Homöopathische Behandlung von Trigeminusneuralgie in der Nacht mit Chamomilla

Die Trigeminusneuralgie ist eine Erkrankung, die durch heftige, stechende Gesichtsschmerzen gekennzeichnet ist. Diese Schmerzen können sehr belastend sein und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken. Homöopathische Mittel, wie Chamomilla, können eine sanfte und wirksame Möglichkeit bieten, die Symptome der Trigeminusneuralgie zu lindern, insbesondere wenn die Schmerzen nachts auftreten.

Komplementärmedizinische Verfahren bei Neuralgie

Im Kompetenzzentrum für Naturheilkunde (KfN) werden verschiedene komplementärmedizinische Verfahren zur Behandlung von Neuralgien eingesetzt. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jede Behandlung für jeden Patienten gleich gut geeignet ist. Patienten werden ermutigt, die verschiedenen Verfahren zu bewerten und diejenigen auszuwählen, die für sie am besten geeignet sind.

Allgemeine Maßnahmen

Eine vollwertige Ernährung sowie Bewegungs- und Entspannungstherapien sollten immer als allgemeine Maßnahmen in Betracht gezogen werden.

Physiotherapie

Die klassische Physiotherapie spielt eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Neuralgien. Durch Mobilisierung und Muskelaufbau können Schwächen in der Muskulatur und Instabilitäten kompensiert werden. Sensomotorisch-funktionelle Einzelbehandlungen können die Oberflächen- und Tiefensensibilität günstig beeinflussen und somit die Schmerzverarbeitung sowie Schmerztrigger positiv beeinflussen.

Hydrothermotherapie

Im KfN werden bei Polyneuropathie (PNP) kalte oder wechselwarme Güsse zur Linderung der Symptomatik verordnet, die sich auch im häuslichen Umfeld leicht fortführen lassen. Vorsicht ist bei eventuell gestörter Thermosensibilität geboten. Wenn es nicht innerhalb von 30-45 Minuten nach der Anwendung zu einer vollständigen Wiedererwärmung kommt, ist der Reiz individuell zu stark gewählt.

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CO2-Bäder

CO2-Bäder werden von den Patienten in der Regel als sehr wohltuend empfunden. Auch diese sind im häuslichen Umfeld leicht umzusetzen. Der CO2-Kontakt führt zu einer peripheren Stimulation des Gewebes mit Gefäßerweiterung und verbesserter Hautdurchblutung mit einer milden Kreislaufanregung.

Elektrotherapie

Ein großes therapeutisches Spektrum umfasst die Elektrotherapie. Bei Neuralgien kommen hier neben 2- und 4-Zellenbädern gerade auch die transkutane elektrische Nervenstimulation, die sogenannte TENS-Behandlung in Betracht. Diese kann im Rahmen des stationären Aufenthalts auf ihre individuelle Wirksamkeit und Verträglichkeit getestet werden und bei Erfolg dann auch für den häuslichen Gebrauch rezeptiert werden. Die Applikation des Stromreizes mittels sogenannter Stimulationshandschuhe und/oder -socken hat sich v. a. bei der Polyneuropathie der Hände und Füße sehr bewährt.

Ätherische Öle

Zur äußeren Anwendung können ätherische Öle kommen, die auch zur Langzeittherapie geeignet sind. In Frage kommen dabei ganz verschiedene Öle, wie z.B. Fichtennadel-, Kiefernadel-, Minz-, Pfefferminz-, oder Rosmarinöl. Die ätherischen Öle wirken über eine Anregung der Kälterezeptoren der Haut kühlend. Somit wird die Schmerzweiterleitung vermindert, was wiederum zu dem lokal anästhesierenden Effekt führt. In höheren Konzentrationen wirken sie aber eher reizend und hyperämisierend. Ätherische Öle stehen in alkoholischen oder wässrig-alkoholischen Lösungen für Umschläge, für Einreibungen oder auch als Salbenzubereitungen zur Verfügung. Probatorisch können bei PNP der Füße auch abendliche warme Lavendel-Fußbäder (beruhigend, entspannend) oder morgendliche Rosmarin-Fußbäder (anregend, vitalisierend) versucht werden, ebenso kommen Lehmpackungen und Heilerde-Auflagen in Frage.

Johanniskrautöl (Rotöl, Hypericum)

Eine besondere Stellung im KfN hat das Johanniskrautöl (Rotöl, Hypericum). Mit seinem traditionell starken Bezug zu Nervenerkrankungen applizieren wir warme Johanniskrautölauflagen (einmal täglich für ca 20 Minuten), diese können auch gut im Gesichtsbereich aufgelegt werden, z.B. bei Trigeminusneuralgie oder atypischem Gesichtsschmerz.

