Migräne, ständiger Durchfall, Übelkeit nach dem Essen, Bauchschmerzen und Blähungen können verschiedene Ursachen haben. Oftmals liegen die Ursachen in akuten Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, des Stoffwechsels oder des Gehirns. Aber auch psychische Belastung, hormonelle Veränderungen oder neurologische Erkrankungen können dahinterstecken. Die Einnahme von Medikamenten, vorangegangene Narkosen (OP), extremer Alkoholkonsum oder klassischerweise eine Schwangerschaft können, neben anderen Ursachen, Auslöser sein. Es ist wichtig, die Symptome richtig zu deuten und gegebenenfalls ärztlichen Rat einzuholen, um die zugrunde liegende Ursache zu ermitteln und eine geeignete Behandlung zu beginnen.
Der Zusammenhang zwischen Migräne und Magen-Darm-Beschwerden
Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die weit über die typischen Kopfschmerzen hinausgeht. Viele Betroffene leiden zusätzlich unter Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall. Tatsächlich berichten bis zu 80 Prozent der Migränepatientinnen und -patienten über begleitende Magen-Darm-Beschwerden während ihrer Attacken.
Neuere Forschungen legen nahe, dass unser Verdauungssystem und unser Gehirn in ständiger Kommunikation miteinander stehen und sich gegenseitig beeinflussen können. Dieses enge und komplexe Zusammenspiel wird als Darm-Hirn-Achse bezeichnet. Störungen in diesem Kommunikationssystem können sowohl zu Kopf- und Bauchschmerzen führen als auch neurologische Erkrankungen wie Migräne beeinflussen können.
Die Darm-Hirn-Achse: Eine wichtige Verbindung
Gehirn und Verdauungstrakt stehen in ständiger Kommunikation, vor allem über den Nervus vagus. Der Vagusnerv überträgt über Botenstoffe wie Serotonin direkte Signale zwischen Gehirn und Verdauungstrakt. Stress aktiviert das sympathische Nervensystem, den Teil unseres autonomen Nervensystems, der für die Kampf-oder-Flucht-Reaktion verantwortlich ist. All diese Faktoren können sowohl zu Kopfschmerzen als auch zu Verdauungsproblemen führen.
Auch hormonelle Veränderungen spielen eine wichtige Rolle, vor allem bei Frauen. Östrogenschwankungen während des Menstruationszyklus können nicht nur Migräneattacken auslösen, sondern auch die Magen-Darm-Motilität beeinflussen und zu Symptomen wie Blähungen, Verstopfung oder Durchfall führen. Dies erklärt, warum viele Frauen vor oder während ihrer Periode gleichzeitig unter Migräne und Durchfall leiden.
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Entzündungen und Nährstoffmangel als Ursachen
Entzündliche Prozesse im Magen-Darm-Trakt könnten eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Migräne spielen. Chronische Entzündungen im Verdauungstrakt wie Morbus Crohn, Zöliakie oder Infektionen mit Helicobacter pylori können Entzündungsmediatoren freisetzen, die ins Blut gelangen und die Blut-Hirn-Schranke überwinden können.
Ein weiterer Zusammenhang zwischen Magen-Darm-Beschwerden und Kopfschmerzen könnte ein Nährstoffmangel sein. Insbesondere die Vitamine B2 und B12 spielen eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel der Nervenzellen. Omega-3-Fettsäuren haben entzündungshemmende Eigenschaften. Auch das Reizdarmsyndrom (RDS) wird häufig bei Migränepatienten beobachtet. Etwa 30-50% der Migränepatienten leiden gleichzeitig unter RDS-Symptomen.
Bauchmigräne: Wenn der Bauch im Vordergrund steht
Die Bauchmigräne (abdominale Migräne) ist eine spezielle Form der Migräne, bei der die Bauchschmerzen im Vordergrund stehen, während die Kopfschmerzen fehlen oder nur leicht ausgeprägt sein können. Diese Form der Migräne betrifft vor allem Kinder, kann aber auch bei Erwachsenen auftreten. Etwa 4 bis 15 % der Kinder mit wiederkehrenden Bauchschmerzen könnten an dieser Form der Migräne leiden. Die Diagnose wird oft erst spät gestellt, da viele dieser Kinder im Erwachsenenalter eine klassische Migräne entwickeln.
Ursachen für Übelkeit nach dem Essen
Wenn einem regelmäßig nach dem Essen übel wird, fragt man sich vielleicht: Warum eigentlich? Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein - von harmlosen Reaktionen des Magens bis hin zu chronischen Erkrankungen oder Unverträglichkeiten. Grundsätzlich ist Übelkeit nach dem Essen ein Zeichen dafür, dass der Körper mit etwas nicht zurechtkommt, sei es ein bestimmtes Lebensmittel, eine Infektion, Stress oder eine körperliche Störung.
