Vegetatives Nervensystem und Müdigkeit: Ursachen und Lösungsansätze

Fatigue, ein krankhafter Erschöpfungszustand, der sich durch Schlaf oder Ruhephasen nicht bessert, kann viele Ursachen haben. Sie kann als Folge- oder Begleiterkrankung bei unterschiedlichen Grunderkrankungen auftreten oder als eigenständige Erkrankung. Betroffene empfinden sie als außerordentlich belastend, was ihre Lebensqualität erheblich einschränkt.

Fatigue: Ein Überblick

Unter Fatigue versteht man eine zu den vorausgegangenen Anstrengungen unverhältnismäßige, sich durch Schlaf oder Ruhephasen nicht bessernde krankhafte Erschöpfung auf körperlicher, geistiger und oft auch emotionaler Ebene. Eine chronische Erschöpfung kann viele Ursachen haben. Sie kann als Folge- oder Begleiterkrankung bei ganz unterschiedlichen Grunderkrankungen auftreten oder als eigenständige Erkrankung. Sie wird von den Betroffenen als außerordentlich belastend empfunden und schränkt die Lebensqualität erheblich ein.

Viele Faktoren tragen zur Krankheitsentstehung bei. Chronische Fatigue kann durch unterschiedliche Organfunktionsstörungen bedingt sein. Auch greifen manche Therapien in Stoffwechselabläufe und hormonelle Regelkreisläufe ein und begünstigen so die Entstehung einer Fatigue. Ein wichtiger Faktor scheinen autoimmune Prozesse und Regulationsstörungen des vegetativen Nervensystems zu sein, zudem spielen chronische Entzündungsprozesse eine Rolle. Eine bereits vorbestehende körperliche Minderbelastbarkeit oder emotionale Belastungen, z.B durch eine Depression, können ebenfalls die Entstehung einer Fatigue begünstigen. Das sind alles nur Puzzleteile. Letztendlich ist die Pathogenese aber immer noch unklar.

Sehr oft sind Patient*innen mit Multipler Sklerose und anderen schweren neurologischen Erkrankungen betroffen. Es liegt jedoch nicht immer eine organische Grunderkrankung vor. Auch bei der Fibromyalgie, einer komplexen chronischen Schmerzerkrankung ohne fassbare strukturelle Ursache, findet sich in vielen Fällen eine begleitende Fatigue. Nicht zu vergessen sind die post-infektiösen Syndrome im Zusammenhang mit viralen oder bakteriellen Infektionen. Brandaktuell beobachten wir ein vergleichbares Phänomen beim sogenannten Long-Covid-Syndrom. Erste Zahlen belegen, dass ca. jeder 8. Patient nach überstandener Covid-Infektion neben unterschiedlichen organbezogenen Symptomen auch von einer Fatigue betroffen ist.

Eine Fatigue entwickelt sich auch häufig im Rahmen von Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise dem Lupus erythematodes. Wie schon gesagt, die Ursache ist multifaktoriell. Auslöser sind höchst unterschiedliche Erkrankungen. Zudem spielen vorhandene Begleiterkrankungen sowie die individuelle körperliche und psychische Konstitution der Betroffenen eine Rolle.

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Das vegetative Nervensystem: Ein Schlüssel zur Energie

Das vegetative Nervensystem, auch autonomes Nervensystem genannt, reguliert lebenswichtige Körperfunktionen, die nicht bewusst steuerbar sind. Dazu gehören Herzfrequenz, Blutdruck, Atmung, Verdauung, Stoffwechsel, Körpertemperatur und sexuelle Reaktion. Es besteht aus zwei Hauptkomponenten:

  • Sympathikus: Der aktivierende Teil, der den Körper auf Stress und Aktivität vorbereitet.
  • Parasympathikus: Der beruhigende Teil, der für Entspannung und Regeneration zuständig ist.

Ein Ungleichgewicht zwischen Sympathikus und Parasympathikus kann zu einer vegetativen Dystonie führen, die wiederum Müdigkeit und Erschöpfung begünstigen kann.

