Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, das den Alltag vieler Menschen beeinträchtigt. Glücklicherweise gibt es eine Vielzahl von Hausmitteln, die zur Linderung beitragen können. Von Pfefferminzöl über Kälte- und Wärmeanwendungen bis hin zu Atemtechniken, Dehnübungen und einer ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung - es gibt viele Möglichkeiten, den Kopfschmerzen entgegenzuwirken. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen und Arten von Kopfschmerzen und stellt praxistaugliche Hausmittel vor, die das Wohlbefinden unterstützen können.
Ursachen und Arten von Kopfschmerzen
Die Ursachen für Kopfschmerzen sind vielfältig. Häufig entstehen sie durch Verspannungen der Nacken- und Schultermuskulatur, beispielsweise durch langes Sitzen oder eine ungünstige Haltung am Bildschirm. Auch psychischer Stress kann die Muskulatur anspannen und sogenannte Triggerpunkte auslösen, die über Nervenbahnen als Kopfschmerz wahrgenommen werden. Bei Migräne spielt das sogenannte trigeminovaskuläre System eine zentrale Rolle. Hier wirken Botenstoffe auf Gefäße und Nerven, was oft zu einer Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Gerüchen führt. Weitere Faktoren wie Flüssigkeitsmangel, unregelmäßige Mahlzeiten, lange Bildschirmzeiten, Lärm, Gerüche, Raumklima und Alkohol können Kopfschmerzen begünstigen.
Es ist hilfreich, die verschiedenen Kopfschmerzarten zu unterscheiden, um die passenden Hausmittel auszuwählen. Spannungskopfschmerzen äußern sich meist beidseitig, drückend oder ziehend und sind eher leicht bis mittelstark. Sie treten häufig bandförmig auf und lassen Alltagsaktivitäten meist noch zu. Migräne hingegen zeigt sich oft einseitig und pulsierend, verstärkt sich bei Bewegung und kann mit Übelkeit sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit einhergehen. Viele Betroffene sind nicht mehr in der Lage, ihren gewohnten Tätigkeiten weiter nachzugehen. Eine eher seltene, aber besonders heftige Form sind Clusterkopfschmerzen. Sie treten attackenartig auf, meist einseitig und in Phasen („Clustern“), die sich über Wochen oder Monate erstrecken können. Betroffene berichten von extrem stechenden Schmerzen hinter einem Auge, oft begleitet von tränendem Auge oder verstopfter Nase. Cluster-Kopfschmerzen gelten als eine der stärksten Schmerzformen überhaupt. Hausmittel reichen hier in der Regel nicht aus.
Ein Kopfschmerztagebuch kann bei der Selbsteinschätzung helfen. Wer regelmäßig Eintragungen zu Schlaf, Trinken, Mahlzeiten, Bildschirmzeit und Begleitumständen macht, erkennt Muster und kann persönliche Auslöser besser identifizieren.
Hausmittel gegen Kopfschmerzen
Es gibt eine Vielzahl von Hausmitteln, die bei Kopfschmerzen Linderung verschaffen können. Wichtig ist, die Maßnahmen passend zu den eigenen Symptomen auszuwählen.
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Wärme bei Spannungskopfschmerzen
Viele von Spannungskopfschmerzen Betroffene schwören auf Wärmekissen, Wärmepflaster oder warme Bäder. Wärme ist besonders hilfreich, wenn der Kopfschmerz mit Nackenverspannung einhergeht, weil sie die Muskulatur entspannt. Die Wärme fördert die Durchblutung in den verspannten Muskeln und sorgt so dafür, dass Stoffwechselprozesse schneller ablaufen und sich Verspannungen lösen.
Bewährt haben sich bei Spannungskopfschmerzen Güsse mit ansteigender Temperatur: Beginnen Sie mit 34 Grad Celsius und erhöhen Sie dann die Wassertemperatur innerhalb von zehn bis 15 Minuten auf 43 Grad Celsius. Auch Fangopackungen und Infrarotbestrahlungen wirken durchblutungsfördernd und muskelentspannend.
