Universitätsmedizin Mainz: Neurologie im Fokus

Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige Einrichtung dieser Art in Rheinland-Pfalz. Mehr als 50 Kliniken, Institute und Abteilungen sowie zwei Einrichtungen der medizinischen Zentralversorgung - die Apotheke und die Transfusionszentrale - gehören zur Universitätsmedizin Mainz. Mit der Krankenversorgung untrennbar verbunden sind Forschung und Lehre. Rund 3.500 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz kontinuierlich ausgebildet.

Klinik und Poliklinik für Neurologie

Die Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universitätsmedizin Mainz unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Frauke Zipp, bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen für Erkrankungen des Nervensystems. Schwerpunkte liegen in der Behandlung von Multipler Sklerose, Schlaganfall und anderen entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems.

Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Frauke Zipp

Am 12. März 2010 hielt Prof. Dr. Frauke Zipp ihre Antrittsvorlesung zum Thema „Eine neue Liaison in der Neurologie: Multiple Sklerose, Schlaganfall und Entzündung“. Weitere Festredner waren Univ.-Prof. Dr. Johannes Dichgans aus Tübingen zu „Perspektiven für unsere Universitätskliniken“ sowie Univ.-Prof. Dr. Helmut Steinmetz, Direktor der Klinik für Neurologie des Klinikums der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, über „Neurologie: Unsere Zukunft“.

Zur Person Univ.-Prof. Dr. Frauke Zipp

Univ.-Prof. Dr. Frauke Zipp wurde zum 1. Dezember 2009 als Nachfolgerin von Univ.-Prof. Dr. Marianne Dieterich auf den Lehrstuhl für Neurologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz berufen und hat die Leitung der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universitätsmedizin Mainz übernommen. Zuvor war sie seit 2006 Professorin für Molekulare Neurologie an der Charité - Universitätsmedizin Berlin und Leiterin der Cecile-Vogt-Klinik. Seit 2009 ist Prof. Zipp Mitglied des Multiple-Sklerose-Kompetenznetzwerks des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Klinik und Poliklinik für Neuroradiologie

Die Klinik und Poliklinik für Neuroradiologie ist ein integraler Bestandteil des Neurovaskulären Netzwerks Rheinland-Pfalz (NVN RLP). Als größtes neuroradiologisches Zentrum in Rheinland-Pfalz trägt die Klinik mit ca. 200 Schlaganfallbehandlungen pro Jahr 24/7 zur Sicherung der Schlaganfallversorgung in Rheinland-Pfalz bei. Sowohl bei Notfällen, als auch zur ambulanten und stationären Abklärung gewährleistet das Team aus Experten die individuell bestmögliche Therapie.

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Schwerpunkte der Neuroradiologie

Ein besonderer Schwerpunkt der Klinik ist die minimal-invasive Therapie von Gefäßerkrankungen des Kopfes und Rückenmarks über einen Katheter. Das hochspezialisierte Team hat langjährige Erfahrung und führt mit hoher Fallzahl Behandlungen von Schlaganfällen (Apoplex), Aneurysmen (Gefäßwandaussackungen), arteriovenösen Malformationen (AVM) oder Durafisteln (dAVF) durch. Verengungen der Hirngefäße und Halsschlagadern (Arteria Carotis) werden ebenfalls regelmäßig z.B. mit einem Stent behandelt.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

In enger Zusammenarbeit mit Partnern in der Neurochirurgie, Neurologie, Gefäßchirurgie, HNO- und Augenheilkunde, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und weiteren hochspezialisierten Kliniken werden Therapieentscheidungen interdisziplinär in unserem Neurovaskulärem Zentrum, sowie in Tumorboards und anderen Besprechungen getroffen, um gemeinsam eine individuell angepasste Therapie für jeden unserer Patienten zu erarbeiten und diese zu überprüfen.

Modernste Bildgebung und Diagnostik

Auch in der Bildgebung und Diagnostik wird universitäres Spitzenniveau geboten, denn nur so kann die schnelle Versorgung von lebensbedrohlichen Notfällen wie dem Schlaganfall oder Aneurysma gewährleistet werden. Aktuell wird einer der modernsten Computertomographen Deutschlands in der Klinik für Neuroradiologie in Betrieb genommen. Dieses Gerät erlaubt als bisher einziges Multislice-CT in Deutschland mit 0,25mm-großen Detektorelementen Untersuchungen mit höchster Auflösung. Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz bei der Bildrekonstruktion kann darüber hinaus eine deutliche Reduktion der Strahlenbelastung erzielt werden. Darüber hinaus betreibt die Klinik zur MRT-Diagnostik derzeit zwei Kernspintomographen, wobei das 1,5 Tesla Gerät neuester Bauart Mitte 2019 in Betrieb genommen worden ist und das 3,0 Tesla System mit 64-Kanal Kopfspule bei speziellen Aufnahmen höchste Bildqualität erlaubt.