Vegetative Dystonie: Fehlregulierte Spannung des Nervensystems

Eine vegetative Dystonie bedeutet wörtlich eine "fehlregulierte Spannung (Dystonus) des vegetativen Nervensystems". Dieses koordiniert viele wichtige Körperfunktionen, die sich willentlich kaum oder gar nicht beeinflussen lassen - etwa den Herzschlag, die Atmung oder die Verdauung. Entsprechend lassen sich unter dem Überbegriff der vegetativen Dystonie verschiedene Symptome zusammenfassen - von Herz-Kreislauf-Beschwerden und Kopfschmerzen bis zu zitternden Händen und Durchfall.

Während die Diagnose "vegetative Dystonie" in den 1950er-Jahren ein Massenphänomen war, wurde sie inzwischen zum Teil von unterschiedlichen Synonymen abgelöst. Beispiele dafür sind neurovegetative Störung, vegetative Neurose und autonome Dysregulation.

Leiden Patienten dauerhaft unter Symptomen, für die sich keine körperlichen Ursachen finden lassen, sprechen Ärzte generell von somatoformen Störungen oder funktionellen Syndromen.

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Die vegetative Dystonie ist allerdings nicht zu verwechseln mit der Dystonie: Dies ist ein Sammelbegriff für verschiedene Bewegungsstörungen, etwa eine schiefe Kopfhaltung oder Verkrampfungen in verschiedenen Körperregionen (etwa im Finger, dem sogenannten Musikerkrampf).

Symptome einer vegetativen Dystonie

Eine Vielzahl sehr verschiedener Symptome lässt sich mit dem Begriff vegetative Dystonie in Verbindung bringen. Die Beschwerden sind oft nur schwer einzuordnen. Mögliche Symptome sind:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Schlafstörungen
  • Krämpfe
  • Vermehrtes Schwitzen
  • Erhöhter oder erniedrigter Pulsschlag
  • Leichtes Zittern der Hände
  • Kribbeln in den Gliedmaßen

Im weiteren Sinne fallen unter die vegetative Dystonie verschiedene Symptomkomplexe. Sie treten häufig gemeinsam auf und werden zum Teil als eigenständige Erkrankungen mit unklarer Ursache behandelt.

Ein Beispiel ist das hyperkinetische Herzsyndrom, das mit häufigem Herzrasen und großen Blutdruckschwankungen einhergeht. Von einem Reizdarm spricht man bei chronischen Verdauungsstörungen, die oft mit Bauchschmerzen und Blähungen verbunden ist. Eine überaktive Blase (Reizblase) führt oft zu ständigem Harndrang und häufigem Wasserlassen.

Symptomkomplexe dieser Art bezeichnet man als funktionelle Syndrome. Auch chronische Schmerzen mit unklarer Ursache gehören in diesen Themenkomplex, zum Beispiel die Fibromyalgie. Diese werden jedoch normalerweise nicht unter dem Begriff vegetative Dystonie eingeordnet.

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Unter Umständen werden sporadisch auftretende Panikattacken, die oft keine konkrete Ursachen haben, ebenfalls der vegetativen Dystonie zugeordnet. Hierbei ist abzuklären, ob eventuell eine Panikstörung mit immer wiederkehrenden Attacken vorliegt, die sich gut behandeln lässt.

Ursachen und Risikofaktoren

Die vegetative Dystonie hat oft keine klar abgrenzbare Ursache (Ärzte sprechen dann mitunter von "idiopathisch"). Nicht selten spielen mehrere körperliche, seelische und soziale Umstände eine Rolle. So ist es schwierig, einen konkreten Auslöser für die vegetative Dystonie zu finden.

Ist eine rein körperliche, organische Ursache für die jeweiligen Symptome nach allen notwendigen medizinischen Untersuchungen ausschließbar, zieht der Arzt eine psychosomatische Ursache in Betracht. Körper und Psyche stehen in einem ständigen Wechselspiel miteinander. Und so ist es nicht ungewöhnlich, dass schwere seelische Belastungen sich auf verschiedene Körperfunktionen niederschlagen.

Dazu zählen zum Beispiel permanenter Stress, Trauer, Sorgen und Ängste. Wer zum Beispiel einen geliebten Angehörigen verloren hat oder sich an seinem Arbeitsplatz sehr unglücklich fühlt, entwickelt oft durchaus langfristig körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder häufiges Zittern. Diese Beschwerden wertet der Arzt möglicherweise als vegetative Dystonie.

Auch hormonelle Veränderungen etwa durch die Wechseljahre oder durch eine Schwangerschaft sind mögliche Auslöser für unklare körperliche Beschwerden, die vom Arzt als vegetative Dystonie oder somatoforme Störung diagnostiziert wird.