Kälte bei Migräne
Bei einer Migräneattacke weiten sich die Blutgefäße in der Schläfenregion. Hier kann zum einen Pfefferminzöl wirken, das für eine lokale Kühlung sorgt, aber ebenso ein Kühlpack. Bei pochenden Kopfschmerzen kann Kälte helfen. Hierzu eignen sich Kühlkompressen oder in ein Tuch gewickelte Gelpacks, die auf Stirn, Schläfen oder Nacken gelegt werden. Die Anwendung sollte zehn bis fünfzehn Minuten dauern. Durch die Kälte wird die Leitgeschwindigkeit der Nerven reduziert und die Gefäße verengen sich. Sofern Sie ein Kühlpack verwenden, vermeiden Sie den direkten Kontakt mit der Haut.
Pfefferminzöl
Pfefferminzöl kann auf Stirn und Schläfen aufgetragen werden. Dabei empfiehlt es sich, Öl mit einer Konzentration von zehn Prozent zu verwenden, da es die Kälterezeptoren in der Haut aktiviert. Der dadurch entstehende kühlende Reiz kann die Weiterleitung von Schmerzimpulsen abschwächen. Hauptbestandteile von Pfefferminzöl sind Menthol und Menthon. Beides ist zum Beispiel auch in Kaugummi enthalten und sorgt für den angenehm kühlen, erfrischenden Geschmack. Es ist ratsam, Pfefferminzöl sparsam zu verwenden und den Kontakt mit den Augen zu vermeiden. Großflächig auf Stirn und Schläfe aufgetragen, verringert das Minzöl die Kopfschmerzen nach etwa 15 Minuten. Bei Spannungskopfschmerzen ist die Wirkung der Pfefferminzölbehandlung mit der einer Paracetamoltablette vergleichbar; mehrere Studien haben dies nachgewiesen.
Lavendelöl
Wenn Sie einen Tropfen Lavendelöl auf die Oberlippe auftragen, kann dies helfen, Kopfschmerzen in ihrer Anfangsphase zu bekämpfen. Eine Studie zeigt eine gute Wirksamkeit sogar in der Anfangsphase einer Migräne, unter Experten wird diese Studie allerdings sehr kritisch diskutiert. Auf alle Fälle wirkt Lavendel aber entspannend. Wenn Sie bei Muskelverspannungen ein warmes Bad nehmen, können Sie einige Tropfen Lavendelöl oder Lavendelblüten hinzufügen, um für noch mehr Entspannung zu sorgen.
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Atemtechniken
Auch Atemtechniken können unterstützend wirken. Ruhiges, verlängertes Ausatmen, indem man etwa vier Sekunden einatmet und sechs Sekunden ausatmet, kann für fünf Minuten durchgeführt werden. Diese Methode beruhigt das vegetative Nervensystem und hilft, Stress abzubauen.
Flüssigkeitszufuhr
Wer täglich eineinhalb bis zwei Liter Wasser oder ungesüßten Tee trinkt, stabilisiert den Kreislauf und kann einer Dehydrierung als Auslöser von Kopfschmerzen vorbeugen. Bei Hitze oder erhöhter Aktivität sollte entsprechend mehr getrunken werden. Ein häufiger, aber unterschätzter Auslöser für Kopfschmerzen ist Flüssigkeitsmangel. Sinkt der Wasseranteil im Blut, wird es „dicker“, die Durchblutung verlangsamt sich und das Gehirn wird nicht mehr optimal mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Die Folge: Druck- und Schmerzsignale im Kopf. Zusätzlich kann Dehydrierung die Hirnhäute leicht zusammenziehen, weil das Gewebe Flüssigkeit verliert.
Regelmäßige Mahlzeiten
Regelmäßige Mahlzeiten sind wichtig, um den Körper konstant mit Energie zu versorgen. Drei Hauptmahlzeiten und bei Bedarf kleine Zwischenmahlzeiten aus komplexen Kohlenhydraten, Eiweiß und gesunden Fetten helfen, Blutzuckerschwankungen zu vermeiden.
