Entfernung von Kleinhirntumoren: Risiken, Verfahren und ganzheitliche Betreuung

Die Diagnose eines Hirntumors, insbesondere im Kleinhirn, ist für Betroffene und ihre Familien oft ein Schock. Glücklicherweise sind viele dieser Tumoren behandelbar, und die moderne Medizin bietet verschiedene Optionen zur Verkleinerung, Wachstumskontrolle oder vollständigen Entfernung. Dieser Artikel beleuchtet die Risiken, die mit der Operation zur Entfernung von Kleinhirntumoren verbunden sind, sowie die verfügbaren Verfahren und die Bedeutung einer umfassenden Betreuung.

Das Kleinhirn und seine Funktion

Das Kleinhirn, lateinisch Cerebellum, ist ein wichtiger Teil des Gehirns, der sich in der hinteren Schädelgrube befindet. Es spielt eine entscheidende Rolle bei:

  • Koordination von Muskelbewegungen: Das Kleinhirn sorgt für das reibungslose Zusammenspiel verschiedener Muskeln, die für komplexe Bewegungen notwendig sind.
  • Feinabstimmung von Bewegungsabläufen: Es ermöglicht uns, Bewegungen präzise und kontrolliert auszuführen.
  • Regulierung der Muskelspannung: Das Kleinhirn trägt dazu bei, die Muskelspannung aufrechtzuerhalten und somit die Körperhaltung zu stabilisieren.

Das Kleinhirn grenzt an die Brücke (Pons), einen Teil des Hirnstamms, von dem wichtige Hirnnerven ausgehen. Diese Nerven sind unter anderem für Gesichtsbewegungen, Hören, Gleichgewicht und Augenbewegungen verantwortlich. Die Nähe des Kleinhirns zu diesen Strukturen macht Operationen in diesem Bereich besonders anspruchsvoll.

Ursachen und Symptome von Kleinhirntumoren

Meningeome sind überwiegend gutartige Hirntumoren. Zunehmend werden kleine Tumoren in der Bildgebung zufällig entdeckt. Die Therapieentscheidung kann dann eine Herausforderung für Betroffene und ihre Ärzte sein. Meningeome werden heute oft zufällig entdeckt. Häufig treten Meningeome zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr auf. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer. Meningeome treten meist im Schädel (intrakraniell) auf, selten aber auch im Bereich der Wirbelsäule (spinal).

Symptome: Machen Meningeome Beschwerden, können diese oft zunächst unspezifisch sein. Typisch sind Kopfschmerzen oder epileptische Anfälle. Weitere neurologische Defizite sind vor allem von der Lage des Meningeoms abhängig. Die Symptome eines Meningeoms hängen davon ab, wo der Tumor entstanden ist und welche Regionen des Gehirns er in Mitleidenschaft zieht. Mittellinientumoren können bei älteren Patienten zudem eine Demenz mit wenigen anderen fokalen neurologischen Defiziten verursachen. In der Schwangerschaft kann das Wachstum der Meningeome beschleunigt verlaufen. Die meisten Meningeome entstehen ohne spezielle Ursache. Am häufigsten sind genetische Veränderungen bestimmter Tumorsuppressorproteine verantwortlich. Diese Proteine sind dafür zuständig, die Wahrscheinlichkeit zu senken, dass sich aus einer Zelle eine Tumorzelle entwickelt.

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Diagnostik von Kleinhirntumoren

Goldstandard für die Diagnostik ist die MRT. Bei eindeutigen Hinweisen auf einen gutartigen Tumor kann auf eine Biopsie verzichtet werden. Um Veränderungen im Gewebe zu beurteilen, können Neurochirurginnen und -chirurgen Ultraschall-, CT-, MRT- und PET-Bilder miteinander kombinieren. Wenn sie die Aufnahmen übereinanderlegen, sehen sie, wo der Tumor genau liegt, wie aggressiv er ist, wie schnell oder langsam er wächst und wo Proben genommen werden sollten. Auch bewegungs- und sprachrelevante Areale und Faserbahnen können sich die Ärztinnen und Ärzte in der OP-Planung vorab farbig kennzeichnen. So finden sie immer den kürzesten und sichersten Weg zum Tumor. Während eines Eingriffs blendet das OP-Team dann millimetergenaue Markierungen über dem Operationsfeld ein und kennzeichnet mit dieser Neuronavigation, wo die Schnittlinien verlaufen sollen. „Zusätzlich haben wir in Erlangen den Vorteil, dass wir MRT- und Ultraschallaufnahmen unmittelbar während eines Eingriffs erstellen können“, erläutert Prof. Schnell. „Wir erfahren also in Echtzeit, ob es noch Tumorreste gibt, die wir entfernen müssen.“