Das bedeutet nicht, dass die entsprechenden Beschwerden eingebildet oder "nicht echt" sind! Die vegetative Dystonie bringt oft teils beängstigende Symptome (etwa Herzrasen) mit sich und stellt auf Dauer eine große Belastung dar. Somatoforme Störungen sind deshalb genauso ernst zu nehmen wie jene, die eindeutig körperliche Ursachen haben. Beide erfordern eine sorgfältige Diagnose und, wenn sich die Symptome nicht von selbst legen, Behandlung.

Diagnose

Die vegetative Dystonie ist keine Diagnose im Sinne einer konkreten Krankheit, sondern umfasst ein uncharakteristisches Zustandsbild, bei dem offensichtlich verschiedene Funktionen des vegetativen Nervensystems gestört sind.

Zunächst erkundigt sich der Arzt nach der Krankengeschichte (Anamnese). Er fragt also, welche Vorerkrankungen vorliegen, ob der Betroffene Medikamente einnimmt, seit wann die Beschwerden bestehen, in welchen Situationen sie auftreten und ob es noch andere belastende Symptome gibt. Auch die jeweilige Lebenssituation sowie der Alkohol- und Drogenkonsum des Patienten liefern in der Regel wichtige Hinweise.

Dann folgen verschiedene Untersuchungen, um mögliche körperliche Ursachen der Beschwerden abzuklopfen und auszuschließen:

  • Eine körperliche Untersuchung gibt bereits Aufschluss über manche Symptome. Bei einem Patienten mit häufigen Magen-Darm-Problemen tastet der Arzt beispielsweise die Bauchdecke ab. Bestehen Beschwerden in der Herzgegend, horcht er die Herztöne mit einem Stethoskop ab.
  • Eine Puls- und Blutdruckmessung ist besonders bei Kreislaufbeschwerden aufschlussreich. Schwankungen im Tagesverlauf lassen sich gegebenenfalls vom Patienten selbst mit einem manuellen Blutdruckmessgerät prüfen.
  • Mit einer Blutuntersuchung lässt sich zum Beispiel überprüfen, ob Entzündungsprozesse im Körper stattfinden, ob verschiedene Nährstoffmängel vorliegen oder ob ein Überschuss beziehungsweise Mangel an bestimmten Hormonen besteht. So lassen sich mögliche körperliche Ursachen wie eine Schilddrüsenfehlfunktion oder ein Eisenmangel ausschließen.

Wenn eine körperliche Erkrankung noch nicht auszuschließen ist und die Symptome über längere Zeit bestehen, folgen je nach Symptomatik spezielle Untersuchungen. Beispiele sind eine Elektrokardiografie (EKG), eine Stuhl- oder Urinuntersuchung sowie bildgebende Verfahren wie Ultraschall- und Röntgenuntersuchung. Der Arzt versucht dabei aber in der Regel, unnötige und eventuell belastende Untersuchungen zu vermeiden.

Eine vegetative Dystonie beziehungsweise somatoforme Störungen ist letztlich diagnostisch nicht sicher nachweisbar, aber auch nur schwer zu widerlegen. Die Diagnose stellen Mediziner in der Regel dann, wenn keine körperlichen Ursachen zu finden sind.

Einen spezifischen Test auf vegetative Dystonie gibt es wegen der Vielzahl der mögliche Symptome nicht.

Verlauf und Prognose

Wie die vegetative Dystonie verläuft, hängt von verschiedenen Umständen ab. In der Regel ist die Prognose gut. Eine vegetative Dystonie schränkt die Lebenserwartung nicht ein. In 50 bis 75 Prozent der Fälle verlaufen somatoforme Störungen leicht und die Symptome bessern sich mit der Zeit wieder.

Bei Patienten mit einer sehr ängstlichen und negativen Sicht auf ihre Beschwerden, bei starkem Vermeidungsverhalten und parallelen psychischen Erkrankungen (wie etwa Depressionen oder Angststörungen) ist die Prognose schlechter. Dies gilt auch für starke psychosoziale Belastungen, die sich nicht auflösen lassen.

Ebenfalls scheint es sich negativ auf den Verlauf auszuwirken, wenn der Betroffene länger als einen Monat aus seinem Beruf ausscheidet oder sich von Freunden und der Familie zurückzieht.

