Die Schwangerschaft ist eine Zeit großer physiologischer Veränderungen im Körper einer Frau. Während dieser Zeit können verschiedene Komplikationen auftreten, die sowohl die Gesundheit der Mutter als auch die des Kindes gefährden können. Zu diesen Komplikationen gehören hypertensive Schwangerschaftserkrankungen (HES) wie Präeklampsie und Eklampsie sowie epileptische Anfälle. Es ist wichtig, diese Zustände zu verstehen und voneinander zu unterscheiden, um eine angemessene Behandlung zu gewährleisten.
Einführung
Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen (HES) gehören mit ihren verschiedenen klinischen Ausprägungen und Manifestationsarten zu den häufigsten Komplikationen in der Schwangerschaft, sie treten in etwa 6-8 % aller Schwangerschaften auf, tragen zu 20-25 % der perinatalen Mortalität bei und stehen weltweit an führender Stelle der maternalen Todesursachen. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Unterschieden zwischen tonisch-klonischen Krampfanfällen, Eklampsie und Präeklampsie, um ein besseres Verständnis dieser Erkrankungen zu ermöglichen.
Präeklampsie: Definition und Symptome
Die Präeklampsie, umgangssprachlich oft als Schwangerschaftsvergiftung bezeichnet, ist eine schwangerschaftsbedingte Erkrankung, die in der Regel nach der 20. Schwangerschaftswoche auftritt. Sie ist ein Symptomkomplex, zu dem unter anderem ein Blutdruck über 140/90 mmHg gehört. Neben dem erhöhten Blutdruck treten auch Endorganschäden durch den erhöhten Blutdruck an mindestens einem Organ auf. Am häufigsten ist die Niere betroffen, was zu einer Veränderung des Verhältnisses von Eiweiß zu Kreatinin oder zu einer Proteinurie führt. Außerdem können Ödeme in den Beinen der Schwangeren auftreten.
Unterteilung der Präeklampsie
Die Präeklampsie wird weiter unterteilt in Early-Onset-Präeklampsie, Late-Onset-Präeklampsie und schwere Präeklampsie. Die Early-Onset-Präeklampsie unterscheidet sich von der Late-Onset-Präeklampsie durch den Beginn der Störung. Liegt dieser vor der 33+6 Schwangerschaftswoche (33 vollendete Wochen und 6 Tage), spricht man von einer Early-Onset-Präeklampsie. Alles, was nach der 34. Schwangerschaftswoche auftritt, wird als Late-Onset-Präeklampsie bezeichnet.
Kriterien für eine schwere Präeklampsie
Eine schwere Präeklampsie wird diagnostiziert, wenn eines oder mehrere der folgenden Kriterien erfüllt sind:
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- Blutdruck über 160/110 mmHg
- Neurologische Störungen, die auf ein Hirnödem hinweisen können (z.B. Kopfschmerzen, Sehstörungen, Übelkeit, Erbrechen)
- Leberfunktionsstörungen mit laborchemisch nachgewiesenen erhöhten Transaminasen oder anhaltenden Oberbauchschmerzen
- Thrombozytopenie unter 100.000/µL
- Zeichen einer Hämolyse (z.B. niedriges Haptoglobin, erhöhtes indirektes Bilirubin oder erhöhte Retikulozytenzahl)
- Serumkreatinin unter 1,1 mg/dl
- Oligurie
- Lungenödem oder andere Atemstörungen
- Intrauterine Wachstumsretardierung
Symptome einer Präeklampsie
Medizinisch ist eine Präeklampsie vor allem durch zwei Merkmale definiert:
- Bluthochdruck: wiederholt gemessene Werte von mindestens 140/90 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg)
- Proteinurie: erhöhte Eiweißausscheidung von mehr als 300 Milligramm (mg) im 24-Stunden-Sammelurin
Diese Kriterien können auch erfüllt sein, wenn zunächst keine oder nur unspezifische Beschwerden bestehen. Erste Auffälligkeiten werden häufig erst im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen festgestellt. Kommt es zu Symptomen, sind folgende Beschwerden typisch:
- Kopfschmerzen - neu, anhaltend oder ungewohnt stark
- Sehstörungen - z. B. Flimmern, verschwommenes Sehen, Lichtempfindlichkeit
- Übelkeit und Erbrechen
- allgemeines Krankheitsgefühl
- Schmerzen im Oberbauch, oft rechtsbetont
- Atemnot oder schnelle Erschöpfung bei Belastung
- verminderte Urinmenge (Oligurie)
- neurologische Reizerscheinungen wie gesteigerte Reflexe oder Muskelzuckungen
Eklampsie: Die schwerwiegendste Komplikation der Präeklampsie
Die Komplikation der Präeklampsie ist die Eklampsie, die tonisch-klonische Krämpfe während der Schwangerschaft beschreibt. Andere Ursachen dieser Krampfanfälle müssen ausgeschlossen werden, bevor die Diagnose Eklampsie gestellt werden kann. Eklamptische Anfälle treten bei etwa einer von 1000 Schwangerschaften auf, Präeklampsien bei mindestens einer von 200 Schwangerschaften. Häufig geht der Anfall mit einem Blutdruck von über 180 mmHg systolisch einher. Er kann aber auch ohne Bluthochdruck auftreten. Bei der neurologischen Untersuchung findet sich meist eine Hyperreflexie. Warnzeichen für einen Krampfanfall im Sinne einer Eklampsie sind Kopfschmerzen und Sehstörungen in der Schwangerschaft!
