Einführung
Das vegetative Nervensystem (VNS), auch autonomes Nervensystem genannt, steuert lebenswichtige Körperfunktionen, die weitgehend unbewusst ablaufen. Dazu gehören Atmung, Herzschlag, Verdauung und Stoffwechsel. Es passt diese Funktionen kontinuierlich an die aktuellen Bedürfnisse des Körpers an. Bei Säugern und Kleinkindern spielt das VNS eine besonders wichtige Rolle, da sich ihr Organismus noch entwickelt und an die Umwelt anpassen muss. Allerdings können verschiedene Faktoren das VNS beeinträchtigen und zu Störungen führen, die sich in unterschiedlichen Symptomen äußern können.
Funktion des vegetativen Nervensystems
Das vegetative Nervensystem besteht aus zwei Hauptteilen: dem Sympathikus und dem Parasympathikus.
- Sympathikus: Er ist der "Aktivierungsnerv" und bereitet den Körper auf Stresssituationen vor ("Kampf oder Flucht"). Er erhöht die Herzfrequenz, erweitert die Bronchien, um die Sauerstoffaufnahme zu verbessern, und stellt Energie bereit, indem er die Freisetzung von Glukose aus der Leber stimuliert.
- Parasympathikus: Er ist der "Ruhenerv" und fördert Entspannung und Erholung. Er senkt die Herzfrequenz, stimuliert die Verdauung und fördert die Speicherung von Energie.
Diese beiden Systeme arbeiten normalerweise zusammen, um ein Gleichgewicht im Körper aufrechtzuerhalten. Dieses Gleichgewicht wird Homöostase genannt.
Auswirkungen von Störungen des vegetativen Nervensystems
Störungen des vegetativen Nervensystems können vielfältige Auswirkungen haben, die sich je nach betroffenem System und Schweregrad der Störung unterscheiden. Einige Beispiele sind:
- Herz-Kreislauf-System: Herzrhythmusstörungen, Blutdruckschwankungen, Ohnmachtsanfälle (Synkopen).
- Verdauungssystem: Verdauungsstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung.
- Atmungssystem: Atemnot, Asthmaanfälle.
- Urogenitalsystem: Blasenfunktionsstörungen, sexuelle Funktionsstörungen.
- Allgemeine Symptome: Müdigkeit, Schwäche, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen.
Ursachen von Störungen des vegetativen Nervensystems
Die Ursachen für Störungen des vegetativen Nervensystems können vielfältig sein. Einige Beispiele sind:
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- Neurologische Erkrankungen: Multiple Sklerose, Parkinson-Krankheit, Schlaganfall.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Herzinsuffizienz, Herzinfarkt.
- Endokrine Erkrankungen: Diabetes mellitus, Schilddrüsenerkrankungen.
- Infektionen: Virusinfektionen, Borreliose.
- Psychische Erkrankungen: Angststörungen, Depressionen.
- Medikamente: Einige Medikamente können das vegetative Nervensystem beeinflussen.
- Umweltfaktoren: Stress, Hitze, Lärm, Schadstoffe.
- Chronische Vergiftungen: Amalgam(Quecksilber)belastung.
Das vegetative Nervensystem bei Säugern und Kleinkindern
Bei Säugern und Kleinkindern ist das vegetative Nervensystem noch nicht vollständig ausgereift. Dies macht sie anfälliger für Störungen. Einige Besonderheiten des VNS bei Säugern und Kleinkindern sind:
- Größere Anfälligkeit für Überreizung: Das Nervensystem von Kindern ist besonders empfindlich. Der Vagusnerv kann überreizt werden, was zu einem Blutdruckabfall und einer Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff führen kann.
- Anpassung des Kreislaufs: Im Wachstum muss sich der Kreislauf erst an den Körper anpassen.
- Hitzeempfindlichkeit: Flüssigkeitsmangel im Sommer kann eine Rolle spielen.
- Zusammenhang mit Virusinfektionen: Es gibt zunehmend junge Patienten mit Kreislaufstörungen nach Virusinfektionen. Einige leiden an ME/CFS oder am Posturalen Orthostatischen Tachykardiesyndrom.
Gefahrenquellen im Alltag für das vegetative Nervensystem von Kindern
Besonders kleine Kinder sind voller Neugier und entdecken die Welt, wobei sie sich vieler Gefahren noch nicht bewusst sind. Einige Gefahrenquellen im Alltag können das vegetative Nervensystem von Kindern beeinträchtigen:
Lärm
Während Babys die Geräusche des Staubsaugers als angenehm empfinden können, weil sie der Geräuschkulisse im Mutterleib gleichen, ist eine Lautstärke von über 67 Dezibel langfristig schädlich für kleine Ohren. Viele Staubsauger haben jedoch eine Lautstärke von 80 Dezibel oder mehr.
