Über Jahre gewachsener Hirntumor: Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Hirntumore sind komplexe Erkrankungen, die sowohl gutartige als auch bösartige Formen annehmen können. Obwohl sie in jedem Lebensalter auftreten können, sind sie insgesamt selten. Im Jahr 2020 erkrankten in Deutschland etwa 7.330 Menschen an einem bösartigen Hirntumor. Im Vergleich dazu erhielten im selben Jahr fast 60.000 Menschen die Diagnose Darmkrebs. Frauen sind im Durchschnitt mit etwa 65 Jahren betroffen, Männer etwa zwei Jahre früher.

Entstehung und Arten von Hirntumoren

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Hirntumoren sind bis heute nicht vollständig geklärt. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Entartung von Zellen zufällig erfolgt. Der bösartige Krebs kann in verschiedenen Strukturen des zentralen Nervensystems entstehen. Die Beschwerden der Betroffenen sind vielfältig und hängen stark vom Zelltyp, dem Wachstum, der Geschwindigkeit und der Aggressivität des Tumors ab.

Hirnmetastasen, die immer bösartig sind, entstehen durch die Streuung von Krebszellen aus einem anderen Organ in das zentrale Nervensystem. Oftmals gehen Hirntumore von den Gliazellen aus, den Stütz- und Nährgeweben des Gehirns. Durch entartete Gliazellen entsteht ein sogenanntes Gliom, das etwa die Hälfte aller Gehirntumore ausmacht.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Klassifikation mit vier Tumorgraden entwickelt, um die Aggressivität von Hirntumoren zu bestimmen. Das Glioblastom beispielsweise zählt zu den Grad-4-Hirntumoren und ist nicht heilbar. Die Lebenserwartung dieser Patienten ist deutlich verkürzt. Gutartige Hirntumore wie Meningeome, die von den Hirn- und Rückenmarkshäuten ausgehen, oder Tumore der Hirnnerven haben in der Regel eine bessere Prognose.

Symptome und Anzeichen eines Hirntumors

Die Symptome eines Hirntumors sind vielfältig und hängen von der Lage, Größe und Wachstumsgeschwindigkeit des Tumors ab. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

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  • Kopfschmerzen: Typischerweise treten diese während der Nacht oder in den frühen Morgenstunden auf und bessern sich im Laufe des Tages. Sie werden im Verlauf von Tagen bis Wochen immer stärker und lassen sich durch normale Schmerzmittel nur kurz oder gar nicht beeinflussen.
  • Epileptische Anfälle: Etwa 20 Prozent der Betroffenen erleiden ohne Vorwarnung epileptische Anfälle. Diese können fokale Anfälle sein, die von einer bestimmten Hirnregion ausgehen, oder generalisierte Anfälle, die mehrere Hirnregionen betreffen.
  • Neurologische Ausfälle: Je nach Lage des Tumors können neurologische Ausfälle wie Sehstörungen, Sprachstörungen, Lähmungen oder Gefühlsstörungen auftreten.
  • Persönlichkeitsveränderungen: Tumoren im Stirnlappen des Gehirns können zu Persönlichkeitsveränderungen, Verhaltensstörungen und Änderungen im Antrieb führen.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Symptome auch andere Ursachen haben können. Bei Verdacht auf einen Hirntumor sollte jedoch unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Diagnose von Hirntumoren

Die Diagnose eines Hirntumors erfolgt in der Regel durch eine Kombination verschiedener Untersuchungen:

  • Anamnese und körperliche Untersuchung: Der Arzt erfragt die Krankengeschichte des Patienten und führt eine körperliche Untersuchung durch, um neurologische Ausfälle festzustellen.
  • Bildgebende Verfahren: Die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT) sind wichtige bildgebende Verfahren, um die Lage, Größe und Form des Tumors zu bestimmen. Die Positronenemissionstomographie (PET) kann zusätzliche Informationen über die Stoffwechselaktivität des Tumors liefern.
  • Gewebebiopsie: Eine Gewebebiopsie ist erforderlich, um den Zelltyp des Tumors zu bestimmen und den Tumorgrad festzulegen. Die Gewebeprobe wird unter dem Mikroskop untersucht und molekulargenetisch analysiert.
  • Liquoruntersuchung: In einigen Fällen ist eine Untersuchung des Nervenwassers (Liquor) erforderlich, um Tumorzellen nachzuweisen.

Behandlungsmöglichkeiten von Hirntumoren

Die Behandlung von Hirntumoren ist komplex und erfordert einen multidisziplinären Ansatz. Die wichtigsten Behandlungsstrategien sind:

  • Operation: Die Tumoroperation ist, sofern möglich, die erste Maßnahme, um den Krebs größtmöglich zu entfernen und danach zu untersuchen. Ziel ist es, so viel Tumorgewebe wie möglich zu entfernen, ohne das umliegende gesunde Hirngewebe zu schädigen.
  • Strahlentherapie: Bei der Bestrahlung wird der Tumor lokal mit hochenergetischen Strahlen "beschossen". Anders als gesunde Zellen können Tumorzellen die entstandenen Schäden nicht reparieren: Die Krebszellen sterben ab.
  • Chemotherapie: Bei einer Chemotherapie werden Medikamente eingesetzt, die die Zellteilung verhindern. Da gerade Krebszellen sich besonders rasch teilen, ist die Chemotherapie hier besonders wirksam.
  • Zielgerichtete Therapie: Unter zielgerichteter Therapie versteht man die Vergabe von speziellen Medikamenten, die auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet sind. Wirkstoffe der zielgerichteten Therapie unterbinden verschiedene Prozesse, die für das Wachstum des Tumors wichtig sind.

Die Wahl der Behandlungsmethode hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Zelltyp, dem Tumorgrad, der Lage des Tumors und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten.

Glioblastom: Eine besondere Herausforderung

Das Glioblastom ist der häufigste und aggressivste primäre Hirntumor bei Erwachsenen. Es zeichnet sich durch ein schnelles Wachstum und die Fähigkeit aus, umliegendes Hirngewebe zu infiltrieren. Trotz intensiver Forschung und Behandlungsmöglichkeiten ist das Glioblastom bis heute nicht heilbar.

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Die Standardtherapie umfasst eine Operation zur Entfernung des Tumors, gefolgt von einer kombinierten Radio-Chemo-Therapie. In einigen Fällen können auch Tumor Treating Fields (TTF) eingesetzt werden, die elektrische Felder erzeugen, um die Zellteilung der Tumorzellen zu stören.

Die Prognose für Patienten mit Glioblastom istLimited, mit einer durchschnittlichen Überlebenszeit von etwa 15 Monaten. Die Forschung konzentriert sich daher auf die Entwicklung neuer Therapieansätze, um die Überlebenszeit zu verlängern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.

Leben mit einem Hirntumor

Die Diagnose eines Hirntumors kann für Betroffene und ihre Angehörigen eine große Belastung darstellen. Es ist wichtig, sich umfassend über die Erkrankung und die Behandlungsmöglichkeiten zu informieren und sich professionelle Unterstützung zu suchen.

Es gibt zahlreiche Anlaufstellen, die Betroffenen und ihren Familien helfen können, mit der Erkrankung umzugehen. Dazu gehören Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen und psychoonkologische Angebote.

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