Binaurale Beats: Synchronisation der Gehirnhälften und ihre Wirkung

Die Idee, dass die EEG-Frequenzen des Gehirns durch binaurale Musik beeinflusst werden können, wurde anfangs als esoterische Spielerei abgetan. Doch erste Selbstversuche mit binauraler Musik, die über Kopfhörer von YouTube bezogen wurde, beeindruckten so stark, dass das Thema mit Ergotherapeuten, Psychotherapeuten und Ärzten erörtert wurde. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkungsweise, Anwendung und wissenschaftlichen Erkenntnisse rund um binaurale Beats.

Grundlagen der Binauralen Beats

Wie funktionieren binaurale Beats?

Binaurale Musik funktioniert nicht über direkte akustische Wahrnehmung, sondern indirekt. Bei binauraler Musik wird die Frequenz der Musik zwischen dem linken und rechten Ohr um diejenige Frequenz verschoben, die angesprochen werden soll. Um eine Frequenz von 10 Hz zu stimulieren, wird ein Ton von z.B. 440 Hz für das eine Ohr um 5 Hz verringert und für das andere Ohr um 5 Hz erhöht.

Wer über Kopfhörer zwei Töne mit leicht unterschiedlicher Frequenz hört - einen auf dem linken, den anderen auf dem rechten Ohr -, nimmt einen dritten Ton wahr. Denn das Gehirn verarbeitet die Differenz als eine neue, sogenannte Schwebungsfrequenz. Auf diese Weise entsteht der Eindruck eines rhythmischen Tons, obwohl dieser physikalisch gar nicht vorhanden ist. Fachleute bezeichnen das Phänomen als binaurale Beats - eine auditive Illusion. Diese binauralen Beats entstehen, wenn die beiden Ausgangstöne unterhalb von etwa 1.000 Hertz liegen und die Frequenzdifferenz 30 Hertz nicht überschreitet. Liegen die Frequenzunterschiede höher als 30 Hertz, bilden sich in der Regel keine binauralen Beats.

Gehirnwellen und ihre Frequenzen

Um die Mechanismen der Studie zu verstehen, ist es wichtig, die Gehirnwellenaktivität zu kennen. Gehirnwellen oszillieren bei verschiedenen Frequenzen, die mit unterschiedlichen Bewusstseinszuständen korrelieren. Unser Gehirn, hat für jeden Zustand eine unterschiedliche Hirnwellentätigkeit, die ein entsprechendes Handlungsmuster auslöst.

  • Delta-Wellen (0,5 bis 4 Hz): Tiefschlaf, regenerative Zustände ohne Träume. Diese Wellen signalisieren den Tiefschlaf. Zum Schlafen helfen Delta-Wellen (0 - 3 Hz). Diese regen das Gehirn an Melatonin (unser Schlafhormon) auszuschütten, und hilft dem Körper physisch zu regenerieren. Von der Geburt bis zum Alter von zwei Jahren funktioniert das menschliche Gehirn hauptsächlich auf den niedrigsten Frequenzen, d.h. von 0,5 bis 4 Zyklen pro Sekunde (Hertz).
  • Theta-Wellen (4 bis 7 Hz): Tiefe Entspannung, kreative Zustände und leichter Schlaf. Im Zustand der Theta-Wellen sind wir tiefenentspannt und kurz vorm Einschlafen. In diesem Zustand lässt es sich gut meditieren. Diese Thetawellen haben eine Frequenz von 4- 8 Zyklen pro Sekunde. Kinder im Thetazustand scheinen wie ein Trance zu sein und sind eher nach innen gerichtet.
  • Alpha-Wellen (8 bis 13 Hz): Entspannter Wachzustand, leichte Meditation. Alpha-Wellen senden wir aus, wenn wir entspannt sind, z.B. Musik hören oder ein Buch lesen. In diesem Zustand sind wir besonders kreativ und können neue Information schneller erlernen. Sie haben jetzt eine Frequenz von 8-13 Zyklen pro Sekunde, die sogenannten Alphawellen.
  • Beta-Wellen (14 bis 30 Hz): Aktivierung, Konzentration und wacher, analytischer Geist. Beta-Wellen strahlen wir aus, wenn wir “normal” sind. Hier nutzen wir unser logisches Denken und kognitiven Fähigkeiten. Können aber auch leicht gestresst oder unruhig sein.
  • Gamma-Wellen (30 bis 42 Hz): Erhöhte Aufmerksamkeit und Sinneswahrnehmung. Hier fühlen wir uns gestresst, können so aber auch anspruchsvollen Arbeiten nachgehen. Die schnellsten bislang dokumentierten Gehirnwellenfrequenzen sind die Gamma Wellen mit einer Frequenz von 50 bis 200 Hertz.

