Wer zum ersten Mal einen epileptischen Anfall miterlebt, ist in der Regel verunsichert und weiß nicht, wie er sich verhalten soll. Es ist wichtig zu verstehen, was genau Patientinnen und Patienten dabei erleben, welche Gefahren drohen und was man als Angehöriger und Zeuge eines solchen Anfalls tun sollte. Dieser Artikel soll Ihnen helfen, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, um Betroffenen bestmöglich zu helfen.
Was ist ein epileptischer Anfall?
Unter dem Namen Epilepsie sind eine Reihe verschiedener Erkrankungen zusammengefasst, bei denen wiederholt epileptische Anfälle auftreten. Dabei handelt es sich um Funktionsstörungen des Gehirns, die durch eine vorübergehende gleichzeitige Entladung größerer Verbände von Nervenzellen des Gehirns verursacht werden. Dadurch ist die Kommunikation der Nervenzellen untereinander beeinträchtigt und es kommt zu Störungen der Sprache, Bewegung oder Bewusstsein.
Bis zu 10 von 100 Menschen haben im Laufe ihres Lebens einen epileptischen Anfall. Das bedeutet noch nicht, dass sie tatsächlich an Epilepsie leiden - denn Anfälle können auch nicht-epileptisch sein. So kommt es zum Beispiel bei etwa drei Prozent der Kleinkinder zu sogenannten Fieberkrämpfen. Sie können mehrmals im Jahr auftreten.
Von Epilepsie sprechen Ärztinnen und Ärzte erst dann, wenn entweder mindestens zwei spontane Anfälle aufgetreten sind oder das Risiko eines weiteren Anfalls nach dem ersten als sehr hoch eingestuft wird. Dies kann beispielsweise bei Auffälligkeiten im Elektroenzephalogramm (EEG) oder Kernspintomogramm (MRT) der Fall sein. Epilepsien können in jedem Alter auftreten und die Anfälle unterschiedlich aussehen. In der Regel dauert ein epileptischer Anfall nur wenigen Minuten und hört von selbst wieder auf.
Grundregeln der Ersten Hilfe bei epileptischen Anfällen
Zuerst gilt es einige Grundregeln bei der ersten Hilfe zu beachten. Die meisten epileptischen Anfälle klingen nach einigen Sekunden, bis hin zu wenigen Minuten von allein ab. Es ist wichtig, die Patientinnen und Patienten vor Verletzungen zu schützen und gegebenenfalls aus einer Gefahrenzone zu bringen, wenn der Anfall z. B. auf der Straße stattfindet. Bleiben Sie ruhig: Ein epileptischer Anfall sieht für jeden Menschen beunruhigend aus, ist aber meist harmlos und nach wenigen Sekunden, aber meist nach höchstens zwei Minuten wieder vorbei. Es drohen dabei keine langfristigen Hirnschäden und es sterben keine Nervenzellen ab.
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Ruhe bewahren und Gefahren erkennen
Viele Menschen sind unsicher, wie sie reagieren sollen, wenn jemand einen epileptischen Anfall hat. Dabei ist das richtige Verhalten gar nicht so kompliziert. Einige wenige Regeln können helfen. Es gibt verschiedene Anfallsformen. Zudem hängt es von der Stärke des Anfalls und der Situation ab, wie man sich am besten verhält. Grundsätzlich ist es am wichtigsten, ruhig zu bleiben und Betroffene vor Verletzungen zu schützen. Die meisten Anfälle sind nicht gefährlich und nach wenigen Minuten vorbei.
Schutz vor Verletzungen
Beim generalisierten tonisch-klonischen Anfall (Grand mal) sollten Gegenstände, die zu Verletzungen führen können, aus dem Umfeld entfernt werden. Auf keinen Fall sollten dem oder der Betreffenden Gegenstände zwischen die Zähne geschoben, krampfartige Bewegungen aufgehalten oder festgehaltene Gegenstände gewaltsam entfernt werden. Wichtig ist vor allem, auf den Kopf zu achten. Man kann zum Beispiel eine Jacke oder ein Kissen unter den Kopf legen, die Brille abnehmen und gefährliche Gegenstände außer Reichweite bringen. Auf keinen Fall sollte die oder der Betroffene während des Anfalls festgehalten oder zu Boden gedrückt werden. Dem Anfall sollte man soweit es geht seinen Lauf lassen. Die krampfenden Arme und Beine nicht festhalten. Entfernen Sie Gegenstände, an denen sich der Betroffene verletzen könnte aus seinem Umfeld.