Eine vegetative Dystonie mit "schwerem Verlauf" bedeutet, dass die Symptome mit der Zeit stärker werden und dauerhaft auftreten (Chronifizierung). Dies heißt jedoch nicht, dass die Beschwerden für immer bestehen, nur weil sie sich zunächst nicht erfolgreich behandeln lassen. Es besteht immer die Möglichkeit, dass die vegetative Dystonie sich von selbst zurückentwickelt.

Burnout-Syndrom: Erschöpfung durch Überforderung

Beim Burnout-Syndrom, das auch als vegetative Dystonie oder chronische Müdigkeit bezeichnet wird, handelt es sich um eine Störung des vegetativen Nervensystems. Dabei verhält es sich ungefähr so, als wenn eine Autobatterie nicht mehr über die Lichtmaschine nachgeladen wird, dennoch aber Höchstleistungen abgeben soll. Durch die Dauerbelastung verliert der Organismus nach und nach seine natürliche Fähigkeit zur Selbstregulation. Irgendwann schafft er es selbst in belastungsfreien Phasen nicht mehr, auf ein normales Niveau zurückzukehren. Mit Burnout wird die psychovegetative Erschöpfung infolge chronischer, privat oder beruflich bedingter Überforderung bezeichnet.

Die drei Phasen des Burnout

Das Krankheitsgeschehen steigert sich allmählich und führt letztlich zur "existenziellen Verzweiflung". Wenn die Stressoren auch dann nicht nachlassen, entwickeln sich Folgeerkrankungen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Schwächung des Immunsystems
  • Bluthochdruck
  • Gefäßveränderungen
  • Arteriosklerose
  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Infektanfälligkeit
  • Tics
  • Zähneknirschen
  • Tinnitus
  • Hörsturz
  • Rücken-, Schulter-, Nacken-, Kopfschmerzen
  • Darmverstopfung
  • Durchfall
  • Übergewicht
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre
  • Diabetes mellitus

Ursachen von Müdigkeit und Erschöpfung

Jeder fühlt sich mal müde oder abgeschlagen. Erschöpfung und Müdigkeit sind oft Zeichen für ein Ungleichgewicht des vegetativen Nervensystems. Wird der aktivierende Teil des Nervensystems (Sympathikus) stärker beansprucht, fährt der beruhigende Teil (Parasympathikus) seine Leistung zurück und ebenso anders herum. Der Körper verfällt in ein Extrem. Überwiegt der beruhigende Teil des Nervensystems und werden zu wenig aktivierende Impulse gesetzt, wie z. B. Das Gegenteil ist der Fall, wenn man hingegen ständig aktiv ist und sich keine Pausen gönnt. Jetzt wird der aktivierende Teil des Nervensystems vermehrt angeregt. Stress und dauerhaft hohe geistige oder körperliche Herausforderungen wirken in diesem Sinne aktivierend. Hält dieser Zustand länger an, reagiert der Körper mit deutlichen Ermüdungszeichen.

Doch in unserer Leistungsgesellschaft gibt es zahlreiche Wege, diese Signale zu übergehen und den Körper auszutricksen: ein Tasse Kaffee, laute Musik, Energiedrinks, etc. Irgendwann ist jedoch der Punkt erreicht, an dem die Erschöpfung einsetzt. Nun hilft nur noch Ruhe; das aktivierende Nervensystem braucht eine Pause und das beruhigende Nervensystem kann die notwendige Regeneration einleiten. Eine Daueraktivität des aktivierenden Nervensystems erhöht die Säurelast im Stoffwechsel und lähmt den Säureabbau. In Stressphasen achten wir meistens auch weniger auf unsere Ernährung - die Tendenz zum „Fast Food” ist dann hoch. Nicht umsonst hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Stress zur größten Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhunderts erklärt. Unsere Atmung wird unter Stress häufig flacher, das Abatmen von Kohlendioxid, der Hauptsäure, wird somit erschwert. Entspannung und Bewegung sind weitere wichtige Faktoren für den Stressabbau. Eine einseitige Ernährungsweise und Stress haben einen wichtigen Einfluss auf unsere Säure-Basen- und Mineralstoff-Balance. Eine ausreichende Versorgung mit basischen Mineralstoffen, wie sie reichlich in Gemüse und Obst und Dr.