Magen-Darm-bedingte Ursachen
- Reizmagen (funktionelle Dyspepsie): Betroffene verspüren häufig ein Druck- oder Völlegefühl, das mit Übelkeit, Aufstoßen oder Schmerzen einhergeht - ohne dass eine organische Ursache gefunden wird.
- Magenschleimhautentzündung (Gastritis): Entzündungen der Magenschleimhaut führen oft zu Übelkeit, Appetitlosigkeit und Schmerzen im Oberbauch.
- Magen-Darm-Infekte (zum Beispiel Norovirus oder Salmonellen): Viren und Bakterien reizen die Darmschleimhaut und verursachen plötzliche Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
- Unverträglichkeiten und Allergien: Viele Menschen leiden unter Lebensmittelunverträglichkeiten, ohne es zu wissen. Diese führen oft direkt nach dem Essen zu einem flauen Gefühl im Magen, Blähungen oder Übelkeit. Häufige Auslöser sind Laktose, Fruktose, Gluten oder Histamin.
- Überlasteter Magen: Übelkeit ohne Erbrechen kann auftreten, wenn zu viel oder zu schnell gegessen wurde.
- Geschwüre: Bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren stehen Übelkeit/Erbrechen, Appetitlosigkeit, Schmerzen und Aufstoßen im Mittelpunkt.
- Reizdarm: Ein Reizdarm kann zahlreiche Symptome auslösen. Auch Übelkeit und Erbrechen fallen darunter.
Psychische und neurologische Ursachen
- Stressbedingte Übelkeit: Tritt auf, wenn Körper und Geist überfordert sind. Auch Lampenfieber, Angst oder Leistungsdruck können auf den Magen schlagen.
- Migräne-Kopfschmerzen: Werden häufig von Übelkeit begleitet.
- Essstörungen: Wie Bulimie oder Magersucht können sowohl körperlich als auch psychisch Übelkeit auslösen.
- Reizdarmsyndrom: Äußert sich nicht selten in Übelkeit, Blähungen und Stuhlunregelmäßigkeiten.
Hormonelle Auslöser
- Übelkeit in der Schwangerschaft: Ist besonders im ersten Trimester weit verbreitet.
- Zyklusbedingte Hormonschwankungen: Können Frauen zeitweise mit Übelkeit reagieren lassen.
Weitere mögliche Ursachen
- Nebenwirkungen von Medikamenten
- Zu große oder zu fettreiche Mahlzeiten
- Alkohol, Nikotin, Koffein
- Gallenerkrankungen, Refluxkrankheit oder Magenverengungen
Begleitsymptome bei Übelkeit
Übelkeit allein ist schon unangenehm, doch oft bleibt es nicht nur bei diesem flauen Gefühl im Magen. Je nach Ursache können verschiedene Begleitsymptome auftreten, die den Alltag zusätzlich erschweren. Manche Menschen verspüren etwa Schwindel und Übelkeit, andere klagen über Kopfschmerzen und Übelkeit, Appetitlosigkeit oder ein generelles Krankheitsgefühl.
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Typische Begleitsymptome bei Übelkeit können sein:
- Erbrechen oder Brechreiz
- Blässe
- Schweißausbrüche
- Schwindel
- Kopfschmerzen
- Appetitlosigkeit
- Bauchschmerzen und Blähungen
- Durchfall oder Verstopfung
- Benommenheit, Kreislaufprobleme
Wann sollte man ärztlichen Rat einholen?
In den meisten Fällen ist Übelkeit harmlos und verschwindet von selbst wieder. Es gibt jedoch auch Warnzeichen, bei denen man unbedingt ärztlichen Rat einholen sollte, vor allem, wenn die Beschwerden plötzlich, stark oder wiederholt auftreten oder einen deutlich schwächen:
- Hohes Fieber über 39 Grad Celsius mit Schüttelfrost
- Anhaltendes Erbrechen ohne die Fähigkeit, Flüssigkeit aufzunehmen
- Blut im Erbrochenen oder im Stuhl
- Sehstörungen, Sprachprobleme oder Bewusstseinsveränderungen
- Starke, anhaltende Bauchschmerzen
- Starker Gewichtsverlust ohne erkennbare Ursache
Was hilft gegen Übelkeit?