Atemwege freihalten
Sitzt die Kleidung am Hals eng, sollte man sie lockern. Es kann passieren, dass sich der Betroffene auf die Zunge beißt. Dennoch sollte man während des Anfalls nicht den Mund öffnen oder einen Gegenstand zwischen die Zähne schieben. Nach dem Anfall ist es wichtig zu kontrollieren, ob die Atemwege frei sind. Falls starke Speichelabsonderung auftritt, sollte man den Kopf auf eine Seite drehen, damit sich der/die Patient*in nicht verschluckt. Gelegentlich kommt es während eines Anfalls oder unmittelbar danach zum Erbrechen.
Beobachtung und Dokumentation
Beobachten und möglichst Notizen oder ein Handyvideo machen, denn sorgfältige Angaben über das Bild und die Dauer des Anfalls sind später für Ärztinnen und Ärzte von großer Wichtigkeit. Ist keine Videoaufnahme möglich, dokumentieren Sie die Dauer, die prägnantesten Symptome und den Ablauf des epileptischen Anfalls (Kaubewegungen oder andere Automatismen, welche Muskelgruppen zucken oder Krampfen, ging dem großen Anfall eine Aura voraus, z. B.
Nach dem Anfall
Nach dem Anfall ist der/die Patient*in meist schlaff und längere Zeit nicht oder nur mit Mühe ansprechbar. Manchmal fallen Betroffene auch in einen tiefen Schlaf. Manchmal besteht nach dem Anfall ein Unruhezustand. Diesen sollte man ebenfalls geduldig abklingen lassen. Verwirrtheit und Sprachstörungen nach dem Anfall sind völlig normale Nebenwirkungen. Bleiben die Patientinnen und Patienten auch nach dem Anfall zunächst bewusstlos, dann Atemwege auf Erbrochenes und Speichel prüfen und davon befreien und Person spätestens jetzt in die stabile Seitenlage bringen. Nach dem „Anfall" bei andauernder Bewusstlosigkeit und vorhandener Atmung lagern Sie ihn in der stabilen Seitenlage.
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Den Betroffenen nicht allein lassen, bis die Verwirrtheit nachgelassen hat und sie sich wieder orientieren können. Auch Sprachstörungen sind ganz normale Nebenwirkungen.
Eine Person, die einen Anfall hinter sich hat, kann einige Zeit benötigen, um wieder zu sich zu kommen. Vielleicht hat sie einen Wunsch oder braucht Orientierung. Manche Menschen sind sehr müde und möchten sofort schlafen. Sie werden am besten in die stabile Seitenlage gebracht. Wichtig ist außerdem, Schamgefühle zu beachten und zu vermeiden, dass sich etwa bei einem Anfall in der Öffentlichkeit viele Menschen ansammeln. Es kann auch passieren, dass während eines Anfalls ungewollt Urin abgeht.
Bieten Sie Ihre Hilfe fortlaufend an, bis die Betroffenen sich erholt haben, aber drängen Sie nicht. Bieten Sie zum Beispiel Begleitung, Sitzmöglichkeiten oder den Anruf eines Arztes oder eines Notfallkontaktes der Patientinnen und Patienten an. Oft kommt es nach Anfällen zur Amnesie für die Dauer des Anfalls. Gerade bei kurzen Anfällen wie Absencen, die nur wenige Sekunden anhalten, ist es wichtig, dass Sie die Betroffenen danach über ihren Anfall informieren, damit sie diesen in einem Anfallskalender festhalten und Angehörige oder Ärztinnen und Ärzte darüber informieren können.
Wann muss der Notruf gewählt werden?