Koffein
Koffein ist in Kaffee, aber auch in einigen Teesorten enthalten. Manchen Kopfschmerzbetroffenen hilft schon Koffein in Form eines Espressos und die Kopfschmerzen lösen sich auf. Es regt die Freisetzung des schmerzlindernden Hormons Noradrenalin an, das zu den Stresshormonen gehört. Daher steigen auch Puls und Blutdruck. Koffein wird gerne als Zusatz bei Schmerzmedikamente verwendet. Manche Menschen schwören drauf. Den Saft einer halben Zitrone zu einer Tasse Espresso hinzufügen und die Kopfschmerzen verfliegen. Das liegt zum einen an der Wirkung des Koffeins, die oben schon beschrieben ist. ACHTUNG: Nehmen Sie zu viel Koffein zu sich, kann das Kopfschmerzen auslösen.
Kaffee kann bewusst genossen werden, da Koffein bestimmte Rezeptoren blockiert und bei manchen Menschen das Schmerzempfinden mindern kann. Eine Tasse am Morgen oder Vormittag, eventuell mit etwas Zitronensaft, ist eine Möglichkeit. Die Verträglichkeit ist jedoch individuell unterschiedlich.
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Ingwer- und Pfefferminztee
Ingwer- oder Pfefferminztee bieten sanfte Reize und angenehme Aromen. Beide Pflanzen werden traditionell als Begleiter bei Kopfschmerzen geschätzt.
Schlaf und Lichtmanagement
Ein geregelter Schlafrhythmus und ein gezieltes Lichtmanagement unterstützen die Regeneration. Feste Schlaf- und Aufstehzeiten, abends gedämpftes Licht und der Verzicht auf Bildschirmzeit mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen fördern den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus und entlasten das Gehirn. Manche Menschen erwachen nachts immer um die gleiche Uhrzeit mit starken Kopfschmerzen. Diese Kopfschmerzen werden gerne als „Wecker-Kopfschmerzen“ bezeichnet. Die Internationale Bezeichnung lautet „hypnic headache“. Er tritt vor allem bei Menschen über 50 Jahren auf und bis zu 15 mal pro Monat. Auslöser für diesen Kopfschmerz ist meist Stress am Tag.
Ergonomie am Arbeitsplatz
Eine gute Ergonomie am Bildschirm kann Kopfschmerzen vorbeugen. Der Monitor sollte sich auf Augenhöhe befinden und ein ausreichender Abstand eingehalten werden. Eine entspannte Haltung von Armen und Beinen trägt ebenfalls zum Wohlbefinden bei. Zudem sind regelmäßige Blickwechsel und Pausen empfehlenswert.
Weitere Hausmittel
- Selbstmassage und Faszienpflege: Kreisende Bewegungen mit den Fingern an den Schläfen, ein Tennisball zur Lockerung der Nackenbasis oder das sanfte Greifen des Trapezmuskels können myofasziale Triggerpunkte beruhigen und die Muskelspannung senken.
- Dehnübungen und Pausen: Kurze Dehnübungen und bewusste Pausen helfen dabei, einseitige Belastungen auszugleichen. Zu den hilfreichen Übungen zählen das Kinn zur Kehle zu ziehen, Seitneigungen mit Gegenarmzug, Schulterblattübungen und regelmäßige Blickwechsel in die Ferne.
- Sportliche Betätigung: Regelmäßige sportliche Betätigungen können die Häufigkeit und Stärke von Migräneattacken deutlich senken. Das zeigen internationale Studien. Am besten eignen sich Ausdauersportarten wie Joggen, Walken, Schwimmen oder Radfahren.
- Kneipptherapie: Linderung bei Kopfschmerzen kann auch eine Kneipptherapie bringen, also zum Beispiel abwechselnd warme und kalte Fußbäder.