Es gibt viele einfache und wirksame Möglichkeiten, das unangenehme Gefühl zu lindern - von bewährten Hausmitteln bis hin zu gezielten Strategien zur Vorbeugung. Ganz gleich, ob man unter leichter Übelkeit nach dem Essen, einer stressbedingten Magenverstimmung oder wiederkehrendem Brechreiz leidet: Wichtig ist, dass man auf seinen Körper hört und schnell reagiert.
Erste-Hilfe-Tipps bei akuter Übelkeit
- An die frische Luft gehen
- Sich aufrecht hinsetzen oder bequem hinlegen und versuchen, tief und ruhig zu atmen
- Versuchen, sich zu beruhigen und den ganzen Körper zu entspannen
- In kleinen Schlucken stilles Wasser oder Tee trinken
- Manchmal kann es helfen, sanften Druck auf den Akupressurpunkt am Handgelenk auszuüben
Hausmittel gegen Übelkeit
- Ingwer als Tee oder in Scheiben gekaut
- Kamillen- oder Pfefferminztee beruhigt Magen und Nerven
- Wärmflasche oder Kirschkernkissen auf dem Bauch
- Leichte Dehnübungen oder ein kleiner Spaziergang
Medikamentöse Behandlung von Übelkeit
Wenn Hausmittel gegen Übelkeit nicht ausreichen, kann die Einnahme bestimmter Medikamente helfen, den Brechreiz zu lindern. Die Auswahl hängt stark von der Ursache ab. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen:
- Frei verkäufliche Mitteln gegen Übelkeit: Diese eignen sich bei leichter Übelkeit, beispielsweise durch ungewohntes Essen, nervöse Magenbeschwerden oder Reiseübelkeit. Beispiele sind Dimenhydrinat (zum Beispiel Vomex A®), Diphenhydramin und Ingwerpräparate.
- Rezeptpflichtigen Antiemetika: Diese werden bei starker, anhaltender oder therapiebedingter Übelkeit und Erbrechen eingesetzt, zum Beispiel bei einer Chemotherapie oder nach Operationen. Beispiele sind Ondansetron, Granisetron und Metoclopramid (MCP).
Wichtig: Auch rezeptfreie Mittel sind nicht für jeden geeignet, etwa bei einer Schwangerschaft, bei Herzrhythmusstörungen oder bei Kindern. Besprechen Sie die Einnahme am besten mit Ihrem Arzt oder in der Apotheke.
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Langfristige Strategien gegen wiederkehrende Übelkeit
Wenn man häufiger mit Übelkeit zu kämpfen hat, ist es sinnvoll, an den Ursachen zu arbeiten. Diese Maßnahmen helfen, Übelkeit langfristig vorzubeugen:
- Ernährungstagebuch führen, um individuelle Auslöser zu erkennen
- Stress vermeiden: Entspannungsübungen, Meditation, Pausen und bewusste Auszeiten können helfen
- Langsam essen und gut kauen, um eine Überforderung des Verdauungssystems zu vermeiden
- Unverträglichkeiten abklären lassen
- Alkohol, fettiges oder stark gewürztes Essen reduzieren, um den Magen zu entlasten
Ernährung bei Übelkeit: Was essen, was besser meiden?
Wenn man sich flau fühlt, fehlt oft der Appetit - das ist erstmal nicht schlimm. Wichtig ist, dass man seinen Körper nicht zusätzlich belastet. Das richtige Essen kann helfen, sich schneller zu erholen.
Gut verträgliche Lebensmittel sind etwa:
- Zwieback, Toast, Knäckebrot
- Gekochte Kartoffeln, Reis, Nudeln
- Gedünstetes Gemüse
- Bananen, Apfelmus
- Gemüse- oder Hühnerbrühe
- Ungesüßte oder leicht gesalzene Tees
Einige Lebensmittel können die Übelkeit sogar noch verstärken. Dazu zählen beispielsweise:
- Fettiges, frittiertes oder stark gewürztes Essen
- Süßigkeiten, stark zuckerhaltige Speisen
- Milchprodukte (bei Intoleranz)
- Koffeinhaltige Getränke, Alkohol, Nikotin
- Sehr heiße oder eiskalte Speisen
Funktionelle Körperbeschwerden und psychotherapeutische Unterstützung
Manchmal dauern die Beschwerden länger an oder betreffen mehrere Organe und werden zu einer starken Belastung. Dann kann eine psychotherapeutische Unterstützung sinnvoll sein. In bestimmten Situationen sind auch andere Ansätze möglich. Dazu gehören zum Beispiel Krankengymnastik, Ernährungsberatung und Ergotherapie. Es gibt auch die Möglichkeit, Entspannungsverfahren oder ein Achtsamkeitstraining auszuprobieren, um mit Belastungen besser zurechtzukommen.
