- Seelische Belastungen: Auch andere seelische Belastungen können mit einem Dopaminmangel einhergehen.
- Mangelernährung: Eine unausgewogene Ernährung kann die Dopaminproduktion beeinträchtigen.
- Bewegungsarmut: Mangelnde körperliche Aktivität kann ebenfalls zu einem Dopaminmangel beitragen.
- Alter: Die Fachliteratur geht davon aus, dass das Dopamin-System um etwa 5-10 % pro Jahrzehnt abnimmt.
- Drogenkonsum: Der chronische Konsum von Alkohol oder Freizeitdrogen schädigt Dopamin-produzierende Nervenzellen und kann so langfristig einen Dopaminmangel auslösen.
Symptome eines Dopaminmangels
Ein Dopaminmangel kann unterschiedlichste Auswirkungen auf die psychische und körperliche Gesundheit haben:
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- Müdigkeit
- Nervosität, Unruhe
- Schlafstörungen
- Interessen-, Motivationsmangel
- Depressionen
- Konzentrationsprobleme
- Bewegungsstörungen (z.B. bei Parkinson)
Dopaminüberschuss: Ursachen und Folgen
Nicht nur ein Dopaminmangel kann zu Beschwerden führen, auch ein Dopaminüberschuss beziehungsweise eine ständige Aktivierung des Dopaminsystems kann zum Problem werden. Zu einem kurzfristigen Dopaminüberschuss kann es kommen, wenn die Dopaminausschüttung in kurzer Zeit extrem stimuliert wird. „Je mehr Dinge man macht, die eine Dopaminausschüttung bewirken, desto weniger empfindlich wird das Gehirn für kleinere Reize“, sagt Weidenauer. In der Praxis könnte das bedeuten: Wer in jeder Pause im Alltag durch Instagram scrollt und jeden Abend eine Verabredung hat, für den sind das Scrollen auf Social Media und auch die Verabredungen irgendwann weniger „besonders“, sie sorgen für weniger Befriedigung. „Das kann im Laufe der Zeit zu einer Art Abstumpfung des Dopaminsystems führen.“
Ursachen für Dopaminüberschuss
- Suchtverhalten: Ein übermäßiger Dopaminspiegel kann zu Suchtverhalten führen. Wenn das Gehirn ständig nach Dopamin verlangt, kann dies das Verlangen nach sofortigen Belohnungen verstärken, wodurch Menschen in eine Schleife von exzessivem Verhalten geraten.
- Überstimulation: Eine Überstimulation des Dopaminsystems kann zu einer verminderten Fähigkeit führen, sich auf langfristige Ziele zu konzentrieren.
Folgen eines Dopaminüberschusses
- Abstumpfung des Dopaminsystems: Das Gehirn wird weniger empfindlich für kleinere Reize.
- Suchtverhalten: Ein ständiges Verlangen nach Dopamin-Ausschüttung kann zu Suchtverhalten führen.
- Konzentrationsprobleme: Die Fähigkeit, sich auf langfristige Ziele zu konzentrieren, kann vermindert sein.
- Ein Zuviel an Dopamin: intensiviert die Wahrnehmung von Sinneseindrücken, Körperempfindungen und Gedanken: Die Reizweiterleitung wird verstärkt, das Gehirn wird derart überschwemmt mit Eindrücken, dass es diese nicht mehr ordnen oder kontrollieren kann. Diese gestörte Informationsverarbeitung kann zu verfälschten Wahrnehmungen führen.
Dopamin erhöhen: Tipps und Strategien
Grundsätzlich wird die Produktion von Dopamin durch Tätigkeiten gesteigert, bei denen wir Lust empfinden. Doch der Grat zwischen einer gesunden Dopaminsteigerung und einer kurzfristig übermäßigen und auf Dauer eher schädlichen Überanregung des Dopaminsystems, etwa durch das schnelle Betrachten von Social-Media-Inhalten, ist schmal.
Natürliche Wege zur Dopaminsteigerung
- Sport: Wer mit Sport den Dopaminspiegel steigern möchte, braucht wahrscheinlich ein gewisses Pensum. „Manche Menschen sagen, ich gehe eh spazieren. Aber das reicht nicht, um eine spürbare Dopaminausschüttung herbeizuführen. Dazu sollte man schon mehrmals in der Woche Sport von mindestens mittlerer Intensität machen“, empfiehlt Psychiaterin Weidenauer.
