Parkinson, eine neurodegenerative Erkrankung, die durch Bewegungsverarmung, Verlust der Spontanmotorik und Kleinschrittigkeit gekennzeichnet ist, stellt Betroffene und ihre Familien vor große Herausforderungen. Udo Hofmann, Gründer einer Parkinson-Selbsthilfegruppe, und andere Betroffene zeigen jedoch, dass ein aktives Leben mit der Krankheit möglich ist. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Parkinson, von den Ursachen und Symptomen bis hin zu innovativen Therapieansätzen und der Bedeutung von Selbsthilfegruppen.
Parkinson: Eine Krankheit mit vielen Facetten
Morbus Parkinson ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die hauptsächlich das zentrale Nervensystem betrifft. Die Krankheit manifestiert sich oft durch eine Kombination von motorischen und nicht-motorischen Symptomen.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Ursachen von Parkinson sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass sowohl genetische als auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen. Ein wichtiger Faktor ist der Abbau von Dopamin-produzierenden Nervenzellen im Gehirn, insbesondere in der Substantia nigra.
Symptome
Die Symptome von Parkinson können von Person zu Person variieren. Zu den häufigsten motorischen Symptomen gehören:
- Tremor: Zittern, meist in Ruhe.
- Rigor: Muskelsteifheit.
- Bradykinese: Verlangsamung der Bewegungen.
- Posturale Instabilität: Gleichgewichtsstörungen.
Neben den motorischen Symptomen können auch nicht-motorische Symptome auftreten, wie z.B.:
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- Depressionen
- Schlafstörungen
- Verdauungsprobleme
- Kognitive Beeinträchtigungen
Diagnose
Die Diagnose von Parkinson basiert hauptsächlich auf der klinischen Untersuchung und der Anamnese des Patienten. Bildgebende Verfahren wie MRT oder CT können eingesetzt werden, um andere Erkrankungen auszuschließen.
Udo Hofmann: Ein Leben mit Parkinson
Udo Hofmann, ein engagierter Mann aus der Region Mittelmosel-Hunsrück, gründete vor 25 Jahren eine Parkinson-Selbsthilfegruppe. Seine Motivation war es, anderen Betroffenen und ihren Familien zu helfen, mit der Krankheit umzugehen. „Wir haben Parkinson“, sagt Hofmann bewusst im Plural, um zu betonen, dass die Krankheit nicht nur den Betroffenen selbst, sondern die ganze Familie betrifft.
Dank intensiven logopädischen Trainings kann Hofmann sich noch gut artikulieren. Er und seine Frau Karin unterstützen die Selbsthilfegruppe tatkräftig. Die Gruppe hat 120 Mitglieder zwischen 50 und 90 Jahren, von denen einige bettlägerig sind.
Die Bedeutung von Selbsthilfegruppen
Selbsthilfegruppen spielen eine wichtige Rolle für Menschen mit Parkinson und ihre Angehörigen. Sie bieten eine Plattform für Austausch, Information und gegenseitige Unterstützung. In den Treffen der Parkinson-Selbsthilfegruppe, die regelmäßig im Hof Hesselmann stattfinden, erklingt beispielsweise Akkordeonmusik, zu der Lieder gesungen werden, oder es werden gymnastische Übungen vorgestellt und ausprobiert.
Austausch und Information
In der Selbsthilfegruppe können Betroffene ihre Erfahrungen austauschen und sich über verschiedene Aspekte der Krankheit informieren. Sie erhalten Ratschläge von anderen Betroffenen und lernen, wie sie mit den Herausforderungen des Alltags besser umgehen können.
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Gegenseitige Unterstützung
Die Selbsthilfegruppe bietet den Betroffenen ein Gefühl der Gemeinschaft und des Verständnisses. Sie wissen, dass sie nicht allein sind mit ihren Problemen und dass es Menschen gibt, die sie unterstützen.
Verbesserung der Lebensqualität
Ein wichtiges Ziel der Selbsthilfegruppe ist die Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen. Durch den Austausch, die Information und die gegenseitige Unterstützung können die Betroffenen ihr Selbstvertrauen stärken und ihre Ängste abbauen.
Innovative Therapieansätze
Neben den klassischen Therapieansätzen wie Medikamenten und Physiotherapie gibt es auch innovative Therapieansätze, die das Potenzial haben, die Behandlung von Parkinson zu verbessern.
Galaktose: Ein einfacher Zucker als Lösung?
Eine interessante These ist, dass Demenz, und möglicherweise auch Parkinson, eine Stoffwechselstörung sein könnte, ähnlich einem Diabetes Typ 3. Werner Reutter, ein Experte für Zuckerbiochemie, vermutet, dass defekte Insulinrezeptoren im Gehirn die Ursache sein könnten. Studien deuten darauf hin, dass eine Insulinresistenz der Gehirnzellen bereits vor der Entstehung von Plaques vorhanden sein kann.
Reutter konnte an Ratten zeigen, dass Galaktose, ein einfacher Zucker, das Erinnerungsvermögen von Tieren mit blockierten Insulinrezeptoren im Gehirn erhalten kann. Erste Versuche mit Galaktose bei Demenzkranken waren vielversprechend und zeigten Verbesserungen in Orientierung, Erinnerung und sozialer Kommunikation.
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Galaktose ist als Nahrungsergänzungsmittel frei verkäuflich und könnte eine kostengünstige Alternative zu teuren Medikamenten sein. Leistungssportler schätzen Galaktose, da sie insulinunabhängig in die Zellen gelangt und schnell neue Energie liefert.
Stammzellentherapie
Ein weiterer vielversprechender Therapieansatz ist die Stammzellentherapie. Dabei werden Stammzellen in das Gehirn transplantiert, um die beschädigten Nervenzellen zu ersetzen.
Veranstaltungen und Aktivitäten
Die Parkinson-Selbsthilfegruppe Mittelmosel-Hunsrück ist sehr aktiv und bietet eine Vielzahl von Veranstaltungen und Aktivitäten an, darunter:
- Regelmäßige Treffen mit Fachvorträgen
- Krankengymnastik
- Ausflüge
- Informationsstände
Ottfried Fischer: Ein prominenter Betroffener
Auch prominente Persönlichkeiten wie Ottfried Fischer, ein bekannter bayerischer Kabarettist und Schauspieler, sind von Parkinson betroffen. Fischer sprach im Februar erstmals öffentlich von seiner Erkrankung und erhielt viel Zuspruch von Kollegen. Trotz seiner Erkrankung arbeitet Fischer weiterhin an neuen Projekten und zeigt, dass ein erfülltes Leben mit Parkinson möglich ist.