- Akupressur: Bei Schmerzen hinter der Stirn kann eventuell eine leichte Massage helfen. Dabei fahren Sie mit den Fingerkuppen kreisförmig über die Schläfen, fingerbreit neben den Augenbrauen. Auch an anderen Schmerzpunkten im Gesicht können Sie sich Linderung verschaffen: zum Beispiel in der Mitte über den Augenbrauen, auf dem Nasenrücken oder in den Vertiefungen hinter den Ohren. Ein wichtiger Anti-Schmerz-Punkt, den Sie selbst gut erreichen können, liegt auf dem Handrücken und zwar genau in der Vertiefung, wo Zeigefinger und Daumen sich treffen. Diesen Punkt können Sie mit dem Daumen der jeweils anderen Hand besonders gut erreichen. Drücken Sie für 1 - 2 Minuten sanft zu, bis es leicht unangenehm wird, und wechseln dann die Hand.
- Aromatherapie: Ätherische Öle werden aus den Bestandteilen einiger Pflanzen gewonnen. Da viele von ihnen angenehm riechen, begleiten sie die Menschheit schon sehr lange. In vielen Kulturen werden ätherische Öle als Heilmittel oder zur Unterstützung von Heilungsprozessen angewendet. Gegen Kopfschmerzen werden vor allem Pfefferminzöl und Lavendelöl verwendet.
- Fußbäder: Ein warmes Fußbad zieht Blut aus dem Kopf in die Beine. Dadurch wird der Druck im Kopf reduziert, was vor allem bei drückenden Spannungskopfschmerzen wohltuend sein kann. Kaltes Unterarmbad regt den Kreislauf an, erfrischt und kann helfen, wenn Kopfschmerzen durch Überlastung oder Hitze ausgelöst wurden.
Alltagstipps zur Vorbeugung von Kopfschmerzen
- Kopfschmerztagebuch: Notieren von Schlaf, Trinkmenge, Mahlzeiten, Bildschirmzeit und äußeren Einflüssen hilft, Muster zu erkennen.
- Mikropausen: Nach etwa 25 Minuten konzentrierter Arbeit fünf Minuten bewegen oder tief durchatmen (zum Beispiel nach dem Pomodoro Prinzip).
- Reizmanagement: Flimmerfreies Licht, angenehme Lautstärke, dezente Düfte und regelmäßiges Lüften sorgen für ein ausgeglichenes Raumklima.
- Sanfte Ausdauer: Mehrmals wöchentlich zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen stärkt das Wohlbefinden und kann vorbeugend wirken.
- Stressabbau: Vorbeugende Maßnahmen intensiv nutzen, z.B. eine Entspannungsmethode erlernen. Sehr empfehlenswert ist die progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Aber auch Autogenes Training, Yoga oder Meditation sind wirksam. Allerdings sollten Sie diese Methoden unter Anleitung lernen und dann jeden Tag üben. In einigen Fällen kann eine Verhaltenstherapie sinnvoll sein.
