Traumeel ist ein homöopathisches Arzneimittel, das häufig bei entzündlichen oder degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates eingesetzt wird. Es ist in verschiedenen Formen erhältlich, darunter Salben, Tabletten und Tropfen. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung von Traumeel bei eingeklemmten Nerven, basierend auf Erfahrungen und verfügbaren Informationen.
Was ist Traumeel?
Traumeel ist ein Komplexmittel, das eine Kombination verschiedener pflanzlicher Inhaltsstoffe in homöopathischen Dosen enthält. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen gehören:
- Beinwell (Symphytum officinale)
- Eisenhut (Aconitum napellus)
- Johanniskraut (Hypericum perforatum)
- Kamille (Matricaria recutita)
- Ringelblume (Calendula officinalis)
- Schafgarbe (Achillea millefolium)
- Schmalblättriger Sonnenhut (Echinacea)
Die Traumeel-Wirkung erstreckt sich auf verschiedene Erkrankungen des Bewegungsapparats, die auf entzündlichen oder degenerativen Prozessen beruhen. Dabei addieren sich die Wirkungen der Traumeel Inhaltsstoffe. Es soll den Organismus zur Selbstheilung anregen. Studien im Labor konnten nachweisen, dass durch Traumeel an Immun- und Darmzellen die Ausschüttung von proinflammatorischen (entzündungsbegünstigenden) Botenstoffen wie IL-1b, IL-8 und TNF-α um bis zu 70 Prozent gehemmt wird. Dabei bleibt die Abwehrfunktion der Zellen intakt.
Anwendungsgebiete von Traumeel
Traumeel wird traditionell bei einer Vielzahl von Beschwerden eingesetzt, darunter:
- Verstauchungen und Verrenkungen
- Prellungen, Blut- und Gelenkergüsse
- Sehnenscheiden- und Schleimbeutelentzündungen
- Arthrosen der Hüfte, Knie und kleinen Gelenke
- Tennisarm
- Knochenbrüche (zur Unterstützung der Heilung)
- Zustände nach Operationen oder Verletzungen (wegen seiner abschwellenden Wirkkomponenten)
- Grippale Infekte (Traumeel S Tabletten)
Traumeel bei eingeklemmten Nerven
Ein eingeklemmter Nerv entsteht, wenn Druck auf einen Nerv ausgeübt wird, beispielsweise durch umliegendes Gewebe wie Knochen, Knorpel, Muskeln oder Sehnen. Dies kann zu Schmerzen, Taubheit, Kribbeln oder Schwäche im betroffenen Bereich führen.
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Einige Anwender berichten von positiven Erfahrungen mit Traumeel bei der Behandlung von Schmerzen und Entzündungen im Zusammenhang mit eingeklemmten Nerven. Die entzündungshemmenden Eigenschaften der Inhaltsstoffe könnten dazu beitragen, die Schwellung um den Nerv zu reduzieren und somit den Druck zu mindern.
Erfahrungsberichte
Einige Erfahrungsberichte deuten darauf hin, dass Traumeel bei eingeklemmten Nerven helfen kann:
- Ein Anwender berichtete, dass er vor 19 Jahren einen eingeklemmten Nerv im Halsbereich hatte, der unerträgliche Schmerzen verursachte. Erst ein Homöopath, der Chiropraktik anwandte, konnte Linderung verschaffen.
- Eine andere Person erwähnte, dass Traumeel Tabletten in Kombination mit Ferrum Hommacord Tropfen bei ihrem Mann mit einem Tennisarm (der auch Nervenreizungen beinhalten kann) geholfen haben.
Es ist wichtig zu beachten, dass diese Berichte auf persönlichen Erfahrungen basieren und nicht durch wissenschaftliche Studien belegt sind.
Die Bedeutung einer umfassenden Behandlung
Es ist wichtig zu betonen, dass Traumeel bei einem eingeklemmten Nerv möglicherweise nicht die einzige oder umfassendste Behandlung darstellt. Ein eingeklemmter Nerv kann verschiedene Ursachen haben, und eine genaue Diagnose durch einen Arzt oder Therapeuten ist entscheidend.
Weitere Behandlungsmethoden können sein:
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- Physiotherapie: Gezielte Übungen zur Stärkung der Muskulatur und Verbesserung der Beweglichkeit.
- Manuelle Therapie: Techniken zur Lösung von Blockaden und Verspannungen.
- Schmerzmittel: In einigen Fällen können Schmerzmittel helfen, die Beschwerden zu lindern.
- Operation: In seltenen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um den Druck auf den Nerv zu beseitigen.
Anwendung von Traumeel
Traumeel ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich:
- Salbe/Creme: Morgens und abends, bei Bedarf auch mehrmals täglich auf die betroffenen Stellen auftragen. Eine großflächige Anwendung sollte vermieden werden.