Grundsätzlich gilt: Selbst aktiv zu werden, ist hilfreicher, als sich auf „passive“ Maßnahmen zu konzentrieren. Sinnvoller ist es, sich Aktivitäten zu suchen, die nachhaltiger wirken. Dies lässt sich zum Beispiel mit mehr Bewegung und Stressbewältigung erreichen. Sportliche Aktivitäten sollten nicht überfordern, sondern vor allem Spaß machen und positive Erfahrungen bieten.
Lebensmittelunverträglichkeiten und ihre Auswirkungen
Die Unverträglichkeit einzelner Nahrungsmittel kann sich auf vielfältige Weise bemerkbar machen. Häufige Symptome einer Lebensmittelunverträglichkeit sind Durchfall, Blähungen oder Bauchschmerzen nach dem Essen. Aber auch Kopfschmerzen, Hautausschläge, Schwindelgefühle oder allgemeine Abgeschlagenheit und Müdigkeit können vorkommen. Das liegt daran, dass unser Verdauungssystem eng mit dem enterischen Nervensystem zusammenhängt. Das enterische Nervensystem, oder auch „Bauchhirn“ genannt, beeinflusst das Gehirn im Kopf und andersherum. Demnach können nicht selten auch Faktoren, die auf den ersten Blick zusammenhanglos wirken, etwaige Anzeichen einer Lebensmittelunverträglichkeit sein.
Bauchschmerzen: Wann zum Arzt?
Bauchschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden. Meistens sind die Auslöser harmlos und bald gefunden: eine üppige Mahlzeit, ein Gläschen zu viel am Abend, die Menstruation. Manchmal war es eine verdorbene Speise oder es ist die "Magen-Darm-Grippe", etwa wenn Erbrechen und Durchfall dabei sind.
Einen Arzt sollte man immer dann aktivieren, wenn man den Eindruck hat, dass etwas mit der Gesundheit nicht stimmt: Zeitnah bei ungewöhnlichem Unwohlsein, wenn dieses, wie der Bauchschmerz selbst, nach ein bis zwei Tagen nicht weichen will, oder wenn eine ansteckende Magen-Darminfektion in Umlauf ist. Sofort - das heißt den Arzt oder Notarzt einschalten - wenn Bauchschmerzen sehr stark sind oder rasch zunehmen und eine Schonhaltung die Pein kaum lindern hilft ("akuter Bauch").
Diagnose bei Bauchschmerzen
Zuerst gilt es zu erkennen, ob ein Notfall vorliegt. Hinweise ergeben sich aus der Prüfung der sogenannten Vitalzeichen - Kreislauf, Atmung, Bewusstsein - und weiteren Alarmsymptomen.
Richtungweisend für die Diagnose sind Angaben des Patienten zu seiner Krankengeschichte und zu den aktuellen Schmerzen (Anamnese). Was den Arzt vor allem interessiert: Waren die Schmerzen plötzlich da (akut) oder haben sie sich allmählich entwickelt (subakut)? Bestehen sie schon länger und sind eher gleichförmig? Oder treten sie häufiger und dabei attackenartig auf (beides sind Formen chronischer Schmerzen)? Hängen sie mit bestimmten Körperbewegungen, enger Kleidung oder dem Essen zusammen? Wie ist der Schmerzcharakter: krampfartig, stechend, schneidend, bohrend, dumpf? Und: Bestehen noch andere Beschwerden, etwa Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung? Und bei Frauen im gebärfähigen Alter: Ist die Betroffene schwanger oder hat vor kurzem entbunden?
Bauchschmerz-Check: Schmerzen im ganzen Bauch
Für die wenigsten Erkrankungen der Bauchorgane gibt es eine einzige, typische Schmerzlokalisation. Zwar können einige der genannten Krankheitsbilder mehr oder weniger an einer bestimmten Stelle im Bauch Beschwerden bereiten. Doch verlagern sich die Schmerzen manchmal auch oder werden zeitweise überall im Bauch empfunden. Einige Krankheitsbilder können sich von vornherein als akuter Bauch äußern oder sich in diese Richtung entwickeln.
Bei einer Magen-Darminfektion (Gastroenteritis) oder bei einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa treten Schmerzen zwar häufiger im mittleren und unteren Bauch auf, können aber auch ohne besonderen Schwerpunkt im gesamten Bauch verspürt werden. Es kann hier außerdem zu Durchfällen kommen, die nicht selten auch schleimig oder blutig sind.