Capsaicin

Längst etabliert in der Behandlung von Neuralgien ist der Wirkstoff Capsaicin aus Cayennepfefferfrüchten (=Spanischer Pfeffer bzw. Roter Pfeffer). Es handelt es sich um einen antiphlogistisch wirkenden Hautreizstoff, der von der EU-Arzneimittelkommission zur Behandlung von peripheren neuropathischen Schmerzen als Monopräparat oder in Kombination mit anderen Arzneistoffen zugelassen ist. Bei Patienten, die an Diabetes mellitus leiden, fehlt zwar die offizielle Zulassung, was aber nur an der mangelhaften Studienlage liegt, ein leider noch zu häufiges Problem der Komplementärmedizin. Capsaicin wirkt lokal hyperämisierend und analgetisch, antiphlogistisch, cortisonähnlich und juckreizlindernd. Es besteht ein sog. Counter-irritant-Effekt, d. h. es kommt durch die Reizung zu einer fast vollständigen Ausschüttung von Substanz P, dann zu einer Hemmung des Transports und der Neusynthese von Substanz P, sodass die Schmerzleitung der Nerven quasi unterbrochen wird i. S. einer Desensibilisierung der Nozizeptoren. Eine langfristige niedrigdosierte oder auch eine kurzfristig hochdosierte Behandlung mit Capsaicin führt zu einem sogar histologisch nachweisbaren „Rückzug“ (neurotoxische Wirkung) der für die Schmerzwahrnehmung verantwortlichen Nozizeptoren. Hierdurch wird der langfristige schmerzlindernde Effekt erklärt. Der Wirkstoff kann in Form von Salben oder Wärmepflastern aufgetragen werden, Vorsicht ist allerdings geboten bei bekannten Allergien gegen Paprika oder Cayennepfeffer. Bei Dosierungen über 0,075 % Capsaicin sowie bei Pflastern und Okklusivverbänden sollte eine Anwendungsdauer von zwei Tagen nicht überschritten werden, da es sonst theoretisch sogar zu irreversiblen Schädigungen sensibler Nerven kommen könnte. Bei Salben oder Cremes mit einem Capsaicingehalt von nicht über 0,075 %, die max. zwei- bis dreimal tägl. auf die Haut aufgetragen werden, ist diese Nebenwirkung nicht zu erwarten. Es liegen u.a. positive Studienergebnisse für Post-Zoster-Neuralgie und sogar auch für diabetische Polyneuropathie vor. Wichtig ist, die Patienten auf ein mögliches, deutliches anfängliches Hautbrennen und Dysästhesien als Nebenwirkung aufmerksam zu machen.

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Weiße Senfsamen

Ähnlich wie Capsaicin wirken auch weiße Senfsamen, diese können als Breiumschlag appliziert werden, d. h. drei bis vier Esslöffel Senfmehl mit warmem Wasser zu einer breiartigen Konsistenz verrühren und dann als Umschläge 10-15 Min. auf der Haut belassen mit einer max. Anwendungshäufigkeit von zwei bis viermal täglich. Die Anwendungsdauer sollte aber nicht länger als zwei Wochen betragen, da Benzylsenföle zu Reizungen des Nierenepithels führen können und Haut- und Nervenreizungen hervorrufen können. Bei Nierenerkrankungen ist die Anwendung sogar kontraindiziert.