Feinstaub
Beim Staubsaugen wird besonders viel Feinstaub aufgewirbelt, der zu Allergien und anderen Krankheiten führen kann. Es ist ratsam, den Staubsaugerbeutel nicht in dem Raum zu wechseln, in dem Kinder sich aufhalten oder spielen. Wechseln Sie den Staubsaugerbeutel und -filter regelmäßig.
Elektrische Geräte
Ein Staubsauger ist ein elektrisches Gerät, bei dem immer die Gefahr eines Stromschlags besteht. Besonders veraltete Modelle oder Kabelbrüche können gefährlich sein.
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Verbrennungsgefahr
Geräte mit hoher Leistung können sich bei längerem Gebrauch stark aufheizen und Verbrennungen verursachen.
Verletzungsgefahr
Kleinkinder, die gerade stehen oder laufen lernen, können den Staubsauger benutzen, um sich hochzuziehen oder festzuhalten. Der Staubsaugerkopf kann eine Gefahr für kleine Hände darstellen, insbesondere bei Modellen mit schnell drehenden Rollen oder harten Borsten. Beschädigte Gehäuse können scharfe Kanten aufweisen, an denen sich Kinder verletzen können.
Staubsaugerroboter
Staubsaugerroboter sind praktisch, aber es lohnt sich, in ein hochwertiges Gerät mit besseren Sensoren zu investieren. So können Sie beispielsweise eine "Spielzone" einprogrammieren, in der sich Ihr Kleinkind sicher bewegen kann und wo der Roboter nicht saugt.
Was bei Kreislaufproblemen hilft
Bei Kreislaufproblemen können folgende Maßnahmen helfen:
- In die Hocke gehen
- Beine hochlagern, hinsetzen oder hinlegen
- Kopf nach vorn beugen (auf Herzhöhe)
- Im Stehen: Beine überkreuzen und bewegen, Arme fest auseinanderziehen
- Viel trinken, salzhaltiges Essen und Kompressionsstrümpfe können helfen
Hormone und Gefühle
Hormone sind Substanzen, die beim Menschen, bei Tieren und Pflanzen wichtige Lebensprozesse des Organismus regulieren. Dazu zählen Wachstum, Stoffwechsel, Fortpflanzung und die Funktionen verschiedener Organe. Bei den Tieren werden Hormone in endokrinen Drüsen produziert. Diese geben das Sekret entweder direkt oder über Drüsengänge ins Blut. Es gibt viele verschiedene Hormone, die alle eine sehr spezifische Funktion haben. Sie alle stehen in einem fein austarierten Gleichgewicht und entfalten ihre Wirkung schon bei kleinsten Konzentrationen. Der Transport der Hormone findet über die Blutbahn statt. Er ist damit langsamer als die Signalwege des Nervensystems. Einen wichtige Rolle bei der Beeinflussung von Gefühlen kommt dem Hypothalamus zu. Er ist ein Teil des Gehirns, der u. a. für die Aufrechterhaltung wichtiger Gleichgewichte im Körper, für Sexualverhalten und emotionales Verhalten zuständig ist. Gefühl und Vernunft galten lange Zeit als unüberbrückbare Gegensätze. Dieses Bild wurde von der Wissenschaft zunehmend korrigiert: Emotionen folgen oft einer geradlinigeren Logik als früher angenommen.
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Symptome einer chronischen Amalgam(Quecksilber)belastung
Akute Vergiftungen mit Quecksilber durch einmalige Aufnahme einer größeren Menge sind sehr selten und treten nur bei berufsbedingter Arbeit mit Quecksilber auf. Wenn jedoch über längere Zeit kleine Mengen von Quecksilber aufgenommen werden und sich im Organismus anreichern, wie dies bei Amalgamträgern der Fall ist, kommt es zu einer schleichenden, chronischen Vergiftung. Wird dabei die Kompensationsfähigkeit des Organismus, welche individuell verschieden ist, überschritten, treten erste Krankheitssymptome auf. Ohne Therapie werden die Symptome sowohl von der Anzahl als auch vom Schweregrad her zunehmen. Die Symptome einer chronischen Quecksilbervergiftung sind meist relativ unspezifisch.
Prävention und Behandlung
Um Störungen des vegetativen Nervensystems vorzubeugen oder zu behandeln, können folgende Maßnahmen ergriffen werden:
- Gesunder Lebensstil: Ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung, Stressmanagement.
- Vermeidung von Risikofaktoren: Reduzierung von Lärm, Schadstoffen, Stress.
- Behandlung von Grunderkrankungen: Behandlung von neurologischen, Herz-Kreislauf-, endokrinen oder psychischen Erkrankungen.
- Medikamentöse Therapie: In einigen Fällen können Medikamente zur Behandlung von Symptomen oder zur Beeinflussung des vegetativen Nervensystems eingesetzt werden.
- Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Körperfunktionen zu verbessern und die Symptome zu lindern.
- Psychotherapie: Psychotherapie kann helfen, Stress zu bewältigen und psychische Erkrankungen zu behandeln.
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