Tochter-Jahres-Parese: Ursachen, Diagnose und Therapie

Eine Tochter-Jahres-Parese, insbesondere die Fazialisparese (Gesichtslähmung), kann bei Kindern verschiedene Ursachen haben. In den meisten Fällen ist sie harmlos und bildet sich innerhalb weniger Wochen wieder zurück. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Diagnose und Therapiemöglichkeiten der Tochter-Jahres-Parese, um Eltern und Betroffenen ein umfassendes Verständnis dieser Erkrankung zu ermöglichen.

Was ist eine Parese?

Paresen sind unvollständige Lähmungen der Skelettmuskulatur, die zu mehr oder minder ausgeprägten Bewegungseinschränkungen führen. Sie sind keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom, das auf eine Schädigung des Nervensystems hinweist. Der Schweregrad der Lähmung kann die Selbstständigkeit im Alltag erheblich beeinträchtigen.

Formen von Lähmungen

Je nachdem, welche Extremitäten betroffen sind, werden verschiedene Formen von Paresen unterschieden:

  • Monoparese: Betrifft eine Extremität (meist das Bein).
  • Paraparese: Betrifft beide Beine oder beide Arme.
  • Hemiparese: Betrifft eine Körperhälfte (Arm, Bein und Gesicht auf einer Seite).
  • Tetraparese: Betrifft alle vier Extremitäten (Arme und Beine).
  • Diparese: Teilweise Lähmung von zwei Gliedmaßen.

Ursachen der Tochter-Jahres-Parese

Die Ursachen für eine Gesichtslähmung bei Kindern sind vielfältig. Oft bleibt die genaue Ursache unbekannt, aber in vielen Fällen hängt sie mit einer Virusinfektion zusammen.

Infektionen

Schätzungsweise bis über ein Drittel der Fälle gehen auf eine Infektion zurück. Zu den häufigsten viralen Erregern, die eine Gesichtslähmung auslösen können, gehören:

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  • Herpes-simplex-Virus
  • Cytomegalovirus
  • Epstein-Barr-Virus
  • Adenovirus
  • Rötelnvirus
  • Mumps-Virus
  • Influenza-Viren
  • Echovirus
  • Coxsackievirus
  • COVID-19

Durch Zecken übertragene Borrelien können bei Kindern ebenfalls für eine Gesichtslähmung verantwortlich sein.

Andere Ursachen

Neben Infektionen können auch andere Faktoren eine Gesichtslähmung verursachen:

  • Kälte
  • Verletzungen
  • Tumoren
  • Schlaganfall
  • Schädel-Hirn-Verletzungen
  • Genetische Erkrankungen
  • Verletzungen bei der Geburt

In den meisten Fällen liegt jedoch eine idiopathische Fazialisparese (Bell-Parese) vor, bei der die Ursache unbekannt ist.

Symptome der Tochter-Jahres-Parese

Die Symptome einer Parese hängen im Wesentlichen davon ab, an welcher Stelle des Nervensystems die Nerven geschädigt sind. Bei einer zentralen Parese ist ein motorischer Nerv im zentralen Nervensystem (ZNS) geschädigt, genauer gesagt zwischen der Hirnrinde und den Schaltstellen im Rückenmark. Eine Schädigung in diesem Bereich führt zu einer peripheren Parese.

Die Fazialisparese zeigt sich meistens nur an einer Gesichtshälfte. Typische Symptome sind:

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  • Herabhängender Mundwinkel
  • Unfähigkeit, die Stirn zu runzeln oder die Augenbraue zu heben
  • Schwierigkeiten beim Schließen des Augenlids
  • Verändertes Geschmacksempfinden
  • Tränendes Auge
  • Trockener Mund

Weitere Symptome, die je nach Art und Schweregrad der Parese auftreten können, sind:

  • Muskelschwäche
  • Eingeschränkte Beweglichkeit
  • Spastik (erhöhte Muskelspannung)
  • Muskelschwund (Muskelatrophie)
  • Empfindungsstörungen (Kribbeln, Taubheitsgefühle)
  • Schmerzen

Diagnose der Tochter-Jahres-Parese

Bei lähmungsartigen Erscheinungen im Gesicht sollten Eltern mit ihrem Kind immer einen Kinder- und Jugendarzt aufsuchen. Der Arzt wird zunächst die Krankengeschichte (Anamnese) erheben und eine körperliche Untersuchung durchführen. Dabei werden Muskelkraft, Beweglichkeit, Reflexe und Empfinden in den betroffenen Körperteilen überprüft.

Weitere diagnostische Maßnahmen

Je nach Verdacht können weitere diagnostische Maßnahmen erforderlich sein:

  • Blutuntersuchung: Zum Ausschluss oder Bestätigung von Borreliose oder anderen Infektionen.
  • HNO-ärztliche Untersuchung: Bei Auffälligkeiten im Bereich des Ohres, der Ohrspeicheldrüse oder des Trommelfells.
  • Neurologische Untersuchung: Zur Beurteilung der Nervenfunktion und zum Ausschluss anderer neurologischer Erkrankungen.
  • Bildgebende Verfahren: Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) des Gehirns, um die Ursache der Lähmung zu identifizieren (z.B. Tumoren, Entzündungen, Schlaganfall).
  • Elektroenzephalografie (EEG): Zur Darstellung der elektrischen Hirnaktivität, insbesondere bei Verdacht auf epileptische Anfälle.
  • Liquorpunktion: Bei Verdacht auf eine entzündliche Erkrankung des Gehirns oder der Hirnhäute.