Hören Sie beispielsweise eine Frequenz von 114 Hertz auf dem rechten Ohr und eine Frequenz von 124 Hertz auf dem linken Ohr, erzeugt das Gehirn einen binauralen Beat von 10 Hertz. In diesem Fall können die Gehirnwellen dazu neigen, sich an die 10 Hertz-Frequenz anzupassen. Sie entspricht den Alphawellen im Gehirn.

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Der Einfluss von Musik und Rhythmus

Der Körper gleicht seine Reaktionen an wahrgenommene Rhythmusreize an. Dass Musik mit langsameren Rhythmen eher beruhigt und Musik mit schnelleren Rhythmen eher anregt, ist altbekannt. Die langsamsten Gehirnwellen (Theta) beginnen bei 4 Hz. 4 Schwingungen pro Sekunde als Musikrhythmus entspräche 240 bpm.

Denn Musik und Töne bewirken etwas im Menschen. Sie warnen, aktivieren oder beruhigen - je nach Rhythmus, Tempo oder Tonhöhe.

Persönliche Erfahrungen und Anwendungsbeispiele

Als Esoterik-Allergiker war ich total skeptisch, weil das so exotisch klingt. Aber ausprobieren kostet ja nix, so habe ich mir vor dem Schlafengehen eine Stunde binaurale Theta-Musik angehört. Es war das erste mal in meinem Leben, dass ich kein Gedankenkreisen hatte, dass mein Kopf leer und ruhig war, als ich ins Bett ging. Ich konnte denken, ja. Wenn ich wollte und worüber ich wollte. Aber ich kontrollierte, worüber ich nachdenken wollte, nicht die Gedanken überrannten und bestimmten mich. Ich habe das dann in den folgenden Wochen fortgesetzt (1 - 2 Stunden binaurale Theta-Musik vor dem zu Bett gehen, während ich nebenher gelesen oder gesurft habe), in einer Jahreszeit mit extrem viel Arbeit, in der ich in den Jahren zuvor an massivem Stress gelitten hatte. Ich habe binaurale Musik (im Theta-Bereich) etlichen meiner Patienten empfohlen, um abschalten und entspannen zu können, was bei vielen Problemen relevant ist.

Ich hatte mir zum Arbeiten binaurale Alpha-Musik via Youtube angehört. Das funktionierte auch eine ganze Weile gut. Bis ich auf einmal ziemlich müde wurde und mich nicht mehr wirklich konzentrieren konnte. Nachdem ich über Wochen mit Theta-Musik zum abendlichen runterkommen sehr gute Erfahrungen gesammelt hatte, habe ich mir einen Abend einmal eine Stunde lang Alpha-Musik vor dem Schlafen angehört. Diese Nacht war eine völlige Katastrophe: ich war glockenwach. Erst am Ende der Nacht hatte ich beim schlafen auch wieder das Gefühl, zu schlafen und träumte auch wieder. Davor hatte ich wohl auch geschlafen, aber es fühlte sich nicht so an, sondern eher so wie mit einem schlechten Schlafmittel, das zwar eine Ruhe, aber keinen oder allenfalls einen kalten traumlosen Schaf bringt. Der Tag darauf war grausam. Binaurale Alpha-Musik werde ich nie wieder zum runterkommen verwenden.

Anwendungsbereiche im Überblick

Binaurale Beats finden in mehreren Bereichen Anwendung. Bei einigen lässt sich nachweislich ein Effekt erzielen, bei anderen ist das eher fragwürdig.

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  • Entspannung: Frequenzen zwischen 12 Hz und 3 Hz können Stress, der im Job oder Alltagsstress begründet ist, ausgleichen. Außerdem können Anspannungen gelöst und das allgemeine Wohlbefinden verbessert werden.
  • Lernen: Binaurale Beats beim Lernen zu hören, kann das Vorstellungsvermögen, die Kreativität und die Konzentration stärken. Binaurale Frequenzen können in Verbindung mit klassischer Musik den Lernerfolg verstärken bei Klausuren und Prüfungen begünstigen.
  • Meditation: Binaurale Beats können dabei helfen leichter in einen meditativen Zustand zu gelangen und diesen über einen längeren Zeitraum zu halten.
  • Schlaf: Binaurale Beats können den Schlaf unterstützen, wenn nicht sogar verbessern.