Medikamente und wann ein Arztbesuch ratsam ist
Hausmittel sind gut, aber manchmal helfen auch sie nicht weiter. Dann ist ein Medikament vonnöten. Viele Menschen machen jedoch den Fehler, dass sie nur eine halbe Kopfschmerztablette einnehmen. Das Medikament ist dann unterdosiert und wirkt nicht. Daher nehmen die Betroffenen nach einiger Zeit noch ein bisschen ein und dann noch mehr. Am Ende haben sie so mehr Wirkstoff geschluckt als durch eine richtige Anfangsdosis. Empfehlenswert ist das Schmerzmittel Acetylsalicylsäure (ASS). Der Kopfschmerzexperte Hans-Christoph Diener von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) rät, ASS am besten als Brause- oder Kautablette einzunehmen. So kann der Körper den Wirkstoff schnell resorbieren. Die Dosierung: ein bis zwei Tabletten mit je 500 Milligramm ASS. Wer es nicht verträgt, kann den Wirkstoff Ibuprofen in einer Dosierung von 400 Milligramm einnehmen. Als Alternative bietet sich ebenso Paracetamol an. Viele Kopfschmerzexperten warnen vor Kombinationspräparaten, die mehrere Wirkstoffe enthalten. Ob Kombinationspräparate aus verschiedenen schmerzstillenden Wirkstoffen und Koffein genauso gut oder besser wirken und ob sie sogar schädlich sind - darüber ist sich die Fachwelt nicht ganz einig. Manche Experten raten eher ab von den Koffeinmischungen. Das Koffein, so eine Studie aus Kiel, soll durch seine anregende Wirkung dazu verleiten, die Schmerzmittel häufiger zu nehmen als notwendig. Für alle Kopfschmerzmittel gilt: Maß halten! Orientieren Sie sich an der 10-20 Regel: Sie sollten die Schmerzmittel höchstens an zehn Tage im Monat nehmen. An 20 Tagen in Monat sollten Sie die Finger von Schmerz- oder Migränemittel lassen.
Nicht jeder Kopfschmerz ist harmlos. Wenn die Beschwerden ungewöhnlich stark auftreten, regelmäßig wiederkehren oder mit weiteren Symptomen wie Sehstörungen, Schwindel oder Übelkeit verbunden sind, ist ein Arztbesuch dringend empfohlen. Wichtig bei Kopfschmerzen ist grundsätzlich, dass sie fachärztlich abgeklärt werden, um eine gezielte Behandlung oder auch Prophylaxe vornehmen zu können.
Mythen rund um die Migräne
Es gibt viele Mythen rund um die Migräne. Einige davon sind:
- „Viel trinken hilft“! Nicht unbedingt. Die Autoren der Migräne-Leitlinie raten, „ausreichend“ und mindestens 1,5 Liter täglich zu trinken, um einen Dehydrierungskopfschmerz zu vermeiden. Allerdings konnten Wissenschaftler bislang nicht nachweisen, dass eine „regelmäßig, verstärkte Flüssigkeitszufuhr“ die Kopfschmerzfrequenz bei Migräne positiv beeinflusst.
- „Daith-Piercing gegen Migräne“? Nicht belegt. Ein Daith Piercing wird an der innersten Auswölbung der Ohrmuschel im Bereich des Ohrknorpels angebracht. Was manche Menschen zum puren Schmuck tragen, soll - vor allem laut Social-Media-Plattformen - einem Akupunkturpunkt gleichen und Migräne lindern. Jedoch: „Eine nachvollziehbare pathophysiologische Grundlage fehlt“, lautet die Einschätzung der Leitlinien-Autoren zu diesem Verfahren. Auch vermisst man bislang aussagekräftige randomisiert-kontrollierte Studien, weswegen sich „Piercing“ im Leitlinienkapitel „Verfahren ohne Wirksamkeit“ findet.
- „Magnesium kann Migräne vorbeugen“ Nicht unbedingt. Die Datenlage, wie gut sich mit Magnesium Migräneattacken verhindern lassen, ist spärlich. Bei höheren Magnesiumdosierungen können Durchfälle auftreten, sodass 600 mg Magnesium sich nicht für alle Migränepatienten realisieren lassen. Die Leitlinienautoren raten daher zurückhaltend zu Magnesium: „Wenn überhaupt wirksam, ist die Reduktion der Attackenfrequenz nicht sehr ausgeprägt oder die notwendigen Dosierungen werden wegen Diarrhöen nicht erreicht.“ Einen Versuch ist Magnesium vielleicht wert.
- „Besser keine Schokolade für Migränepatienten“ Stimmt nicht. Bereits in den 90er Jahren hatten Wissenschaftler in einer doppelblinden Studie untersucht, ob Schokolade Migräneattacken triggert.