- Tabletten: Die übliche Anwendung ist, dreimal täglich eine Traumeel S Tablette unter der Zunge zergehen zu lassen. Der Anwendungszeitraum sollte ohne ärztlichen Rat nicht länger als acht Wochen betragen.
- Tropfen:
- Kinder von 2 bis 6 Jahren: 3-mal täglich 5 Tropfen.
- Kinder von 6 bis 12 Jahren: 3-mal täglich 7 Tropfen.
- Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene: 3-mal täglich 10 Tropfen.
- Ampullen: Bei akuten Beschwerden über eine Woche 1 bis 2-mal täglich injizieren, bei chronischen Beschwerden sollte die Anwendung von 1 bis 2 Ampullen dreimal wöchentlich erfolgen. Traumeel-Injektionen erfolgen unter ärztlicher Kontrolle.
Mögliche Nebenwirkungen und Gegenanzeigen
Generell sind bei homöopathischen Arzneimitteln durch die extrem niedrige Dosierung keine Nebenwirkungen im klassischen Sinn zu erwarten. Ein typisches Phänomen ist aber auch bei der Traumeel-Anwendung die sogenannte Erstverschlimmerung - das heißt: Die Beschwerden können zu Beginn der Behandlung sogar zunehmen. Die Erstverschlimmerung wird als Zeichen gedeutet, dass die homöopathische Arznei Wirkung zeigt.
Darüber hinaus sind allergische Reaktionen durch das enthaltene Mercurius solubilis und Überempfindlichkeitsreaktionen auf die pflanzlichen Bestandteile möglich. Sie können sich in plötzlich auftretendem Hautausschlag und Juckreiz, selten auch einer Gesichtsschwellung, Atemnot, Schwindel und Blutdruckabfall bemerkbar machen.
Der Trägerstoff von Traumeel-S-Tabletten ist Lactose. Bei Lactoseunverträglichkeit sollte daher auf eine andere Darreichungsform in Form von Traumeel Tropfen, Traumeel S Salbe oder Traumeel Injektion ausgewichen werden.
Traumeel darf nicht angewendet werden bei Allergie gegen einen der pflanzlichen Inhaltsstoffe oder andere Korbblütler. Während Schwangerschaft und Stillzeit sollte das Medikament nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden.
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Wärme oder Kälte bei eingeklemmten Nerven?
Die Frage, ob Wärme oder Kälte bei Rückenschmerzen (die oft durch eingeklemmte Nerven verursacht werden) besser ist, hängt von der Ursache der Schmerzen ab. Bei akuten Entzündungen kann es hilfreich sein, die betroffene Rückenpartie zu kühlen, z.B. mit Gel- oder Eispackungen oder einem gekühlten Kirschkernkissen. Bei chronischen Rückenschmerzen ist hingegen wärmen das Mittel der Wahl, z.B. in Form von Wärmepflastern oder einem warmen Bad. Durch die Wärme wird die Durchblutung gefördert und die Muskulatur gelockert. So können sich die Verspannungen lösen und die Beschwerden abklingen.
Weitere Tipps zur Linderung von Beschwerden bei eingeklemmten Nerven
- Bewegung: Vermeiden Sie Bettruhe. Vorsichtige, aber konsequente Bewegung, wie z.B. gezielte Rückengymnastik oder Dehnübungen, kann helfen, die Muskeln zu stärken und die Beweglichkeit zu verbessern.
- Ergonomie: Achten Sie auf eine gute Körperhaltung, insbesondere beim Sitzen am Schreibtisch. Wechseln Sie die Sitzposition regelmäßig und vermeiden Sie es, zu lange in einer Position zu verharren.
- Stressmanagement: Stress kann Muskelverspannungen verstärken. Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung oder Yoga können helfen, Stress abzubauen.
- Natürliche Heilmittel: Einige Kräuter, Gewürze und Öle werden traditionell bei Verspannungen und Blockaden eingesetzt. Cremes mit Extrakten wie Arnika können die Durchblutung fördern und so verspannte Muskeln wieder auflösen.
Die Rolle der Apotheke
Apotheker können eine wichtige Anlaufstelle für Menschen mit Rückenschmerzen sein. Sie können beraten, welche rezeptfreien Medikamente und anderen Produkte zur Linderung der Beschwerden geeignet sind. Allerdings sollten Apotheker vor der Empfehlung von Wärmeapplikationen die Verträglichkeit erfragen, insbesondere bei Produkten wie Kytta Salbe oder ABC Pflaster. Wenn der Mensch unter entzündlichen Veränderungen leidet, könne sich dieses Problem unter Wärme weiter verschlechtern.
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