Binaurale Beats zur Angstlinderung

Kann Musik wirklich Ängste lindern? Diese Studie untersucht die Wirksamkeit der Synchronisation von Gehirnwellen mittels binauraler Beats zur Reduktion von Angstzuständen. In einem doppelblinden Experiment wurden 30 Mitarbeiter einer Forschungs- und Ingenieursfirma zufällig in eine Kontroll- und eine Versuchsgruppe eingeteilt. Alle Teilnehmer füllten den Spielberger-Angstfragebogen aus. Die Versuchsgruppe hörte über einen Zeitraum von vier Wochen dreimal wöchentlich binaurale Beats, während die Kontrollgruppe nur Hintergrundmusik ohne Beats hörte. Angst ist ein weit verbreitetes Problem, das viele psychische und physische Störungen begleitet. Die Studie beantwortete die anfänglichen Forschungsfragen effektiv und zeigte, dass binaurale Beats sowohl die Zustands- als auch die Eigenschaftsangst signifikant reduzieren.

Wissenschaftliche Studien und Ergebnisse

Passende Artikel zum ThemaBinaurale Beats: Was sagen wissenschaftliche Studien?In einer systematischen Übersicht wurden 14 Studien zur EEG-Synchronisation durch binaurale Beats ausgewertet. Ein EEG, kurz für Elektroenzephalogramm, misst die elektrische Aktivität des Gehirns und macht Veränderungen von Hirnwellen sichtbar. Fünf der Untersuchungen berichteten über eine erfolgreiche Beeinflussung der Gehirnwellen, acht Studien fanden dagegen keine Effekte, bei einer Untersuchung fielen die Ergebnisse uneinheitlich aus. Die Autorinnen und Autoren weisen darauf hin, dass sich die Studienmethoden stark unterscheiden, etwa in der Wahl der Frequenzen, der Messzeitpunkte und der verwendeten Analyseverfahren. Dadurch fällt es nicht nur in dieser Studienübersicht, sondern generell schwer, Resultate direkt miteinander zu vergleichen.

Eine Übersichtsarbeit kommen die Forschenden zu dem Schluss, dass das Synchronisieren der Hirnwellen positive neurophysiologische und verhaltensbezogene Reaktionen hervorrufen kann - beispielsweise in Bezug auf die Aufmerksamkeit oder Stimmung. Ob binaurale Beats wirklich gezielt Schlaf, Konzentration, positive Stimmung oder Entspannung fördern, lässt sich bisher also nicht eindeutig beantworten. Einige Studien zeigen positive Effekte, andere wiederum konnten keinen klaren Nutzen feststellen oder fanden nur geringe Veränderungen. Auch bei der Frage, ob sich bestimmte Gehirnwellen mithilfe der Beats zuverlässig beeinflussen lassen, kommen Untersuchungen zu unterschiedlichen Einschätzungen. Insgesamt ist die Forschung noch zu keinem einheitlichen Ergebnis gekommen. Dafür braucht es weitere, standardisierte Untersuchungen.

Die Forschung zu binauralen Beats zeigt bislang uneinheitliche Ergebnisse. Christoph Reuter betont, dass die versprochenen Effekte wissenschaftlich kaum nachgewiesen wurden. Einige Studien, wie die von Lane et al. (1998), deuten zwar auf eine mögliche Wirkung bei Entspannung und Konzentration hin, doch gibt es viele widersprüchliche Ergebnisse. Zusätzlich gibt es methodisch schwache Studien, insbesondere aus dem Umfeld des Monroe Instituts. In seriösen, peer-reviewten Journals fehlen belastbare Belege. Dennoch könnten Placebo-Effekte bei überzeugten Anwendern eine Rolle spielen.