- „Ein heißes Fußbad hilft bei Migräne“ Falsch. Hartmut Göbel, Neurologe in der Schmerzklinik in Kiel, die Idee dahinter: Das warme Wasser erweitere die Gefäße in den Füßen und solle so den Druck im Kopf senken. „Das ist völliger Unsinn“, sagt der Neurologe dazu.
Tee gegen Kopfschmerzen und andere Migräne-Beschwerden
Was hilft gegen Migräne und Kopfschmerzen? Viel trinken, also circa zwei Liter pro Tag, gilt nicht nur für Migräne-Patienten, sondern auch insgesamt als positiv, denn dadurch verbessert sich die Durchblutung im Gehirn. Dabei kommt Tee eine besondere Bedeutung zu. Die darin enthaltenden Heilpflanzen entfalten wohltuende Effekte. Geeignet als Tee gegen Kopfschmerzen sind:
- Gewürznelke: Verfeinere eine Kanne grünen Tee mit zwei Gewürznelken, etwas Zimt und Zitronensaft. Das Öl der Gewürznelke hat einen schmerzstillenden Effekt, während Grüntee das Immunsystem stärkt und entgiftend wirkt. Trinke über den Tag verteilt vier bis fünf Tassen. Achtung: Grüner Tee kann wach machen. Wenn du darauf reagierst, solltest du ihn nicht abends zu dir nehmen.
- Ingwer: Manche Menschen schwören auf Ingwer und Chrysantheme als Hausmittel zur Soforthilfe bei Migräne. Gib für einen Tee einen Teil kleingeschnittenen Ingwer und einen Teil Chrysantheme (aus der Apotheke) in eine Tasse (250 Milliliter) mit kochendem Wasser und lass den Tee 15 Minuten lang ziehen.
- Kamillenblüten: Kamillentee ist ein altbewährtes Migräne-Hausmittel, zudem lindert er Magenbeschwerden, die als Begleitsymptome auftreten können. Nimm zwei Teelöffel getrocknete Kamillenblüten für eine Tasse Tee und lass diese Mischung zehn Minuten ziehen. Anschließend kipp den Sud durch ein Sieb und genieße das Getränk.
- Mutterkraut (auch Fieberkraut genannt): Schon vielen Menschen konnte Mutterkraut helfen, einer Migräne vorzubeugen. Auch Untersuchungen haben dies bestätigt. Trink für eine Kur über mehrere Monate zwei bis dreimal täglich vor dem Essen einen Tee.
- Weidenrinde: Ein Tee aus Weidenrinde enthält unter anderem Salicylsäure, die schmerzlindernd wirkt. Damit eignet sie sich als Hausmittel gegen Kopfschmerzen. Versetze einen Teelöffel der feingeschnittenen Rinde (aus der Apotheke) mit 250 Millilitern Wasser. Anschließend koche die Mischung für fünf Minuten auf, und gib sie durch ein Teesieb.
- Waldmeister: Neben seiner beruhigenden Wirkung zeigt Waldmeister auch einen schmerzlindernden Effekt. Für einen Tee gib einen Teelöffel Waldmeister in eine Tasse mit 250 Millilitern kochendem Wasser. Lass das Getränk fünf Minuten ziehen, dann seih die Waldmeisterblüten ab. Trinke mehrere Tassen Tee täglich.
- Mädesüß: Mädesüß kann als Hausmittel gegen Migräne unterstützend zum Einsatz kommen. Der Tee sollte etwa zehn Minuten ziehen und mehrmals am Tag getrunken werden.
- Ginkgo: Die Blätter des Ginkgo-Baums enthalten gefäßerweiternde und durchblutungsfördernde Inhaltsstoffe und sind daher geeignet für einen Tee gegen Kopfschmerzen. Allerdings reagieren manche Personen auch auf Ginkgo mit Kopfschmerzen. Daher solltest du den Tee zunächst in einer Phase ohne Migräne testen.
- Weitere Tees: Weitere Tees, die gegen Migräne helfen sollen, sind Oregano, Zitronenmelisse, Lindenblüten und Rosmarin. Frage in deiner Apotheke nach deiner Wunschsorte.