Operationsplanung und moderne Techniken

Ziel der offenen Operation ist eine möglichst vollständige Tumorentfernung, ohne neurologische Funktionen zu beeinträchtigen. Um dieses Ziel zu erreichen werden heutzutage zahlreiche Techniken eingesetzt. In Vollnarkose (gelegentlich auch in örtlicher Betäubung, wenn es sich um eine Operation in der Nähe des Sprachzentrums handelt) wird der Kopf entsprechend der Lage des Tumors gelagert und in einer Drei-Punkt-Kopfklemme fixiert. Nach einem geraden oder bogenförmigen Hautschnitt wird der Knochendeckel meistens mit dem Hochdruckbohrsystem ausgesägt. Mit der Navigationsführung wird der Tumor grob angepeilt. Dieser wird unter mikrochirurgischen Bedingungen entfernt. Als Hilfsinstrument wird bei größeren Tumoren gerne der Ultraschallsauger verwendet.

Fluoreszenzgestützte Resektion

Bei der fluoreszenzgestützten Resektion erhält der Patient Stunden vor der Operation ein Medikament, welches während der Operation manche Tumore anhand seiner Fluoreszenz unter Blaulicht besser sichtbar werden lässt. Prof. Schnell erklärt: Die 5-ALA-Fluoreszenz-Mikroskopie lässt den Tumor rot-violett leuchten und hebt ihn von gesundem Gewebe ab. Eine Methode, die der neue Klinikdirektor in Erlangen eingeführt hat, ist die 5-ALA-Fluoreszenz-Mikroskopie. Ein vor dem Eingriff getrunkenes Medikament reichert sich dabei in Krebszellen an und lässt sie unter dem OP-Mikroskop rot-violett leuchten. So sind sie besser sichtbar und von gesundem Gewebe gut zu unterscheiden.

Intraoperatives Neuromonitoring

Das Ausmaß der Tumorentfernung hängt von den benachbarten funktionellen Arealen ab, die nicht beschädigt werden sollen. Bei Operationen in der Nähe der wichtigen funktionellen Zentren wird ein intraoperatives neurophysiologisches Monitoring durchgeführt, in dem die Funktion der sensiblen und motorischen Bahnen sowie auch der Hörbahn und anderer Hirnnerven wie die für Gesicht-, Zungen-, Schultermuskulatur etc. während der Operation überwacht werden. Mittels Neuromonitoring überwacht das OP-Team wichtige Nervenfunktionen. „Es gibt beispielsweise einen Sauger, mit dem wir den zerkleinerten Tumor herausholen. Das Gerät warnt uns per Audiosignal davor, weiter ins Gewebe vorzudringen, wenn direkt daneben ein Funktionsareal liegt. So schützen wir den Patienten vor Funktionseinschränkungen - etwa vor einem Sprachverlust oder einer Halbseitenlähmung“, beschreibt Prof. Schnell.

Digitale Histologie

Manchmal wird auch ein Stück verdächtiges Hirngewebe entnommen, um es genauer zu untersuchen. Diese Histologie geschieht normalerweise in der Neuropathologie: Hier wird die Probe in Paraffin gebettet, mikrometerdünn geschnitten, auf einen gläsernen Objektträger aufgebracht, eingefärbt und unter dem Mikroskop beurteilt. Bis das Ergebnis dieses Schnellschnitts im OP ankommt, vergehen mindestens 20 Minuten. Die Alternative: „Mit einem Laser machen wir aus der Probe noch im OP eine digitale Histologie. Die Art, wie das Laserlicht mit den Molekülen im Gewebe interagiert, verrät nämlich etwas über dessen Zusammensetzung. Diese Methode dauert nur fünf Minuten“, sagt Prof. Schnell. „Studien haben gezeigt, dass beide Histologieverfahren - das klassische und das digitale - hohe Übereinstimmungen haben. Wir wollen die neue Variante deshalb intensiver diagnostisch nutzen.“