Studien zur Gedächtnisleistung

Für diese Studie aus dem Jahr 1994 wurden 50 Studenten insgesamt vier Test unterzogen. Alle diese Tests untersuchten Aspekte der Gedächtnisleistung der Teilnehmer. Die Probanden wurden dafür zufällig auf zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe hörte nur Musik, bei der anderen Gruppe waren außerdem Binaurale Beats in die Musik eingebettet. Bei drei der vier verwendeten Tests zeigten die Probanden der Gruppe mit Binauralen Beats eine statistisch signifikante Verbesserung der Gedächtnisleistung im Vergleich zu den Probanden der Kontrollgruppe, die nur Musik hörten. Drei der vier Gedächtnistests zeigen eine statistisch signifikante Verbesserung durch den Einsatz von Binauralen Beats im Beta-Bereich. Die Untersuchungen bestätigen die Beobachtungen von Lehrern, die nach dem Einsatz von Binauralen Beats verbesserte Noten und weniger Verhaltensprobleme bei ihren Schülern bemerkt hatten.

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Studien zum Arbeitsgedächtnis

Diese Studie untersucht den Effekt von vier unterschiedlichen akustischen Stimulationen auf das Arbeitsgedächtnis, also dem mentalen System, das sich mit dem kurzzeitigen Erinnerungsvermögen sowie der Organisation von zielgerichtetem Verhalten befasst. Das Arbeitsgedächtnis ermöglicht uns, Informationen vorübergehend zu speichern und gleichzeitig zu analysieren. Außerdem wurde die Konnektivität unterschiedlicher Gehirnregionen ermittelt. Die Probanden sollten einen visuellen Gedächtnistest absolvieren und waren dabei den unterschiedlichen Stimuli ausgesetzt. Die Auswertung der Ergebnisse zeigt, dass die Probanden bei Binauralen Beats im Bereich 15 Hz die Gedächtnisaufgaben deutlich akkurater lösten.

In dieser Studie wurde die Leistungssteigerung von Binauralen Beats im Alpha-Bereich zwischen 7,5 und 12,5 Hz auf das Arbeitsgedächtnis (WMC) untersucht. Die 50 Probanden hörten dabei entweder reine Meeresgeräsche oder Meeresrauschen mit eingebundenen Binauralen Beats. Die Probanden der Experimentalgruppe zeigten im Gegensatz zur Kontrollgruppe einen signifikant positiven Effekt bei der Absolvierung des AOSPAN-Tests. Die Wissenschaftler sprechen von einem Effekt mittlerer Größe.

Studien zur Aufmerksamkeitsfokussierung

Die Studie sollte untersuchen, ob Binaurale Beats hoher Frequenz einen Effekt auf die Effizienz der Aufmerksamkeitsfokussierung haben. Dafür hörten sich die Teilnehmer der Experimentalgruppe Binaurale Beats im Gamma-Bereich (40 Hz) an, von denen vermutet wird, dass sie einen positiven Effekt auf die Aufmerksamkeitsverteilung haben. Das Ergebnis dieser Studie zeigte, dass Binaurale Beats keinen Einfluss auf die Fähigkeit der Probanden hatten, irrelevante Informationen auszublenden. Dagegen konnte ein niedrigerer global precidence effect bei der Gruppe mit den Binauralen Beats im Vergleich zur Gruppe mit dem Kontrollton nachgewiesen werden. Die Forscher schlussfolgern, dass Binaurale Beats die geistige Aktivität anregen können.

Studien zur Kreativität

In dieser Studie versuchten die Forscher den Einfluss von Binauralen Beats auf die Kreativität der Probanden, oder speziell auf divergentes und konvergentes Denken zu ermitteln. Die Probanden wurden dabei durch Binaurale Beats im Alpha- und Gamma-Bereich stimuliert. Die Ergebnisse zeigen, dass Binaurale Beats unabhängig von ihrer Frequenz divergentes, aber nicht konvergentes Denken beeinflussen können. Die Ergebnisse zeigen, dass es bei der Wirkung von Binauralen Beats auch auf die individuellen Eigenschaften der einzelnen Personen ankommt.

Die Bedeutung der Hemisphären-Synchronisation

Die Wirkungsweise binauraler Reize erinnert uns an die Wirkmechanismen der EMDR-Therapie (Shapiro). Auch dort ist es letztlich irrelevant, ob die körperseitenwechselnden Reize durch Augenbewegungen, wechselnde Berührungen der Körperhälften oder akustische Reize vermittelt werden.