- Schlaf: Schlafmangel kann das Dopaminsystem durcheinanderbringen. Umgekehrt ist laut Weidenauer davon auszugehen, dass ausreichend Schlaf sich positiv auf das Dopaminsystem auswirken kann: „Ausreichend Schlaf ist sehr wichtig für den Körper und das Gehirn insgesamt - er kann vermutlich auch helfen, den Dopaminhaushalt zu stabilisieren.“
- Ernährung: Dopamin wird im Nervensystem und im Nebennierenmark unter anderem aus den Aminosäuren Phenylalanin und Tyrosin gebildet. Die Psychiaterin empfiehlt stattdessen eine ausgewogene Ernährung, um den Stoffwechsel im Gehirn insgesamt zu stärken. „Die mediterrane Ernährungsweise mit viel Obst, Gemüse und Olivenöl und Fisch sowie weißem Fleisch hat eine stabilisierende Wirkung auf das Nervensystem.“ Dazu tragen unter anderem die Omega-3-Fettsäuren bei, die etwa in Fisch und Olivenöl enthalten sind. Mit Lebensmitteln, die reich an Tyrosin sind, liefern wir unserem Körper den wichtigsten Ausgangsstoff für die Dopaminsynthese.
- Positive soziale Interaktionen: Fördern die Freisetzung von Dopamin und verbessern die Stimmung. Treffen sie sich beispielsweise regelmäßig mit guten Freunden.
- Pflegen Sie Ihre Hobbys und Interessen: Wie Malen, Musik hören oder Aufenthalte in der Natur. Das kann ebenfalls die Dopaminausschüttung unterstützen.
Dopamin Detox: Ein Reset für das Gehirn?
Beim „Dopamin Detox“, auch Dopaminfasten genannt, zieht man sich für eine bestimmte Zeit in eine möglichst ruhige Umgebung zurück und vermeidet alles, was sonst eine Dopaminausschüttung stimuliert. „Wer immer unterwegs ist - online und offline -, könnte sich zum Dopamin Detox beispielsweise für ein Wochenende in eine ruhige Hütte im Wald zurückziehen, ohne Internet und mit abgeschaltetem Telefon“, sagt Psychiaterin Weidenauer. Es gibt bislang keine aussagekräftigen Studien darüber, inwieweit ein solches Dopamin Detox tatsächlich den Dopaminhaushalt beeinflusst. „Man kann aber schon davon ausgehen, dass es eine gewisse Wirkung hat“, meint Weidenauer. „Es geht ja nicht nur um die Dopaminkonzentration, sondern auch um das eigene Wohlbefinden und die Zufriedenheit. Und die können durch ein solches Dopamin Detox in vielen Fällen gesteigert werden - wenngleich es vielen anfangs auch schwerfallen dürfte, die relative Reizarmut auszuhalten.“
Was ist Dopamin-Fasten?
Dopamin-Fasten ist ein aktueller Trend, bei dem man auf alles verzichtet, was Spaß macht, um einer Überstimulation des Gehirns entgegenzuwirken. Es handelt sich um ein Konzept der kognitiven Verhaltenstherapie, das regelmäßige “Fastenzeiten” für suchtartiges Verhalten empfiehlt. Also beispielsweise täglich 2 Stunden vor dem Schlafengehen, jeden Sonntag und eine Urlaubswoche pro Jahr ohne Social Media, Computerspiele oder auch Porno-Konsum zu verbringen, um dem Gehirn eine Pause zu gönnen, alternative Aktivitäten zu erkunden und somit langfristig zu einer bewussten Lebensführung zu finden.
Wie funktioniert Dopamin-Fasten?
Beim Dopamin-Fasten wird versucht, die eigene Erwartungshaltung zu drosseln, das Belohnungssystem auszubremsen und so die Stimulation zu verhindern. Ziel des Dopamin-Fastens ist es, durch den Reizentzug einer Überstimulation des Gehirns entgegenzusteuern.
Was bringt Dopamin-Fasten?