In der Regel hört ein großer Anfall (Grand Mal, generalisiert tonisch-klonischer Anfall) nach ca. 2-4 Minuten von selbst auf; er ist trotz seines bedrohlichen Aussehens nicht lebensgefährlich. In den allermeisten Fällen ist während eines großen Anfalls eine ärztliche Maßnahme nicht erforderlich. Dauert ein solcher Anfall aber länger als gewöhnlich (länger als 5 Minuten), so spricht man vom Status epilepticus. In diesem Fall müssen besondere Maßnahmen zur Unterbrechung des Anfallsgeschehens ergriffen und der Notruf gewählt werden. Das gilt nicht für Auren oder Absencen. Diese sind auch dann ungefährlich, wenn sie ein paar Minuten anhalten.
Wenn der Anfall länger als fünf Minuten dauert, müssen Sie aktiv werden, eventuell ein Notfellmedikament verabreichen (meist über den Mund oder als Zäpfchen) und einen Notarzt rufen. Auf die Uhr schauen und Beginn des Anfalls merken, ebenso wie das Ende.
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Einige Betroffene haben einen Epilepsie-Notfallausweis dabei, der Informationen über die Erkrankung, benötigte Medikamente und Kontaktpersonen enthält. Manche Menschen mit Epilepsie tragen ständig ein Notfallmedikament bei sich, damit Personen, die einen Anfall miterleben, es einsetzen können. Dauert ein Anfall länger an, kann das Medikament als Tablette in die Wangentasche gelegt oder als Creme über eine kleine Tube in den After gespritzt werden, um den Anfall zu beenden. Die Notärztin oder der Notarzt kann Medikamente in die Vene spritzen.
Der Rettungsdienst muss gerufen werden, wenn:
- Der Anfall dauert länger als fünf Minuten.
- Es kommt zu mehreren Anfällen hintereinander.
- Es gibt Atemprobleme.
- Es kam zu Verletzungen.
- Man weiß, dass es der erste Anfall war.
- Die Person kommt nicht wieder zu sich.
Notfallmedikation
Möglicherweise hat der/die Arzt/Ärztin für einen akuten Anfall ein krampflösendes Mittel verordnet, das auch von einem Laien angewendet werden kann. Es handelt sich hierbei um Diazepam Rectiolen, die in den After eingeführt werden oder um bukkales Midazolam, das mit Hilfe einer vorbefüllten Spritze ohne Nadel zwischen Wange und Zahnfleisch gespritzt wird. Kleine Anfälle z. B. Absencen oder Auren bedürfen einer ruhigen und beschützenden Begleitung und einer guten Beobachtung. Eine Unterbrechung des Anfallsgeschehens (z. B. mit einer Rectiole oder bei Kindern mit bukkalem Midazolam) ist hier in aller Regel nicht erforderlich, auch wenn der Anfall über mehrere Minuten andauern sollte.
In vielen Fällen wird diese Notfallmedikation nur von Notärztinnen und Notärzte oder Rettungsassistentinnen verabreicht. In Rücksprache mit dem/der Arzt/Ärztin erhalten aber auch Eltern von epilepsiekranken Kindern oder die Partnerinnen von Epilepsie-Patientinnen und Patienten entsprechende Benzodiazepine zur Verabreichung im Notfall. Für die Erstversorgung im Notfall durch Angehörige, Lehrer und Pflegepersonal werden andere Darreichungsformen angeboten. Clevere Lösungen sind hier wichtig, weil viele Epilepsie-Patientinnen und Patienten während eines Anfalls nicht einfach eine Tablette schlucken können: Für Kinder und Jugendliche wird häufig Midazolam in flüssiger Form eingesetzt, da es während eines Anfalls einfach mit vorgefüllten Applikationsspritzen in die Wangentasche gegeben werden kann. Der Wirkstoff wird dann über die Wangenschleimhaut aufgenommen, ohne dass der/die Betroffene diesen schlucken muss. Für Kinder und auch Erwachsene ist Diazepam in sogenannten Rektaltuben erhältlich und wird über den After angewendet, um gefährliche Anfälle schnell zu unterbrechen.
Ist in Kindergarten oder Schule die Gabe eines Notfallmedikaments erforderlich, müssen auch Personen, die normalerweise nicht zur Medikamentengabe verpfichtet sind (z.B. Lehrer/-innen, Erzieher/-innen), dies verabreichen. Andernfalls drohen ihnen Sanktionen wegen unterlassener Hilfeleistung (vgl.