Tatsächlich scheint unser Gehirn am allerbesten zu arbeiten, wenn die Hemisphären möglichst gut verbunden sind. Wer öfter längere Texte frei schreibt, wird erkennen, dass es im Idealfall zu einer Synchronisation der beiden Hemisphären beim Schreiben kommt, da durch das freie Schreiben, dass ja auch Kreativität erfordert und Vorstellungsvermögen, die rechte Seite aktiviert, während der Akt des Schreibens selbst, die linke Hemisphäre nutzt. Es gibt viele Möglichkeiten, um für eine bessere Synchronizität zu sorgen. Eine besonders einfache, ist das Hören von binauralen Beats oder das Nutzen von Programmen zur Hemisphären-Synchronisation. Das Abspielen dieser Tonfrequenzen bewirkt den oben bereits erwähnten Effekt, nämlich das Entstehen eines Dritten Tones im Gehirn selbst, der dabei dienlich sein soll, beide Hirnhälften zu verbinden. Eine verbesserte Synchronizität beider Hemisphären kann viele Folgen haben, so gibt es viele Berichte davon, dass Gelerntes schneller verankert wird, dass ein besserer Zugang zu gedanklichen Inhalten entsteht und das die Wahrnehmung generell viel feiner und auch gleichzeitig vielfältiger wird. Je nach Frequenz kann man entweder Konzentration fördern oder auch Entspannung erlangen.

Die Arbeitsweise der Hemisphären

Unser Gehirn nimmt unter den Organen unseres Körpers, einen besonderen Stellenwert ein: Es besteht aus zwei Hälften, die Hemisphären genannt werden. Beide Hemisphären sind miteinander verbunden, vollführen aber unterschiedliche Aufgaben. Diesen, als Hemisphären-Spezialisierung, bekannten Vorgang, gibt es nur beim Menschen. Die linke Hemisphäre steht für die Ratio, für Logik und ist maßgeblich für das Ausführen von speziellen Aktionen, wie dem formulieren von Wörtern und dem Durchführen von mathematischen Rechenoperationen. Sie arbeitet nach dem Prinzip der Sequenzierung, das heißt, sie bringt Ereignisse in sinnvolle Abfolgen und sortiert sie. Die linke Hemisphäre funktioniert auditiv. Man kann sagen, dass die linke Hemisphäre für die Präzisionsarbeit zuständig ist und das hier der Sitz der analytischen Intelligenz ist. Tatsächlich könnten wir keinerlei Wörter (weder geschrieben noch gesprochen) erfassen, wenn unsere linke Hemisphäre nicht dazu in der Lage wäre, Informationen in immer kleinere Informationseinheiten herunterzubrechen und wieder zusammenzusetzen.

Die rechte Hemisphäre hingegen, steht für räumliche Orientierung, für Kreativität und Fantasie. Das Körperbewusstsein ist hier angelegt und unsere Gefühle sind hier zu Hause. Die rechte Hirnhälfte arbeitet nach einem Prinzip, dass uns das Leben deutlich vereinfacht: Die rechte Seite versorgt uns mit dem Gesamtbild, denn sie arbeitet nach dem Simultan-Prinzip. Das bedeutet, dass wir dank unserer rechten Hirnhälfte dazu in der Lage sind, einen Elefanten als solchen zu erkennen, wenn wir ihn sehen. Ohne rechte Hemisphäre, würden wir mit einer Vielzahl an Informationen konfrontiert werden, sollten wir solch ein Tier antreffen. Die linke Hemisphäre würde zahlreiche Daten und Fakten zur Verfügung stellen, die Farbe und Beschaffenheit analysieren, das Gewicht schätzen, vielleicht würde Benjamin Blümchen vor Ihren inneren Auge auftreten. Dies ist natürlich wenig zielführend. Die rechte Hemisphäre behält den Überblick. Sie fasst für uns die vielen Daten zusammen, gleicht ab und Schlussfolgert: Dies ist ein Elefant. Ebenso ist es mit menschlichen Gesichtern, dank der rechten Hemisphäre erkennen wir Menschen wieder, ohne dabei alle Details durchzugehen die wir in Erfahrung haben. Die rechte Hemisphäre steht für das holistische Prinzip, das große Ganze.