Kurze, exzessive Phasen des Dopamin-Fastens bringen nur unwesentlich etwas, wenn wir uns danach den externen Stimulantien wieder genauso hingeben wie vorher. Klare Regeln, wann wir auf reizstimulierende Technologien verzichten, können helfen.
Vorsicht bei exzessivem Dopamin-Fasten
Macht man das zu exzessiv, kann man auch in depressive Episoden abrutschen. Generell sei der Umgang damit aber eine sehr individuelle Sache. "Genau wie bei der Ernährung muss jeder für sich überlegen, welche Form der Lebensgestaltung sinnvoll und gesund ist“, sagt Groß.
Medikamentöse Behandlung bei Dopaminmangel
Bei Erkrankungen wie Parkinson, Restless-Legs-Syndrom oder ADHS gibt es verschiedene Arzneimittel, die helfen können, das Dopaminsystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
- Parkinson-Krankheit: Medikamentöse Behandlungen zielen darauf ab, den bestehenden Dopaminmangel im Gehirn auszugleichen. Betroffene erhalten dafür oft Levodopa - eine Dopaminvorstufe, welche die Blut-Hirn-Schranke passieren kann und im Gehirn in Dopamin umgewandelt wird. Ebenfalls eingesetzt werden Dopaminagonisten (ahmen die Dopamin-Wirkung nach) sowie MAO-B- und COMT-Inhibitoren (hemmen den Dopamin-Abbau).
- Restless-Legs-Syndrom: Wenn eine Behandlung mit Eisenpräparaten nicht hilft oder nicht sinnvoll oder möglich ist, erhalten die Betroffenen Dopaminagonisten - also Medikamente, welche die Dopamin-Wirkung im Gehirn imitieren. Vorübergehend, aber nicht dauerhaft kann auch die Dopamin-Vorstufe Levodopa gegeben werden.
- Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS): Bei ADHS verschreiben Ärzte oft Stimulanzien wie Methylphenidat oder Amphetamin, um die Konzentration der Nervenbotenstoffe Dopamin und Noradrenalin im Gehirn zu erhöhen.
Dopamin und Sucht
Dopamin spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Suchtverhalten. Dopamin hat die Aufgabe, auf mögliche Belohnungen hinzuweisen, also eine belohnungsankündigende Wirkung. Das spielt beim Belohnungslernen eine große Rolle. Wenn wir etwas Positives erleben, dann wird Dopamin ausgeschüttet und markiert diese Situation als wichtig. Die sozialen Netzwerke nutzen unser Belohnungssystem des Gehirns und das kann in Extremfällen zu einer Ähnlichkeit mit klassischen Abhängigkeiten führen.
Wie soziale Medien das Belohnungssystem nutzen
Sie bekommen beispielsweise in sozialen Netzwerken nette Kommentare, dann assoziieren wir das mit dem Handy. Die Belohnungserwartung setzt dann in dem Moment ein, in dem wir aufs Handy gucken oder wenn das Handy vibriert. Das Handy im Raum wird dann immer wichtiger und die anderen Sachen, die im Raum sind, nimmt man weniger wahr - weil sie nicht so relevant sind wie das, was mit dem Dopamin markiert wurde, in diesem Fall das Handy.
Dopamin und selektive Aufmerksamkeit
Dopamin-Hoch führt zu einer selektiven Aufmerksamkeit. Dinge, die mit Dopamin markiert worden sind, werden immer wichtiger.
Dopamin-Abbau und Stoffwechsel
Dopamin ist Teil der Synthesekette von zwei weiteren Neurotransmittern: Noradrenalin und Adrenalin. Weitere Stoffe entstehen beim Abbau von Dopamin: Zum einen wird es durch Catechol-O-Methyltransferase (COMT) zu Methoxytyramin verstoffwechselt. Zum anderen wird es durch Monoaminoxidase (MAO) in ein Aldehyd umgewandelt, das dann über Dihydroxyphenylessigsäure zu Vanillinmandelsäure metabolisiert wird.
Wann ist ärztlicher Rat einzuholen?
Wer sich sehr häufig unwohl und antriebslos fühlt, und es dafür keinen konkreten Grund gibt, sollte eine ärztliche Praxis aufsuchen. „Es muss dann nicht unbedingt ein Dopaminmangel dahinterstecken“, sagt Psychiaterin Weidenauer.
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