Der Status epilepticus
Dauert ein solcher Anfall aber länger als gewöhnlich (länger als 5 Minuten), so spricht man vom Status epilepticus. In diesem Fall müssen besondere Maßnahmen zur Unterbrechung des Anfallsgeschehens ergriffen und der Notruf gewählt werden.
Der „Status epilepticus“ ist ein potentiell lebensbedrohlicher Notfall. Er beschreibt einen langanhaltenden epileptischen Anfall, der sich aus allen Anfallsformen heraus entwickeln kann. Im klinischen Alltag wird ein konvulsiver Anfall (Krampfanfall, i.d.R. generalisiert-tonisch-klonischer Anfall), der länger als 5 Minuten anhält, als Status epilepticus bezeichnet. Ein Status epilepticus birgt die Gefahr, dass es während dieses lange andauernden Anfalls zu einer erheblichen Schädigung des Gehirns bzw.
Der non-konvulsive Status epilepticus ist ein anhaltender fokaler Anfall ohne motorische Symptome, oder eine lang anhaltende Absence (Absence-Status). Ab einer Dauer von 15 bis 20 Minuten spricht man von einem non-konvulsiven Status epilepticus. Die Betroffenen sind in der Regel ansprechbar, jedoch ist das Bewusstsein gestört.
Anfallsformen
Die verschiedenen Formen von epileptischen Anfällen kann man grob unterteilen in sogenannte fokale Anfälle, die nur Teile des Gehirns betreffen, und generalisierte Anfälle, die das gesamte Gehirn betreffen. Die Symptome bei einem fokalen Anfall hängen davon ab, in welchem Teil des Gehirns die Nervenzellen übermäßig stark feuern. Das, was du als Außenstehender beobachten kannst, sind Zuckungen, Verkrampfungen oder Versteifungen bestimmter Körperteile. Manchmal lässt die Muskelanspannung in einem Körperteil abrupt nach. Einige Betroffene spüren nur ein Kribbeln, plötzliche Wärme oder Kälte und einige haben sogar Halluzinationen. Dann riechen, schmecken, hören oder sehen sie etwas, das gar nicht da ist. In anderen Fällen ist das Bewusstsein der Betroffenen gestört. Sie wirken benommen, verwirrt oder abwesend. Hier spricht man von einem komplexen fokalen Anfall. Häufig kannst du auch Automatismen beobachten wie Kauen und Schmatzen, Scharren mit den Füßen oder Nesteln an der Kleidung. Die Betroffen können sich hinterher nicht daran erinnern. Ein fokaler Anfall kann sich zu einem generalisierten epileptischen Anfall ausweiten, wenn die Nervenzellen im gesamten Gehirn überreagieren. Es kommt zu Muskelzuckungen oder -krämpfen im ganzen Körper, häufig mit Bewusstseinsstörungen. Eine eher milde Form sind die sogenannten Absencen, eine kurze geistige Abwesenheit. Die Betroffenen wirken für einige Sekunden abwesend und blicken ins Leere. Manchmal ist es, als würden sie bei ihren Tätigkeiten einfrieren. Sie stoppen, was sie tun, für ein paar Sekunden. Wenn sie weitermachen, erinnern sie sich nicht daran. Die häufigste Form des generalisierten epileptischen Anfalls ist der sogenannte große Krampfanfall, auch „Grand Mal“ genannt. Der verläuft in zwei Phasen: Zuerst versteift sich der ganze Körper, die Betroffenen verlieren das Bewusstsein und atmen nur noch sehr flach. In Kombination mit der hohen Muskelanspannung kann das zu Sauerstoffmangel führen. Das erkennst du daran, dass sich die Haut oder die Lippen blau färben. Nach zehn bis 30 Sekunden setzt die zweite Phase mit unkontrollierten Zuckungen ein. Diese Phase dauert in der Regel nur ein bis zwei Minuten.
Verhalten bei verschiedenen Anfallsformen
Je nachdem welche Gehirnregionen betroffen sind, sieht jeder epileptische Anfall anders aus. Je nach Ausmaß können Anfälle viel Verunsicherung auslösen - bei den Betroffenen aber auch den Mitmenschen. Es kann jedoch dabei auch zu Muskelzucken in bestimmten Bereichen kommen, zum Beispiel in einer Gesichtshälfte oder in einer Hand. Betroffene können unter einer veränderten Sinneswahrnehmung und auch Schwindelgefühl leiden.