Wir leben in einer links-dominierten Gesellschaft, was unsere Hirnnutzung angeht. Durch das Nutzen von modernen Technologien wird fast ausschließlich die linke Hemisphäre stimuliert. Wer also in der Buchhaltung arbeitet, wird mit ziemlicher Sicherheit, eine dominante linke Hemisphäre haben, während ein Künstler eher rechts-dominant sein dürfte. Wir können unserem Hirn auf die Sprünge helfen und absichtlich die Stimulation der schwächer genutzten Hirnhemisphäre provozieren. Auf die zumeist schwächere, rechte Seite bezogen, wären Tätigkeiten sinnvoll die überwiegend auf diese Hemisphäre Einfluss nehmen. Tanzen, Balancieren oder Musik machen,- oder hören, sind zum Beispiel geeignet, ebenso wie Meditation und alle Übungen zur Mind-Balance in denen es um Fühlen und Visualisieren geht. Ebenso sinnvoll ist handschriftliches, freies Schreiben oder malen, da diese Tätigkeiten die rechte Seite fordern aber eine Beteiligung der linken dennoch miteinbeziehen. Besonders wirkungsvoll ist Klavierspielen.

Anwendungshinweise und Sicherheit

Binaurale Beats sind in erster Linie ein Hilfsmittel, um gewünschte Bewusstseinszustände zu erreichen. Sie unterstützen, sind aber keine Wunderpille. Es reicht nicht, einfach nur zuzuhören. Du solltest dabei die entsprechende “Geisteshaltung” einnehmen. Hier Anwendungstipps im Überblick:

  • Konzentriere Dich auf den Binauralen Beat und die Wirkung, die Du Dir dabei erhoffst.
  • Nutze den Binauralen Beat in Verbindung mit Praxisübungen.
  • Nutze Stereokopfhörer, da nur so ein Effekt erzeugt werden kann.
  • Je öfter Du den Binauralen Beat hörst, je stärker ist seine Wirkung.
  • Du solltest die Lautstärke so einstellen, dass Du den Binauralen Beat geradeso hören kannst.

Gibt es Nebenwirkungen?

Nein. Da es sich um ein Verfahren handelt, dass die natürlichen Vorgänge im Hirn imitiert. Bislang sind noch keine Nebenwirkungen oder Schädigungen bekannt. Bei manchen Anwendern, die noch wenig Erfahrung haben, kann es zu Schwindelgefühlen und Kopfschmerzen kommen, die aber schnell wieder verschwinden. Es ist ein Zeichen dafür, das der Körper reagiert. Manchmal ist dies auch der Fall, wenn man es mit dem Audio-Training übertrieben hat. Man sollte langsam beginnen und am Anfang besser erst eine halbe Stunde „testen“, anstatt sich ein dreistündiges Tonstück anzuhören. So hat der Körper Zeit sich daran zu gewöhnen.

Gibt es Einschränkungen?

Binaurale Beats und Methoden zur Hemisphären-Synchronisation sollten nie verwendet werden, wenn man gerade Auto fährt oder irgendwelche Maschinen bedient!!Am besten nutzt man die Klang Technologie dann, wenn man entspannt ist und sitzt. Binaurale Töne können veränderte Bewusstseinszustände hervorrufen, was man nicht vergessen sollte!

Menschen, die an Epilepsie leiden, sollten besser auf den Gebrauch von binauralen Tönen verzichten. Ebenso gilt dies für Menschen mit Herzproblemen. Wer schon häufiger bewusstlos geworden ist, sollte ebenfalls Vorsicht walten lassen. In solchen Fällen ist es immer besser, den behandelnden Arzt oder Heilpraktiker mit ins Boot zu holen um eventuelle Risiken zu vermeiden.

Binaurale Beats selbst erstellen

Binaurale Beats können vom Menschen nur wahrgenommen werden, wenn diese unterhalb von 1500 Hz angesiedelt sind.

Möchtest Du Binaurale Beats selber erstellen, findest Du hier eine kurze Anleitung. Um zwei unterschiedliche Frequenzen zu erzeugen und einen binauralen Beat zu erzeugen, bietet sich das Programm Audacity an. Hier ein kurzer Fahrplan:

  • Audacity öffnen
  • Unter “Erzeugen” den Punkt “Klang” auswählen
  • Dann in der erscheinenden Box “Sinus” stehen lassen und bei “Frequenz” 250 Hz einstellen.
  • Punkt 2 u. 3 wiederholen und 260 Hz einstellen
  • Beide Klangspuren jeweils links und rechts einstellen.

Unser Binaureler Ton ist in diesem Beispiel auch 10 Hz.

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