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Stereotaktische Technik

Sofern keine offene Operation geplant ist, kann eine Probeentnahme zur feingeweblichen Untersuchung computergesteuert mit einer stereotaktischen Technik erfolgen. Stereotaxie ist ein griechisches Wort: „Definieren eines Punktes im dreidimensionalen Raum mittels mathematischer Prinzipien“. Man führt die stereotaktische Probeentnahme in der Mehrzahl der Fälle mit Rahmen durch, die vorübergehend am Kopf befestigt werden. Rahmenlos wird die Probeentnahme mit einer Neuronavigation durchgeführt. Diese arbeitet mit stereotaktischem Arm oder Magnetfeldern oder Ultraschallimpulsen oder Infrarotstrahlen mit passiver oder aktiver Markertechnologie. Der Unterschied zwischen Neuronavigation und konventioneller stereotaktischer Technik besteht darin, dass der Operateur während des Eingriffs die Lokalisation seiner Instrumente dadurch überprüfen kann, dass die entsprechende CT- oder MRT-Schicht auf dem Bildschirm des Computers dargestellt wird. Mit der Neuronavigation können verschiedene Zielpunkte sowie Volumina des zu entfernenden Tumors berechnet werden.

Kraniotomie

Eine Kraniotomie ist die chirurgische Eröffnung des Schädels, um Zugang zum Gehirn zu erhalten, und wird bei verschiedenen Erkrankungen wie Hirntumoren oder Hirnblutungen durchgeführt. Es gibt zwei Verfahren im Umgang mit dem Knochendeckel: die osteoplastische Kraniotomie und das osteoklastische Vorgehen (Kraniektomie).

Mögliche Risiken und Komplikationen

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff birgt auch die Operation zur Entfernung von Kleinhirntumoren bestimmte Risiken. Zu den allgemeinen Risiken gehören:

  • Blutungen und Hämatome: Blutungen während oder nach der Operation können zu Hämatomen (Blutergüssen) führen, die möglicherweise eine operative Entlastung erfordern.
  • Thrombosen oder Embolien: Die Bildung von Blutgerinnseln in den Venen (Thrombosen) oder das Verschleppen von Blutgerinnseln in die Lunge (Embolien) sind seltene, aber schwerwiegende Komplikationen.
  • Infektionen: Infektionen im Bereich der Operationswunde oder des Gehirns können auftreten und eine antibiotische Behandlung oder sogar eine erneute Operation erforderlich machen.
  • Wundheilungsstörungen: In seltenen Fällen kann es zu Problemen bei der Wundheilung kommen.
  • Narbenbildung: Ästhetisch unbefriedigende Narben können entstehen.
  • Narkosekomplikationen: Wie bei jeder Narkose können Komplikationen auftreten.

Spezifische Risiken, die mit Operationen im Bereich des Kleinhirns verbunden sind, umfassen:

  • Verletzung von gesundem Hirngewebe: Die Operation kann unbeabsichtigt gesundes Hirngewebe schädigen, was zu neurologischen Ausfällen führen kann.
  • Epileptische Anfälle: Epileptische Anfälle können während oder nach der Operation auftreten.
  • Liquorfistel: Austritt von Hirnflüssigkeit (Liquor) aus der Operationswunde.
  • Gedächtnisstörungen: Die Operation kann das Gedächtnis beeinträchtigen.
  • Koordinations- oder Gleichgewichtsstörungen: Da das Kleinhirn für die Koordination und das Gleichgewicht zuständig ist, können Schädigungen in diesem Bereich zu entsprechenden Störungen führen.
  • Lähmungen: In seltenen Fällen kann es zu Lähmungen kommen.
  • Sprachstörungen: Sprachstörungen wie Aphasie (Sprachverlust) oder Dysarthrie (undeutliche Sprache) können auftreten, insbesondere wenn die Operation in der Nähe von Sprachzentren durchgeführt wird.
  • Pneumocephalus: Ansammlung von Luft in der Schädelhöhle.
  • Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma: In sehr seltenen Fällen kann es zu Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma kommen.