Kleine Anfälle
Solch kleinere Anfällen sind in der Regel nicht gefährlich - Betroffene können danach jedoch verwirrt und benommen sein. Hier ist es wichtig, Hilfe anzubieten und ihnen beizustehen, um das Gefühl von Sicherheit wieder aufzubauen. Kleine Anfälle z. B. Absencen oder Auren bedürfen einer ruhigen und beschützenden Begleitung und einer guten Beobachtung.
Anfälle mit Bewusstseinsbeeinträchtigung
Es gibt auch Anfallsformen, bei denen das Bewusstsein beeinträchtigt ist - es reicht von schwacher Benommenheit bis hin zur Bewusstlosigkeit. Betroffene wirken mitunter verwirrt und orientierungslos. Meist fällt ein solcher Krampfanfall durch auffälliges Verhalten auf - durch Muskelzuckungen, automatisch ablaufende Bewegungsabläufe wie Kau- und Essbewegungen (Schmatzen, Kauen), mechanisches Öffnen und Schließen der Hände und Scharren der Füße. Auch können die Personen plötzlich die Muskelspannung verlieren und infolgedessen stürzen. Hier ist es wichtig, die Betroffenen vor einer Gefahrensituation zu schützen. Verhindern Sie zum Beispiel, dass die betroffene Person auf die Straße läuft. Bleiben Sie ruhig, reagieren sie nicht zu hektisch und versuchen Sie, die Person nicht zu grob anzufassen. Das könnte zu unerwarteten Reaktionen führen. Vermitteln Sie Sicherheit und Halt. Es hilft schon, wenn Sie einfach da sind und den Anfall mit durchstehen. Auch nach dem Anfall ist Unterstützung und Nähe hilfreich für die Betroffenen.
Große Anfälle mit Krämpfen und Zuckungen
Bei größeren Anfällen kann der gesamte Körper verkrampfen. Die betroffenen Personen stürzen dabei häufig, beißen sich auf die Zunge oder verlieren die Kontrolle über die Blase. Nach einem größerem Anfall sind die Betroffenen meist verwirrt. Das ist eine Phase, in der sie sich nicht gut orientieren können. Wenn eine Person auf dem Boden liegt, sich zuckend und unkoordiniert bewegt und nicht ansprechbar ist, können Sie diese einfachen Dinge tun, um Erste Hilfe zu leisten: Am wichtigsten ist es, Ruhe zu bewahren. Den Kopf schützen, zum Beispiel mit einem Kleidungsstück unter dem Kopf, damit die Person sich nicht selbst verletzt. Für eine sichere Umgebung sorgen - alle Gegenstände aus dem unmittelbaren Umfeld entfernen. Den Menschen nicht festhalten. Damit steigt nur das Risiko, das die krampfende Person sich oder die Helfenden verletzt. Nichts in den Mund stecken. Bei der Person mit dem epileptischen Anfall bleiben - erstmal nicht weggehen, um Hilfe zu holen. Auf die Uhr schauen: Die meisten Anfälle dauern ein bis zwei Minuten und hören von allein auf. Hält der Anfall länger an oder wenn die Person wiederholt krampft: 112 anrufen. Auch nach dem Anfall bei der Person bleiben. Es kann sein, dass sie desorientiert ist. Falls die Person direkt nach dem Anfall einschläft: in die stabile Seitenlage bringen. Dem Betroffenen nach Möglichkeit mit einer Decke oder ähnlichem zudecken, um ihn vor neugierigen Blicken zu schützen.
Wichtige Hinweise für Menschen mit Epilepsie
Menschen mit Epilepsie wird zudem geraten, ständig einen Notfallausweis mit sich zu führen, auf dem Kontaktpersonen, eventuell einzunehmende Notfallmedikamente und weitere Informationen hinterlegt sind.
Je besser Menschen mit Epilepsie wissen, wie ihre Anfälle ablaufen, desto besser können sie möglichen Ersthelfern erläutern, wie sich diese im Falle eines Anfalls verhalten sollen. Gerne unterstützen Sie unsere Ärzte und Ärztinnen dabei.
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