Schmerzen bei einer Divertikulitis (entzündete Divertikel), bei Verengung des Darmes, beim Reizdarmsyndrom oder schlicht infolge von Blähungen betreffen ebenfalls mitunter den gesamten Bauch. Sie können sich aber auch auf den Mittelbauch oder Unterbauch konzentrieren.
Lebensmittelunverträglichkeiten wie Unverträglichkeit von Milchzucker oder Fruchtzucker sind in unterschiedlichem Ausmaß durch Beschwerden wie krampfartige Bauchschmerzen, Blähungen, gegebenenfalls Durchfall und Übelkeit kurze Zeit nach dem Verzehr von Lebensmitteln gekennzeichnet, die den entsprechenden Zucker enthalten.
Migräne und der Magen-Darm-Trakt: Eine komplexe Beziehung
Eine Migräne kommt selten allein: Häufig begleiten sie Übelkeit oder Magen- und Darmkrämpfe. Das ist nicht verwunderlich, denn unser Gehirn und unser Darm stehen in Verbindung. Dieses System wird Darm-Hirn-Achse genannt und spielt bei vielen Erkrankungen eine Rolle.
Migräne schlägt häufig auf den Bauch: Übelkeit und Erbrechen sind typische Begleiterscheinungen einer Attacke. Andere Probleme im Verdauungstrakt tauchen bereits vor den Kopfschmerzen auf, beispielsweise Heißhunger, Verstopfung und Harndrang.
Die Rolle der Darmflora bei Migräne
Immer mehr Forschung deutet darauf hin, dass die Darmflora - darunter versteht man die Mikroorganismen, die deinen Darm besiedeln, darunter Bakterien, Pilze und sogenannte Protozoen - Schmerzwahrnehmung beeinflussen kann. Bei Migränikern scheint die Darmflora verändert zu sein.
Probiotika gegen Migräne?
Du kannst deiner Darmflora jeden Tag etwas Gutes tun, indem du dich ausgewogen ernährst. Denn was wir essen, wirkt sich auf die Zusammensetzung der Mikroorganismen in unserem Darm aus. Und wenn diese mit Migräne zusammenhängen, können dann Probiotika helfen, Migräne vorzubeugen? Vielleicht. Studien können dies nicht eindeutig beweisen.
Probiotika bestehen aus lebenden, ungefährlichen Mikroorganismen, welche die körpereigene Darmfunktion unterstützen. Sie stecken beispielsweise in Joghurt, Quark und fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut. Probiere aus, sie in deinen Speiseplan zu integrieren. Aber Achtung: Fermentiertes kann reich an Tyramin sein - und das wiederum triggert bei manchen Menschen Migräne-Attacken.
Übelkeit und Erbrechen: Ursachen und Risikofaktoren
Übelkeit und Erbrechen haben sehr viele mögliche Ursachen. Die wichtigsten sind:
- Vergiftungen, Genuss- und Suchtmittel
- Allgemeine Ursachen im Bauchraum
- Ursachen im Magen-Darm-Trakt
- Ursachen im Bereich von Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse
- Ursachen im Bereich der Nieren
- Ursachen im Bereich der Geschlechtsorgane
- Ursachen im Bereich der Augen und Ohren
- Schwangerschaft
- Psychische Ursachen
- Nebenwirkungen von Medikamenten
Hausmittel gegen Übelkeit und Erbrechen
- Tee gegen Übelkeit: Wohltemperierter Kräuter-Tee kann das richtige Hausmittel sein, denn einige Teesorten enthalten Heilkräuter die verdauungsfördernd und krampflösend wirken. Insbesondere Anis, Kümmel und Fenchel sind empfehlenswert. Auch Kamillen- und Ingwertee können lästigen Muskelkrämpfen im Magen-Darm-Trakt entgegenwirken.
- Melissenblätter kauen bei Übelkeit: Melisse gehört nicht ohne Grund zu den Heilpflanzen. Das Gewächs enthält ätherische Öle wie Citral, Eugenölglykosid und Geraniol. Das kommt vor allem dem Magen und Darm zugute. Die Anwendung ist dabei ganz einfach. Frische Melissenblätter werden sorgfältig gekaut, und zwar so lange, bis der typische Melissen-Geschmack nachlässt.
- Schonkost: Wenn sich der Magen angegriffen zeigt, ist Schonkost angesagt. Das Hausmittel gegen Erbrechen hilft insofern, dass der Bauch nicht durch große Portionen oder schwere Kost überfordert ist. Zwieback kann helfen, den kleinen Hunger zu stillen und ist gut verträglich. Gemüsebrühe liefert nicht nur Flüssigkeit, sondern auch notwendige Elektrolyte. Die Schonkost sollte nach und nach gesteigert werden.