Funktionelle Medizin: Ursachenforschung jenseits der Routine

Routineuntersuchungen zeigen oft keine auffälligen Befunde und lassen so manche Beschwerden unklar oder scheinbar unerklärlich zurück. Die Funktionelle Medizin geht hier jedoch weiter und nutzt eine Reihe spezieller Diagnostikmethoden, um die tieferliegenden Ursachen von Symptomen zu identifizieren. Im Mittelpunkt steht dabei die ganzheitliche Betrachtung des Körpers und seiner Systeme, die im Zusammenspiel oft entscheidend für unser Wohlbefinden sind.

Ein wesentlicher Bestandteil dieser diagnostischen Herangehensweise sind umfassende Laboranalysen, die über klassische Blutwerte hinausgehen. Hierbei werden unter anderem spezifische Marker für Entzündungen, Stoffwechselprozesse und die Hormonregulation geprüft. Diese detaillierten Einblicke helfen uns, ein genaues Bild über mögliche Ungleichgewichte oder Belastungen im Körper zu gewinnen.

Zusätzlich wird eine Messung der Herzratenvariabilität (VNS-Analyse) durchgeführt. Diese gibt Aufschluss über die Regulationsfähigkeit des vegetativen Nervensystems, das eine zentrale Rolle bei der Stressbewältigung, Regeneration und allgemeinen Körperbalance spielt. Die VNS-Analyse ermöglicht es, den Einfluss von chronischem Stress oder versteckten Störungen im vegetativen Nervensystem zu erkennen, die häufig in Zusammenhang mit Beschwerden stehen, die in herkömmlichen Untersuchungen schwer erfassbar sind.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Funktionellen Medizin ist die Betrachtung der hormonellen Balance und der Darmgesundheit. Hormone sind Schlüsselregulatoren im Körper und können weitreichende Auswirkungen auf unser Wohlbefinden haben. Ungleichgewichte in der Hormonproduktion können zu einer Vielzahl von Symptomen führen, von chronischer Müdigkeit und Stimmungsschwankungen bis hin zu Stoffwechselproblemen. Auch der Darm spielt eine entscheidende Rolle: Eine gesunde Darmflora ist nicht nur für die Verdauung wichtig, sondern auch für das Immunsystem und die Hormonregulation. Daher wird die Funktion und Zusammensetzung der Darmflora ebenfalls untersucht, um mögliche Belastungen zu erkennen und zu behandeln.

Durch diese umfassende Diagnostik der Funktionellen Medizin können die Ursachen der Beschwerden besser verstanden und gezielt angegangen werden.

Was tun bei vegetativer Dystonie und Müdigkeit?

Wie eine vegetative Dystonie am besten behandelt wird, hängt von ihrem jeweiligen Auslöser und ihrer Ausprägung ab. Bleibt die körperliche Diagnostik ohne Ergebnis, raten Ärzte häufig dazu, zunächst abzuwarten und den Verlauf der Beschwerden zu beobachten - somatoforme Störungen legen sich häufig nach einer Weile von alleine wieder.

Ist dies nicht der Fall, empfiehlt der Arzt meist eine Psychotherapie. Dies bedeutet keinesfalls, dass er die Beschwerden des Patienten nicht ernst nimmt. Oft haben körperliche Symptome ihre Wurzeln in der Psyche - es sind dann sogenannte psychosomatische Beschwerden. Die vegetative Dystonie lässt sich deshalb am besten mit psychotherapeutischen Maßnahmen behandeln. Sie versprechen die größte Aussicht auf Beschwerdefreiheit.

Einige Psychotherapeuten sind auf somatoforme Störungen beziehungsweise vegetative Dystonie spezialisiert. Mit dieser Unterstützung lernen viele Betroffene, ihre Beschwerden besser einzuordnen und mit ihnen im Alltag umzugehen - dies geschieht zum Beispiel im Rahmen einer kognitiven Verhaltenstherapie.

Besonders hilfreich ist es, die Gründe und Gefühle aufzuarbeiten, die hinter den Symptomen stehen. Sind belastende Empfindungen wie Stress, Sorgen oder Trauer aus der Welt zu schaffen oder anders zu verarbeiten, bessern sich auf Dauer meist auch die körperlichen Beschwerden.