Orthomolekulare Medizin

Die Neuropathie ist ferner eine Domäne der orthomolekularen Medizin. Im KfN verordnen wir bei dieser Indikation in der Regel hochdosierte neurotrope B Vitamine (B1, B2, B6, B12 und Nicotinamid) über einen Zeitraum von ca. drei Monaten. Hierbei geht es nicht darum, etwaige Mangelzustände auszugleichen, sondern durch die passagere Einnahme von hohen Dosierungen therapeutische Effekte zu erzielen. Als neurotropes Antioxidans spielt auch Vitamin E eine wichtige Rolle in der Behandlung von Neuropathien, hier können 100-300 mg/Tag bedenkenlos auch längerfristig, d. h. über Monate, nebenwirkungsfrei substituiert werden. Bei Vitamin C wiederum ist eine Überdosierung kaum möglich, wir empfehlen therapeutisch die Einnahme von ein bis zwei Gramm pro Tag. Vitamin C ist nur für den Menschen und andere Primaten, Meerschweinchen sowie einige Vogel- und Fischarten ein essenzieller Nährstoff. Alle anderen Lebewesen können Vitamin C selbst synthetisieren und steigern die körpereigene Vitamin C Produktion bei Stress oder Krankheit um ein Mehrfaches, sodass eine hochdosierte Vitamin C Substitution beim Menschen in Krankheits- oder Stresssituationen durchaus als sinnvoll erscheint. Ein weiteres bewährtes Antioxidans bei Neuropathien stellt die Alpha-Liponsäure dar, die man durchaus zunächst ein bis zwei Wochen intravenös 600mg pro Tag geben kann, dann dauerhaft täglich 600 mg oral. Die Wirksamkeit der Alpha-Liponsäure bei diabetischer Polyneuropathie ist bereits durch Studien belegt. Wegen ihrer neuroregenerativen Wirkung ist auch auf eine erhöhte Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren zu achten. Die Zieldosis liegt dabei bei etwa zwei bis drei Gramm pro Tag. Dies kann aber leicht mit dem Verzehr von etwa zwei Esslöffel Leinöl pro Tag erreicht werden, z.B. eingearbeitet in das Frühstücksmüsli. Ferner sollte der Selenspiegel in den hochnormalen Bereich angehoben werden. Selen hat allerdings eine relativ geringe therapeutische Breite, ab einer Zufuhr von mehr als 1000 µg täglich über mehrere Monate kommt es zu Überdosierungen mit Kopfschmerzen, Haarausfall, Magen-Darm-Problemen und knoblauchartiger Atemluft. Therapeutisch sollten 50-300 µg täglich substituiert werden, idealerweise jeweils orientiert am individuellen Selenspiegel.

Moderate Ganzkörperhyperthermie (mGKHT)

Probatorisch kann bei Neuropathien auch die moderate Ganzkörperhyperthermie (mGKHT) zum Einsatz kommen. Hierbei handelt es sich um einen der stärksten naturheilkundlichen Reize überhaupt. Über die passagere Erhöhung der Körperkerntemperatur in den Fieberbereich bis max. 40,5 °C kommt es zu einer starken Stoffwechselsteigerung, sodass regenerative und regulative Prozesse angestoßen werden. Die mGKHT wirkt erwiesenermaßen u.a. schmerzlindernd, tiefgreifend entspannend auf die Muskulatur, vegetativ ausgleichend und mild antidepressiv.

Segmentale Therapie mit Schröpfen oder Blutegeln

Bei Polyneuropathien der unteren Extremitäten kann durchaus eine segmentale Therapie mit Schröpfen oder Blutegeln im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule erwogen werden. Bei Post-Zoster-Neuralgie im thorakalen Bereich hat sich die frühe Blutegeltherapie als gut wirksam erwiesen. Neuraltherapeutisch kann an einen Einsatz der Neuraltherapie als Segmenttherapie v. a.

Homöopathie: Ein Überblick

Die Homöopathie ist ein alternatives medizinisches System, das auf dem Prinzip "Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden" basiert. Das bedeutet, dass eine Substanz, die bei einem gesunden Menschen bestimmte Symptome hervorruft, bei einem kranken Menschen mit ähnlichen Symptomen zur Heilung eingesetzt werden kann.

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Grundlagen der Homöopathie

Die Homöopathie geht davon aus, dass der Körper über Selbstheilungskräfte verfügt. Homöopathische Mittel sollen diese Kräfte anregen und den Körper bei der Heilung unterstützen. Die Mittel werden in stark verdünnter Form verabreicht, wobei die Verdünnung als Potenzierung bezeichnet wird.

Chamomilla in der Homöopathie

Chamomilla, auch als Echte Kamille bekannt, ist ein häufig verwendetes homöopathisches Mittel. Es wird traditionell bei einer Vielzahl von Beschwerden eingesetzt, insbesondere bei solchen, die mit Reizbarkeit, Schmerzempfindlichkeit und Entzündungen einhergehen.

Chamomilla-Patienten

Der typische Chamomilla-Patient ist überempfindlich gegen Schmerz und reagiert gereizt auf seine Umgebung. Oftmals machen diese Patienten andere Menschen für ihr Leiden verantwortlich. Eine weitere Eigenschaft ist Launenhaftigkeit: Der Patient verlangt etwas, und wenn er es bekommt, will er es nicht mehr. Kinder wollen nicht angesprochen oder berührt werden und schreien ständig, selbst im Schlaf. Herumgetragen oder geschaukelt werden lindert etwas. Oft gehen Taubheitsgefühle mit den Schmerzen einher. Durch Aufstoßen verstärken sich die Schmerzen. Ursachen für einen Chamomilla-Zustand können Zahnung, Ärger, Wut, kalter Wind oder Aufregung sein.