Was tun bei Migräne?
- Kaffee mit Zitrone: Koffein hat einen erweiternden Effekt auf die Blutgefäße.
- Cayennepfeffer: Löse einen halben Teelöffel Cayennepfeffer in einem Glas Wasser auf. Zusätzlich kannst du etwas Zitrone oder Honig beigeben.
- Basilikum: Basilikum enthält wertvolle ätherische Öle, die sich am besten beim Kauen der frischen Blätter entfalten.
- Johanniskraut: Die Arzneipflanze ist vor allem für ihre antidepressive Wirkung bekannt, kann aber auch gegen Migräne genutzt werden. Bereite dir dafür einen Tee zu.
- Vanille: Löse einen Teelöffel echte, geriebene Vanille in einem Glas Wasser auf.
- Ausgewogene Ernährung: Migräne-Patienten sollten auf eine ausgewogene Ernährung achten, da eine gute Versorgung mit Nährstoffen sowohl der allgemeinen Gesundheit als auch der Migräne zuträglich ist.
Aromatherapie gegen Migräne
Auch mit der Aromatherapie werden gute Erfolge erzielt. Zur sanften Behandlung von Migräne-Kopfschmerzen eignet sich beispielsweise zehnprozentiges Pfefferminzöl. Das ätherische Öl wird auf Stirn, Schläfen und Nacken aufgetragen und wirkt schmerzlindernd. Daneben gibt es weitere Essenzen, die du gegen Migräne nutzen kannst: Grüner Apfel, Lavendel, Eukalyptus, Rosmarin, Kamille, Majoran. Die ätherischen Öle tragen zu deinem Wohlbefinden bei und können Körper und Geist entspannen.
Kälte und Wärme als Hilfe gegen Migräne
Neben dem Einsatz von Tees und Aromen sowie einer angepassten Ernährung gibt es weitere Mittel, mit denen du die Beschwerden von Migräne im Alltag lindern kannst. Gute Hausmittel als Soforthilfe gegen Migräne sind beispielsweise Salz-Eis-Packungen. Fülle bei einer akuten Migräne-Attacke einen Stoffbeutel mit einem Teil Salz und vier Teilen Eiswürfeln. Drücke diesen auf die pochenden, schmerzenden Schläfen oder leg ihn auf die Stirn. Das Salz stabilisiert das Eis und die Kälte betäubt den Schmerz.
Bemerkst du Anzeichen einer Migräne-Attacke, kann es sich überdies lohnen, ein ansteigendes Fußbad auszuprobieren. Und so wird es gemacht: Stelle deine Füße in eine kleine Wanne und bitte jemanden, diese mit etwa 32 Grad warmem Wasser aufzufüllen. Nimm hierzu ein Thermometer zur Hilfe. Im Laufe der nächsten 20 Minuten sollte die Wanne schubweise mit heißem Wasser aufgefüllt werden, bis die Temperatur auf 42 Grad ansteigt. Das warme Wasser wirkt beruhigend und erweitert die Blutgefäße, sodass es gut als Hausmittel gegen Migräne eingesetzt werden kann.
Mit diesen weiteren Anwendungen kannst du etwas gegen deine Migräne tun: Armgüsse: Lasse kühles Wasser über deine Unterarme laufen. Das kurbelt den Kreislauf an. Wechselduschen: Der Wechsel zwischen warm und kalt wirkt ebenfalls belebend und kann Kopfschmerzen vertreiben.
Auch progressive Muskelentspannung, Homöopathie oder Akupunktur können eingesetzt werden, um die Beschwerden von Migräne sanft zu lindern. Wenn die Kopfschmerzen allerdings schon zu heftig sind, tut dir Ruhe und Dunkelheit gut. Eine entspannte Nackenmuskulatur und Halswirbelsäule beugen einer Migräne-Attacke vor. Familie, Beruf und Alltag zu organisieren, ist keine leichte Aufgabe.
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