Viele Betroffene stecken auch in einer Art "Teufelskreis der Vermeidung". Sie gehen Situationen, in denen ihre Symptome verstärkt auftreten, immer wieder aus dem Weg. Letztlich verstärken sie so den Leidensdruck, den die vegetative Dystonie mit sich bringt. Ein Psychotherapeut ist dabei ein guter Ansprechpartner, um dieses Verhalten zu durchbrechen.

Auf einige somatoforme Störungen hat körperliche Bewegung einen positiven Einfluss, also Sport oder Spaziergänge. Einigen Betroffenen helfen Entspannungsübungen wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training, Tai-Chi oder Yoga.

Einigen Patienten hilft Homöopathie als alternative Heilmethode. Die Wirksamkeit von Homöopathie an sich ist allerdings bislang nicht wissenschaftlich erwiesen.

Medikamente

Häufig mildern bereits diese Maßnahmen die Symptome mit der Zeit ab und helfen so gegen die vegetative Dystonie. Medikamente sind in den meisten Fällen nicht notwendig, werden bei großem Leidensdruck aber eingesetzt, um die Symptome zu behandeln.

Dazu gehören zum Beispiel Schmerzmedikamente sowie verschiedene moderne Antidepressiva. Dabei bespricht der Arzt das Vorgehen genau mit seinem Patienten und stimmt die Medikation individuell auf den jeweiligen Fall ab. In der Regel behandelt der Arzt die vegetative Dystonie nicht dauerhaft, sondern nur vorübergehend mit Medikamenten.

Naturheilkundliche Unterstützung

In akuter Not kann eine Ozon-Sauerstoff Behandlung mit einer Infusion von lebensnotwendigen Vitaminen und Spurenelementen den chronisch ermüdeten Körper in kurzer Zeit revitalisieren. Störungen im Hormonhaushalt müssen diagnostiziert und durch bioidentische Hormontherapie erhoben werden. Akupunktur kann Schmerzen lindern und Blockade lösen. Chinesische Kräutertees stärken Yin und Yang und bewegen Qi und Xue. Ein homöopathisches Konstitutionsmittel trägt zur Stabilisierung bei. Tief im Hintergrund müssen seelische Konflikte ihre Lösungen durch psychotherapeutische oder andere Maßnahmen wie Verhaltenstherapie finden. Die „Mind-Body-Medizin“ entsteht aus der klassischen Ordnungstherapie, der modernen amerikanischen Verhaltensmedizin und Stressforschung.

Selbsthilfe und Prävention

  • Entspannungsmethoden erlernen und anwenden: Entspannungsmethoden wie Yoga, Meditation oder andere Achtsamkeitsübungen können dabei helfen, das Stresslevel zu senken und das Nervensystem wieder zu beruhigen.
  • Ausgewogen ernähren: Vitaminmangel, insbesondere ein Mangel an Vitamin B12, kann die Funktion des Nervensystems beeinträchtigen. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten kann die Gesundheit des autonomen Nervensystems unterstützen.
  • Ausreichend schlafen: Ein gesunder Schlaf ist unerlässlich für die Stressbewältigung und Regeneration des Nervensystems. Dazu sollte die Schlafumgebung eine Temperatur von etwa 18 Grad haben und sich gut abdunkeln lassen. Fernseher oder mobile Geräte wie Smartphones sollten abends ausgeschaltet werden, um Ablenkung und laute Geräusche zu vermeiden. Deftiges Essen, Alkohol und Stress am Abend können die Schlafqualität erheblich beeinträchtigen. Besser sind daher leicht verdauliche Speisen und warme Getränke wie Tee am Abend.
  • Hydrotherapie: Wechsel von Wärmereiz und Kältereiz regen Regulation an.
  • Sport/ Bewegung, Ausdauertraining.
  • Schlafhygiene: regelmäßiger Wach-/Schlafrhythmus, angenehme und schlaffördernde Schlafumgebung (Temperatur, Licht, Geräusche) schaffen, Mittagsruhe (Nickerchen, „Siesta“) ideal 20 Minuten, max.
  • Störfeldbehandlung mittels eIRT: zentral abgespeicherte alte Verletzungsmuster können neben der Fehlansteuerung von Muskeln mit entsprechenden Beschwerden in den dazugehörigen Gelenken ebenso zu biochemischen, emotionalen Störungen aber zu einer vegetativen Dysregulation führen, die mittels eIRT behandelt werden können.

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