Leitsymptome von Chamomilla

Einige der wichtigsten Symptome, die auf die Anwendung von Chamomilla hinweisen, sind:

  • Extreme Reizbarkeit und Ungeduld
  • Überempfindlichkeit gegen Schmerzen
  • Zahnschmerzen, besonders bei Kindern
  • Ohrenschmerzen, die durch kalte Luft verschlimmert werden
  • Koliken und Blähungen
  • Menstruationsbeschwerden

Chamomilla bei Trigeminusneuralgie

Chamomilla kann bei Trigeminusneuralgie in Betracht gezogen werden, wenn die Schmerzen von Reizbarkeit, Überempfindlichkeit und dem Gefühl begleitet sind, dass die Schmerzen unerträglich sind. Die Schmerzen können stechend, reißend oder bohrend sein und sich nachts verschlimmern. Oftmals tritt die Trigeminusneuralgie nach Ärger auf.

Weitere homöopathische Mittel bei Neuralgien

Neben Chamomilla gibt es noch weitere homöopathische Mittel, die bei Neuralgien eingesetzt werden können. Die Wahl des geeigneten Mittels hängt von den individuellen Symptomen des Patienten ab.

Belladonna

Belladonna ist ein wichtiges Mittel bei plötzlich auftretenden, heftigen Schmerzen, die von Rötung, Hitze und Schwellung begleitet sind. Die Schmerzen können pulsierend oder klopfend sein. Belladonna gehört zu den halluzinogenen Drogen: besonders im Fieber können Phantasien und Wahnvorstellungen auftreten, die oft voller Ängste sind: vor Wölfen, Ungeheuern, Gespenstern.

Cedron

Cedron ist ein Mittel, das bei Neuralgien mit periodischem Auftreten eingesetzt wird. Die Schmerzen treten oft zur gleichen Tageszeit auf und können von Taubheitsgefühlen begleitet sein. Das charakteristischste Merkmal von Cedron ist eine Periodizität der Fieberzustände und verschiedene neuralgische Beschwerden. Fast alle Beschwerden wiederholen sich exakt zur selben Stunde. Beschwerden treten überwiegend nachts, morgens oder im Freien auf. In den Fieberanfällen wechseln sich Hitze und Frösteln ab.

Arsenicum album

Arsenicum album wird bei brennenden Schmerzen eingesetzt, die von Unruhe und Angst begleitet sind. Die Schmerzen können sich nachts verschlimmern. Arsen hat wie Cedron eine ausgeprägte Periodizität. Auch hier treten Beschwerden häufig zur gleichen Zeit auf. Im Gegensatz zu Cedron, das für Periodizität das Hauptmittel darstellt, können Arsensymptome auch periodisch in längerem Zeitraum auftreten, beispielsweise wöchentlich oder immer im Frühjahr. Auch bei Arsen besteht eine ausgeprägte Mattigkeit, kombiniert mit Unruhe und eine Verschlechterung der Beschwerden nachts. Im Unterschied zu Cedron haben Arsen-Kranke allerdings eine auffallende Todesangst. Außerdem fällt bei Arsen eine große Genauigkeit in Alltagsdingen auf. Auch der große Durst beeindruckt. Der Patient kann allerdings nur in kleinen Schlucken trinken.

Die Bedeutung der Anamnese in der Homöopathie

In der Homöopathie ist eine ausführliche Anamnese von großer Bedeutung. Der Homöopath erfasst nicht nur die körperlichen Symptome, sondern auch dieGemütssymptome und die Lebensumstände des Patienten. Auf Grundlage dieser Informationen wählt er das passende homöopathische Mittel aus.

Selbstbehandlung vs. Behandlung durch einen Homöopathen

Bei leichten Beschwerden kann eine Selbstbehandlung mit homöopathischen Mitteln versucht werden. Bei chronischen oder schweren Erkrankungen ist es jedoch ratsam, einen erfahrenen Homöopathen aufzusuchen.

Die Rolle der Ernährung und des Lebensstils

Eine gesunde Ernährung und ein ausgewogener Lebensstil können die Wirkung homöopathischer Mittel unterstützen. Es ist wichtig, auf eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen zu achten und Stress zu vermeiden.

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