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jeder Patient von diesen Komplikationen betroffen ist. Die individuellen Risiken hängen von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Art und Lage des Tumors, der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten und die Erfahrung des Operationsteams.

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Postoperative Behandlung und Rehabilitation

Nach der Operation wird der Patient in der neurochirurgischen Überwachungsstation verlegt, wo er aufwacht. Normalerweise erfolgt eine MR- oder CT-Kontrolle am nächsten Tag oder spätestens 48 Stunden nach der Operation, um das Ergebnis der Operation festzustellen. Der Patient geht am 1. Tag nach der Operation bei komplikationslosem Verlauf auf die Allgemeinstation zurück und kann mit Unterstützung der Physiotherapie schrittweise mobilisiert werden, sodass der Patient nach etwa 7 bis 10 Tagen die Klinik wieder verlassen kann (nach Hause, Heimatkrankenhaus, Rehaklinik etc.). Eine Cortisongabe für 3 bis 7 Tage nach der Operation wird allgemein durchgeführt, die Reduktion erfolgt schrittweise in Abhängigkeit von dem klinischen und radiologischen Befund. In Abhängigkeit von dem feingeweblichen Untersuchungsergebnis wird eine zusätzliche Therapie, z.B. Strahlen- und Chemotherapie, angeschlossen. Die klinische und MRT-Kontrolle erfolgt ca. 4 Wochen nach Abschluss der Strahlentherapie, danach je nach Tumor alle 2-3 Monate.

Rehabilitation

Die oben genannten Spätfolgen können dazu führen, dass die Entwicklung sowie die Alltagsteilhabe‎ und Alltagsaktivität‎ der Betroffenen eingeschränkt sind. allgemeine Langsamkeit und Ungeschicklichkeit bei Routinehandlungen im Alltag (An- und Ausziehen, Waschen, Spielen, Malen, Schreiben, Essen und Trinken, ggf.

AHB (Anschlussheilbehandlung)

Ich wollte wegen der Kinder auch nicht die AHB machen, die mir der Neurochirurg angeboten hatte. Aber mein Vati sagte: "Natürlich fährst Du!" Ich habe das nie bereut und seitdem immer auf einer AHB bestanden, nachdem ich operiert bzw. operiert und nachbestrahlt wurde. Es ist natürlich so, dass dort viele Patienten herum-"laufen", die viel kränker sind. Aber ob einen das herunterzieht oder ob man sieht, dass es andere gibt, denen es anders schlecht geht, das entscheidet ja nicht der Neurochirurg, das entscheidet man selbst. Und gerade, wenn es einem einigermaßen gut geht, braucht man nicht so spezielle Therapien, wo man enttäuscht sein könnte, wenn sie vielleicht nichts bringen. Wenn man spezielle Therapien braucht, dann bekommt man sie so als Anfang mit Tipps und Hilfen und Adressen für zuhause. Ich habe vor allem auch die "Reserviertheit" vor der Psychotherapie verloren, denn ich wäre - und das betrifft immer noch viele - nie zu einem Psychotherapeuten gegangen, weil ich ja nicht "irre" war. Ich bin seitdem davon überzeugt, wie wichtig eine psychische Begleitung für viele Hirntumorpatienten ist. Nach und nach wurde das auch von den Ärzten erkannt. Vor allem aber ist man in der Rehaklinik raus aus dem Alltag und hat Zeit für sich. Denn die Psyche muss eine OP am Gehirn ganz anders verarbeiten, als die orthopädischen Patienten, die wieder laufen lernen - und sie lernen wieder laufen! Die Psyche braucht Ruhe, braucht Zuwendung, braucht auch mal Gespräche mit völlig fremden Ärzten, Physio-, Ergo-, Sport-, Musik-, Psychotherapeuten, die einem alle zugewandt sind, denn dafür sind sie da. Und auch bei den Patienten findet man welche, mit denen man reden kann, wenn man will. Und wenn man nicht will, dann eben nicht.