Symptome der Eklampsie
Eine Eklampsie ist eine akute, lebensbedrohliche Komplikation der Präeklampsie. Typische Warnzeichen sind:
- plötzliche, tonisch-klonische Krampfanfälle (erst eine Phase mit starker Muskelanspannung, gefolgt von rhythmischen Muskelzuckungen)
- Bewusstlosigkeit oder schwere Bewusstseinstrübung
- häufig vorausgehende starke Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Oberbauchschmerzen
- in seltenen Fällen Eklampsie ohne deutlich erhöhten Blutdruck oder ohne nachweisbare Eiweißausscheidung im Urin
Tonisch-klonischer Krampfanfall: Ursachen und Symptome
Ein Krampfanfall (epileptischer Anfall) entsteht durch eine überschießende Entladung von Neuronen im Gehirn. In Abhängigkeit vom Ort und der Ausprägung der Anfälle variiert die Phänomenologie erheblich. Sie reicht z. B. Nach einem Anfall folgt in den meisten Fällen eine Nachphase (postiktale Phase), welche Stunden anhalten kann. In dieser kommt es zu Symptomen wie Sprachstörungen, Vigilanzminderungen, Lähmungen, Gedächtnisstörungen und teilweise psychischen Störungen bis hin zu aggressivem Verhalten. zerebrale Raumforderungen (z.B. Ischämien (bspw. Entzug oder Abusus von Suchtmitteln (z.B. Hypoxie (z.B.
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Generalisierte und fokale Krampfanfälle
Es wird zwischen generalisierten und fokalen Krampfanfällen unterschieden. Generalisierte Krampfanfälle betreffen beide Gehirnhälften gleichermaßen, während fokale Krampfanfälle nur in einem begrenzten Bereich einer Hirnhälfte stattfinden.
Generalisierter tonisch-klonischer Anfall
Der generalisierte tonisch-klonische Anfall (früher „Grand mal“), ist die eindrücklichste Form des Krampfanfalls. Er besteht aus einer tonischen Phase, in welcher sich die Muskeln versteifen und der Patient ohne jegliche Schutzreflexe plötzlich stürzt. Hierbei kann es zu einem Versteifen der Atemmuskulatur kommen, wodurch ein kurzzeitiger Atemstillstand entsteht. Im Anschluss folgt die klonische Phase mit Zuckungen der gesamten Körpermuskulatur, sichtbar vor allem an den Extremitäten. Im Anschluss folgt eine ausgiebige postiktale Phase mit neurologischen Symptomen.
Ursachen von Krampfanfällen
Epilepsien sind durch eine Übererregbarkeit der Neurone im Gehirn zu erklären, die durch verschiedene Veränderungen entsteht. Zu den wichtigsten Epilepsie Ursachen gehören:
- Genetische Ursachen
- Stoffwechselbedingte Ursachen (wie Alkoholentzug oder Unterzuckerung bei einer Diabetes mellitus Erkrankung)
- Strukturelle Ursachen (wie Tumoren, Metastasen, Veränderungen durch Schlaganfälle, Schädel-Hirn-Traumata oder Entzündungen)
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