Therapie der Tochter-Jahres-Parese

Die Therapie der Tochter-Jahres-Parese richtet sich nach der Ursache der Lähmung. In vielen Fällen ist keine spezielle Behandlung erforderlich, da sich die Lähmung von selbst zurückbildet.

Medikamentöse Therapie

  • Kortikosteroide: Können u.U. die Entzündung der betroffenen Nerven verringern. Allerdings ergab eine aktuelle kleine Studie, dass Medikamente die Heilung einer Fazialisparese bei Kindern kaum verbessern.
  • Antibiotika: Bei einer durch Borrelien verursachten Gesichtslähmung ist eine Antibiotikabehandlung sinnvoll.
  • Antivirale Medikamente: Bei einer durch Herpesviren verursachten Gesichtslähmung können antivirale Medikamente eingesetzt werden.

Weitere Therapiemöglichkeiten

  • Physiotherapie: Kann helfen, die Muskeln zu stärken und die Beweglichkeit zu verbessern.
  • Ergotherapie: Kann helfen, alltägliche Aufgaben wie Waschen und Anziehen selbstständig zu bewältigen.
  • Logopädie: Kann bei Sprach- und Schluckstörungen helfen.
  • Funktionelle Elektrostimulation (FES): Kann zur Erreichung verschiedener Ziele eingesetzt werden, wie z.B. Selbständigkeit im Alltag, Verbesserung der Muskelkraft und Reduktion von Spastik.
  • Augenpflege: Bei einem unvollständigen Lidschluss kann ein trockenes, ungeschütztes Auge entstehen. Hier sind befeuchtende Augentropfen oder eine Salbe erforderlich, um das Auge vor Austrocknung und Schäden zu schützen. In schweren Fällen kann ein Uhrglasverband oder eine operative Lidkorrektur notwendig sein.

Prognose der Tochter-Jahres-Parese

Die Prognose der Tochter-Jahres-Parese ist in den meisten Fällen gut. Die meisten Kinder erholen sich innerhalb von Wochen oder Monaten vollständig. Laut einer Studie erlangten 57% der Kinder ohne Medikamente die Gesichtsfunktion nach einem Monat wieder, 85% nach drei Monaten und 93% nach sechs Monaten. Bei Kindern, die mit Prednisolon behandelt wurden, erholten sich 49% nach einem Monat, 90% nach drei Monaten und 99% nach sechs Monaten.

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Infantile Zerebralparese (ICP)

Die infantile Zerebralparese (ICP) ist eine Schädigung des Gehirns im Mutterleib oder bis zum Säuglingsalter (< 2 Jahre), die mit bleibenden Einschränkungen einhergeht. Sie ist die Hauptursache für Behinderungen im Kindesalter.

Ursachen der ICP

Die Ursachen der ICP sind vielfältig. Verschiedenste prä-, peri- oder neonatale (vor, während, nach der Geburt) Geschehnisse können für sich, oder in Kombination mit anderen Ursachen, das Gehirn schädigen. Lange ging man davon aus, dass die Asphyxie (Sauerstoffmangel während der Geburt) Hauptursache der ICP sei. Heute weiß man, dass pränatale Faktoren eine größere Rolle spielen und Probleme während der Geburt nur zu ca. % für eine ICP verantwortlich sind.

Zu den Risikofaktoren gehören:

  • Genetische Faktoren
  • Virale oder bakterielle Infektionen während der Schwangerschaft
  • Medikamente, Alkohol oder Drogenkonsum während der Schwangerschaft
  • Infarkte oder Hirnblutungen beim Kind

Symptome der ICP

Die Symptome der ICP sind vielseitig, abhängig von Ort, Ausmaß und Ursache der Schädigung im Gehirn. Charakteristisch sind:

  • Spastische Lähmung (Parese)
  • Athetose (übermäßige Bewegungen)
  • Ataxie (Koordinationsstörung)

Zusätzlich können weitere Symptome oder Begleiterkrankungen auftreten:

  • Störung der Sinneswahrnehmung
  • Störungen der Raum- und Körperwahrnehmung
  • Kommunikationseinschränkung
  • Beeinträchtigte orale Funktionen
  • Vegetative und hormonelle Störungen
  • Reduzierte Knochendichte
  • Epilepsie

Diagnose der ICP

Die Diagnosestellung erfolgt im ersten oder zweiten Lebensjahr anhand des klinischen Bildes, gegebenenfalls in Kombination mit bildgebenden Verfahren und anderen Zusatzuntersuchungen. Die Schweregradeinteilung erfolgt durch die Abschätzung der motorischen Einschränkungen mithilfe verschiedener Scores, wie z.B. dem GMFCS (Gross Motor Function Classification System).

Therapie der ICP

Die Therapie der ICP erfolgt ausschließlich symptomatisch. Im Vordergrund steht die Behandlung der Bewegungsstörungen. Medikamente dienen dazu, Symptome wie Koordinations- und Tonusstörungen zu verbessern. Spastik kann nicht nur durch Medikamente, sondern auch mit lokalen Injektionen (Botulinumtoxin) therapiert werden.

Weitere wichtige Therapiebausteine sind:

  • Frühförderung
  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Logopädie
  • Elektrostimulation
  • Orthopädische Hilfsmittel und Operationen

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