Psychosoziale Unterstützung

Wichtige Eckpunkte bei der Betreuung von Menschen mit einem inzidentellen Meningeom: Betroffene sollten initial bei einem in der Behandlung von Hirntumoren erfahrenen Team vorstellig werden. International wird ein konservatives Vorgehen bei kleinen Tumoren in unkritischer Lage bevorzugt. Erste Verlaufskontrollen sind nach Expertenmeinung eher engmaschig zu planen (nach 6 bis 12 Monaten). Weitere Termine werden dann individuell vereinbart. In der hausärztlichen Begleitung spielen neben rein medizinischen Fragen auch psychosoziale Themen eine wichtige Rolle. Für letztere können beispielsweise auch Krebsberatungsstellen Ansprechpartner sein.

Die Rolle der Neuroonkologie und interdisziplinären Teams

Die Neuroonkologie, also die Diagnostik und Behandlung von Hirn- und Rückenmarkstumoren, ist der klinische und wissenschaftliche Schwerpunkt von Klinikdirektor Prof. Schnell. „Am Uniklinikum Erlangen operieren wir Tumoren im Gehirn, an der Hirnanhangdrüse und am Schädelknochen, aber auch Hirnmetastasen, die von einem anderen Organ ausgehen“, sagt er. Am Uniklinikum Erlangen gibt es für sie eine eigene Tumorkonferenz mit Kinderspezialistinnen und -spezialisten. „Erfreulicherweise können wir bei Kindern einige Tumoren operativ heilen“, sagt Prof. Schnell. „Kinder haben außerdem ein unglaubliches Erholungspotenzial. Sie stecken Dinge anders weg als Erwachsene und können Funktionen teilweise neu erlernen.“

An einem Neuroonkologischen Zentrum wie dem Uniklinikum Erlangen gibt es ein interdisziplinäres Team mit viel Erfahrung, das im Tumorboard die beste Entscheidung im Sinne einer Patientin bzw. eines Patienten trifft.

Meningeome

Hirn und Rückenmark sind von drei schützenden Membranen - also Hirnhäuten - umgeben, den sogenannten Meningen. In 90 % der Fälle handelt es sich um langsam wachsende Tumoren, die gutartig sind. Sie können eine beträchtliche Größe erreichen, bevor Symptome auftreten. Es gibt jedoch auch seltene aggressive Meningeom-Untergruppen, die eine sehr hohe Rezidivrate und rasches Wachstum zeigen. Meningeome entstehen überall, wo Hirnhäute vorkommen. Meningeome unterscheiden sich also insbesondere durch ihre Lokalisation. der vorderen und mittleren Schädelgrube (u. a. der hinteren Schädelgrube (u. a. Meningeome werden - wie alle Hirntumoren - auf ihre individuellen Eigenschaften untersucht und dann klassifiziert. Mit 35 % zählen Meningeome zu den häufigsten Tumoren des zentralen Nervensystems (ZNS). Sie treten vermehrt ab dem 50. Lebensjahr auf. Jährlich erkranken etwa 6 von 100.000 Einwohnern. Die meisten Meningeome wachsen sehr langsam und das umgebende Gewebe passt sich gut an. Deshalb können sie relativ groß werden, bevor Meningeome Symptome verursachen. Zufällig entdeckte Meningeome rufen oft keine Symptome hervor.

Da es sich in über 90% um eine gutartige Tumorerkrankung handelt, kann sie durch eine Operation geheilt werden. Für Meningeome Grad I, die nicht vollständig entfernt werden konnten, empfehlen Experten ebenfalls Kontroll-MRT-Aufnahmen. Es gibt jedoch auch sehr seltene aggressive Meningeom-Untergruppen (WHO Grad III). Zudem können auch langsam-wachsende Meningeome (WHO Grad I oder II) schwierig zu behandeln sein. Etwa durch eine schwer erreichbare Lokalisation oder durch die unmittelbare Nähe zu Nerven- und Gefäßstrukturen.