Weitere neurologisch relevante Bereiche und Institute

Neben den Kliniken für Neurologie und Neuroradiologie sind zahlreiche weitere Institute und Abteilungen der Universitätsmedizin Mainz an der Erforschung und Behandlung neurologischer Erkrankungen beteiligt. Dazu gehören unter anderem:

  • Neurochirurgische Klinik und Poliklinik: Behandlung von Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks und der peripheren Nerven, die operative Eingriffe erfordern.
  • Institut für Neuropathologie: Diagnostik von Erkrankungen des Nervensystems durch die Untersuchung von Gewebeproben.
  • Institut für Neurochirurgische Pathophysiologie: Erforschung der Mechanismen neurologischer Erkrankungen.
  • Institut für Molekulare Medizin: Untersuchung der molekularen Grundlagen von Krankheiten, einschließlich neurologischer Erkrankungen.
  • Institut für Mikroskopische Anatomie und Neurobiologie: Erforschung der Struktur und Funktion des Nervensystems.

Ausbildungszentren

Die Universitätsmedizin Mainz bietet eine Vielzahl von Ausbildungsplätzen in verschiedenen Gesundheitsberufen an, die für die neurologische Versorgung relevant sind:

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  • Ausbildungszentrum Ernährung und Diätetik: Jährlich 18 Ausbildungsplätze, Beginn: 01.10. Abschluss: staatl. Prüfung, Kooperation mit 2 Hochschulen: Abschluss B.Sc.
  • Ausbiildungszentrum für Physiotherapie: 30 Ausbildungsplätze/Jahr, jeweils ab 1.10. Ausbildungsbegleitender Studiengang an der Kath. Hochschule Mainz möglich.
  • 20 Ausbildungsplätze für Krankenpflegehilfe: Beginn immer zum 01.04. eines Jahres.
  • Ausbildungszentrum für Logopädie: Jährlich 20 Ausbildungsplätze schulgeldfrei. Aufgrund einer Kooperation mit der Katholischen Hochschule Mainz haben die Auszubildenden die Möglichkeit, einen akad. Grad zu erwerben.
  • Lehranstalt für MTAL: Jährl. 44 Ausbildungsplätze. Ausbildungszeit: 3 Jahre. Die Ausbildung MTRA dauert 3 Jahre und schließt mit der staatl. Prüfung ab. Ausbildungsumfang: 4400 Std. davon 2800 theoret. u. 1600 prakt. Std.
  • OTA-Ausbildung: Die staatlich anerkannte OTA-Ausbildung dauert 3 Jahre und umfasst 2100 theoretische Stunden und mindestens 2500 Stunden in der Praxis, Die Ausbildung startet jährlich zum 01.Oktober mit 20 Ausbildungsplätzen.
  • ATA-Ausbildung: Die staatlich anerkannte ATA-Ausbildung dauert 3 Jahre und umfasst 2100 theoretische Stunden und mindestens 2500 Stunden in der Praxis. Die Ausbildung startet jährlich zum 01. Oktober mit 20 Ausbildungsplätzen.

Forschung und Lehre

In der Universitätsmedizin Mainz hat das gesamte wissenschaftliche Personal gemäß den Regelungen der Hochschullehrverordnung eine Lehrverpflichtung, welche nach Stellenart variiert. Die Mainz Research School of Translational Biomedicine (TransMed) bietet eine integrierte, multidisziplinäre Ausbildung in allen Aspekten der translationalen Medizin. Doktoranden haben die Möglichkeit, einen MD-PhD oder PhD-Grad zu erwerben und werden strukturiert betreut. Informationen zu laufenden Kooperationen der Universitätsmedizin finden sich auf den Seiten der Abt. Forschung.

Angebotene Behandlungen (Auswahl)

Die Universitätsmedizin Mainz bietet ein breites Spektrum an Behandlungen für neurologische Erkrankungen. Hier eine Auswahl:

  • Verschluss und Stenose der A. (Arteria): Behandlung von Gefäßverschlüssen und -verengungen.
  • Aneurysma und Dissektion der A. (Arteria): Behandlung von Gefäßaussackungen und -aufspaltungen.
  • Krankheiten des N. facialis [VII]: Behandlung von Erkrankungen des Gesichtsnervs.
  • Lähmung des N. abducens [VI]: Behandlung von Lähmungen des Nervus abducens (Augenbewegungsnerv).
  • Lähmung des N. oculomotorius [III]: Behandlung von Lähmungen des Nervus oculomotorius (Augenbewegungsnerv).
  • Krankheiten des N. trigeminus [V]: Behandlung von Erkrankungen des Trigeminusnervs (Gesichtsnerv).
  • Lähmung des N. trochlearis [IV]: Behandlung von Lähmungen des Nervus trochlearis (Augenbewegungsnerv).
  • Läsion des N. (Nervus): Behandlung von Nervenläsionen.
  • Sonstige Affektionen des N. opticus [II]: Behandlung von Erkrankungen des Sehnervs.
  • Krankheiten des N. hypoglossus [XII]: Behandlung von Erkrankungen des Nervus hypoglossus (Zungennerv).
  • Krankheiten des N. glossopharyngeus [IX]: Behandlung von Erkrankungen des Nervus glossopharyngeus (Zungen-Rachen-Nerv).
  • Affektionen des N. (Nervus): Behandlung von Nervenerkrankungen.

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