Risikofaktoren für Meningeome

Ein bekannter Risikofaktor für die Entstehung eines Meningeoms ist eine vorangegangene Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich. Die Tumoren können Jahrzehnte nach einer Bestrahlung auftreten. Auch seltene Krebs-Syndrome wie die Neurofibromatose Typ 2 (NF2) sind mit einem erhöhten Risiko für Meningeome verbunden. Weibliche Geschlechtshormone wie Progesteron (Gestagen) und Östrogen beeinflussen das Wachstum von Meningeomzellen - darauf deuten sowohl wissenschaftliche Daten aus Laborversuchen als auch Fallberichte hin. Klare Hinweise gibt es beispielsweise zum Zusammenhang von hoch dosiertem Cyproteronacetat (CPA) und der Entstehung von Meningeomen. Für andere hormonelle Kontrazeptiva, beziehungsweise eine Hormonersatztherapie, gibt es bislang keine einheitlichen Studienergebnisse. Ein erhöhtes Risiko für Hirntumoren wie das Meningeom durch die Nutzung von Mobilfunkgeräten gilt heute als unwahrscheinlich - das legen auch aktuelle Daten einer großen internationalen Kohortenstudie aus Schweden nahe.

Behandlung von Meningeomen

Therapie: Standardtherapie eines symptomatischen Meningeoms ist die vollständige operative Entfernung des Tumors samt der mitbetroffenen Strukturen wie Hirnhaut oder Schädelknochen. Alternativ kann man Meningeome auch bestrahlen. Der Nachteil: Eine endgültige histologische Untersuchung ist dann nicht möglich. Meist gutartig und langfristig heilbar Die allermeisten Meningeome sind gutartige Tumoren und werden, wenn das Tumorgewebe untersucht wird, histologisch als WHO-Grad-1-Tumoren eingeteilt. Sie wachsen in der Regel sehr langsam, sind scharf begrenzt und sitzen der harten Hirnhaut (Dura mater) breitbasig auf. Sie werden entweder zunächst beobachtet oder aber operiert oder stereotaktisch bestrahlt und haben eine gute Prognose. Die vollständige Entfernung eines gutartigen Meningeoms kommt meist einer Heilung gleich. Aggressiv wachsende Meningeome wie beispielsweise das atypische Meningeom (WHO-Grad 2) oder das anaplastische Meningeom (WHO-Grad 3) sind selten. Sie machen insgesamt weniger als 10 Prozent aller Meningeome aus. Sie haben ein höheres Risiko, nach Entfernung erneut zu wachsen. Neben einer Operation können dann auch eine adjuvante Strahlentherapie und gegebenenfalls eine Chemotherapie oder zielgerichtete Medikamente infrage kommen.

Weitere Therapiemöglichkeiten

Die wichtigsten Aspekte bei der Wahl der Therapie von Hirntumoren sind die Effizienz und die Risiken der Therapie sowie das biologische Verhalten des Tumors selbst. Die chirurgische Therapie infiltrativ wachsender Gliomen ist nur ein Teil der Therapie und kann den Tumor in der Regel nicht heilen. Deshalb wird immer zuerst die Art der notwendigen chirurgischen Therapie geklärt. Hierbei kann es sich um eine Probeentnahme, eine Teil- oder Subtotal- oder gar Totalentfernung des Tumors handeln. Beim Auftreten einer Abflussstörung des Nervenwassers durch den Tumor kann ein Nervenwasseraufstau (Hydrocephalus) auftreten, der eine Nervenwasserableitungsoperation (Shunt-, Ventiloperation) notwendig machen kann.

Drei verschiedene Therapiemöglichkeiten können alleine oder auch in Kombination zum Einsatz kommen:

  • Operation: Im Idealfall kann der Gehirntumor vollständig operativ entfernt werden, ohne Tumorzellen zurückzulassen. Häufig gelingt es jedoch nur, einen Grossteil des Tumors zu entfernen. In manchen Fällen, z.B. bei schlechtem Allgemeinzustand des Patienten oder ungünstiger Tumorlage, kann auch nur die Entnahme einer kleinen Gewebeprobe (Biopsie) zur Diagnosesicherung möglich sein.
  • Operation mit anschließender Strahlentherapie mit/ohne Chemotherapie: Da in den allermeisten Fällen keine vollständige Entfernung der Tumorzellen möglich ist und durch eine ausgedehnte Operation lebenswichtige Strukturen des Gehirns verletzt werden würden, ist eine Nachbehandlung mittels Strahlentherapie und/oder Chemotherapie angeraten. Auch bei vollständiger Tumorentfernung ist in Abhängigkeit vom WHO-Grad des Tumors eine Nachbehandlung sinnvoll
  • Strahlentherapie als Ersttherapie: Eine Strahlentherapie als Ersttherapie wird insbesondere dann eingesetzt, wenn der Tumor an einer besonders kritischen Stelle im Gehirn liegt und deswegen nur eine Biopsieentnahme und keine Operation möglich ist. Die Anzahl der Bestrahlungssitzungen und die Bestrahlungsintensität sind abhängig vom Gewebetyp. Während der Strahlentherapie können Nebenwirkungen wie Kopfdruck, Kopfschmerzen, Übelkeit, Haarausfall und ggf. Müdigkeit auftreten. Die meisten Nebenwirkungen können jedoch häufig durch den Einsatz von verschiedenen Medikamenten gemildert werden.

Wirkungsweise der Strahlentherapie

Die Strahlentherapie hat, wie auch die Chemotherapie, die Vernichtung der Krebszellen zum Ziel. Durch eine gezielte Strahlenkonzentration sollen die Krebszellen geschädigt, das gesunde Gewebe aber verschont werden. Da bei den Tumoren des Gehirns operativ meist keine komplette Entfernung des Tumors möglich ist, sollen durch eine Bestrahlung im Anschluss an eine operative Tumorentfernung oder Biopsie die restlichen noch verbliebenen Tumorzellen zerstört werden. Somit soll ein erneutes lokales Tumorwachstum bzw. eine weitere Tumorausbreitung mit Wiederauftreten von Beschwerden verhindert werden. Aus diesem Grund erfolgt meist nach der Operation von Gehirntumoren eine Strahlentherapie, die häufig ambulant durchgeführt werden kann. Durch eine Bestrahlung kann das Risiko eines erneuten Tumorwachstums vermindert werden. Auch bei weit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen mit großen Tumoren oder Metastasen kann die Strahlentherapie eingesetzt werden, in diesem Fall insbesondere zur Kontrolle der Beschwerden und zur Schmerzlinderung.

Chemotherapie

Eine Chemotherapie alleine, ohne Operation und Strahlentherapie, zeigt bei den meisten Gehirntumoren eine nur geringe Wirkung. Jedoch kann eine Chemotherapie bei kombiniertem Einsatz mit der Strahlentherapie die Wirkung der Strahlentherapie verbessern. Die Chemotherapie kann nach Ende der Bestrahlung bei nachgewiesener Wirksamkeit fortgesetzt werden, um die bis dahin erreichte Wirkung (Symptomkontrolle, Größenstabilisierung oder Größenreduktion) aufrecht zu erhalten und weiter zu verbessern. Auch bei Einsatz einer Chemotherapie nach einer Strahlentherapie, wenn diese nicht mehr möglich ist, z.B. im Falle eines erneuten Auftretens eines Tumors, kann durch verschiedene Substanzen und durch verschiedene Kombinationen eine Symptomkontrolle ggf. mit Ansprechen des Tumors (Größenstabilisierung oder Größenreduktion) erreicht werden. Seit kurzem stehen zur Chemotherapie von Gehirntumoren neuere gutverträgliche Substanzen zur Verfügung, für die eine Wirksamkeit bei verschiedenen Tumoren des Gehirns gezeigt werden konnte und für andere Tumoren im Weiteren noch gezeigt werden muss. Da aufgrund neuer Erkenntnisse die Wirksamkeit vieler bekannter und neuentwickelter Substanzen in der Therapie der Gehirntumoren untersucht werden, ist es grundsätzlich für Patienten mit einem Gehirntumor ratsam, diese tumorspezifischen Therapien von spezialisierten Ärzten an "Therapiezentren" und falls möglich innerhalb "klinischer Studien" durchführen zu lassen. Ein Teil dieser Therapien kann ambulant durchgeführt werden.

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